Ums

Umstenerung, Mechanismus, welcher den Zutritt des
reibenden Mittels (Waßser, Dampf) zum Arbeitszylinden
eines Motors derart verändert, daß die Umdrehungs—
richtung des Motors sich umkehrt; wird meift mit Hilfe
von Kulissen ausgeführt, wobei man die Zwischen stellunger
zur Veränderung des Erpansionsgrades benubt.
An gohnginseitspurtes. in Ungarn die Mitglieder
der äußersten Linken, ie den 1867 mit Hsterreich ge—
schlossenen Ausgleich bekämpfen und die reine Personal⸗
anion anstreben.
Una oorda, s. Corda.
Unalaschka, zweitgrößte, aber wichtigste der Aleuten.
Hnam sanctam (lat.), die Bulle Bonifacius VII.
. d. Mvom 18. Nov. 1802, nach ihren Anfangsworken
enannt.
Unanimität (lat.), Einmütigkeit, Einstimmigkeit.
Unau, s. Faultiere.
Unbefahren Volk, Schiffsleute, die noch keine
rößern Seereisen gemacht haben.
Unbefleckte Empfanugnis, J. Maria (Mutter Jesu).
Unbekannte Größe, s. Gleichung.
Uncaria Scohreb., trop. Pflanzengattg. der Rubiazeen.
. Gambir Roæb. in Hinterindien und auf den Sunda—
»seln liefert das Gambir (s. d.).
Uncta (lat.), Gewicht, s. Unze.
Uncle Sam (engl., spr. önkl ßämm), scherzhafte Be—
gennung der Nordamerikaner, entstanden cus der Ab—
ürzung UV. S. Am. — Vnited States or America (Ber.
Staaten von Amerika).
Unotlo extrsma, s. Olung (Letzte). sschlag.
Undation (lat.), Wellenschlag; wellenförmiger Herz⸗
DOndergradusts (engl., spr. dundergraddiuct), Stu—
dent (in Cambridge und Orford).
Undinen (Audenen), jungfräuliche Wassergeister; Dich—
ng von Fouqué (1811); Oper von Lortzing (1846) u. a.
Und sie bewegt sich doch!, s. Pppur si muovo.
Undulation (sat.), Wellenbewegung; Undnlativns
heorie, s. Licht; undulats risch, wellenförmig; undulieren,
ich wellenförmig bewegen.
Undurchdraͤnglichkeit, die Eigenschaft der Materie,
»ermöge deren nicht zwei Körper gleichzeitig denselben
saum einnehmen können.
Uneheliche Kinder, außer der Ehe erzeugte Kinder,
tönnen durch spätere Heirat der Eltern zu edechen wer⸗
den (Mantelkinder). Von rechtmäßig Verlobten erzeugte
sinder (Brautkinder) stehen nach kanonischem und ge—
nmeinem Recht den ehelichen gleich. Nach dem Deutschen
Bürgerl. Gefetzbuch (Kgyfötß) hat das U. H. gegenüher der
Mutter und deren Verwandten die rechtliche Stellung
eines ehelichen Kindes; das U. H. und sein Vater gelten
nicht als verwandt, aber der Vater ist zum Unterhalt
des U. K. verpflichtet. Der Mutter steht nicht die elter—
liche Gewalt über das U. K. zu; diese wird von einem
Vormund geübt; die Mutter kann aber zur Vormünderin
vestellt werden. — Vgl. Jastrow (1900), enger (1903).
Unehrliche Leute, früher Bezeichnung der Angehörigen
estimmter Gewerbe, die als anruͤchig galten (s. Änrüchig⸗
Unempfindlichkeit, s. ——— keit).
Unentgeltliche Verträge, im Gegensatz zu den
ẽntgeltlichen Verträgen (s. d.) solche, welche auf eine Ge—
älligkeit, Schenkung u, dgl. hinauslaufen.
Unfaur (engl., spr. oönnfähr), unangemessen, unehrenhaft.
Unfallrente, die auf Grund der Unfallverficherung
in den durch Unfall verletzten Versicherten oder dessen
Hinterbliebenen zu gewährende Entschädigung fs. Beilace:
Arbeiterversicherungs.
Unfallverhütung, die Bestrebungen, die die in
Industrie und Gewerde beschäftigten Abeiter vor Unfällen
zu schützen suchen; die Vorschuften hierüber sind durch
deutsches Reichsgesetz vom 6. Juli 1884 angeordnet und
ur anein der Unfallversicherung von den Berufs—
zenoffenschaften zu erlassen. — Val, Plat (1880 u. 1800)
AUnfaliversicherung, s. Briiage: Arbeiterver
iherung. —ABVgl. „Handbuch der U.“ (hg. vom Reichsver⸗
icherungsamt, 8viüft 1301) Halfienberg (1802), Gog
Unfehlbarkeit, f. Infallibel. schmidt (1902)
un orm, Pflanzengatig, s. Amorpha
Unfruch tbartelt, Sterilitat die Unfähigkeit, Kinder
zeugen, beim Weibe berurfacht durch mangelhafte Bildung

