Venediger, Groß⸗V., Gipfel der Hohen Tauern, in
der Venedigergruppe, an der Grenze von Tirol und Salz⸗
burg, 3660 m); 1841 zuerst erstiegen; zur Venedigergruppe
gehören auch Rainerhorn (3061 m), Dreiherrnspitz (3505 m).
Venen (VYônae), Blut⸗, Hohladern, Blutgefäße, in
denen das Blut aus allen Teilen des Körpers nach dem
Herzen zurückfließt, unterscheiden sich von den Arterien
(. d.) durch dünnere Wandung, Klappen in ihrem In—
nern, größere Zahl und Weite. Das Blut in den V.
ist dunkler als in den Arterien, fließt gleichmäßig, ohne
stoßweise Beschleunigung. Bluiungen hören miist nach
einiger Zeit von selbst auf oder werden durch einfachen
Druckverband zum Stehen gebracht. Krankhafte Erwei—
terung der V. führt zur Bildung der Krampfädern (s. d.)
Veneneutzündung olitin tritt meist im Anschluß an
Entzündungen in der Umgebung nach Verletzungen auf,
hat Gerinnung des Bluts zur Folge und kann zu Pyä—
mie führen. Die Blutgerinnsel verkalken zuweilen und
⸗eranlassen die sog. Venensteine oder Phlebolithe. —
Bgl. Braune (1881-89).
Venerabel (lat.), ehrwürdig, verehrungswürdig;
Benerabile, das Hochwürdige, hochwürdigstes Gut, in der
tath. Kirche die geweihte Hostie; Veneration, Verehrung,
Ehtfurcht; venerieren, verehren. lheiten
Venerische Krankheiten, s. v. w. Geschlechtskrank⸗
Venẽter, drei Völker des Altertums. 1) Die V.
(Heneter, Eneter) an der Nordküste des Adriat. Meers,
den Po— und Etschmündungen, mit dem Hauptort Pata—
vium; nach ihnen Venedig (lat. Vonetia) genanut. 2) Gal⸗
lisches Volk an dem Atlant. Ozean, nördl. von der Loire⸗
mündung. 3) Die östl. Nachbarn der Germanen, die
Wenden (Venedi).
Venetiko, griech. Insel, eine der Onusen.
—AD—
Venezia, ital. Name für Venedig (s. d.).
Venezianer LAlpen, Gruppe der Südl. Kalkalpen,
von der Brenta bis zum Tagliamento, zerfallen in die
Belluneser Hochalpen (bis 2600 m), Belluneser Voralpen
bis 1765 m), Durannoalpen (bis 2703 m) und Sappada-—
gruppe (bis 2600 m).
Venezianer Weiß, s. Bleiweiß.
Venezianische Kreide, s. Spechstein.
Venezianische Seife, Sifeife, span. Seife, Marseiller
Seife (Sapo olsaceus, Sapo Venetus), eine mit Olivenöl
bereitete Natronseife, früher offizinell.
Venezlen, Landschaft im Königr. Italien, das Ge—
biet der ehemal. Republik Venedig es. dy), zerfüllt in die
Proy. Belluno, Padua, Rovigo, Treviso, itdine, Venedig
Vexona, Vicenza, 24547 qk, (18905) 3200 451 E.
Venezolano, Geldgröße in Venezuela — 8 Boli—
»ares (Franken).
Venezuela, Ver. Staaten von B., Föderativrepublik
—
942300 4KkB, (1304) 2590981 E. (1 Proʒ. Kreolen,
sonst Mischlinge sbes. Mulatten und Zambos); meis
kath.) im SS. von dem Berg—
land von Gnayana (bis 2600 mj, Ng
im NW. von der Sierra de Perijaäͤ
(bis 2800 m) und der Kordillere
von Merida (in der Sierra Nevada
de Merida 4700 w) erfüllt, nördl.
vom Orinoco (hier die Llanos,
d.) und an der Küste eben, heißes
Flima, häufige Erdbeben, trop.
Begetation. Ackerbauprodukte:
Kaffee, Rohzucker, Kakao, Mais,
Tabak; Bergbau ergiebig an Gold,
Silber, Kupfer, Eisen. Industrie 1907. Venezuela.
unbedeutend; Handel seit 1893 in steter Abnahme Is. Bei⸗—
lage: Südamerikal)]; Eisenbahnen s. Beilage: Eisen—
bahnen; Telegraphenlinien (1003) 6480 4. Budget
(180516) 35 Mill. Bolivares; Haupteinnahmequelle Zölle
(26 Mill.); Staatsschuld (1803) 244,6 Mill. Bolivares.
Stehendes Heer 1900: 3600 Mann; Flotte: 4 Schiffe.
Linteilung in (27. April 1900) 18 Staaten (Distrikte),
lBundesdistrikt und 5 Territorien; an der Spitze ein
uuf 6 J. gewählter Präsident, ein Senat aus 40 und
ein Abgeordnetenhaus von 52 Mitgliedern. Hauptstadt
Taracas. Dreiviertel der Bevölkerung Analphabeten:;

