Ultimo (lat. ultimo dis, am letzten Tag), in der
Börsensprache der lehte Monatstag als der Erfüllungs—
ag gewisser Lieferungsgeschäfte (ultimoregulierung).
Ultimus (lat.), der Letzte (in einer Schulklasse).
Ultra (lat), jenseits, darüber hinaus; ein ü., ein
Mensch, der Maß und Ziel überschreitet, bes. Anhänger
bolit. Ertreme, wie Ultraroyalisten, Ultrademokraken ⁊c.
Ultramarin, Lasurblau, Azurblau, schöne blaue
Farbe, Verbindung von Kieselsäure mit Tonerde, Natron
und Schwefel, urfprünglich durch Zerkleinern von Lasur⸗
stein bereitet, jetzt im großen dacrgestellt durch vorsichtiges
Erhitzen von Porzellanton, Glaubersalz und Kohle und
Nösten des sich zuerst bildenden grünen U. mit Schwefel
Sulfat⸗U.); oder es wird direkt Blau erzeugt durch Er—
hitzen eines Gemisches von Ton, Soda, Kohle und
Schwefel (Soda-U.). uU. ist ein lasurblaues, ungiftiges.
lichte⸗, seifen- und alkaliechtes Pulver, wird durch Säuren
und sauer reagierende Salze unter Schwefelwasserstoff⸗
zntwicklung zersetzt; ein Zusatz von Kieselsäure zu den
Ingredienzien erhoͤht die Suurebeständigkeit. Bei gelindem
Erhitzen im Chlörstrom entsteht eine braune Masse, die
durch Wasser in Violett und Rot übergeht (Gviolettes und
rotes U.). Es dient als OÖl- und Wasserfarbe zum
Blauen (besser Weißen) von Leinwand, Papier, Wäsche,
Stürke und Zucker. — Val. H. Hoffmann (1802). —
Gelbes U., s. Baryum.
Ultramikroskop,s. Mikrostopund Tafel: Opti II,7.
Ultramontän (lat.), jenseit der Berge, d. h. der
Alpen; daher Ultramoniane, die Anhänger des röm.
Autoritätsprinzips (Ultramontanismus), das die unum—
schränkte kirchliche Gewalt des Papstes bes. der staatlichen Ge—
walt gegenüber geltend zu machen sucht. — Val. Goetz (1905)
Vitra poase nomo obiigatur (lat.), Unmogliches
u leisten ist niemand verbunden.
nitrarote Strahlen, s. Spektrum.
ultraviolette Strahlen, im Spektrum (s. d.) die
enseits des Violett liegenden Strahlen; sie erregen
Fluoreszenz, wirken stark auf die photographische Platte
und erzeugen dort, wo sie von Körperu absorbiert werden,
dathodenstrahlen. Landsch. Ukami, 2800 m
Ulugurugebirge, Gebirge in der deutsch-ostafrik.
Ulunda, Regerreich, s. v. w. Lunda (s. Kasembe).
Mva L. Algengattg. der Chlorophyzeen, mit grünem,
»lattartigem Thallus. U. lactũca T. (Meerlattich), an
den europ. e eßbar.
Ulverston (spr, öllwerst'n), Stadt in der engl. Grafsch
dancaster, an der Morecambebai, (1901) 10 064 E.
Ulwar (utwur), ostind. Staat, s. Alwar. J
Ulybyschew (frz. Oulibicheff), Alexander Dmitrije—
witsch, russ. Musikkritiker, geb. 1791 in Dresden, gest.
5. Febr. 1888 bei Nishnij Nowgorod; schrieb: „Nouyolle
biographie de Mozart“ (3 Bde., 1848; deutsch, 2. Aufl.,
1Bde. 1883859) und „Beethoven“ (1857; deutsch 18509).
niysses (ulires), s. Odysseus.
ülzen, Kreisstadt im preuß. Reg.⸗Bez. Lüneburg, in
der Lüneburger Heide, an der Ilmenau, (1905) 9331 E.,
Garnison, Amtsgericht, Realprogymnasium.
Ulzeration (lat.), Eiterung, Verschwärung; ulzerös
iterig. sspiegel
ü. M., A. d. M., Abkürzung für: über dem Meeres-Umaijaden,
 hewae s. Omajjaden.
Untan, schwed. Fluß, s. v. w., Umes-Elf (s. Umeä).
Uman (spr. umäni), poln, Humau, Kreisstadt im
uss. Gouv. Kiew, an der Umanka (zum Bug), 28628 E.
Umballa, engl. Schreibung für Ambaläd(. d.).
Unmtbaltörl, zwei Hochpässe der Hohen Tauern in
Tirol, 2849 und 2928 m u. d. M., zwischen Venediger- und
Röthgruppe, verbinden das Virgental mit dem Arental.
Vmbeuila, s. Dolde.
Umbelliferen, Doldengewächse, Pflanzenfamilie der
Ambellifloren, überall verbreitete Kräuter mit Blütendolden.
Umbellifidren, dikotyledonische Pflanzenordnung, um⸗
aßt die Familien der Umbelliferen, Araliazeen, Kornazeen.
Umbellularien, s. Oktaktinien.
Umber, Umbererde, s. Umbra.
Umberfische (Sciagenidao), Familie der Stachelflosser,
mit langem, seitlich Körper; Kopf
abgestumpft, seitlich stark gewölbt; Küstenfische der trop.
Meere, einzelne Süßwasserbewohner. Die meisten sind

387.

