Vehmgerichte, s. Femgerichte.
Vehn, s. v. w. Sumpf, Bruch.
Vei, Negerstamm, s. Mandingo.
Veilchen, s. Viola.
Veilchenmoos, s. Ohroolepus.
Veilchenschnecke (Tanthina fragllis Lam.), eine zur
stammkiemergruppe der Federzüngler gehörige Schnecke,
mit unten violetter oder bläulicher, oben helser, duͤnner,
dugelförmiger Schale; Atlant. Ozean, Mittelmeer.
Veilchensteine, von Veilchenmoos überzogene Steine,
entwickeln beim Reiben oder Befeuchten Veilchengernch.
Veilchenwurzel, das von der Norkschicht befreite,
weiße, veilchenartig riechende Rhizom von Tris Germanica
L., pallida Lam. und Horontins T. (s. Iris nebst Abb. 866),
als Parfüm, zu Zahnpulyver, auch zu Brusttee und zur Be⸗
förderung des Zahnens kleiner Kinder verwendet.
Veile (VBejle), Hauptstadt des dän. Amtes V. (2328 qkm,
[1901] 125523 E.), an der Mündung der Veile-Aa in
den Beilefiord, 14592 E. [1848 ⸗ 4,14 M.
Veintena („Zwanziger“), span. Goldmünze bis
Veit (Sanctus Vitus), Heiliger, gilt als Nothelfer
gegen den nach ihm benannten Veitstanz (s. d.); nach
der Legende als Knabe unter Valerian oder Divceletian
Märtyrer geworden; seine angeblichen Reliquien wurden
im 9. Jahrh. aus Westfranken nach dem Kloster Corve
gebracht, dessen Schutzpatron er wurde.
Veit, Phil., Historienmaler, geb. 13. Febr. 1793 zu
Berlin, schloß sich 1815 in Rom der neudeutsch-romant.
Schule an, 183043 Direktor des Städelschen Instituts
in Frankfurt a. M., gest. 18. Dez. 1877 in Mainz; religiös—
allegorische Kompositionen. — Biogr. von Spahn (10901).
Beitsbohne, s. Bohne.
Veitstanz (Ohorea Sancti Viti, s. Veit, Heiliger),
Nervenkrankheit, mit unwillkürlichen krankhaften Be—
wenen des Rumpfes, Kopfes, Gesichts und vor allem
der Gliedmaßen, auch vorwiegend auf einer Körperhälfte
Gemichorea), tritt namentlich in den Entwicklungsjahren,
bei Knaben seltener als bei Mädchen auf, dauert 854
Monate; Rückfälle nicht selten.
Vejeér de ia Frontera (spr. wech.), Stadt in der
span. Prov. Cädiz, am Barbate, (1900) 11298 E.
Veji, alte Stadt in Etrurien, an der Cremera, 896
v. Chr. von den Römern erobert; Überreste (Grotta
Campana) bei Isola di Farnese.
Veile, dän. Amt und Stadt, s. Veile.
Vela, Vincenzo, ital. Bildhauer, geb. 1822 zu Ligor—
netto (Tessin), gest. das. 3. Ott. 1891; in Marmor
bes. Grabdentmäler und Vorträtstandbilder: Columbus
Weracruz), Napoleons J. letzte Tage (Versailles), Viktor
Emanuel U., Balbo, Cavour, Correggio u. a. — Vgl
Manzoni (franz., 1966).
Velament (at.), Hülle, Decke; Vorwand.
Velare (lat.), s. Laut.
Velarlum (lat.), Decke zum Schmuck der Altane und
Häuserfassaden an Festtagen.
Velazquez (spr. welaͤskez), Diego Nodriguez de Silva,
span. Maler, geb. 6. Juni 1399 zuͤ Sevillan gest. 7. Ang.
1660 zu Madrid, Hauptmeister der Schule von Sevilla;
außer religiösen Stoffen (Christus am Kreuz) bef. Bild—
nisse und genreartige Gruppenbilder, wie Philipp III.
und Philipp IV. AIbe Porträtmalerei L6], Graf
Olivarez, Papst Innocenz X., Infantin Margareia mit
ihrem Hofstaat, Übergabe von Breda (Madridd, Teppich—
wirkerinnen (ebd.). — Biogr. von Justi (2 Bde, 2. Aufl.
1903), Knachfuß (5. Aufl. 1905), Stevenson (deutsch
1804), Gensel (1905).
Velbert, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Düsseldorf, (1900)
6691 (1905: 19 731) E. Amtsgericht.
Velber Tauern, s. Felber Tauecn.
Velburg, Stadt im bayr. JetzeBtn Oberpfalz, an der
Schwarzen Laber, (18905) 1125 E., dabei die Velburger
Höthlen mit Stalagmiten-, Muschelbildungen ꝛc.
Velde, van de, holländ. Malerfamilie. Esajas van de
B. Schlachtenmaler, geb. um 1590 zu Amsterdam, gest.
1630 im Haag; sein Bruder, Jan van de B., Land—
schaftsmaler, geb. 1599 zu Leiden, gest. um 1630 in
Haarlem, beide auch Kupferstecher. — Willem van de V.
Marinemaler, geb. 1610 zu Leiden, gest. 1693 in London.
Seine Söhne: Willem van de B. geb. 1633 zu Amster⸗