907

Ven

Universitäten. Wappen: oben eine Garbe und Waffen—
n unten ein springendes Roß (Abb. 1807]; Flagge:
ZelbeBlau⸗Rot Tafel Flaggens. Geschichte ff. uch
Beilage: Südamerika, VIJ. VB. 1498 pon Kolumdus auf
einer dritten Reise entdeckt, war 1B818 in Pfandbesitz
»er Welser, wurde 1546 das span. Generalkapitangat
Laräcas und erklärte sich 1811 ungabhängig von Spanien.
821- 31 war es ein Teil der Föderativrepublik Kolum—
ien. Nach verhältnismäßiger Ruhe hatte es feit 1868
inter den Kämpfen der Unitarier und Föderalisten zu
eiden, in denen 1868 letztere Sieger blieben. Es folgten
ann weitere Kämpfe und Nevolutionen. 1895 nahm ein
Brenzstreit mit Eugland eine bedrohliche Gestalt an, der
ndessen durch Einmischung der Ver. Staaten 9. Rov. 1896
ur Einsetzung einer Grenzkommission führte. uͤnter dem
Zräsidenten Castro (seit 1801) kam es zu wiederholten
Bürgerkriegen (namentlich gegen General Matos) und Ende
1902 zu Differenzen mit Deutschland, England und Italien
und zu einer Blockade der Küste durch deutsche Kriegsschiffe;
as Haager Schiedsgericht erkannte Febr. 1804 die Ansprüche
er drei Staaten an. 1804 wurde eine neue Verfassung ein⸗
jeführt. 1905 und 1906 kam es zu Konflikten mut Frankceich.
 — Vgl. Sievers (1088, 1886, 1903), Bianconi und
Broc (franze, 1888), Didier (franz. 1888),, Venezueia
hg. vom Burean of American republies, 18892 u. 1895),
?ruggs (engl., 1000), Geschichte von Tejera (span., 1878).
Veni, Strom in Bolivia, s. v. w. Beni.
Vondia (lat.), Nachsicht, Erkaubnis; V. aetatis, Alters⸗
rlaß, vorzeitige Mündigkeitserkläruug; V. conclonäudi,
Frlaubnis zu predigen; V. docéndi oder Jegéndi, Erlaubnis
 zu lehren, Vorlesungen an Universitäten zu halten.
Voni oreator Spiritus (lat.), alter Kirchengesang,
auf Karl d. Gr. zurückgeführt; von Luther übertragen uüi
„Komm Gott, Schöpfer, Heiliger Geist“.
Vensi sanote Spixritus (lat.), dath. Kirchengesang,
um das J. 1000 entstandene Sequenz; umgedichtet zu
dem evang. Gesang „Komm heiliger Geist“ zIc.
Voni. vidi, vioi (lat.), ich kam, sah und siegte, Aus—
spruch Cäsars nach seinem Siege über Phärnaces 47 p. Chr.
Venlo Genloo), Stadt in der niederländ. Prov.
dimburg, an der Maas, (1899) 14318 E.
Venn, Hochflüche, s. Hohes Venn.
Venös (lat.), zu den Venen gehörig; aderreich.
Venosa, Stadt in der ital. Prov. Potenza, (1801)
3585 E., das alte Venusia, Geburtsort des Horaz.
Vent, Dorf im Öhztal (s. d.).
Venta (span.), an der Heerstraße gelegenes Gasthaus.
Venta Alcolea, Schlachtort, s. Alcolea.
Venter Tal, s. Otztal.
Ventil (vom lat. vontus, Wind), eine Absperrvor⸗
ichtung, bei der sich im Gegensatz zu Schiebern und
Zühnen der absperrende Teil von der Sitzfläche abbebt,
hei Hub⸗V. gerade geführt, bei Klappen⸗V.
drehbar oder biegend. Man unterscheidet
don der Hand zu ftellende Absperr⸗V. [Abb.
1908; v Ventilkörper, s Schraubenspindel
mit Handrad n]J, durch einen Mechanismus
von außen bewegte, gesteuerte V., und durch
den Druck der Flüssigkeit (des Gases) allein
zewegte, selbsttätige V. Der Form nach kann —
man die Hub.⸗V. einteilen in Teller-⸗ Ring⸗⸗Hos 27*
Zegel., Kugel- Etagen- und Glocken- (ent⸗ sperrbetti
lastete Doppelsitze.) V. (S. auch Reduzier—
ventil, Rückschlagventil Abb. 1547], Sicherheitsventil.) —
An Blechblasinstrumenten und Orgelpfeifen ist V. éfrz.
ꝛiston) eine mechan. Vorrichtung zur Regulierung von
Zufuhr und Absperrung des Luftstroms.
Ventilation (lat.) Lüftung die Erneuerung der Luft
'n geschlossenen, bes. — Räumen; ist aͤm wirk—
'amsten durch künstliche Luftbewegung, die durch Erwär—
nung mittels Gasflammen oder eines Lockofeus (s. d.
nebst Abb. 1068) oder durch einen Ventilator (. d.) er⸗
eugt wird. Diese saugen entweder die verbrauchte Luft
zurch die Ablustkanäle ab (Sauglüftung) oder pressen die
Frischluft durch Zuluftkanäle in die ju ventilirenden
Räume hinein (Pulsionslüftung). Die natürliche Luft⸗
ewegung benutzt man durch Offnen von Fenstern und
küren (am besten Gegenzug) vder durch Kanale mit
Bentilationsaufsätzen (s. Deflettor, Inflektor nebst Tertfig).