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gesammelte Zivil⸗ und Kriminalrecht beruht auf dem Koran
der Uberlieferung (Sunna), den Entscheidungen der vies
ersten Kalifen und den Rechtssprüchen der roßen Imame
danach die unter dem e ——— stehen⸗
den geistl. Gerichte; über ihm der ppellhof in Stambul
eit 1847 neben den geistl. auch wellliche Gerichte. Ele—
mentarschulen teils Primärfchulen (sehr dürftig), teils
Vorbereitungsschulen; etwas höher stehen die cent
Schulen, eine Art Realschulen, außerdem das kaiserl. Lyzeum
von Galata⸗Serai, höhere Verwaltungs⸗ und Rechtsschulen
Forst⸗ und Bergwerksschulen, Lehrerseminar, Unibersitüt in
donstantinopel (4800) u. g. Wappen zeigt Abb. 1881;
Flagge: weißer Sichelmond auf Rot, vor ihm der Stern
Zupiter Tafel Flaͤggens. Drden s. Beilage: Orden.
Einteilung in Wilasets, welche in Sandschaks und Kazas
jerfallen, und in Mutessarifliks.
ʒSeschichte. Die Osmanen sind ein oghusisch- türk
Stamm, welcher 1224 vor den Mongolen aus der pers.
dandsch. Choraffan nach Kleinafien flüchtete und unter
Osmau (1888. 1326) 1299 das T. R. zwischen Angora
ind Brussa gründete. Dessen Sohn Orchan (13266509)
roberte — das er zu seiner Residenz machte, und
aßte 1356 durch die Eroberung von Gallipoli in Europa
esten Fuß. Sein Sohn Murad J. (13380 — 89) verlegte
1862 die Residenz nach Adrianopel, unterwarf Thrazien
und fiel 1388 siegend gegen die Secben auf dem Amsel⸗
jelde. Bajazet T. 1888 1408) besiegte die Christen unter
Sigismund von Ungarn 1396 bei Nikopolis, wurde von
den Mongolen unter Timur bei Angora 1402 geschlagen
ind gefangen. Nach langem Zwist feiner Söhnse erlangte
Rohammed J. (14182 29 die Alleinherrschaft; sein Sohn
Duxad I. (1421 -81) schlug die Ungarn 1444 bei Varna,
448 bei Kossowa. Mohammed IIT. (14631 -81) eroberte
14583 Konstautinopel (seitdem Residenz), 1461 Trapezunt,
1463 Bosnien, unterwarf 1475 den Tatarenchan in der
strim. Die Regierung seines Sohnes Bajazet II. (1481
-1512) war fast talenlos. Selim R (1312 - 20) er⸗
oberte Syrien und Agypten; Soliman II. der gewaltigste
ürl. Sultan (1520 66), 1521 Belgrad, 16028 Rhodus
1526 nach dem Siege bei Mohäck halb Ungarn, drang
1629 bis Wien vor, gewann 1834 von den Persern die
dänder am Wansee, Tahris und Bagdad. Unter Selim I.
1666 —74) verloten die Türken die Seeschlacht bei Le—
»anto 1571; von da an datiert der Verfall des T. R
Luter Murad II. (1574 98) Mohammed iNI. (bis 1603)
Achmed J. (bis 1617), Mussapha J. (bis 1618), Osman I
bis 1622), Murad I Gis 16040) und Ibrohim. lbis lo48)
nahm die Verweichlichung, die Günstlingswirtschaft unt
der Haremseinfluß immer mehr —7— die Janitscharen rissen
die Herrschaft an sich. Unter ohammed 1V. (1648
37) stellte Mehemed Kiöprili mit blutiger Strenge die
Ordnung im Innern wieder her; dessen Sohn Achmed,
eit 1661 Großwesir, verlor zwar die Schlacht bei St. Gott⸗
jard 1. Aug. 1664, erwarb aber 1669 Kreta, 1676 Po—
dolien und einen Teil der Ukraine, 1681 mußten die
Türken das Gebiet J. vom Dujestr an die Nussen ab⸗
zreten; 1683 wurden sie unter Kara-Mustapha vor Wien
geschlagen, durch den Sieg des Herzogs von Lothringen
ei Mohacs 12. Aug. 1687 verloken sie Ungarn. Weder
Soliman III. (1081 -81) noch Achmed I. (1601 -98)
vermochten das Verlorene wiederzugewinnen; nach den
Niederlagen bei Slankamen (1 Aug. 1691) und bei Zenta
4. Sept. 1697) mußie Mustapha TI. (1606— 1708) im
Frieden von Katlowih 1698 Siebenbürgen und Ungarn
an Osterreich, Asow an Rußland, Morea und Dalmaͤtien
zIn Venedig, die Ukraine und Podolien an Polen abtreten.
Achmed U. (1703 80) eroberte Morea zuruck, mußt⸗
zber im Frieden zu Passarowitz 21. Juli 1718 das Banat,
Belgrad und die Kleine Walachei Osterreich überlassen.
