Virginische Inseln (Birgin Islands, Jungfern—
seln). etwa 100 nur zum vierten Teil bewohnte Inseln
in Westindien, östl. von Portoriko, 694 qkm, (1889/1803)
12 284 E. Der westl. Teil gehörte bis 1808 den Spaniern,
seitdem amerikanisch (zu Portoriko), der östl. den Englün⸗
dern (zu den Leeward Islands), die Mitte den Danen.
Amerikanisch sind: Culebra und Culebrita (Schlangen⸗
insel; 35 qkkw, 1899: 704 E.), Vieques (Krabbeninsfel),
usammen 170 q«km, (18899) 6642 E.; danisch: Santi
Thomas, Sainte⸗Croix, Saint John, zufsammen 357 qlm,
(1801) 80527 E.; englisch: Tortola, Virgin Gorda, Äne
gada u. a., zusammen 167 4km, (1908) 5115 E. Te
auch Beilage: Nordamerika.]
Virginische Nachtigall, der Kardinal (s. d.).
Virginischer Hirsch, s. Hirsche und Tasel: Ame—
kanische Tierwelt, 8.
Birginische Schlangenwurzel, s. Aristolochia
Virginische Wachtel, s. Baumhuhner.
Virginität (lat.), Jungfräulichkeit.
—DD—
Viridarium (lat.), Lustgarten; Kalthaus.
Biril (lat.), männlich, mannhaft; Virilität, Mann—
varleit; Virilportion, der auf den einzelnen kommende
Anteil (bei Ien Birilstimme, Einzelstimme, im
Gegensatz zur Gesamtstimme, Kuriatstimme “(f. d.).
Virje, Gemeinde in Kroatien-Slawonien, (1900)
Virolafett, s. Myristica. [11937 E
Birovititz, Komitat und Stadt, s. Veröcze.
Virtuéll irz.) oder virtual (neulat), dem Vermögen
nach vorhanden, aber nicht tatsuüchlich wirksam, s. v. w.
poten tiell.
Birtuelles Bild, durch scheinbare Vereinigung der
don einem Gegenstand kommenden Lichtstrahlen entstehendes
Bild in Spiegeln; läßt sich nicht auf einem Schirm auf⸗
——
Virtuss (ital.), ein Meister in der Ausübung einer
Kunst, bes. in der Musik, meisterhaft; Virtnosität, Kunst⸗
fertigkeit, Meisterschaft.
Virulent (lat.), giftig; Virnlenz, die Fähigkeit der
pathogenen Bakterien, giftige Produkte auszuscheden und
eine Erkrankung hervorzurufen.
Bifa (lat.), Paßbeglaubigung, s. v. w. Visum.
Bis⸗a⸗vis (frz. spr. wifawih), gegenüber; Visavis,
das Gegenüber.
Bißaya, Volksstamm auf den Philippinen.
Biscacha (spr. wiskatscha), s. Hasenmäufe.
Vischer, berühmte Erzgießersamilie Ruͤrnbergs. Her
mann V. der LÄltere wurde 1463 Meister in Nürnberg,
gest. 1487. Sein Sohn Peter V. der Altere, geb. um 1058
gest. J. Jan. 1529 zu Nuͤrnberg, Schoͤpfer des Grabmals
des Erzbischofs Ernst im Dom zu Magdeburg und des
Sebaldus-Grabmals in der Sebalduskirche zu Nurnberd
(1518). Seine Söhne: Hermaun V. ver JFüngere (1490
616), Hans B. und Peter V. der Juͤngere, schufen
schöne Grabdenkmäler zu Aschaffenburg und Wittenberg
Vischer, Friedr. Theod., Asthetiker' und Dichter, ge
30. Juni 1807 zu Ludwigsburg, feit 1869 Prof. am Poly⸗
technikum zu Stuttgart, gest. 14. Sept. 1887 in Gunnden
Hauptwerk: „Asthetik oder Wissenschaft des Schönen“
Bde., 1847 88); ferner: „Kritische Gänge“ (1844
Neue Folge 1861 73), die Satire (pseudonym) „Faust,
der Tragödie 8. Teil“ 1862; 2 Auft. 1886) der humo⸗
ristische Roman e 1878; Volksausg. 1904),
„Lyrische Gänge“ (8. Aufl. 1800), „Vorträge“ (Bd. 16
1888 1805) u. a. — Vgl. Frapan (2. Aufl. 1889), Ziegler
883). —, Sein Sohn Robert B. geb. 22. FebrBa in
Tübingen, seit 1893 Vrof. der Kunstgeschichte in Göttingen;
ichrieb: „Kunstgeschichte und Humanibinus (1880) uͤ. a
Vischering, J. Droste zu Vischering.
