Vaduz, Hauptort des Fürstent. Liechtenstein, unfern
vom Rhein, (1800) 1150 E., altes Bergschloß Hohen⸗
diechtenstein oder B.
Vafthrudnir, in der nord. Mythologie ein durch
Weisheit ausgezeichnetc? Riefe.
Baäg (lat.), unstet; unbestimmt im Ausdruck.
Vaga, Perino del, eigentlich Buonaccorsi, ital. Maler,
geb. 18600 in Floxenz, Schůler Raffaels, gest. 1547 zu
Rom; mytholhistor Fresken im Palazzo Doria zu
Benua. sstreicherei.
Vagabondage (frz., spr. wagabongdahsch), Land—
Vagabund, Vagant(lat.), Laͤndstreicher (s. d.): va⸗
gabundieren, sich umhertreiben.
Bagabundierende Ströme, in der Elektrotechnit
Teilstrme, die ihren Weg nicht durch den für sie bestimmten
Leiter, fondern durch das Erdreich nehmen.
Vaganten, im Mittelalter die ein freies Wander—
leben aneen Kleriker, später auch Studenten (s. Fah—
rende Leute und Goliarden), mit einer originellen, bes.
die Liede und den Wein besingenden Lyrik (Vagantenvoesie,
 s. Carmine burana).
Vagieren (lat.), umhelstreichen; hin— und herfahren.
Vagina (lat.), Scheide; Vaginismus, Scheidenkrampf,
Baginttis, Scheidenkatarrh; Vaginostöp, Mutterspiegel
oder Beleuchtungsapparat zur Unterluchung der Scheide
Waginoskopie).
Vaginaten, Gruppe untersilurischer Orthozeratiten, als
Leitfossilien wichtig (in den nordischen Vaginatenkalken)
Vagus (lat.), herumschweifender Nerb, der zehnte
Kehirnnerv, Lungenmagennerv; Vagusneurosen, Erkran⸗
kungen, die durch den Einfluß des V. entstehen.
Bahlen, Johannes, Philolog, geb. 27. Sept. 1830
in Bonn, 1886 Prof. in Breslau, 1858 in Wien, seit 1874
in Berlin, schrieb: „Lorenzo Valla“ (2. Aufl. 1870),
Herausgeber von „Enniange poesis reliquige'“ (neue
Ausg. 1003) und zahlreichen andern lat. Schriftstellern
sowie Schriften des Aristoteles.
Vahman, pers. Gottheit, s. Bahman.
Vahrn, Dorf in Südtirol am Ausgang des Schalderer
Tals in das Eisacktal, (1900) 1002 6. —
Baicçya Gaisya), dritte ind. Kaste, die die Kauf⸗
eute, Handwerker und Ackerbauer umfaßt.
Vaihingen. 1) V. an der Enz, Oberamtsstadt im
württemb. Neckarkreis, (1905) 80806 E., Amtsgericht,
Schloß, Lateinschule. — 2) B. auf den Fildern, Dorf
im württemb. Neckarkreis, 4689 E.; 4839 m hoch.
Vaihinger, Hans, Philosoph, geb. 26. Sept. 1852
zu Nehren in Wuͤrttemberg, 1883 Prof. in Straßburg,
1884100 in Halle; schrieb: „Goethe als Ideal univer⸗
seller Bildung“ (1875),, Kommentar zu Kants Kritil
der reinen Vernunft“ (1861 52), die transzendentale
Dedutktion“ (1802), „Riebsche als hilosoph“(3. Auf
1805), gibt seit 1896 die Kantsiudien“ heraus.
Vaifya, s. Vaicya. lin Siebenbürgen.
Vajdahunyad, ungar. Name der Stadt Eisenmartt
Bakant (lat.), erledigt, unbesezt; Vakanz, das Er—
ledigtsein einer Stelle, ves. kirchlichen (s. auch Sedis—
oakanz); auch Ferien; vãkat (lat.), es fehlt, ist unbesetzt.
Vaxudlen (nenlat., „Hoͤhlungen“) die mit wusse⸗
riger Flüssigkeit erfüllten bläsenartigen Hohlräume im
Plasma der Pflanzenzelle, sowie die blasenartigen Räume
u der Leibessubstanz mancher Protozoen, z. B. der In⸗
usorien (pulsierende Räume).
Vaknum (lat.), der leere Raum (s. Leere), bes. der
luftleere; daher Apparat, in welchem Loͤsungen bei starker
duftverdünnung abgedampft werden.
Vakzingtion (lat.), Kuhpockenimpfung (s. Impfung).
Baltziniazeen, Pflanzenfamilie der Bitornen, niedrige
Sträucher der nördl. gemäßigten und kalten Zone fowie
der Troͤpen Asiens und Ameritas.
Balabregue (spr. walabräg), Albin, franz. Lust—⸗
spieldichter, geb. 17. Dez. 1858 in Carpentras (Baucluse);
schrieb die Dramen Da veuve Chapuzot“ (1879),
Ihommoe de paille“ (1885), „Lo bonheur conjugal
IsSα, Durand et Durandꝰ“ (1887),. Tes Morαν—
(ASso) e premier mari do Frauesα (1893) u. a.
Valais, Le (spr. walah), franz. Rame des schweiz
Kantons Wallis.
Valan, eine der Karolinen, s. Kusaie.