Wahmud 1. ——— erwarb im Frieden von Suggad
1738 Belgrad und die Kleine Walachei wieder. Auf Os—
nan I 3456) folgte Mustapha TII. (17662795,
der leit I768) so ungiüctigz degen Rußland kämpfte,
daß sein Nachfolger übh ulHamm (1774 -89) den un⸗
zünstigen Frieden von Kainardia 1774 schließen mußie,
ourch den Rußland ein gewisses Schutzrecht in der Moldau
und Walogei und wichtige Plätze am Schwarzen Meer
rwarb. Ein neuer Feg gegen Rugtans nd Osterreich
1787 wurde von Selim“ i eor ett

Frieden zu Sistov 1791 mit den Osterreichern und zu
Fassy 1782 mit den Russen beendet, nur Otscha⸗
ow an letztere verloren ging. Ein 1806 abermals aus—
ebrochener Krieg mit Rußlaͤnd wurde nach der Absetzung
Mustaphas IY. 1807 8) unter Mahmud II. (1808 -
—39) durch den Frieden von Bukarest 28. Mai 1812 be⸗
ndet, wodurch der Pruth die Grenze gegen Rußland
vurde. Indes bedrohlen die zerrůtteten innern Vexhalt⸗
nisse, insbes. die Aufstände in Agypten, Syrien, Klein⸗
fien, Serbien und Griechenland den Bestand des T. R.
war gelang Mahmud U. die Ausrottung der Jani—
scharen (1836) und die Unterwerfung mehrerer unbot⸗
näßiger Paschas; nach einem neuen Kriege mit Ruß—
and (1828 80) mußte er aber im Frieden zu Adrianopel
die voͤllige Unabhängigkeit Griechenlands und die fafi
zöllige der Donaufürstentümer auerkennen und nach einem
driege mit MehemedeAli von Agypten Syrien an diesen
m Frieden von Kutahia 4. Mai 1633 abtreten. Letzteres
rhielt Abd ul⸗Medschid (183826169 durch die Vermitt⸗
—X zurück; unter ihm begannen
die innern Reformen mit der Promulgation des Hatt-i⸗
Scherif von Gůlhaneh 1839, der ailen Rotionen und Re—
igionen gleiche . versprach. Der Krimkrieg (s. d.)
rachte im Pariser Frieden 30 März 1856 der Türkei
inen kleinen Gebietszuwachs am Pruth, außerdem wurde
ieselbe in die europ. Völkerfamilie aufgenommen. Doch
vurde es der Pforte immer schwerer, das Reich zusammen⸗
uhalten. Mit Mühe wurde unter Abd ul⸗Asis (1861
6) ein Aufstand auf Kreta (1866- 67) bewaltigt; 1875
rach in der Herzegowina, 1876 in Bulgarien ein Auf⸗
tand aus. Murad V., der 20. Mai 1876 dem tgen—
en Abd ul-Asis gefolgt war, ward 831. Aug. für irrsinnig
rklürt und durch Abd ul-Hamid II. erfebt, Inzwischeñ
atte Montenegro und Serbien der Pforte den Krieg er⸗
lärt; der Nachteil der Serben veranlaßte die Einmischung
Kußlands und darauf den Zusammenttitt einet Konferen
er Großmächte zu Konstantinopel, die 20. Jan. 1874
esultatlos auseinanderging, da der Großwesir Iee
Pascha 283. Dez. 1876 eine freisinmige Konstitution protla—
nierte. Als dieser 8. Febr. 1877 geflürzt wurde und
8..April der KHrieg gegen Montenegro wieder begann,
rklärte Rußland 24. April 1877 der Türtei den Krieg
s. Russisch⸗Türlischer Krieg 1877 78), welcher durch den
rieden voͤn San Stefanoe 8. März 1Wrs beendet wurde
zm Berliner Kongreß Juni 1878 wurde die Unak
üngigkeit Rumäniens, Serbiens und Montenegros, die
gebielserweiterungen erhielten anerkannt, England zur
Zerwaltung und Besetzung Eyperns, Osterreich zu di
Zosniens und der Herzegowina ermächtigt, Kars, Arda—
an, und Batum an Ruͤßland abgetreten, Bulgarien als
Tributfürstentum und Ostrumelien als autonome Provinz
„rganisiert. Der definitive Friede mit Rußland wurde
. Febr. 1879 in Konstantinopel unterzeichnet. 1881 er⸗
algte nach langen Verhandlungen die Abtretung Süd⸗
hessaliens an Griechenland. Durch die Erhebung der
Zulgaren in Ostrumelien 18. Sepl. 1888 erfolgte die
aktische Vereinigung diefer Provinz mit dem Fürstentum
Zzulgarien. 1887 entstand ein neuer Aufstand auf Kreta,
er Zu einer Einmischung Griechenlands und zum Kriege
nit diesem führte. Griechenland wurde besiegt, doch mußten
ie Türken das eroberte Thefsalien gegen eine Geldent⸗
chüdigung räumen. Krela wurde ÄAmonomie gewährt,
ind Prinz Georg von Griechenland zum Oberkommissat
»er Insel ernannt. Wiederholie Aufstaͤnde in Mazedonien
1802 und 1803) veranlaßten die Großmächte, auf Ver—
valtungsreformen zu dringen, deren Durchführung je ein
russ. und ein österr. Zivilkommissar zu ieee haben,
und da die Finanznot der Türkei die Reforinen zu hin⸗
dern drohte, so erzwangen die Großmächte Dez. 1805
durch eine Flottendemonstratlion die Einsetzung einer inter⸗
ationalen Finanzkommifssion für Mazedonien.
Vgl. von Hellwald und Beck (2. Aufl., 2 Bde. 1878 —
9), zur Helle, „Die Völker des Osmean. Reichs“ (1876);
ehe „Vvoͤlterkunde Osteuropas“ (2 Bde. 1880)
zuma, „Die östl. Balkanhalbinfel“ (1885); Boue (2 Bde.
889); Cuinet (franz. 18800 91u. en Grothe
1908); Geschichte von Hammer-Purgstall (2, Aufl. 1836
B6), Sinkelsen (TJ Bde 1840 63) Herbberg (1888).
de la Jonquiere (Par. 1881J.