von Arminius mit seinem Heere im Teutoburger Walde
oernichtet (Varusschlacht), worauf er sich selbst den Tod
gab. Der Ort der Schlacht ist noch nicht genau bestimmt
Karte: Die Alte Weli II, 11, bei Allertum).
Varzin, Berg in der Mitte der den NO. von Neu—
dommern bildenden Gazellehalbinsel, 605 m hoch.
Varzin, Landgemeinde und Rittergut im preuß. Reg.⸗
Bez. Coslin, (1900) 1889 E., Bismarcksches Schloß mit
bark; Holzstoff- und Papierfabrik.
Vas (spr. wasch), ungar. Name des Komitats Eisenburg.
Vasa, schwed. Königsfamilie, s. Wasa.
Vasäll (mittellat.), Lehnsmann, Lehnsträger; Va—
allagtum, Lehnspflicht, Lehnseid.
Vasantasena, s. Mrochakatäka.
Basärhely (spr. wähschahrhelj), ungar. Städte, s
dodmezö⸗ und Maros-⸗Vaͤsiarhely.
Vafäri, Giorgio, Baumeister, Maler und Kunstschrift—
steller, geb. 30. Juli 1511 zu Arezzo (daher Aretino)
gest. 27. Juni 1674 zu Florenz; religsöse Bilder, Bau der
Bigna di Papa Giulio bei Rom, der Uffizien in Florenz,
Sakristei von San Lorenzo das.; seine Künstlerbiographien
(„Vite de“ pi oocellenti pittori, scultori ed architetti“,
 1550; neue Ausg. von Milanesi, 9 Bde. 1878 -
36; deutsch, s Bde., 1883—89) eine wichtige Geschichts⸗
Vasco da Gama, s. Gama. (quelle.
Vasconcellos (spr. waskongßellusch), Joaquim da
Fonseca e, portug. Schriftsteller, geb. 10. Febr. 1849 in
Oporto, seit 18883 Prof. der deuischen Sprache am Lyzeum
das.; schrieb: „Os Musicos portuguezes“ (1870),, Luzis
Todij“ (1873), „Reforma do énsino de bellas artos“
(8 Bde. 1877 Gεειινε— Bde, 18ο—8ι)R. a
— Seine Gattin Carolina Wilhelma Michaelis de V.
Romanistin, geb. 16. März 1851 in Berlin, gab ital.
und span. Scriftsteller heraus; schrieb: „Studien zur
roman. Wortschöpfung“ (1876), „Geschichte der portug.
Literatur“ (1893) u. a.
Vaseline (VBaselin), Kosmoline (Kosmolin), Ozoke⸗
rin, Fossilin, Mineralfett, fettähnliche, geruc und farb⸗
lose oder gelbliche, bei 357 zu einem farblosen Ol schmel⸗
ude Substanz, aus Erdoͤlrückständen (Nordamerika),
Bergteer (Deutschland) oder Ozokerit (Osterreich) herge⸗
stellt, kristallisiert nicht und wird nicht ranzig, deshalb
dur Herstellung von Salben und Pomaden benutzt, auch
ei Verbrennungen, Frostbeulen ꝛc. angewendet, dient in
der Technik als Lederschmiere, Maschinenschmiere und Rost⸗
schutzmittel. Künstliche B., s. Ceresin.
Vasen (vom lat. vas, Gefäß), die antiken bemalten
Tongefäße, bei Ausgrabuüngen in Troja, Griechenland,
Italien ꝛc. in großer Menge gefunden, wegen des Inhalts
der Darstellungen für die Wissenschaft von großem Inter⸗
esse, daher die Vasenkunde ein eigener Zweig der Archäo—
logie. Die ältesten B. stammen ans Troja, weitere aus
Cypern; wichtig sind ferner die mykenischen V., die Dipy—
lon⸗B. Später wurden B. bes. in Jonien (7. bis 6. Jahrh.),
Korinth (6. Jahrh.), Chalkis hergestellt, bis im 5. und
halben 4. Jahrh. Athen den Mäarkt beherrschte; spüter
stellte Unteritalien große Massen von V. her. — Vgl
Benick, „Griech, Keramik“ (1883); Rayet und Collignon,
„Histoiro de la céramiquo grocqueé“ (1888); v
väugler und Reichhold, „Griech. Vasenmalerei“ (1300 5).
Vaskonen (Vascongados), s. Basken. sfäßreich.
VBaskular (lat.), Gefäße enthaltend; vaskulös, ge—
Vaslui, Hauptstadt des rumün. Kr. B. (2294 qkum,
1898: 110 184 E.; oͤstl. Moldau), an der Muͤndung des
Flusses B. in die Berlad, 9024 E.
Basogene, durch Imprägnierung mit Sauerstoff und
Sauerstosfträgern wasserlöslich (mit Wasser emulgierbar)
emachte Mineralöle, besitzen großes Loͤsungsvermoͤgen füt
e in indifferenten Löfungsmitteln schwer oder nicht
lüsliche Medikamente (Kreolin, Guajakol, Ichthyol, Jod,
Jodoform, Schwefel 2c.), deren Resorption durch die Epi⸗
dermis und Schleimhaut sie bewirken, hiernach als Krro—
lin⸗V., Jod. V. ꝛc. unterschieden.
Vasol, s. v. w. Vasogene.
Basomotorische Nerven, s. Gefäßnerven. [nerven
Vasoneurosen (lat.»grch.), Erkrankungen der Gefäß—
Vassy (Wassy), Stadt im franz. Dep. Haute-Marne,
(1901) 3668 E.; hier 1. März 1562 Niedermetzelung der
Protestanten (Beginn der Hugenottenkriege).