905

Vel

dam, gest. 1797 zu Greenwich, Marinemaler, und Adrigen
an de V., geb. 1635 zu Amslerdam, gest. das. 1672, Landchastsmaler
 und Radserer. Vgl. Michel (franz. 1892).
Veldeke, Heinr. von s. Heinrich (mittelhochd. Dichter).
Velden. 1) B. bei Hersbruck Stadt im bayr. Reg.⸗
Bez, Mittelfranken, an der Pegnit, (1005) 880 ẽ,
2) V. bei Vilsbiburg, Flecken im dant. Reg.-Bez. Nieder—
»avern, an der Großen Vils, 1447 6E.
Veldes, Badeort in Krain, am Veldeser See, (1900)
578, als Gemeinde 1646 E., Seebadeanstalt.
Velebit GVellebich), Bergrücken an der Nordgrenze
Dalmatiens gegen Kroatien, 60 41m Ig., im NW. steil
zum Meere abfallend, im Vaganjsti Vrh 17588 .
Veleda Gelleda), priesterliche Jungfrau der alten
Bructerer zur Zeit des Aufstandes des Cipilis (70 n. Chr.),
urch ihre Weissagungsgabe von polit. Einfluß.
Veles, türk. Stadt, J. v. w. Koͤprülun(f. d.
Velestinos, das alte Pherä (s. d.) in Thessalien,
4886) 1684 E.
Bélez Blanco, Stadt in der span. Prov. Almeria,
900) 6825 E., maur. Burg.
Belez de la Gomera, Pesion de la Gomera, span.
Strafkolonie an der Nordkuüͤste Marokkos, (1800) 321 6E.
Vélez⸗Maͤlaga, Stadt in der span Prov. Maͤlaga,
m Belez, (1800) 23 596 E., maur. Burg.
Velez Rubio, Stadt in der span. Hrov. Almeria,
am Chirivel, (18900) 10 100 E., Mineralquellen.
Velhagen EKlafing, Berlagsbuchhandlung in
Bielefeld und Leipzig, gegründet 1888 von' August Vei.
hagen (1809—91) und August Klasing (1809 — 97); jehige
Besitzer: Johauues Klasing (geb. 19. Olt. 18046, Teilhaber
eit 1874), Wilh. Velhagen (geb. 20. Nov, 1850 Teilhaber
eit 1878) und Fritz Otto Klasing (geb. 2. Aug. 1872, Teilsaber
 seit 1900). Die inec in Leijpzig wurde
1864 errichtet und 1874 mit einer Geogr. Anfstalt ver—
»unden. Verlagswerke: „Daheim“, „Monatshefte“, „All⸗
gemeiner Handatlas der Erbe“ u a.
Velin frz., spr. weläng), Druck⸗ Jungfernpergament;
auch eine Art feiner (Alensotier) Spihen; Velinpapier, un⸗
geripptes Papier von pergamentähnlicher Glätte und Stärke.
Velino. 1) Fluß in Italien, entspringt in den Abruzzen,
nündet in drei Fällen (Cascate delle Marmore, 200 m tief)
ach 74 xm oberhalb Terni links in die Nera. — 2) Monte
G., Berg in den Abruzzen, 2487 m.
Jelites, die Leichtbewaffneten der altröm. Legion.
Bellberg, Stadt im württemb. Jagsikreis, an der
Bühler, (1905) 1154 E.
Vellebich (spr. bitsch), Bergrücken, s. Velebit.
Vellẽda, s. Veleda. sWollen.
Belleität (neulat.), Gelüste, krafte und tatenlofes
Vellefus Paterculus, röm. Geschichtschreiber, beglei—
ete als Reiteroberst den Tiberius in Gerinanien und die
nonien, dann Prätor in Rom; seine „Fistorias Romanae“,
9. on Halm (1876), deutsch von Eyssenhardt (1866).
Belletri, Stadt in der ital. Prov. Rom (1801) 198746.
Vellolin, s. Wollfett.
Vellön (span., spr. welljohn, „gupfermünze“), früher
pan. Münzwährung in Kupfer, im Gegensaß zu Plata
Silberwährung).
Vellore (spr. wellur), brit.costind. Stadt, s. Wellur.
Voloos (ital., Mus., spr. welotsche), geschwind: ve⸗
oeissimo, sehr geschwind.
Velodrom (lat.»grch.), Rennbahn für Radfahrsport.
Velours (frz., spr. weluhr), Samt; auch dicht gewebter,
stark gerauhter und mäßig kurz geschorener Fries. Velours—
eppich, s. Teppiche. Velourstapete, s. Tapeten.
Veloziped (rvom lat. velox, schnell, und pes, Fuß),
v. w. Fahrrad (f. d.). —
Velozität (lat.), Schnelligkeit.
Velpel, s. Felbel.
Velfung Golsinii), etrusk. Stadt, an der Stelle des
jeutigen Orvieto, 280 v. Chr. von den Römern eroberi.
Velte (spr. welt), franz. Flüssigkeitsmaß, s. Setier.
Belten, Dorf im preuß. NReg.-Bez. Potsdam, (18005)
168 E. BBalentinus (s. d.).
Veltenstanz, s. v. w. Epilepsie, nach dem heil.
Veltlin, ital. Val Tetlina, ital. Landschaft an der
bern Adda, in der ital. Prov. Sondrid, mit den Pässen
des Splügen und Stilfser Jochs, fruchtbar, berühmte