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Rotweine; Ortschaften Sondrio, Tirano, Teglio; 1512
—1787 zu Graubünden, 1814 50 Osterreich gehörig.
Pelvoret, Betwvet (eugl.), sJ. v. w. Nonchester( Heug)
Belvet Lengl.), unechter Samt If. d.).
Bely, E., Pseudonym von Emma Simon (s. d.).
Veme, s. Feingerichte.
Vons Gat.), Blutader (J. Venen); v. eara, Hohl
ꝛder . I. I, vortae, Pfortader (s. d.).
Venaifsin (spr. wenässang), ehemal. Grafschaft im franz
ded, Baucluse, 1273 1701 ppftlich Hanptoet Benasgin
Venal (lat.), kauflich, feil, Venauität, Bestechlichkeit.
Venantlus Fortunatus, slat. dichter, geb. um
30n. Ehr. zu Duplavilis bei Treviso, gest. 609 als Bi⸗
jchof von Poitiers; schrieb zahlreiche weltliche und geistl
Bedichte, hg. von Les —DD0——
iq von Krusch (1888). — Bal. W., Meyer (1901).
Venäsektion (latt), Adeclaß
Venasque, span. Stadt, s. v. w. Benasque.
Bengtion (lat), Jagd; venatsrisch zur Jagd gehörig
Bendeée (spr. wangdeh), frang. Departement nach dem
Flüßzchen V. (zur Sevre-Niortaife, 765 4mIg.) benannt, das
alte Niederpoitou, 7016 4km, (1901) 4413141 6. Hauptstad!
La Roche-sur⸗ Yon. — Val. Londun (franz, AAMfi. 1873).
7 Vendeekriege, die von den royalistisch gefinnten Vendeern
(s. Chouans) gegen die Republikaner geführten Bürger⸗
kriege, deren Schanplatz 17886—95 fast die ganze Nordwest⸗
küste Frankreichs war und die mit der Niederwerfung der
ersteren endeten; auch 1812, 18185, 1880 erhoben sich die
Vendeer für die Bourbonen. — BVgl. Chaffin (franz.
7 Bde. 1896), von Boguslawskti (1804).
Vendemiaire (spr. wangdemlähr, „Weinlesemonat“),
dex erste Monat des franz. Revolutionstalenders (22. Sept.
bis 21. Okt.). Merkwürdig der 13. B. des J. 1V (4. Ott.
1735) durch den Aufstand der Pariser Sektionen gegen
Vendẽetta (ital.), Blutrache. sden Konvent.
Vendidad, Teil des Zendavesta (s. d.)
Vendome (pr. wangdohm), Stadt im franz. Dep.
doir⸗aet⸗Cher (Orltannais), am Loir, (1901) 9459 E.
— Die Grafsch. V. wurde 1515 von Franz J. zugunsten
Farls von Bourbon (s. d.) zum Pairieherzogtum erhoben
Dessen Sohn Anton von Bourbon, Herzog von B geb.
22. April 1518, durch seine Gemahlin Johaung von Albre
(. d. seit 1085 auch König von Navarra, war seit 1557
eins der Häupter der Hngenotten, trat aber 1862 zu der
Gnuisen über, gest. 17. Rov. 1562. Sein Sohn Heinrxich IV.
oerlieh das Herzogtum seinem Sohne von der Gabrielle
d'Estrees, Cefar, Herzog von V. (geb. 1594, gest. 22. Ott.
1655 als franz. Großadmiral). — Dessen Enkel Louis
Joseph, Herzog von V., geb. 1. Juli 1654, im Span
Erbfolgekriege 1701 Oberbefehlshaber in Italien, eroberte
dann Gent und Brügge, 11. Juni 1708 bei Ouͤdengarde
»on Warlborough gefchlagen, siegte 10. Dez. 1710 be
Villa-Viciosa, gest. 14. Juüni 1713.
