Vin

Stifter der Priester der Mission (Lazaristen, s. d.) und de'
Barmherzigen Schwestern, gest. 27. Sept. 1660 zu Paris
1737 heilig gesprochen, Tag: 18. Juli s[s. Beilage: Hei—
lige ac.]. — Biogr. von Maynard franz., 4 Bde., 1860
deutscher Auszug, ꝰ Bde. 1878), de Broglie (5. Aufl, 1899)
Binzenzvereine, kath. Vereine für innere Mission,
Armenyflege zc. u Ehren des heil. Vinzenz von Pau
nannt. Weibliche Vereine derfelben Art sind die
Elisabethvereine.
Viõla L. Beilchen, Pflanzengattg. der Violazeen, überall
erbreitete Kräuter. V. letri Tam (Waldveilchen),
J. mirabilis L. (Wunderveilchen), V. Aorata (wohl⸗
riechendes oder Märzveilchen) bei uns hänfig; letzteres
in vielen Varietäten (darunter das hochstämmige Baum
veilchen) Zierpflanze. Das auf den' MAern überall ge⸗
meine wilde Stiefmütterchen oder Freisamtraut, V. tri
oðlor L., dessen Kraut Geilchenkraut) in Form von Tet
als blutreinigendes Mittel bei Hautkrankheiten der Kinder
benutzt wird, hat mit V. altatea Fall. das Pensée- oder
Bartenstiefmuͤtterchen hervorgebracht, das in sehr vielen
duntfarbigen Varietüten gezogen wird.
Vidla, auch V. alta, früher V. as praccio (spr. brat⸗
scho) Armgeige, zum ünterschied von der Kniegeige, der
. da gamba (s. Gambe), j. v. w. Bratsche; auch eine
Orgelstimme. V. d'amöro, ein bratschenähnliches, ehe⸗
nals sehr beliebtes Geigeninstrument; V. ů bardoneé, s.
Bariton. [Geschwüchte, Entjungferte
Biolation (lat.), Verletzung, Schündung; Violata, die
Violazeen, Pflanzenfamilie der Zistifsoren, Kraͤuter
her gemäßigten Zone und trop. Sträucher.
Biodle, eine an der Schwanzwurzel gelegene, einen sehr
übel duftenden Stoff abscheidende Hautdruͤse des Fuchses.
Biolent (lat.), gewalisam, heftig; Violenz, Gewalt
amkeit, Ungestüm.
Violétt frtz.), veilchenblau, die Mischung von Blau
und Rot; inm Spektrum die Farbe der am meisten brech⸗
baren Strahlen des Sonnenlichts.
Bioletta (ital.), kleine Viola (Bratsche); auch Violine
Biolettblindheit, sJ. Farbenblindheit.
Violettrubin, s. Amethyst.
Violine (frez. violon, itdl. violino), Diskantgeige,
Jewöhnlich nur Geige, mit 4 in g, d, ã und s gestimmten
Saiten und nach der Höhe zu beträchtlichem Umfang, das
wichtigste Orchesterinstrument, im 17. Jahrh. in Jtalien
u ihrer jetzigen Form ausgebildet. Berühmte Violin—
eir älterer Zeit: Corelli, Tartini, Baillot, Paganini,
Beriot, Spohr, Vieunxtemps u. a. lebende: —X
Wilhelmi, Saͤrasate, Sauret, Sivori, Ysaye u. a. Be—
rühmte Violinschulen von Spohr, David, Baillot, Alard
u. . Bal, Wasielewski (3. Aufl. 1803); Witting
„Geschichte des Violinspiels“ (18900).
Violĩino di poonetto (ital., spr. pottt-), V. pioedlo,
J. v. w. Poccetta.
Biolinschlüssel, s. 6-Schlüssel.
Viollet⸗le⸗-Nyuc (syr. wioileh Ie dück), Eugene Em—
mannel, franz. Architekt, Archäolog und Kunsthistoriker,
geb. 21. San. 1814 zu Paris, gesi. 17. Sepi.“ 1879 in
Lausanne, Hauptkenner der Gotik; Haupiwerk“ „Diotionnaire
 raisonné de Varchitecturè franqaise du XIe au
XVI siécle“ (10 Bde., 1834 -69).
Biolon (frz., spr. wiolong), eigentlich Violine; ge⸗
wöhnlich der Kontrabaß (s. d.), auch'in 16füßiges Vedel—
register der Orgel.
Violoncells (ital. spr. -tschello), Cello oder kleine
Baßgeige, Solos und Orchesterstreichinstrument, wie Geige
und Bratsche gebaut, aber größer, mit 1Eaiten in O, G,
ds gestimint. Beruͤhmte Cellofpieler der Neuzeit: Grütz⸗
macher, Popper, Serbais, J. Klengel, O. Beurr un
Bgl. Wasielewfti (1889).
Blonville (ipr. wiongwil), Dorf im Bez. Lothringen,
Landkr. Metz, 19 xm westl. von Metz, (1800) 344 E.
über die Schlacht von Vs. Mars-le-Tour
Biotti, Giovann Battista, Violinvirtuos und Kom—
ponist, geb. 28. Viai Iedgezu dontaneti in ernnnt
gest. 3. März 4824 in London; seine zahlreichen Konzerte
Sonaten, Etͤden werden noch viel fur den Unterricht benutzt
Bipern (Viperidao), Familie der Giftschlangen, mit
lnten ftart ahgesetztem, blei ten Kopfe, vhne Guube zwischen
uge und Nasenloch; lebendiggebürende htlig

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Beute (bes. Mäuse) ausgehende Schlangen der Alten Welt.
dierher die ägyhpt. Horu⸗B. (Ceragtos aegyptiacus Dum.