Ums

ßbar. Wahrscheinlich durch Zusammenschlagen der ge⸗
valtigen —8 erzeugen sie Töne, denen die
Schwimmblase als Resonanzboden dient.Hierher der
genteite U. (Umbrina cirrhösa C. V), vom Mitteländ.
Neer bis zum Kap der guten Hoffnung; ferner Trommelfisch,
Raben⸗ und Adlerfisch. (Tiber, (1901) 12917 E.
Umbertide, Stadt in der ital. Prop. Perugia, am
Umberto, König von Italien, s. Humbert.
Umbilious (lat. Nabel; Mittelpuntt, umbilikal, zum
Nabel gehörig; Umbilikalregion, Nabelgegend,fcs. d.).
Umbes (lat.), Schatten; der Kern der Sonnenflecke
Umbra, Umbererde, Bergbraum, Umbraun, leder
zis kastanienbraune, sehr feine Mineralsubstanz verfchie—
dener Zusammensetzung, eine Art dunkel gefärbter Ocker;
beste U. die von Eypern, ein mit Eisen- und Mangan—
droryd vermengter Ton, dient roh und gebrannt als
Wasser- und Olfarbe, als Vergoldergruͤnd und zum Braun⸗
deizen des Holzes. Kölnische U., kölnische Erde, Koölner
Braun ist erdige helle Braunkohle und liefert, in Kali—
lauge gelöst und mit Sänre gefällt, braunen Karmin.
Umbrer (Umbri), altital., den Samniten nahe—
stehendes Volk (s. Italisch), die ältesten Einwanderer im
nördl. Mittelitalien, um 400 durch die Gallier von der
üste abgedrängt, 295 v. Chr. von Rom unterworfen.
Umbria ümfaßte seitdem den Kamm und die Ostabhänge
des Apennin zwischen Rubico und Ansis; die heutige
dandsch. Umbrien uinfaßt die ital. Prov. Perugia (f. dy.
Umderman, Stadt in Ägypt.-Sndan, s. Omderman.
Umdrehungszähler, s. Zahlwerke.
Umeaͤ (spr. uͤmeo), Hauptstadt des schwed. Län U. oder
Westerbotten (. d. an der Mündung des UmegaͤrElf
381 xm Ilg.) in den Bottnischen Meerbusen, (1900)
Umformer, s. Transformator. (3883 E.
Umgeld (Umgelt, auch Ungelt), mittelalterliche Be—
eichnung indirekter Verbrauchsabgaben, bes. von Ge—
ränken, auch Ohmgeld genannt. I(s. d.).
Untlauf, in der Medizin s. v. w. Fingerentzunduug
Umlauft, Friedr., Geograph, geb. 6. Juni 1844 in
Wien, seit 1870 Gymngsialprof. in Wien, bereiste Ofter—
reich- Ungarn und die Balkanhalbinsel; schrieb: „Die Ofterr.—
Angar. Monarchie“ (3. Aufl. 18897),, Wandetungen durch
die Osterr.-Ungar. Monarchie“ (1870), „Geogr. Ramen?
uch von Osterreich⸗ Ungarn“ (1884),, die Alpen“ (1887),
Anehe in kartogr. Darstellung“ (1887),,Das Lustmeer“
1890) u. a.; gibt seit 1882 die „Deutfsche Rundschau für
Feographie und Statistik“ heraus.
Untlaut, in der deutschen Grammatik die Verwand⸗
ung eines a in ä (e), o in ö, u in ü, au in äu, unter
»em Einflusse eines ursprünglichen (oft in e verwandelten
oder abgefallenen) i oder j in der folgenden Silbe, z. B.
Blaube — gläubig, Hand — Hände ꝛc.
Unimerapoora, engl. Schreibung für Amarapura
3 [Rodach, (1905) 7N88 6.
Ummerstadt, Stadt in S.-Meiningen, an der
Umpfenbach, Karl Friedr., Nationaloͤkonom, geb.
5. Juni 1832 zu Gießen, 1864 Prof. in Würzburg, 1878
n Königsberg; schrieb: „Lehrbuch der Finanzwissenschaft“
2. Aufl. 1887), „Die Volkswirtschaftslehre“ (1867), „Die
Altersversorgung und der Staatssozialisnus“ (1883) u. a.
Umriß, Kontur, bei Zeichnungen die die Förmen
iner Person oder eines Gegenstandes bestimmende Linie.
Umritsir, Stadt in Ostindien, s. Amritsar.
Umsaugsteuer, eine nach dem Warenumsatz bemessene
Zerkehrssteuer, wird neuerdings mehrfach den Waren—
jäusern, Konsumvereinen, Abzahlungsgeschäften und ähn—
ichen Unternehmungen neben der gewoͤhnlichen Gewerbe—
teuer auferlegt.
Umschalter, s. Stromwender. Abortus).
Umschlag, s. Zihung auch s. v. w. Fehlgeburt (f.
Umsfchlagsplätze, Plätze, an denen ein Wechsel der
Beförderungsmittel der Güter stattfindet, wo sie z. B. aus
einem Schiffe ins andere (in Umschlagshäfen), vom Schiff
auf Wagen, vom Wagen auf das Schiff, von der Eisen⸗
bahn auf das Schiff (Umschlagtarife) ec. nngeladen werden.
Umschrieben, zirtumstript, deutlich uͤmgrenzt, z. B.
on Entzündungen, Geschwülsten.
Umsetzungen, s. Chemische Prozesse.
Amstadt, hess. Stadt, s. Großumstadt.
Umstandswort, s. Adverbium.