Vene, Blutader, s. Benen.
Venẽedeny, Jak., Schriftsteller und Politiker, geb.
24. Mai, 1805 zu Köln, am Hambacher Fest beteiügt,
deshalb längere Zeit im Ausland, 1848 49 Mitglier
des Frankfurter Varlaments (Linke), gest. 8. Febr. 1871
zu Oberweiler (Baden); schrieb: „England“ (3 Bde,
1845), „Macchiavell, Montesquien und Ronffeau“ (2 Bde.
1846 — 50), „Friedrich d. Gr. und Voltaire“ (1888)
„Washington“ (1862),, Franklin“ (1863) u. a.
Venedig, ital. Veneßia, start befestigte Hauptstadt der
oberital. Provb. B. (2420q, 13058 411 141 6. Venezien),
auf 122 Juseln in den Lagunen des Adriat. Meers größten⸗
teils auf Pfahlrosten ervaut, durch eine 3601 m lange
Eifenbahnbrucke mit dem Festlande verbunden Karte:
Italien LI]j, (1bol) 131846 E., von 175 Kanälen
durchschnitten, deren groͤßter der Canale Grande, 3650 m
ig., 75 mm br. in mehreen Bogen die Stadt durchzieht;
850 Brücken (Nialtobruͤcke, 138091 erbaut, zwei eiserne
Brücken über den CTanale Grande); wichtigster Platz der
Markusplatz, 1768 m ig, dꝛ br. von Priüstca umgeben.
Etwa 100 kath. Kirchen bes. die St. Markuskirche (830
begonnen, 976 ernenert, im 11. Jahrh. byzant. Sti
unigehaut, fünf byzant, Kuͤppein, bo0 Sun en, über dem
Hauptportal das dexühmte antike Viergefpaun hus ver
goldetem Erz, wahrscheinlich vom Triumphoogen Heros,
(204 durch den Doaen Dandolo in Konstanibortterbeun

das Innere der Kirche durch Mosaiken, Gold und Marmor
ceich ausgestattet), gegenüber der Kirche stand der viereckige
Blockentürm, 14. Juli 1802 eingestuürzt (im Wiederaufbau
degriffen); ferner die Kirche Sta. Naria della Salute
163166 [Tafel: Barocknund RokokonJ, 4)), die got.
Sta. Maria gloriosa dei Frari (1280- 1338) mit Grab⸗
enkmälern berühmter Venezianer (Tizian, Canova, ver—
chiedene Dogen), Santi Giovannise Paolo (1240 1480,
nit zahlreichen Grabmälern der Dogen), Sta. Maria dei
Miracoli (1481) u. a. Unter den weltlichen Grobauden
dervorzuheben der Dogenpalast neben der Markuskirche (um
300 gegründet, der Außenbau, mit farbigem Marntor be—
leidet, aus dem 14. und 15. Jahrh., bes. schön die obere
Bogenhalle, Loggia, auf 71 Saulen, Saal' des Großen
Rates mit Gemaͤlden von Veronese und Tintoretto, be—
ühmte, früher im eigenen Gebäude sTafel: Renais-—
ance J, 8l,. seit 1904 im ehemaligen Münzgebüäude unter—
ebrachte Markusbibliothek mit 406 o000 Bänden, 12 000
Handschriften, archaol. Mufeum, Gefängnisse unter dem
Bleidache des Palastes 1797 zerstört), durch die Seufzer—
rücke init dem Verbrechergefüngnis verbunden; ferner
die Prokurazien (Wohnungen der Prokuratoren von San
Marco), zahlreiche Paläste auns dem 14. und 15 Jahrh.,
etzt vielfach Sitz der Behörden, Paläfte Ea Doro [Tafel:
Voti!ł II, i], Farsetti, Loredan, Fondaco de' Turchi, Fob⸗
ari, Vendramin Calergi sTafel: Renaifsance L, 1]1,