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Val

Balant, Valandiune, s. Faland.
Valarschapat, armenische Residenz, s. Artaxata.
Valbert, G., Pseudonym von Vikto Cherbuliez (s. d.).
Val Camonica, s. Camoniea.
Valcea Gaͤltscha, Vilcen, Viltschea), Kreis in Rumä—
tien (Fleine Walachei), 4239 qkxm, (1899) 190 803 E.:
Hauptstadt Rimnicu-Vaͤlcea.
VBalckenaer (pr. ahr), Ludwig Kaspar, holländ.
Philolog, geb. 7. Juni 1715 zu Leeuwarden, gest. 14. März
— Kritiker; lieferte
Ausgaben von Ammonius, Euripides, Theokrit u. a.
Val d' Auniviers, s. Anniviers Val v.
Valdepenñas (spr. Pennjas), Stadt in der span.
ov. Ciudad Real, am Jalon, (1900) 21013 6.
Baldes, Armando Palacio, span. Schriftsteller, s.
Val des Bagnes, s. Bagne. [Palacio Valbes.
VBaldez, Petrus, s. Waldenser.
Val deHerens, s. Herens, Val dẽe.
Baldieri (frz. Vaudier), Flecken in der ital. Prov.
Funeo, im Alpentaldes Gesso, (1901) 2291 E., acht
S„chwefelquellen.
Valdivia, Hauptstadt der chilen. Prov. V. (21637
Em, 1908 78073 E.), am Zusammenfluß des Rio
Lruces und Rio Calle-Calle, 10034 E.; Vorhafen Corraf.
Valdivigerpedition, die von Chun (f.2.) geleitete
eutsche TiefseesExpedition des Schiffs Valdipsa.
Valdorf Gaudori), Bauerschaft im preuß. Reg.⸗Bez.
Minden, (1905) 4805 E.; Mineralquellen.
Vaus (lat.), lebe wohl; xvalete, lebt wohl; valedi⸗
ieren, Abschied nehmen; WBalediktion, Abschiedsrede;
Balediktionsattus, feierliche Entlassung der Abituricuten'
Valence (spr. walangß). 1) Haupthadt des frauz. Dep.
Drdme, J. an der Rhöne, (1901) 26 046 6. 2) (B.
»Agen, spr. daschang), Stadt im franz. Dep. Tarnet⸗
Saronne, an der Garonne, 3397 E.
Valencia, ehemal. maur. Königreich in Spanien,
233—53 von den Aragoniern erobert, 1319 min Aa
jonien vereinigt, am Mittelläud. Meer, 28 015 km, 1800)
1587533 stark mit maur. Blut vermischte E. zerfallt in
die jetzigen Prov. V. (10 751 qkm, 806 856 E.) Alicante
ind Castellon. — Die Hauptstade V. (B. del Cid)amn
Buadalaviar, z xm vom Mittelläud. Meer entfernt, 213 550
S. Dom (1262 - 1482), Universität (1000 gegründet),
Museum, Alademie der bildenden Küuste, Seidenbörse;
Reede bei Villanneva del Grao.
Balencka, Hanptstadt des Staates Carabobo in Ve—
ieznela, 15 xmvom See von V. (Tacarigua, 240 qkm,
ↄis 70 m tief), (1891) 27538 E., Universtat.
Valencla, Herzog von, s. Narvaez.
Valencia de Alcantaͤra, befeftigte Stadt in der
pau. Prop. Cäceres, (1900) 9417 E.
Valenciennes (vr. walangßlenn), Stadt und frühere
Festung im franz. Dep. Nord, an der Mündung der
hondelle in die Schelde, (18901) 30 946 E., Maler und
Bildhauerakademie, Gemäldegalerie; bedentende Stein—
ohlengruben, früher Fabrikation berühmter Spitzen (s. d.).
Valens, röm. Kaiser, 864 Mitregent seines Bruders
Balentinianus J. für den Osten, besiegte 866 den Gegen⸗
aiser Procopius, fiel 9. Aug, 378 gegen die Westgoten
n der Schlacht bei Adrianopel.
Valentia (spr. e Insel an. der Südwest⸗
üste Irlands, 26 qkm, Schieferbrüche; der Baleutighafen,
240 E.; fünf Telegraphenkabel nach Amerika. sRKarte!
Broßbritanniensund Irland J 6.J
Valentin, Heiliger, s. Valentinuͤs.
Valentinianus, drei röm. Kaiser. B. J., Flavius
364375), geb. 321 in Pannonien, überwies den Osten
seinem Bruder Valens, besiegte die Alemaunnen, gesi.
17. Nov. 875 auf einem Feldzuͤge gegen die Quaden —
B. V. Sohn des vorigen, 878 Milregent seines Bru⸗
ders Gratianus, fiel 392 durch Arbogast. — V. III.,
erhielt von Theodosius I. 425 das Kaisertum des We—
tens, 455 von Petronius Maximus ermordet.
Valentinstag, der 14. Febr. in England, Schott⸗
and und Frankreich der Tag, an dessen Vorabend junge
Zeute durch das Los bestimmten, mit wem ein junger
Mann das folgende Jahr als Balentin zu seiner Ba—
entine in einem dienstlich-ritterlichen Verhältnis leden
ollte; jetzt noch in scherzhafter Form erhalten.