Universalisten, amerik. Sekte, die den Universalis—
mus (s. d.) des Heils lehrt, gestiftet 1760 von J. Relly
n London, seit 4770 in Nordamerika.
Universalität (lat.), Allgemeinheit, Gesamtheit.
Univerfalkultivator, landw. Gerät mit auswechsel⸗
baren Werkzeugen zum Erstirpieren, Grubbern, Bearbeiten
der Reihen und Furchen ziehen.
Universalmongrchie, Weltreich, Staat, welcher die
zanze Welt unter einem Oberhaupt umfassen soll
Universalpillen, Kaiserpillen, stark abführende Pillen
oerschiedener Zusammensetzung, fast immer Kalomel und
utti enthaltend, qußerdem Aloe, Koloquinten, Jalape ꝛc.
Univerfalschlüffel, s. Schraubenschlüssel Abb. 166091
Univerfalsprache, s.v.w. Weltspräche (s. Pafigraphie)
Universalfukzesston, s. Singularsukzession
Univerfalzeit, eine in neuerer Zeit von den Ver
Staaten vorgeschlagene gleiche Zeit fuͤr die ganze Erde,
vodurch die Zeitdifferenz (s. d.) der verschiedenen Orte
aufgehoben wuͤrde; vn zuͤr Einführung gelangt.
Universell frz.), s. v. w. unipersal.
Univerfitäten, Hochschulen, Anstalten, auf welchen
die Gesamtheit der Wissenschaften (lat. unaversitas
Attexarum) gelehrt und die höchsten akademischen Wür—
den erteilt werden. Die ersten U. entwickelten sich im
42. Jahrh. in Italien (Bologna, Salerno, Padua), in
Frankreich (Paris) und in England (Orford, Cambridge)
als autonome Korporationen von Lehrern und Schülern,
die ursprünglich nach Nationen eingeteilt waren. Die
älteste deutsche U. ist Prag (1348); nach ihr wurden im
14. Jahrh. die zu Wien (1865), Heidelberg (1886), Köln
(1388), Erfurt (1892) gegründet. Nach der jetzigen Or⸗
Janisation der deutschen U. sind diese auch Ausbildungsanstalten
 für Staatsdiener; an der Spitze steht der jährlich
Jewählte Rektor (Prorektor), dem der Senat zur Seite
steht. Die akademischen Lehrer (ord., außerord. Professoren,
Privatdozenten), gruͤppiert nach Fakultäten (theol. jurist.
mediz. philos. naturwiss.), genießen gleich den Studen—
ten die akademische Freiheit; letztere sehen für Diszipli—
narsachen unter der akademischen Gerichtsbarkeit. über
die — der U. in den einzelnen Läudern ac. s. Bei—
age: Schulwesen. — Vgl. Zarncke, „Die deutsche U. im
Mittelalter“ (1837); Denifle, „Die U. des Mittelalters“
(Isss fg.); Rashdall, „Dhe univorsities of Purope in
he miäälo ages“ (2 Bde., 18895); Kaufmann, „Ge—
schichte der deutschen U.“ (1888 fg.); Lexis, „Die deutschen
u.“ (2 Bde., 1893); Panlsen, Geschichie des gelehrten
Unterrichts“ (2. Aufl., 2 Bde. 1806-97); Zimmermann
für Anierika, 1896), Lexis (Frankreich, 1901).
Unsversity extenslon movement (engl., spr.
Aniwörrßktt kxtennsch'n muhw'ment), Bewegung zur Aus—
breitung der Universitätsbildung in weitern Vollskreisen,
verbreitete s von Cambridge (1873) aus über die meisten
engl. Universitäten; ihr Organ ist das „ODniversity Ex
tenston Journal“. Der Unterricht umfaßt Vorträge
Besprechungen und schriftliche Arbeiten; auch Abschluß⸗
—— und Preise sowie Sommerkurse mit praktischen
Arbeiten sind vorgesehen. In Deutschland erstreben das⸗
elbe die Volkshochschulkurse (s. Volkshochschulen).
Univérfum (lat.), Weltall, die ganze Welt.
Univok (lat.), einstimmig, gleichlautend.
Unjamwefsi, Landschaft in Drutsee tasrits. 1000
1200 mm hohes Tafelland, Ackerbau; Bewohner Wanjam⸗
wesi (Bantustamm; Sprache Kinjamwesi); Hauptort Tabora
Karte: Deutsche Kolonien J, 4.
Unjanjembe, Teil von Unjamwesi in Deutsch-Ostfrika;
 Hauptort Tabora.
Unmnjpdro, Negerreich in Ostafrika, seit 1895 Teil des
zrit. Uganda-Protektorats, zwischen dem Albert-Njansa
— oenr zwischen den
Witschwesi Bantu und Wawitu sTeil der Wahuma)
Sprache Kinjoro, Bantudialekt. Hauptort Kibiro.
Unke, Feuertröte (Bombinatorx 4Agnens Hösel), Art
der Froschlurche, mit kreisrunder, fast mit der ganzen
Unterseite festgewachsenen Zunge, ohne Trommelfell und
Paukenhöhle; Haut warzig, oben bräunlichgrau, unten
totgelb mit bläulichgrauen Flecken; Mitteleuropa.
Unkel am Rhein, Flecken im preuß. Reg.⸗Bez
doblenz, e E.
Unkiarer Anker, s. Klarer Anker.

