Turkisch⸗Becse, Großgemeinde in Ungarn, s. Becse
Türkisch⸗Brod, Stabdt in Bosnien, . Brod.
Türkifch⸗Dubica, Stadt in Bosnien, s. Dubica.
urrijche Bagdette, Türkentaube, Rasse der orient
dauben.
Türkische Bohne, Feunerbohne (Phasedlus multi.-drus
 V) Gartenzierpflanze zur Bekleidung von Laubenec.
Türkische Ente, s. v. w. Moschusente (s. Enten).
Türtische Kresse, s. Tropaeolum.
Türkifche Weliffe, s. Dragocephalum.
Türkische Musik, s. v. w. Janitscharenmusik.
Sürkische Nüsse, s. Haselnußstrauch.
ürkischer Holunder, s. Syringa.
Arkischer Honig, s. v. w. Halwa (. d.).
Türkifcher Klee, sJ. v. w, gemeine Esparsekte (s. d.)
Türkischer Weizen, s. Mais Abb. 1118).
Türkifches Bad, .v. w. Jrischerbm. Bad.
ZTürkisches Huhn, s. Truthuhn.
Türkifche Sprache und Literatur. Die türk.
atar. Ssraee des uralaltaischen Sprachstammes
zerfällt in folgende lebende Dialektgruppen: 1) östl.
Dialekte, die Sprache der Karagassen, Abakan-Taätaren,
Altai⸗Tataren, Sojsonen, Baraͤbingen; Mmittelasiat.
Dialekte, die Sprachen der Sart und Usbeken, der Cha—
nate Kokan, Taschkent, Buchara und Chiwa, der Tarantfch
des Ilitals, der Bewohner Ostturkestans und der Oase
Zon Chami; 3) westl. Dialekte, die Sprachen der sibir. oder
Irtisch⸗ Tataren, der Steppen-Tataren (Kirgisen, Kara—
dirgifen, Karakalpaken, Nogaier) und der Tataren des
Euryp. Rußlands Hsüdi. Dialekte, die Sprachen der
Turkmenen, der Aserbeidschaner, der Osmanen, Eine
Jesonderte Stellung nehmen ein die Sprachen der Jakuten
(j. d. und der Tschuwaschen (s. d.). An Schriftsprachen
entwickelte sich das sog. Osttürtisch oder die tfchagataifche
Schriftsprache für alle mittelasiat. und westl. Türkdialekte,
die osman. Schriftsprache im Osman, Reiche und die
Aserbeidschanische Schriftsprache im Kaukasus und Perfien.
Bal. Radloff, „Vergleichende Grammatik der nördl.
Türksprachen“, Bd. 1 (1882); ders.Versuch eines Wörter⸗
huchs der Türkdialekte“ (1888 fg.); ders. „Proben der
Volksliteratur der türk. Stämmeé Südsibirieus“ (8 Bde.
866.80). — Grammatiken des Osmanischen von Fini
2. Aufl. 1879), Jehlitschka (1805), Wöorierbücher vor
Zenker (2 Bde, 1868 76), Redhouse (Konstant 1890).
T Die türk. (osman.) Literatur haͤtte ihre Blütezeit unten
—A——— Jahrh.).
Besonders reich ist fie an Ubersetzungen aus dem Persischen
und Arabischen, au romantischen Volks- und Mürchen⸗
büchern; sehr alt ist das Marionetten- oder air
theater (mit dem Hanswurst Karagsz). Die tuͤrk. Historike
ind nur als Quellwerte wichtig; der bedeutendste is
Hadschi-Chalfa (s. d.). Am meisten haben die Türken in
der arab, und pers. Lexikographie und Kommentariteratur
 geleistet. — ültere Literaturgeschichten von Hammer⸗
Purgstall (1836 —838), Dora d'dstria (2. Aufi. 1877)
geuere G. Jacob, „Türk. Jicramice a in Einzeldar⸗
stellungen“ (Heft 1, 1900); ders. Tuͤrk. Volksliteratur“
(1801)5 ders. Türk. Lesebuch“ (19063), Horn.Geschichte
der türk. Moderne“ (1809).
Türkisches Reich Tuͤrtei) oder Osmanisches Reich,
Memalik i Osmanije Karten: Balkanhalbinfel Tu.
J. Asien Tu., I, Afrika Lu. II, Eüropa Tu. Tj,
Großsultanat (Kaiserreich), umfaßt einen Teil der Balkan⸗
halbinsel (s. d.), Kleinasien, Teile von Armenien und Kurdi—
stan, Mesopotamien, Syrien, den westl. Küstenstrich Ara⸗
biens, Agypten und Tripolis, im ganzen 4148 000 quwrn,
39 800 000 E., davon unmittelbarer Besitz 2587 100 q4km,
24 028 800 E.und zwar: in Europa 169 300 quwm.,
6 180 200 E. Äsien 1786 800 qkm, Jédos do F Afrita
1051000 qkm, 1. Mill. E,; Vasallenstaaten (Bulgarien
mit Ostrumelien, Samos, Agypten mit Thasos) 1od1 506
Ikm, 13632 8302 E., unter fremder Verwaltung (Bosnien
und Herzegowina, Kreta, Cypern) 69 328 qkm. 21316016
Die Europ. Türkei, außer dem e, Fürstent
Bulgarien und den von Osterreich⸗ Ungarn besetzten Ge—
bieten Bosnien und Herzegowina sowie Kreta'aus den
Laudschaften Albanien, Mazedonien und dem südl. Thra⸗
zien bestehend, ist fast ganz von Gebirgen eingenommen;
an der Maritza, in Mazedonien und Albamen größere

