Vorhona L., Pflanzengattg. der Verbenazeen, Kräuter
oder Sträucher, meist in den Tropen und gemäßigten
Gegenden Amerikas. Bei uns V. oftleinalis T. (Eisen—
kraut), Unkraut, früher offizinell; verschiedene südamerik. Ar—⸗
ten Zierpflanzen.
Verbenazeen, Pflanzenfamilie der Labiatifloren, größ⸗
tenteils in den Tropen und den südl. gemäßigten Gegenden,
mit meist lebhaft gefärbten Blüten.
Verbinder, s. v. w. Receiver (s. Dampfmaschine).
Verbindung (chem.), s. Bi Verbindung.
Verbindungen, studentifche, s. Studentenverbin⸗
Verbindungsgewicht, s. Äquivalent. ldungen.
Verbindungswärme, s. Thermochemie.
Verblenden, im Bauwesen das Umkleiden eines
Baukörpers mit bessern Baumaterialien, z. B. Blend—
teinen (s. d.) Marmorplatten u. a.
Verblutung, s. Blutung.
Verbodmung, s. v. w. Bodmerei (s. d.).
Verboeckhoven (spr. buk⸗), Eugene, belg. Tier⸗
maler, geb. 8. Juni 1788 zu Warneton in Westflandern,
est. 19. Jan. 1881 zu Brüssel. — Sein Bruder Louis V.
eee i geb. 1802 zu Warneton, gest. 28. Sept. 1890.
Verborgenrüßler (Ceutornynchus), artenreicht
Lüber 200) Gattg. der Rüsselkäfer, mit fadenförmigem,
wischen die Vorderhüften einschlagbarem Rüssel, nur
wenige Millimeter messende, einförmig dunkel gefärbte
Käfer, deren Larven Schoten und Kruziferen *
Zierber z. B. der Kohlgallenrüßler (O. sulcicollis Payn.);
arve die gallenartigen Anschwellungen am Wurzelstock der
verschiedenen Kohlarten verursachend. — Auch die Gattg.
Cryptorhynchus heißt V.; nur eine enrop. Art, der
Erlenrüfsselkäfer (Cryptorhynehus lapathi L.).
Verbos (lat.), wortreich; Verbositaͤt, Wortfülle; ver
boteẽnus, wörtlich.
Verbrauchsfteuern, Konsumtions⸗, Aufwandsteuern,
Abgaben, die vom Verbrauch gewisser im Inland erzeugter
und per en Güter erhoben werden (Branntwein,
Zucker, Tabak u. a.).
Verbrechen, allgemein jede Ubertretung des Straf—
gesetzes von seiten eines der Selbstbestimmung fähigen
Menschen, nach dem Deutschen Strafgesetzbuch, im Gegen—
satze zu den leichtern Vergehen und Übertretungen, eine
mit dem Tode, Zuchthausstrafe oder Festungshaft von mehr
als 5 J. bedrohte Händlung, unterschieden in dolose und
kulpose (s. Dolus und Culpa), nach dem Tatbestande in
tinfache und qualifizierte (ausgezeichnete) V. Das quali—
izierte V. ist das unter erschwerenden Umständen verübte
und mit höherer Strafe bedrohte im Gegeusatze zum privi—
legierten V., welchem eine mildere Beurteilung zu teil
wird. Das fortgefetzte V. beruht auf Wiederholung ver—
orecherischer Handlungen unter gleichen Verhältnissen und
nit gleichem Vorsatze. (S. auch Juͤgendliche Verbrecher,
driminglanthropologie und Beilage: Kriminalstatistit.)
Verbrecheralbum, eine von der Polizeibehörde an—
gelegte Sammlung von Photographien zur Jdentifizierung
vorbestrafter Personen, jetzt meist durch das Bertillon⸗
ystem ß d.)R oder die Daktyloskopie (s. d.) ersetzt.
Verbrechermessung, s. Bertillonfystein.
Verbrecherwahnsinn, s. v. w. Morsi insanity . d.).
Verbrennung, die unter Entwicklung von Wärme
stattfindende Verbindung eines Körpers üit Sauerstoff
oder andern, diesem in —— Beziehung ähnlichen Stoffen
Schwefel, Chlor); bei rasch verlaufenden B. zeigt sich
durch das Erglühen des verbrennenden Körpers oder der
Verbrennungsprodukte eine Lichtentwicklung; beim Ver—
brennen von Gasen oder Körpern, die bei der Verbren—
nungstemperatur Gase entwickeln (Ol, Holz ꝛc.), bildet
sich eine Flamme. Bei Heizmaterialien IN. d.) bestimmi
man den Heizeffekt (s. d.). Langsame V. sind die im
Tier⸗ und Pflanzenkoöͤrper stattfindenden Oxydatlonen der
Nahruugsmittel, Zerfall des toten Körpers durch Sauerstoff
unter Mithilfe von Mikroorganismen (Verwesung). —
In der Heilkunde ist V. die krankhafte Veränderung (starke
Rötung, Brandblasen, »schors) eines Körperteils durch
Einwirkung hoher Hitzegrade. (S. Brandwunden.)
Verbrennung der Toten, s. Leichenverbrennung.
