Ura

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und Uranvitriol, wird durch Natrium aus dem Chlorid
oder besser durch Aluminiumpulver aus dem Oryd in der
Hitze reduziert; weißes, sehr hartes Netall vom spez. Ge⸗
wicht 187 Atomgewicht 238,8. Die Verbindungen des
U. leiten sich hauptsuͤchlich vom ürauorxyd ab, das als Süure⸗
—2 mit Basen uransaure Salze (Uranate) und ale
basisches Oryd mit Suuren die sog. Uranylsalze liefert
staliumuranat und Natriumuranat, gelbe Pulver, dienen
als Porzellanfarben und zur Erzeugung eines grüngelb
luoresziereuden Glases (Uranglases)das chemisch wirksame
Strahlen nicht durchlüßt und daher in photogr. Dunkel⸗
kammern gebraucht wird. Urannitrat (Uranylnitrat) und
Uranylazelat, gruͤne, fluoreszierende Kristalle, setzen sich
mit phosphorsauren Salzen zu unlöslichem Uranyl—
2hosphat um und dienen zur quantitativen Bestimmung
Uranglas, s. Uran. lder Phosphorsüure.
Uranglimmer, f. Uranit.
Uranla (grih Himmlische““), Beiname der Aphrodite
nie Muse der Astronomie (dargestellt mit Himmelskugel).
Urantenborg, Schloß Tycho Brahes it Sternwarie
anf, der schwed. Iusel Hren.
Uranismus, s. v. w. Urningsliebe.
Aranit, Kalt-u. rhombisches, perlmutterglänzendes,
zrünes oder gelbes Mineral, wasserhaltiges Phosphat von
Uran und Kalzium (Erzgebirge, England ꝛc.), Kupfer⸗ u
Torbernit, Chalkolith), tetragonales, grünes Mineral,
wasserhaltiges Phosphat von Uran und Kupfer (Erzge⸗
birge, Cornwall), beide Minerglien Uranglimmer genannt
Uranographie (greh.), Himmelsbeschreibung.
Uranuolatrie (gri.), Himmelsdienst, Gestitndienst,
Verehrung der Himmelskörper als Gottheiten.
Uransolithen (grch.), s. Meteorsteine.
Uranologie (grch) Himmelskunde.
Uranometrie (grch.) Himmelsmessung.
Uranoplästik (grch.) künstliche Gaumenbildung.
AUranos (grh. Simmel; in der griech. Mythotogie
r Himmelsgott, Vater der Titanen, von Kronos gestürzt
Uranotantäl, s. Samarstit.
Uranpecherz, Pechblende, reguläres, meist scheinbar
morphes, grünlichschwarzes Mineral, üran, Blei und
Sauerstoff enthaltend, meist als Verunreinigung noch Tho⸗
zum, Metalle der Lanthan- und Httriumgruppe, Kalt,
ieselsäure ec.; reich an Helium, in Spuren Polonnum und
Radium enthaltend, sendet Becquerelstrahlen aus; benutzi
zur Darstellung von Uranfarben und Uranglas.
Uranstrahlen, s. Becquerelstrahlen.
Uränus, Planet, 1781 von Herschel entdeckt; Durch—
nesser 30000 mn, mittlere Entfernung von der Sonne
2828 Mill. xm, Umlaufszeit 84 Jahre und 7 Tage, Dichte
D,e der Erddichte. Die vier Uranusmonde find: Ariel
Ambriel, Titanig und Oberon; ihre Bahnen stehen (ab—
weichend von den Bahnen andrer Nebenplaneten) fast senk⸗
R zur Bahn des Hauptplaneten.
—A—
Urao, Mineral, s. Trona.
Uräri, Pfeilgift, s. Curare.
Urat (arch.), harnsaures Salz; im Handel künstliches
Düngemittel aus Urin und Gips.
Ura⸗tjube, Festung und Sladt im russ.-zentralasiat.
Lebiete Samarkand, 'an der Straße von Kokan nach
Oschisak, 22088 E.
Uratsediment, s. v. w. Harnsediment (s. Harn).
Uratsteine, s. Harnsteine
Uraturie, die außergewöhnlich reiche Ausscheidung
arnsaurer Salze (Urate) durch den Harn.
Uraäusschlauge, s. Brillenschlange und Tafel: Afri—
anische Tierwelt, 18. u. heißt auch die Gift—
chlange, die die äghpt. Könige als Sumbol hrer Warde
an der Krone trugen.
Urban (lat.) fudtisch, fein, gebildet; Urbanität, feine
dehensart; urbanisieren, städtisch, fein machen.
Urban, dFischs. d. w. Hasel (s. Döbel).
Urban, acht Päpste [s. Beilage: Päpste]J. — u. M.,
noss Fos. setze Gregors V, Bestrebunden gegen Hein⸗
ich 1. und Philippe von Frankreich fort, brachte auf
den Synoden don Piacenza und Clermont den ersten
dreuzzuig zustande . — Val Stern (1883) Paule franz.
l802). -u. ix. 1261- 64, vorher Patriarch von Jeru⸗
alem, rief Karl von Anion lah Reapel fftete dag Fron⸗

ichnamsfest. — Bgl. Hampe (1905). — u. vI. 1878 -89,
on den Kardinälen in den Bann getan, behauptete sich trotz⸗
em gegen den Gegenpapst Clemens VII und ließ später
echs Kardinäle hinrichten. — uU. vIII. 1623 —44, früher
Maffes Barberini, geb. 1568 zu Florenz gründete 1627
das Collegium de propaganda ßäg in Rom, zwang
valilei zum Widerruͤf; Gelehrter und Dichter.
