ZTuürkische Tauben, s. Orientalische Tauben.
Türkisch⸗Gradiska, Ort in Bosnien, f. Gradiska
Zürkifch⸗Kanizfa, uͤngar. Großgemeinde, s. Kanizfa
Türkischrot, Airianopelrot, Indischrot, schönste und
echteste Baumwollfarbe, fruͤher aus Krapp mit Olipenöl
hergestellt, jeßt mit künstlichem Alizarin und Purpurin
unter Verwendung von Türkischrotöl bereitet. Letzteres
erhält man aus Rzinus- oder Olivenöl F Einwirkung
don Schwefelsäure; es gibt mit den Stoffen bei Zusatz von
Alaun und Zinnsalz Beizen, die den Farbstoff sehr fest
firieren. Durch Seifen und Dämpfen unter Druck wirt
die Farbe zu voller entwickelt. Hauptsitze der
Türlischrotsarberei sind Elberfeld, Glasgow, die Schweiz
Türkisch⸗Rufsischer Krieg von 1377 und 1878
Russisch-Türkischer Krieg von 1877 und 1878.
Türkisgrün, s. Kobalt.
Turkistan, s. Turkestan.
Turkmenen (Turtmanen,. Turkomanen, Truchmenen),
uu den Südtürken gehörende Volksstämme am Ost-, West⸗
aund Südgestade des Kaspischen Meers, bes. in der
Turanischen Tiefebene (f. Turkestan), Turkmanenland
Truchmenenland oder Turkomania genannt (die Land⸗
enge zwischen dem Kaspischen Meer und dem, Aralsee
heißt Truchmenen⸗ Isthmus), die nach
Teke⸗Turkmenen (s. d.) und der T. von Merw an Ruß—
land kam (s. Trandkasplen). Außerdem sind einige Stümme
von Persien und Chiwa abhängig. Gesamtzahl 1 Mill.
Seelen, meist Nomaden, Mohammedaner (Sunniten).
— Wal. Vämbery, „Das Türkenvolk“ (1885).
Turkos, vollstümliche Benennung der aus Eingebo—
denen rekrutierten Infanterie der Franzosen in Algerien
Turko⸗rtatarische Völkerschaften, s. Tataren.
Turksinseln, Gruppe der Bahamainfeln, mit den
Taicobinseln A429 qkm, (1001) 6287 E., Handel s. Bei—
lage: Nordamerika; Dependenz von Jamaika.
Turtku, Stadt, s. Abo.
Türkvölker, s. Türken. Dichter)
Türlin, Heinr. von dem, s. Heinrich (mittelhochdeutsch
Turluru, s. Krabben. Reiterei
Turma, kleinste taktische Einheit (50 Mann) der röm
Turmair, Johannes, auch Thurmayr, genannt Aven
tinus, bayr. Historiker, geb. 4. Juli 1477 zu Abensberg,
gest. 9. Jan. 16834 zu Regensburg; Hauptwerke: „An
nales Bojorum“ (1554) und „Bayer, Chronik“ (1666)
„Sämtliche Werke“ hg. von der Münchener Alademie
(I880-86). — Biogr. von Wegele (1890).
Turmaͤlin, rhoͤmboedrisches ausgezeichnet hemi⸗
morphes Mineral Kristallform Tafel: Edelsteine IL83)
ein kompliziert zusammengesetztes Silikat; selten farblot
(Achroit), gewoͤhnlich eee blau (Indigolith), rot
Rubellit), grün, gelb, braun oder schwarz (Schörl); glas⸗
glänzend, durchsichtig bis undurchsichtig, bildet mit Quarjz
den Turmalin- oder Schörlfels; Benutzung zu Polarisa⸗
tionbinstrumenten (Turmalinzauge) und ais Edelstein.
Turmarmbrust, Flaschenzugarmbruft, mittelalter—
liche, bis 10 m lange Schießmaschine in Armbrustform
zur Verteidigung fesser Plätze bestimmt.
Turmberg, höchster Berg des Ural-baltischen Landrückens,
 bei Schönberg (s. d.) in Westpreußen, 831 m
Turmdohle, s. Raben.
Türme des Schweigens, Begräbnisstätten der Par
en in Bombay (f. d. und Tafel: Ethnographie T, 10).
Turmeule, die Schleiereule (s. Eulen).
Turmfalt, . Falken [Abb. 547)].
Jurmescae in Panzertürmen aufgestellte Ge⸗
chütze, deren Rahmen fest mit der drehbaren Plattform
des Turms verbunden ist. s4846 E
Türmitz, Stadt in Böhmen, an der Biela, (18000
Turmtrahe, die Dohle (. Raben).
Turmleiter, s. Feuerleitern.
Turnmischiff, s. Monitor.
Turmschnecken (Turritella), Schneckengattg. der
Vorderkiemer, mit langer, turmfötmig zugespihter Schale
und 3 — Windungen, in allen Meeren, fossil schor
pom Obern Jura an. — Auch die Schneckengattg. Pleuro
töma heißt wegen heer turmförmigen Schale T. Der
babylonische Turm (P. babylonsea Lam) weiß, braun
gefleckt, im Ind. Ozean. A
Turmschwalbe, Turmsegler, s. Mauerschwalben Ab

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Tur
Turme⸗ und Schwertorden, portug. Orden, 1458
estiftet, 1808 erneuert, 28. Jul Iss nach Art der
ranz. Ehrenlegion umgestaltet.