—E

ind Krankheiten der innern Geschlechtsorgane, beim Manne
meist durch fehlerhafte Beschaffenheit des Samens oder
narbige Verschlüsse der Samenkanälchen, teils unheilbar,
eils durch operative Eingriffe zu beseitigen; nicht zu ver⸗
vechseln mit Impotenz (s. Impotent). — Vgl. Finger
ind Sänger (1898).
Unfug, grober die erhebliche Störung der polizeilichen
Irdnung, der äußern Ruͤhe und des sittlichen Anstandes
uf den oͤffentlichen Straßen und Plätzen, nach dem Reichstrafgesetzbuch
 (F 360, Nr. 11) mit Geloͤstrafe bis 180 vber
zaft bis 6 Wochen bedroht. [0. Flottieren).
Unfundierte Schuld, s. v. w. flottierende Schuld
—R
w Karpathen, 8229 qkm, (1900) 153 266 E. Hauptstadt
Ungvaͤr.
Ungarisch⸗Altenburg, Großgemeinde, s. Altenburg.
Ungarisch⸗Brod, Bezirksstat in Muͤhren, an der
Ilsawa, (1800) 4812 6E.
Ungarisfche Literatur. Schriftdenkmäler in Unga—
ischer Sprache (s. d.) reichen bis ins 13, Jahrh, zuruͤck.
Line große literar. Tätigkeit entwickelte sich imm Zestalter
er Reformation: Bibelubersetzungen, Chroniken, epische
ieder, Dichtungen von Zrinyi, Kohary, Rimai, Balassa,
Beniczky, bes. Gyöngyösi, die aber bald der lat. Schrift⸗
tellerei wich; lat. Historiker: Bel, Timon, Kollaär, Ka⸗—
ona u. a. Die neue Periode der U. L. begann unter
Foseph II.; 1781 erschien die erste ungar. Zeitung, nach
und nach wurde die ungar. Sprache in die Verwaltung
ind in die Schule eingeführt, es entssanden ungar. Theater
Wirklich volkstümlich wurde die U. L. aber erst mit Kosfuth,
zurch den sich eine reiche Journalistik entwickelte, wozu
Almanache, Taschenbücher un a. kamen. Die bedeutendsten
Dichter (Epik, Lhrik) sind: Petöfi, Vörösmarty, AÄrany,
»enen sich anschließen Czuczor, Bajza, Garay, Kerenyi
ind viele andere; Dramatiker: Gal, Vördsmarty, Czakoö,
Teleki, bes. Szigligeti; in Roman, Novelle: Jostia, Ebt-»ös.
 Die Revolution von 1848—48 brachte nur auf kurze
Zeit einen Rückschlag. Neue Schriftsteller traten auf;
Tompa, Töth, Gyulai, Madäch u. a.; im Roman Iskai.
Liner mehr kosmopolit. Richtung (feit 1867) gehören an
die Dichter Endrödi, Kisz, Vajda, Bartök u. a, die Drama—
iker Toldy, Csiky, Berezik u. a. im Roman Verlefi, Tol—
nai, Herczeg, Rakosi. Außerdem entwickelte sich eine
vissenschaftliche Literatrur; in der Geschichte: Szalay,
dorvath, Tekeli, Szilagyi, Fraknoi u a in der Qiera⸗
urgeschichte: —— Gyulai, Beöthi, Sziläͤgyi, Hein—
ich u. a.— in der Ethnographie: Proönay, Soh. und Paut
dunfalvy. — Vgl. Toldy (deutsch 1803) Schwicker (1889),
orvath, Kardos und Endrödi (franz., 1800). [12315.
Ungarischer Sattel, s. v. w. Bocksattel (f. d. nebst Abb.
Ungarische Sprache, die Sprache der Ungarn dder
Magyaren . d.), gehört zu der ugro-finn. Sprachfamilie
ind ist am nächsten verwandt mit dem Wo ulischen und
Astjalischen; hat Vokalharmonie, Akzent 2 erster Wort⸗
ilbe, Wortbildung nur durch Suffire, kein grammatisches
Seschlecht, reich eñtwickeltes Verbum; acht ——— (dar⸗
inter der der Paloczen und Szekler); die Literatursprache
ildete sich nach 1600 und bes. im 10. Jahrh. aus. Sprach—
——— Arbeiten von P. Hunfalpy, Budenz; Gram—
natik für Deutsche von Riedl (18889, Görg (6. Aufl.
905), Krebsz (1690); ungar.-deutfches Wörterbuch von
Zallagi (6. Mufl. 1880), F. Soffmann (1806 1ooä
imonyi und Balassa (1902). shängigkeitspartei.
Ungarische Ungabhaugigkeitspartei s. Unab-Ungarische
 Bolkspartei s. Katholische Volkspartei.
Ungarische Weine. üngarn ift eins der weinreichten
 Lander (jührl. —3 Mill. Nvor Auftreten der Reb
aus das Zehnfache mehr), liefert vortreffliche weiße und
ote Weine. Weine eifler Klasse: Tokajer, Menescher,
Ruster, namentlich die Ausbruch— oder Dessertweine der⸗
elben; zweiter Klasse, weiße: Somlauer, Badacsonyer,
deszmelyer, Weißkirchner u. a; rote: Erlauer, Szegfzaͤrder,
Sillänyer, Ofen-Ablersberger u. a. Die Bauͤdter und
yrmischen Wermute sind alte Weißweine, über eingelegte
laue Trauben gegossen und mit Gewürzen versetzt. Auch
S„chaumweine werden hergestellt. — Vgt. Drucken (1805).
Ungarisch⸗ Hradisch, koönigl. und Bezirksstadt in
NRähren, an der March, 1800) 8137 6. — Val. Galuset
Geschichte, 1879).