Urbania, früher Castel Burante, Sladt in der ital.
rov. Pesaro e Urbino, (18901) de76 ẽ.
Urbanistinnen, geistl. Frauenorden, s. Klarissinnen.
Urbanität, s. ürban.
Urbarium, das Grund-, Grundstener— und Hypo⸗
benin des spütern Mittelalters, Urbariãlgesetz, Ge⸗
etz zur Feststellung des Verhältnisfes der Grundherren
u ihren Gutsuntertanen.
Urbeis (rz. Orbey), Dorf im Oberelsaß, in den Vogesen,
in, der Weiß, (1800) 4478 E.; dabei Riinen der I38
jestifteten, 1788 aufgelösten Zisterzienserabtei Pairis und
er Weiße und Schwarze See.
Vrbi ot orpi (lat.) der Stadt (Rom) und dem Erd⸗
reis (den päpstl. Segeüu erteilen); auch s. v. w. aller Welt
twas verkünden.
Urbino, Stadt in der ital. Prov. Pesaro e Urbino,
1901) 18307 E. Univerfität (seit 1671), Geburtshaus
Urbs (lat.), Stadt (bes. Rom). Raffaels.
Urbüffel, der Gemsbüffel (f d.).
Urd (urdhr), eine der Nornen (f. d.).
Urdarm, s. Gastrula.
ürdingen, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Düsseldorf,
m Rhein, (1805) 7887 E. Amtsgericht.
Urdu, s. Hindustani.
Uredineen, Rostpilze, im Gewebe höherer Pflanzen
arasitierende Pilze, ausgezeichnet durch ihren Genera⸗
ionswechsel (Sommersporen- oder Uredo- und Winter—
poren⸗ oder Teleutogeneration, Promyzelien mit den Spo⸗
idien, Rzidiengeneration mit den Spermogonien); Erreger
ieler Pflanzenkrankheiten, z. B. des Rostes, der haupt⸗
ächlich durch Arten der Gattg Puocinia (s. d.) hervor⸗
erufen wird. — Val. P. und H. Sydow, Aonographia
—
Ureide, Verbindungen des Harnstoffs mit rueen
Säuren, den Säureamden analog zusammengefetzt; bes.
oichtig sind die U. zweibafischer Säuren, wie Paraban⸗
aure (U. der Oralsuure) und Alloxan (U. der Mesoxal⸗
äure), die als Zersetzungsprodukte der Harnsäure erhalten
verden. Diureide, Verbindungen von zwei Molekülen
darnstoff, mit vierwertigen Suuren, bilden die physiologisch
vichtige Gruppe der Harnsuure und ——
Ureter (grch.), der Harnleiter, in dem der Urin von
er Niere in die Blase gelangt; Ureteritis, Harnleiter
ntzündung; Ureterotomse, die operative Eröffnung des
harnleiters behufs Steinertraktion.
Urethan, der thylester der Karbaminsäure, entsteht
durch Einwirkung von ÄAmmoniak auf Kohlensäureester
oder Chlorkohlensäurcester, oder beim Erhitzen von sal⸗
etersaurem Harnstoff mil Alkohol im Autoklaven auf
30* farblose, kühlend bitter schmeckende, flüchtige Kri—
talle, dient als Schlafmittel, hat teine Nebenwirkungen.
Ureẽthra (grch.) Harnröhre; Urethritis, Entzundung
er Harnröhre; Urethralftritcur, Haruröhrenverengerung;
rethrostopie, Unterfuchung der Harurohre mittets Ure.
hrostops oder Endoskops (f. d.); Urethrospasmus, Harn⸗
vhrenkrampf; Urethroomie, Harnröhrenschnitt, wird zur
Beseitigung von aspedsrenverenternnien ausgeführt;
tretika, harntreibende Mittel; urẽtisch. den Harn betreffend.
Urf (arab.), auf das Herkommen gegründete Be—
timmungen, Gewohnheitsrecht, ein Gesetzsystem mohammed.
ilkerschaften.
Urf, die Rotorfe (s. Aland).
Urfa, türk. Stadts. Edessa.
Urfahr, Bezirksstadtin Oberxösterreich, l. an der Donau,
dinz gegenüber, (1900) 9343, als Gemeinde 12813 E.
Urfehde (ürphede), fruͤher das eidliche Versprechen,
vegen erlittener Verlekung, Haft oder Folter keine Wie
)ervergeltung üben, auch das Land, aus dem man ver—
viesen worden, nicht wieder betreten zu wollen.
Urfi sche (Palacionthyes), die Unterklassen der Schmelz⸗
chupper, Lurchfische und Knorpelflosser, die in viel ültern
ceolog. Formationen vorkommen als alle übrigen Fische.