Ver

Kronkolonien umzuwandeln und sie für den engl. Handel
auszunugen. Um den durch den Krieg erschöpften Finanzen
aufzuhelfen, legte sie ihnen 1764 Eingangszölle und die
sog. Stempeltare auf, zog diese aber infolge des Wider⸗
standes wieder zurück und ließ nur die— Teesteuer be—
stehen. Auch diese wurde verweigert, und als England
Gewalt anwandte, traten 13 Kolonien in Philadelphio
zu einem Kongreß zusammen (65. Sept. bis 26. Ott. 1774
und hoben allen Verkehr mit dem Mutterlande auf
Jufolgedessen brach mit dem Gefecht von Lexington
18. April 1778 der amerik. Freiheitskrieg aus. Rach ab⸗
wechseludem Kriegsglück erklurten sich die 13 vereinigten
Staaten 4. Juli 1776 für unabhängig und gewannen,
nachdem ihr Oberseldherr Washington 25. Dez. 1776 bei
Trenton, 3. Jan. 1777 bei Princeton gesiegt hatte, 11. Sept.
aber bei Brandywine und 4. Ott dei Gearmakuct ge⸗
chlagen uud 19. Ott. das brit. Heer unter Bourgoyne
dei Saratoga durch General Gates zur Kapitulation ge⸗
zwungen worden, durch Franklin den Beistand Fraut—
reichs und Spaniens. Mit Hilfe der Franzosen zwang
Washington 17. Okt. 1781 das engl. Heer bei Vorktowů
zur Ergebung, worauf 8. Sept. 1783 England im Frie—
den zu Versallles die Unabhängigkeit der 13 Freistaaten
anerkannte. Dieser Bund gab — 1787 eine eigene Ver—
fassung und wählte Washington zum ersten Präsidenten
78067); ihm folgte John Adans und diesem 1801
Jefferson. 1791 war Vermont als 14. Staat, 1792 Ken—
tucky, 1796 Tenuessee, 1802 Ohio in die Union aufge⸗
nommen worden, 1803 ward Louisiana von Frankreich
erworben. Unter dem vierten Präfidenten Madison (1808
— 17) brach infolge der Befitzergreifung von Osiflorido
1812 ein Krieg mit England aus, der, meist nachteilig
für die B. S. d. A., durch den Frieden zu Gent (24. Dez
1814) beendigt ward. 1812 und 1816 wurden Louisianga
und Indianga als 18. und 19. Staat aufgenommen. Unter
zem fünften Präsidenten Monroe (1817 25) ward Missis⸗
sippi, Illinois, ÄAlabama, Maine, Missouri und Florida
in die Union aufgenommen; er stellte das Prinzip auf,
daß keine europ. Macht in Nordamerika neue Kolomen
aulegen, noch alte erweitern duͤrfe (Monroe⸗Doktrin)
Die folgenden Präsidenten waren Quincy Adams und
Jackson (1829 —37), unter denen der Parteistreit zwischen
den sich auf die fuͤdl. Pflanzerstaaten stützenden Deno⸗
kraten und den Republikanern (Whig) der nördl. In—
dustriestaaten begann. Als neue Stanten wurden 1836
Arkansas, 1837 Michigan, 1845 Florida und Texas,
1846 Jowa, 1847 Wisconfin, 1850 Halifornien, 1858
Minnesota, 1859 Oregon, 1861 Kansas aufgenommen.
Es folgten als Präsidenten 1837 van Buren, 1841 Harri⸗
son, dann Tyler, 1845 Polk, 1849 Taylor, 1850 Fill⸗
more, 1853 Pierce, 1887 Buchanan. Die Erwerbung
»on Texas veranlaßte 1846 einen Krieg mit Mexiko
derselbe ward 2. Febr. 1848 durch deu Frieden von
Gugdelupe-Hidalgo beendet, welcher der Union Ober—
kalifornien und Neumexiko einbrachte. Die Folge dieser
Gebietserweiterung war die Austragung der Stlaven—
jrage; die Spannung zwischen den Norde iund Südstaaten
ührte endlich zum Bürgerkrieg. Dem Ubergewicht der
Nordstaaten uͤnter Praͤsident Lincoln gegenüber konstituier⸗
en sich (18. Febr. 1861) die Südstgaten'als „Konföderierte
Staaten von Nordamerika“ und wählten Jefferson Davis
zum Präsidenten. Dies und die Wegnahme des der Union
gehörigen Forts Sumter (14. April) führte den Krieg
herbei, der pon den Nordstaaten (Unionisten) gegen die
Südstaaten (Sezessioniften) mit abwechselndem — ge⸗
führt wurde, bis der nordstagtliche General Grant o. April
8364 den füdstaatlichen General Lee nach fünftägiger
Schlacht vollstündig befiegte, worauf sich 17. April John⸗
son dem General Sherman und bis zum 26. Mai alle
üdstaatlichen Truppen ergaben. Lincoln, der 22. Sept.
4862 die Sklavenemanzipation protlomiert hatte und
1864 wiedergewählt worden war, wurde 14. April 1868
ermordet; nach ihm wurde Johnson Präsident und nach
diesem 1860 Grant, unter vem vie Neger den vollen
Genuß der bürgerlichen und polit. Rechte erlangten. Weiter
traten 1863 Westvirginig, 1864 Nevada, 1887 Nebrasko
als nene Staaten in die uUnion cn 17867 erwarben die
V. S. v. A. Alaska von Rußland; die Alabamafrage (s. d)
wurde 1872 zugunsten der B. S.'v. N. geschlichtet, ebenso

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die San-Juan-Frage. 4. März 1877 wurde Hayes Prä⸗
ident; ihm folgte 1881 Garfield, an dessen Stelle, nach
einer Ermordung in demselben Jahre, der Vizepräsident
Arthur trat. 1885 wurde Eleveland Präsident, dem 1889
Harrison folgte, bis ihn 1893 Clevpelaud wieder ablöste.