277

Tür

x Wenen. Klima günstig, ebenso die natürlichen Verkehrs⸗
zerhältnisse durch die Flußtäler und Küftenbildung. Die
dandwirtschaft leidet unter den willkürlichen Bestimmungen
Aber die Besitzverhältnisse (eigent⸗
licher Grundbesiher der Sultan,
der Kigentümer nur Nutznießer),
den Mißbräuchen bei der Steuer⸗
erhebung, den Ausfuhrzöllen auf
ꝛandesprodulte und den mangel⸗
jaften Verbkehrseinrichtungen;
rotzdem bedeutende Produktion
n Getreide Is. auch Deene
Betreide], Gemüse und Ooͤst,
Dliven, Feigen, Wein; sehr wich⸗
ig die eepe —2 und
Seidenraupenzucht, wamm⸗ 1891. Türki Nei
und Perlenfischerei. Industrie in Turrisches Reich.
Seidenspinnerei und Teppichweberei, in Konstantinopel
bedeutende Kunstindustrie, Handel, im Innern meist
von rieden und Armeniern, nach dem Auslande von
fremden Kaufleuten und Levantinern besorgt; weiteres
Beilage; Europa (sowie die Beilagen: Afrika und
Asien); Handelsflotte s. Beilage: Handel und Han⸗
delsmarine; Eisenbahnen (1903) 4971 k, davon
n Europa 2942, in Kleinasien 2871, in Syrien 558
.auch Beilage: Eisenbahnen]; Telegraphenlimen
1802/3) 41462 xm. Bevöltkerung: herrschender Stamm
die Osmanen Osmanli oder Türken im eugern Sinne),
etzt stark vermischt mit griech. bulgar., serb. und albanef.
ẽslementen und an Zahl abnehmend, in der Europ.
Türkei nur in den größern Städten, in Thrazien und
Bulgarien zahlreicher vertreten, ebenso im Innern Klein—
asiens, sonst überall in der Minderzahl; daneben Grie—
hen (Epirus, Mazedonien, an der Küste und in den
Städten), Albanesen (im Westen), Walachen (im Pindus
zebirge), Serben, Bulgaren, AÄrmenier (in den Städ—
en), Juden ꝛc.
Das T. R. nach der Verfafsung vom 28. Dez. 1876
eine konstitutionelle Monarchie, ist trotzdem eine orient.
Despotie, der Sultan (Padischah) vereinigt die höchste
veltliche mit der höchsten geistl. Gewalt, dem Kalifat;
»en Thron erbt jedesmal der älteste Prinz des Haufes
Isman. Staatsreligion der Islam; Freiheit der Aus—
ibung für die übrigen Kulte; neben dent Sultan ein
Ministerrat, an der Spitze der Großwesir; von gleichem
Fange der oberste Chef der Geistlichkeit, Scheich ul-Jslam;
lwoͤchentlich Versammlung des Ministerrats (Diwan) im
Sebüude der Hohen Pforte. Das Parlament, bestehend
aus Senat (Mitglieder vom Sultan auf Lebenszeit er—
nannt) und Abgeordnetenhaus (auf je 50000 Osmanen
ein Deputierter durch geheime Wahlauf vier Jahre ge⸗
vählt), nach zwei Sitzungen (1877) aufgelöst und nicht
vieder einberufen. Die Beamten werden in drei Klassen
geteilt: Diener des Gesetzes und Kultus, Beamte der
Feder und Beamte des Sabels; an der Spitze der Palasteamten
 der Kyzlar-Agassy (Chef der schwarzen Eunuchen).
Zauptstadt Konstantinopel. Finanzen. Staud der Staats—
huld (1000) 96,66 Mill. türk. Pfd, dazu 245,, Mill., russ.
riegsschuld; CGinnahmen (189788) 18 811323 Pfd., Ausjaben
 18428411 Pfd. Is. auch Beilage; Finanzen).
Zeerwesen. Es besteht allgemeine Wehrpflicht zu g jührigem,
vbei der Kavallerie und Artillerie 4jührigem Dienst, doch dann
gach dreimonatiger Dienstzeit im siehenden Heere (Nizam)
sich jeder Soldak von dem weitern aktiven Dienst durch
50 türk. Pfd.) loskaufen. Die Dienstpflicht dauert ferner
n der Reserve (Ichtiad) 6 bez. 8, in der Landwehr (Re—
»if) 9, im Landsturm (Mustahfiz) 2 Jahre. Im Frieden
»estehen 7 Armeekorps mit 808 Bataillonen Infanterie und
Schützen, 209 Eskadrons, 271 Feldbatterien, 146 Kom—
anien Festungsartillerie, 8.Geniebataillone, 8 Genie—
ompanien ꝛc. Kriegsstärke: Linientruppen 404 000, Re⸗
ifs 600 000, Slave (Ersatztruppen) 860000, Landsturm
o ooo, zusammen 1454 000 Mann. Die Infanserie führt
as Mausergewehr Moo von T,es und 88 mKalider,
ꝛie Feldartillerie Kruppsche Geschütze von 7,5 und d en
Die Kriegsmarine zählt 88 veraltete, 40 neuere Fahrzeuge.
Zultus und Gerichtswesen. Die Theologie ist durch die
Alemas in drei Klassen, Imäme (Kultusdiener), Mufti
Gesetzausleger) und Kadi (Richter) vertrelen. Das 15409