Turn, Dorf in Boöͤhmen, an Teplitz grenzend, (19800)
2405 E. [6278 E.
Turnau, Bezirksstadt in Böhmen, an der Iser, (18900)
Turnbullblau (spr. törnc) dem Bverliner Blau sehr
ihnliche Farbe, die beim Vermischen der Lösungen von
xisenvitriol und rotem Blutlaugensatz als feuriger dunkel⸗
olauer Niederschlag ausfällt.
Turnen, s. Turnkunst.
Turner (dr. tör⸗), Sharon, engl. Geschichtschreiber,
geb. 24. Sept. 1768 zu London, Sachwalter das., gest.
13. Febr. 1847; Hauptwerk: MHistory of the Anglosaxons“
 (3. Aufi. 1852) und History of England
during the middle ages“ (4 Bbe. 1814f .
Turner (spr. tört), William, engl. Heeler, geb.
28. April 1778 in London, Prof. an der Akademi⸗ das.,
Jest. 19. Dez. 1851 in Chelfea; Stimmungslandschaften
nit histor. oder mytholog. Staffage und Seestücke. —
Bgl. Thornbury (engl, neue Aufl. 2. Bde., 1897), Wed⸗
more (engl., 2 Bde. 1800).
ZTurnsra, Pflanzengattg., s. Damiana.
Turnerazẽen, Pflaůzenfamilie der Passiflorinen,
Zräuter oder Sträucher, meist in Amerika heimisch.
Turnerschaft, Deutsche, die 1860 begründete Ver⸗
inigung fast saͤmtlicher Turnvereine Deutschlands und
Deutsch⸗Ssterreichs, in Kreise und diese wieder in Gau
geteilt; Turnfeste, alle vier Jahre Turntage; Vereins—
organ „Dentsche Turnzeitung“.(S. auch Turnvereine.)
Bgl. An (3. Ausg. 1889).
Turners Gelb (sr. tör), s. Blei.
Turnerzeichen, J. Frisch, fromm, froh, frei!
Turnhout spr. törnhaut), Stadl in ver belg. Prov.
Autwerpen, in der Campine, (18004) 22 162 E.
Turnier, im Mittelalter das ritterliche Kampfspiel
nit Lanze und Schild und meist zu Pferde an fürstl.
Höfen und bei festlichen Gelegenheiten, durch bestimmte
Vorschriften streng geregelt; zur Teilnahme war nur der
Adel zugelassen, daher die Turnierfähigteit durch Herolde
genau untersucht. — Vgl. Niedner (1881).
Turnikett, s. Tourniquet.
Turnips, s. Brassica.
Turnkunst, anfangs Gymnastik genannt, die geregelte
Betreibung von ee des gesamten mensch⸗
lichen Körpers, in Deutschland im 18. Jahrh. bes. zu
Adageg Zwecken ausgebildet (Guts Muths in Schnepfen⸗
hal), durch F. L. Jahn 180015 auch zu peeren
Zwecken benutzt, dann als demagogisch verfolgt, kam feit
830 zu immer groößerer Bedeutung durch Errichtung von
Turnanstalten und Turnlehrerbildungsaustalten, Gründung
»on Turnvereinen, Abhaltung allgemeiner Turnfeste, Ein⸗
ührung des Turnunterrichts an den Schulen. ( S. Turner⸗
chaft und Turnvereine.) — VBgl. Euler, „Enzyklopäd.
Zandbuch“ (3 Bde. 1803— 896) Hirth (2 Anft 1893
Ergünzungsbd. 1895); Maul, „Linleitung“ (3 Tie., I1883
5) Puritz, „Handbüchlein“ (6. Aufl. 1909 Frohberg,
Handbuch“ (2 Tle., 5. Aufl. 180495), Lederbogen,
Theorie und Praxis“ (1903) Geschichte von Rühl
2. Aufl. 1897), „Deutsche Volkbturnbücher“ (1801 fg.).
Turnose, Münze, s. Gros tourvois.
Turu⸗Severin, Hauptstadt des rumän. Kr. Mehe—
ingi, an dem Ausbruch der Donau durch das Eiserne
Tor, (1800) 20276 E.; hier früher die Tragansbrucke
Turnu-Maägurele, Hauptstadt des ruman Kr.
Teleorman, an der Donau, (18988) 8668 E.
Turnüre (frz.), gewandtes Benehmen; Körperhaltung;
Wulst zum ee des hintern Frauenkleides.
Turuus (neulat., Reihenfolge.
Turnus, in der röm. Sage König der Rutuler, fiel
egen Aenegs.
TurnusSeverinu, Stadt, s. v. w. Turn-Severin.
Turnvereine, atademische (4. P. V.), die bes. auf
kurnen Gewicht legenden studentischen Vereine; ein farben⸗
ragender Verband VY. O. (d. i. Vertreter⸗ Konvent), dessen
Bereine sich seit 1387 Turnerschaften nennen, und ein nicht⸗
arhentragender Verband Akademischer Turnobund (A. T. B.).
Tu röcz e spr. türohz), Komstat in Ungarn,
11238 4kxm, (1900) 51 956 E., fruchtbare Hochebeue an der