Als neue Staaten wurden 1889 Montang, Washington,
Nord⸗ und Süddakota, 1890 Idaho und Wyoming, 1806
ltah aufgenommen. Nachdem schon unter Harrison die
hußtzzöllnerische Richtung unter Führung Mackinleys ihre
Absichten durchgeseht hatte, wurde sie weiter befestigt
hurch die Präsidentschaft Macginleys (1807 1801). Rach⸗
dem dieser zum zweiten Male erwählt war, starb er
14. Sept. 1901 an den Folgen eines ütlentats. Sein Nach⸗
olger war der Vizepräsident Roosevelt, der auch 1904 wie⸗
ie wurde. Unter Mackstinley wurden die Sand—
vichinseln annektiert (1897), und es gewannen auch die
mperialistischen Tendenzen größere Ausbreitung. 1898
am xs wegen des Aujsstandes auf Kuba zum Kriege
nit Spanien, in dem dieses besiegt wurde. 5 Pariser
Frieden (10. Dez.) mußte Spanien Kuba, Portoriko und die
bhilippinen abtreten. Auf letztern aber widerstrebten die
kingeborenen der Herrschaft der Amerikaner, und es kam
zu langwierigen Kaͤmpfen. Bei der Teilung der Samoa⸗
nseln (1809) erhielten die B.S.p. A. Tukuila. Ferner
ʒeteiligten sie st an der Herstellung der Ruhe in China
1800 -1). Günstige Erfolge hatten die BS. N. auch in
er Erlaugung des Baues eines Panamatanals nad vbe
einem Grenzstreit (1903) mit Kanada (s. d.). Im Innern
wurden Versuche zur Einschränkung der großen Trusts
und der Einwanderung europ. Arbester unternommen.
Bgl. Ratzel (2 Bde. 187880; Bd. 2 in 3. Aufl. 1893),
pon Hellwald (2 Bde., 188865), von Hesse-Wartegg
Bde., 2. Aufl. 1887), Whitney Fengl., 1889 u 1894),
Diercks (1803), Shaler (engl., Bde., 1894), Ganneli
sengl., 1808), Blum (1903) Hötzsch (18903), Goldberger
10908); zur Verfassungsgefchichte: Holst (1888), Bryce
engl. 3 Bde., 8. Aufl. 4803 -95), Rentner (1801); zur
Reschichte: Bancroft (12 Bde. deutfch 1845 75), Neumaun
3 Bde, 1863-66), Higginfon (deutsch 1876), Andrews
engl., 2 Bde., 1885) Thorpe (engl., 3 Bdel, 1901).
Vereinsrecht, s.Vereint.
Vereinstaler, die durchh den Wiener Münzvertrag
»om 24. Juni 1857 vereinbarte Münze 18/, FIl. süd⸗
deutscher und 195 Fl. österr. Währung, ist im Deutschen
—A geblieben.
Bereinswesen, s. Vereine.
Vereintblutler, s. Kompositen.
Verengerung, s. Striktur.
Vererbung, J. Erblichkeit.
Vererzung, s. Versteinerungen.
Verespatat (spr. werresch auch Vöröspatak, Groß⸗
zemeinde in Siebenbürgen, Komitat Unterweißenburg,
1800) 3350 E.; berühmte Goldbergwerke im Berge Kirnik.
Verfall, der Zeitpunkt, mit welchem eine Berechtigung
endigt oder eine Verpflichtung zu ercfuͤllen ist. Von he
sonderer Bedeutung ist der 8 beim Wechsel; der Tag,
welcher im Wechsel als Zahlungstag bezeichnet ist, i
der Verfalltag. V., in der Medizin, s. Kollaps.
Verfälschungen geschehen bei Nahrungs- und Ge—
iußmitteln zumeist in gewinnsüchtiger Absicht und werden
mit den wichtigsten dieser Waren meist derart vorgenommen,
daß das Gewicht oder Quantum erhöht oder das Ansehen
verbessert wird, Besonders Butter, Mehl, Zucker, Wurst,
Zewürze, Kaffee, Tee, Wein, Milch ĩc. unterliegen V.
Die B. von Nahrungs- und Geuußmitteln wird nach dem
deutschen Reichsssgeseze vom 11. Mai 1i870 mit Gefängnis
bis zu 6 Monaten, wenn dieselbe den Tod zur Folge hat,
nit Zuchthaus bis zu 5 J. bestraft. (S. auch Fälschung.)
— Bgal. Dammer, „Illustriertes Lexikon der 8 (1887);
Stutzer, „Nahrungs- und Genußmittel“ (1894).
Verfangenschaftsrecht, s. Devolutibn.
Berfassung, Staats · V., die Summe der rechtlich be—
sründeten Einrichtungen, durch welche der Staut ais
anisches, souveränes Gesamtwesen erscheint, insbes. die
se en über die Staatsform, über dab Verhältnis
wischen der Staatsgewalt und der ind viduellen Freiheit,
iber die Form der Ausübung der Regierung oder die
Beteiligung der Staatsangehörigen daran (Berfassungs⸗
recht) und die sie enthaltende Urkuͤnde Konstliutionde dur