Brimani u. a.; bedeutendes Arsenal (mit den vier antiken,
687 aus dem Peirgieus hierher gebrachten Löwen, großen
Schiffswerften, Docks und Museum); Institut nud' Ata—
)emie der schönen Künste mit 700 Gemälden, meift Bildern
oenez. Meister, königl. Institut der Wissenschaften, Küunste
ind Gewerbe (1838 gegründet), Sternwarte, Staatsarchiv
44 Mill. Urkunden, bis 883 zurückreichend), Theater
da Fenice (für 8000 Personen), Vollsgarten (Giadini
ↄublioi, 1807 von Napoleon angelegt, 863 ha). Industric
bedeutend in Glaswaren und Spißen, ferner Fabrikation
oon Seidenstoffen, Tabak, Seife, Wachs, Gold- Silber—
ind Kurzwaren, Uhren, Sprenggeschossen, Torpedos;
Schiffban. Haubel im 15. Jahrh. Welthandel nmit
3800 Schiffen und 36 000 Matrofen, seil der Ent—
deckung Amerikas mitücgegangen, neuerdings wieder in
Aufnahme begriffen Is. auch Beilage: Jtalenj.
Geschichte. V., 452 von flüchtigen Bewohnern (Ve—
ietern, daher der Name V.) des zerstörten Aquileja ge⸗
zründet, wuchs zu einer streng aristokratischen Repubüt
eran, an deren Spitze seit 697 auf Lebenszeit gewählte
Dogen standen, seit 1172 beschränkt in ihrer Macht durch
Einsetzung des sog. Großen Rates (seit 1287 Uur die—
m Goldenen Buch eingezeichneten Familien der Nobili).
Durch seinen Handel reich und mächtig galt V. schon im
. Jahrh. als Behexrscherin der Adria, zur Zeit der
Kreuzzüge breiteten sich seine Handelsverbindungen über
den gauzen Orient aus. Der Doge Eurico Dandols
erwarb 1204 einen Teil des Byzant. Reichs und Tandia;
nach dem langwierigen Kriege mit Genug (1267 1381)
vurde 1404 und 1405 Vicenza, Verona, Bassano, Feltre,
Belluno und Padna, 1421 Friaul, 1428 Brefcia und
Zergamo, 1448 Crema, serner die Jon. Inseln und 1488
Lypern gewonnen. Von dieser Höhe der Macht sank V.
jerab, als es den ostind. Handel seit der Entdeckung des
Zeewegs nach Ostindien (1498) verlor; von den Bs—
nanen wurde ihm 1571 Cypern, 1669 Candia, 1718 das
1687 wiedereroberte Morea entrissen. 16. Mai 1797
»esetzten die Frauzosen die Stadt, uachdem schon 12. Mai
der Jetzte Doge Luigi Manin und der Große Nat abge⸗
dankt hatte; im Frieden von Campo Formio (17. Ott.)
vard V. Hsterreich überlassen, das es 1808 an das
dönigt. Italien abtreten mußte, 7. April 1815 mit der
Lombardei (Lombard.⸗Venez. Königreich) wieder zurück⸗
erhielt. 1848 erfolgte nach einem Aufstand die Prokla—
nation der Venez. Republik mit Manin als Diktator,
eit 15. Fehr. 1849 als Ministerpräsident an der Spitze; nach
apferer Verteidigung mußte sich V. 22. Aug. 1849 den
Ssterreichern hen Im Wiener Frieden vom 3.Oktt.
1866 kam ganz Venezien an Italien. — Vgl. Daru (deutsch,
Bde., 18539), Molmenti (deutsch 1886), Lenel 4897),
Zwiedineck- Südenhorst (1809), Hazlitt dengl., Bde,
1901), stretschmayr (Bd. 1, 1808) e (.Kunststätte“.
3. Aufl. 1904), Semrau (.Cicerbne“, 19055.