891

Unt

Unktion (lat. Salbung, Olung.
Unlauterer Wettbewerb, Bezeichnung für die—
enigen Ausschreitungen im Geschäftsverkehr (Firmen—
und, Ramenmißbrauch, Herabsetzunng des Konkntrenten,
Veklameschwindel, Quantitätsverschleierung), durch welche
Jundschaft anzulocken und die Konkurreng zu verdrün—
Jen gesucht wird; bedroht durch dentsches Reichsgesetz vom
27. Mai, 1896 und Deutsches Bürgerl. Gesetb. g826; in
Osterreich durch die Gewerbenovelle vom 16. März 1883
uind Gesetz vom 16. Jan. 1895.
Unmittelbar, s. Immediat.
Unmündig, minderjährig, s. Minorenn.
Unna, Fluß in Bosnien, entsteht in den Dinarischen
Ilpen, fällt nach 280 Km bei Jasenovacsr. in die Sabe.
Unna, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Arnsberg, (18900)
112 (18005: 16 326) E. Amlsgerihht.
Unorganisch, s. Anorganisch
Unpaarzeher, Ungleichzeher (Perissodact* la), Huftiere
 mit einer ungeraden Anzahl (5, 8, 1) Zehen, HRuͤtel—
zehe, stets vorhanden und immer stärker entwickelt als
die übrigen, die den Boden nicht berührenden Zehen sind
»exrkümmert; große, zum Teil plumpe Tiere. Drei Fa—
nilien: Pferde, Nashörner, Tapire, die durch zahlreiche
ausgestorbene Übergänge miteinauder verbunden sind.
Un pooo (ital.), ein wenig; un poco piu, etwas mehr.
Unruhe, Teil der Uhr (. Uhren).
Unruhstadt, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Posen, nahe
er Faulen Obra, (19005) 1700 E. Amtsgericht, Präparan—
Unschlitt, s. v. w. Talg. sdenanstalt.
Unschuldige Kindlein, Tag der u. K. GSestum
nnocentium), s. Bethlehemitischer Kindermord.
Unschuldig verurteilt, s. Entschädigung (unschuldig
zerurteilter).
Unsere Liebe Frau, s. Maria (Mutter Jesu).
Unshä. 1) 8. Nebenfluß der Wolga in den russ. Gouv.
Vologda und Kostroma, mündet Jurjewez gegenüber,
27 Ralg., schiffbar. — 2)8. Nebenfluß der Ota, 128 xm Ig.
Unsichere Kantonisten, unsichere Dienstpflichtige,
ziejenigen, welche sich der Gestellungspflicht entziehen;
ie werden von der Losung ausgeschlossen und sofort ein⸗
gestellt. [126 4kx, (1801) 1946 E.
Unst (pr. önnst), die nördlichste der Shetlandinfeln,
Unsterblichteit, die mit Bewußtsein verbundene
Fortdauer der geistigen Persönlichteit des Menschen nach
dem Tode. Der Glaube an U., 8 dem spätern Iuden⸗
um eigen, wird im N. T. einfach vorausgesetzt. Die
ibrigen Völker des Altertums glaͤubten entweder au
Seelenwanderung (s. d.), oder an ein schattenhaftes Fort⸗
eben in der Unkerwelt (dem Schedl der Hebräer, dem
Zades der Griechen und Römer). Bei Juden und Christen
st der Glaube an U. eng verbunden mit dem Glauben
in die Anferstehung des Leibes. — Vgl. 8. Ritter
2. Aufl. 1866); J. G. Fichte, „Die Seelenfortdauer“
1867), Teichmüller (2. Aufl. 1879), Judee (1833);
jeschichtlich; Spieß (1877), Sdhhneider (7. Aufl, 1883).
Unstrut, J. Nebenfluß der Saale in der preuß. Prov.
Zachsen, entspringt auf, dem Eichsfeld, mündet nach
72 xm unterhalb Naumburg.
Unterammergau, Dorf in Oberbayern, s. Ammer
Unterapotheker, s. Militärapotheker. [(Fluß).
Unterbilanz, s. v. w. Defizit.
Unterbindung, Ligatur, das Umschnüren eines
dörperteils mit einem starken Faden oder einer desinfi—
ierten Darmsaite (sog. Catgut) zur Blutstillung, zur
——— gestielter Geschwuͤlste und zur Durchtrennung
von Gewebsteilen.
Unterbrecher, Apparate zur regelmäßig wechselnden
Anterbrechung und Schließung eines elektr. Stroms,
wodurch dieser in einzelne Stromstöße zerlegt wird, die
zur Erzeugung starker Induktionsströme durch Induktions—
naschinen (s. d) dienen. Die einfachsten U. sind das Blih⸗—
ad (. d. nebst Abb. 226) und der Wagnersche Hammer
. d. nebst Abb. 1834). Rascher als lehterer und unab—
‚ängig vom Induktor arbeitet der rotierende U. oder
Motor⸗u. [Tafel: Elektrizität II, 14 U]J, bei welchem
in kleiner, durch den Batteriestrom betriebener Elektro—
notor einen Platinstift auf⸗ und abbewegt, der beim
Niedergang in Quecksilber taucht. Beim Tuͤrbinenu.
trifft ein rotierender Quecksilberstrahl abwechselnd auf