303

Vat

dast (lat. weit ausgedehnt, umfassend.
Basto d'Aimone, Stadt in der ital. Prov. Chieti,
n Adriat. Meer, (1901) 135838 E. Eisenburg.
Vasvar (pr. waͤschwahr), ungar. Name der Hleingem.
Baszarny (spr. waßa⸗), Elaudius Franz, Kardnaterzbischof
 von Gran, Primas von Ungarn, geb. 12. Febr.
832 zu Keszthely, 1885 Erzabt des Benediktinerklosters
Martinsherg, 18501 Erzbischof von Gran, 1893 Kardinal.
Vat (Faß“), niederländ. Flüssigkeilsmaß — 1i,
üher bei Branntwein — 228, bei Wein — 931,384 1.
Vatatzes, Dukas, Kaiser von Byzanz, s. Johaunes III.
Väter der frommen Schulen, s. Piausien.
Vatoria I., Pflanzengattg. der Dipterokarpazeen, hohe
Bäume des trop. Asiens. V. indtos T. Talg · oder Kopal⸗
aum), in Vorderindien, liefert aus Einschnitten in die
Rinde den Manilakopal, in den Samen ein Fett Wateria⸗,
Malabar⸗ Pineytalg), das zu Seifen, Lichtern ꝛc. dient.
Vaterlandischer Frauenverein, zu den Vereinen
)es Roten Krenzes zählender Frauenverein, 1867 mit dem
Sitze in Berlin gegründet, unter dem Vrotektorat der
)eutschen Kaiserin.
Bäterliche Gewalt (lat. patris potestas), die mit
sflichten verbundenen Rechte, welche dem Vater hegen die
berson und an dem Vermögen der noch nicht selbuündigen
dinder zustehen. Das Deutsche Bürgerl. Gesetzbuch keunt
tatt Jetn eine Elterliche Gewalt ((s. d.).
Vatermord, im Deutschen Strafgesetzbuch kein be—
onderes Delikt; der an Aszendenten begangene Mord
vird wie der gemeine Mord mit dem Tode
estraft. Dagegen ist der an einem Aszen—
denten begangene Totschlag höher strafbar
als der gemeine Totschlag (K 215).
Vatermörder, ein in der ersten Hälfte
des 19. Jahrh. von Männern getrageuer
halskragen mit nach oben gerichteten Ecken
„Abb. 1806]; wahrscheinlich mißverständ—
lich parricide (Batermörder) statt parazito
 (Schmarotzer); so der V. damals in .
Frankreich genannt. Vatermörder.
Vaterschaft, Paternität, das Verhältnis des Vaters
u seinem Kinde, entweder eine natürliche (durch Ehe nicht
jeheiligte), eine leibliche (eheliche) oder durch Adoption
hewirkte. Sowohl das Kind als dessen Mutter kann auf
Anerkennung der ehelichen V. klagen (Paternitätstlage)
venn diese verweigert werden sollte; ebenso das uneheliche
dind gegen den Erzeuger auf Anerkennung der V. und
damit der Alimentationspflicht (s. Alimente). Nach dem
Deutschen Bürgerl. Gesetzbuch (1717) gilt als Vatet, wer
der Mutter innerhalb der Empfängniszeit (182. bis
302. Tag vor der Geburt mit Einschluß dieser beiden
Tage) beigewohnt hat.
Vatersche Körperchen, Tastkörperchen, die End⸗
organe der sensibeln Nerven in der Haut (s. d. und Tafel:
Sinnesorgane II, Lu. 2), benannt nach ihrem Entdecker,
)em Anatom Abraham Vater (geb. 9. Dez. 1684 zu Witten⸗
berg, gest. das. 1751 als Prof. der Anaͤtomie).
Vaterunser (lat. Pater noster), bei den Reformierten
Anser Vater, das Mustergebet, das Jesus (Matth. 6, fg.;
duk. 11,2fg.) seine Jünger lehrte, daher Gebet des Herru;
ehr früh fester Bestandteil des christl. Gottesdienstes.
Vathy. 1) Hauptstadt der Iusel Samos, 5400 E. —
2) Hauptstadt der Insel Ithaka (s. d.). — 8) Setziger Name
von Aulis (s. d.).
Vatioinium é(lat.), Weissagung; V. Lehninénse, Lehninsche
 Weissagung, s. Lehnin. —
Vatikan, der der Peterskirche nordöstlich angegliederte
päpstl. —2 in Rom, im 6. Jahrh. begounen, von fast
allen Püpsten erweitert und verschönt, mit 20 Höfen und
11000 Zimmern; hervorragend unter den Einzelbauten
die Sirtinische Kapelle (s. d.), die Stanzen und Loggien
mit Raffaels Malereien; ferner enthält der V. eine be—
cühmte Bibliothet, Archiv und bedeutende Kunstsamm—
ungen Gildwerke klassischer, älterer und neucret Zeit
owie eine Gemäldegalerie).
Vatikanisches Dogma, s. v. w. Unfehlbarkeitsogug
 (J. Vatikanisches Konzil und Infallibelj.
atikanisches Konzil, das letzte öknmenische Konzil
)er kath. Kirche, das 8. Dez. 1860 bis 20. Ott. 1870 zu
stom im Vatikan tagte; von Pius IX. duech die Bulle