Verbrennungsmotoren, durch Verbrennung gas—
förmiger oder flüssiger Brennstoffe betriebene Moͤtoren,
eingeteilt in Verpuffungsmotoren mit plötzlicher Ver—

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Ver

brennung bei annähernd gleichbleibendem Volumen (Gas⸗
raftmaschine, s. d.) und Gleschdrucmotoren mit all mäh⸗
icher Verbrennung bei annaherud gie ibbleibendem Druck
Dieselmotor, s. d).
Verbumt (lat. Mehrzahl Verba), Wort; in der Gram⸗
matik s. v. w. Zeitwort, der ein Kun oder deiden aus—
sagende, einer Konjugation (s. d.) fähige Redeteil. Das
B.ist entweder ziells, ohne Objekt V. intransitipum
oder nontrum), oder mit Objekt ev. trausitĩrum); letz⸗
eres steht entweder in der Tatform (7. aetivum) oder
n der Leideform (V. passirum), oder es ist zurückzielend
.retloxixum) oder wechselseitig wirkend (v. reciproeum):
gach der Art des Subjekts unterscheidet man das persön⸗
iche und unpersönliche Zeitwort (V. pervonaie und in
»ersonale); zur Abwandlung gewisser Zeiten dieut das
dilfszeitwort (V. auxiliare).
Verbundgeschosse, die Geschosse der neuern Infan⸗
eriegewehre, weil bei ihnen der Bleikern mit Linem
Mantel aus härterm Metall fest verbunden ist.
Verbundlokomotive, s. Lokomotive.
Verbundmaschine, s. Dampfmaschine und Tafel:
Ddampfmaschinen, 4.
Verbürgen, s. Bürgschaft.
Vercelli (spr. wertsche.), das alte Vercellae, Stadt
n der ital. Prov. Novara, an der Sesia, (1901) 31 154 E.,
dathedrale, Kuppelkirche San Audrea (12199, Mufenm
röm. Inschriften. In der Nähe die Raudischen Felder (f. d.).
Vercingetsrir, tapferer Anführer der Arverner, bot
Läsar lange Zeit mit Erfolg Trotz, ward endlich 51 v. Chr.
in Alesig eingeschlossen und zuͤr Ergebung gezwungen,
i6 zu Rom hingerichtet. — Vgl. Jullian (Par. 1901).
Verdampfungsiwärme, s. Dampf.
Berdauung (lat. gdigestio), chem. Prozeß, durch wel—
hen die genossenen Nahrungsmittel infolge der Tätig—
ceit der Verdauungsorgaue zur Aufnahme in das Blut
geeignet werden, beginnt mit der Vor-V., die in der Zu—
dereltung der Nahrung, ihrer Aufnahme, mechan, HZer—
leinerung, der Kinwirkung des Speichels (s. d.) uünd
»em Akt des Verschluckens besteht. Durch die Magen B.—
die etwa 2—8 Stunden dauert, werden, während der
Zpeichel die Kohlehydrate in Zuͤcker verwandelt, durch
ie Wirkung des Magensaftes, in dem ein Verdanungs—
erment, das Pepsin, enthalten ist, die Eiweißkörper loͤs—
ich gemacht, die gelösten Speisen werden zum Teil in
die Blutgefäße der Magenwände aufgenommen, der Resi
vird mit den festen Tellen zu Speisebrei, Chymns, ver—
vandelt und in den Zwölffingerdarm hinübergepreßt.
Darauf beginnt die Düunndarm⸗-V., im sog. Düundarm
is. Darm), indem der Rest der noch ungelösten eiweiß—
artigen Nahrungsmittel durch den Darmsaft verflüssigt,
die im Speisebrei noch vorhandene Stärke durch den
Bauchspeichel in Zucker verwandelt wird und die fetten
Substanzen durch die Galle und den Darmsaft in feine
Tdeile zerteilt werden. Zuletzt folgt die Grimmdarm-»der
 Nach-V., bei welcher der fast nur aus unlöslichen
Bestandteilen bestehende Rest des Speisebreies allmählich
die Gestalt des Kotes annimmt. Im Dünndarm werden
die durch die Verdauungssäfte löslich gemachten Sub—
tanzen aufgenommen und in die Chylusgefäße und von
dort in die Blutbahn übergeführt. Die Verdaulichtkeit
»er einzelnen Nahrüngsmittel ist sehr verschieden; gut
zerkleinerte, von den neraeen leicht zu durch⸗
dringende Nahrungsmittel sind leicht verdaulich, schwer
—
stahrungsmittel, oder solche, die den Darm abnorm reizen.
S. Ernährung, Nahrungsmittel, Stoffwechsel.) — Vgl.
ẽwald (3. Aufl, 2 Bde. 1880 -98, Bd. 8, 18902), Graham
deutsch, 6. Aufl. 1898), Gamgee (1887), Poeche (1000).
Verdauungsferment, s v. w. Pepfin.
Verde, Kap, s. Grünes Vorgebirge.
verde antaioo (ital.), grüne, im Altertum benutzte
Sesteine: Diabasporphyrit und Marmor mit Serpenin-Verdeck,
 auf Schiffen, s. Deck. ladern.
Verden, Kreisstadt im preuß. Neg.⸗Bez. Stade, an
)er Aller, (1805) 9728 E., Garnison, Land⸗, Amtsgericht,
dandelstammer, got, Dom, Gymnasium, Lehrerseminar,
dandelsschule. Karl d. Gr. gründete 780 das Bistum V.
as 1648 als Hzgt. V. an Schweden, 1710 an Hannover
am. — Val. Ortenberg, „Aus V.s Vergangenheit“ (1876).