Bibr.), gelbgrau, dunkel gefleckt, Nordafrika, die Gattg.
vipéra Giper) mit der Afspis-V. (ital. V., V. aspis
Merr.), sehr verschieden gefärbt und gezeichnet, meist asch⸗
Jrau mit 4 Längsreihen dunkler Flecken, Südwesteuropa,
Italien, Schweiz, Tirol ꝛc., der Sand⸗V. (V. ammodytes
Dum. et Bibr.) mit hornartig verlängerter Schnauzen⸗
pitze, meist aschgrau, mit dundelm Zickzackband, der ge—
ührlichsten europ. Giftschlange, in den Mittelmeerländern,
und der Puffotter (V. oder diotho arietans Grov), einer
her größten (15 0) und gefährlichsten B. des trop. und
emäßigten Afrikas; die Kreuzotter (s. d.).
Vipernatter, sJ. Nattern.
VBique, span. Stadt, s. Vich.
Birago (lat.), Mannjungftau.
Virchow, Ruͤdolf, Patholog, Anthropolog und Poli⸗
iler, geb. 18. Okt. 1821 in Schwelbein (Pommern), 1849
Krof. in Würzburg, 1886 in Berlin, gesi. daf. 8. Sept. 1902;
Begründer der Zeüularpathologiel(f. d.) verdient um öffent⸗
iche Gesundheitspflege (Kanaltsation, Desinfektion, Schul—
Phicue Lazarettwesen), ferner durch Veranstaltung von
Ausgrabungen, Arbeiten über Rassen, Schädelmessungn. a.;
eit 1859 Stadtverordneter von Berlin, feit 1863 auch
Mitglied, des preuß. Abgeordnetenhaufes sowie 1880 03
es Deutschen Reichstags, Mitbegrunder der Fortschritts⸗
»artei. Hauptwerke: „Jeilularpathologie“ (4. AÄufi 1872),
Vorlesuüngen über Pathologte“ (a Bde. 1862 - 67),
Handbuch der speziellen Vathologie und Therapie“ (ge⸗
neinsam mit andern, 6 Bde, 1834 -76), „Lehre von
»en Trichinen“ (8. Aufl. 1866), „Uber den Dree
1868) u. a.; ee des „Archivs fuͤr pathol. Ana—
omie und Physiologie⸗ (1847 fg.Rund der, Zeitfschrift für
Ethnologie“ (1868 19.. — Vgl Becher (18639, Waldeher
19803), Ebstein (1805).
Bire (spr. wihr), Stadt im franz. Dep. Calpados,
am Küstenfluß Vire, (1901) 6517 E.
Virement (frz. spr. wir'mang), in Frankreich bei den
Lirobanken das AÄb- und Zuschreiben der wechselseitigen
Berbindlichkeiten der Kontoinhaͤber; im Finanzwesen die
Ausgleichung in den Unterabteilungen eines größern Bud⸗
jetpostens dur Kompensation des Defizits in einzelnen
»urch Ersparnisse in den andern.
Birgilius oder Vergilius, Publins V. Maro, röm.
Dichter, geb. 58. Okt. 70 v. Chr. zu Andes bei Mantug,
gest. 21. Sept. 19 v. Chr. zu Brundusium; Hauptweri
das Epos „Aensis“; ferner, Rologae“ Horuen und
Georgieca“ Eesgedicht über den Landbau); Ausg. von
Kibheck (18538 —68; 2. kürzere Ausg. 18904 95), Fotbiger
4*. Aufl. 1872 75), Schulausg. von Ladewig, Käppes u.u.;
uͤbersetzungen von Voß, Binder u. a.
Virgilins der Zauberer, die im Mittelalter sagen⸗
haft verherrlichte Gestalt des altröm. Dichters V., den nan
zuch als prophetischen Zeugen für den Messias benntzte,
owie seine Werke zur Schicksalsbefragung (Stichomantie).
Sammlungen der Sagen erschienen feit dem 16. Jahrh.
n franz., engl., nie derlünd. Sprache und fpüter ins Dentsche
ibertragen. — Val. Comparetti (2. Aufin. 2 Bde. 1806
deutsch 1875).
Virginal, auch Dietrichs Drachenkämpfe, Dietrich
ind seine Gesellen oder Dietrichs erste Ausfahrt, Dich⸗
ung der deutschen Heldensage im Berner Ton, um 1280
entstanden (h9. von Zupitza, 1870).
Virginal, Musikinstrunient, s. Spinett.
Virginia (spr. wördschinnie), einer der östl. Staaten
der Nordamerik. Union, am Atlänt. Ozean, 100 680 qkm,
1900) 1854 184 E., davon 661329 Farbige; an der Küste
eben, im Innern gebirgig (Alleghanies)/ vom Potomac
und James River bewässert; Hauptstadt Richmond. —
B.ist die älteste europ. Kolonie in Nordamerika, wurde
1684 von Raleigh zuerst besncht, 1607 als engl. Kolonie
gegründet, im Unabhängigkeitskriege von großer Bedeu⸗
kung, im Sezessionskriege auf Seiten der Konföderierten
Staaten; 1861 trennte sich Westvirginia (s. d.) von V.
Birginla, Tochter des röm. Pledejers Virginius, an⸗
leblich von ihrem Vater getötet, als Appins Eicudius
hre Ehre bedrohte.
Virginia City (spr. wördschinnle ßitti), Stadt im
nordamerik. Staate Nevada, (1900) 2695 6.