Vischnu, J.Vishnu.
Vis comĩoa (lat.), Kraft der Komik.
Visconte (ital.), s. v. w. Vicomte.
Visconti, lombard. Familie, feit 1277 Herren von
Mailand. Gian Galeazzo V., 1385 Herzog, gest. 1402,
Förderer der Kunst, unterwarf Pisa, Siena, Perugia,
Padua und Bologna. Unter seinen Söhnen trat Verfall
ein. Einer derselben, Filippo Maria, vermählte seine
Tochter Bianca Maria mit Francesco Sforza der fich
1450 der Herrschaft über Mailand bemächtigle.

Vis
Visconti, Ennio Quirino, Archäolog, geb. 1. Nov.
731 zu Roni, gest. 7. Febr. 1818 als Prof. zu Paris;
hauptwerke: „Toonograpiue Freegque“ (1808) und
Joonographie romaine““ (von Mongez vollendet, Bde.
817 33). —, Sein Sohn Luigi V Architekt, geb.
. Febr. 1791 in Rom, gest. Dez. 1853 in Paris; schuf
dapoleons J. Grabmal im Invalidendom, begann den
Ausbau des Loupre. — Dessen Vetter Pietro Ercole V.,
ois 1870 Direktor der vatikanischen Kunstsammlungen,
zest. 1880; schrieb ein ee über die berühmtesten
Familien des Kirchenstaates (9 de. 1847 fg.)
Bisconti⸗Venosta, Emilio, Marchese, ilal. Staats—
nann, geb. 22. Jan. 1829 in Mailand, seit 1889 für die
kinigung Italiens tätig, 186360 1869 - 76, 1896 -98
und 1888-1301 Minister des Auswürtigen 1816 zum
Marchese, 1886 zum Senator er—
joben.
Viscount (engl., spr. wei
'aunt), s. Vicomte.
Visoum L., Mistel, Pflanzen⸗
gattg. der Loranthazeen, immer—
rüne Baumschmaroßer. Bei uns
7. album L. (weiße Mistel [Abb.
824; 2 männliche, bweibliche
Blüte, e Frucht, d Längsfchnitt
durch dieselbe, o, ¶ Schnikte durch
die Anheftungsslelle auf der Nähr⸗
flanze)), Laub⸗ und Nadel⸗
jölzern, ein Busch mit gablig
erzweigten Asten uünd gelblichen
Beeren; spielt in der antiken und nord. Mythologie eine
zroße Rolle, in England noch jetzt bei der Weihnachtsfeier.
Visegraͤd (spr. wische), deutsch Plintenburg Groß⸗
gemeinde im ungar. Komitat Pest⸗Pilis⸗Solt⸗Kleinkuma
nien, x. an der Donan, gegenüber von Nagymaros, (1900)
5608 E.; Ruinen der Königsburg B. (teilweise restauriert).
Visegrad (spr. wische), Stadt in Bosnien, an der
Mündung des Rzav in die Drina, (1895) 15826.
Visehrad, Stadtteil von Prag, s. Wyschehrad.
Biselia, portug. Badeort, s. Calbas.
Viseu, portug. Stadt, s. Vizen.
Bisha, s. Pfeilgifte.
Vishnu GWischnu), ind. Gott, der im Rigveda keine
Lroße Rolle spielt, späler im Hindnismus mit Brahma und
Fiva, die ind. Dreieinigkeit s. Trimurti) bildet und der
opulärste Gott geworden ist Tafel. Religionen U, 37
Seine Verehrer, die Vaifhnavas oder Risch · —
tniten, find heute die verbreitetste ind. Re — —
Jionspartei, wozu 2 seiner 10 Verkörperungen m *
J. Avatära), die als Raͤma (s. d.) und Krifhna 9
is. d.M bes. beigetragen haben. u
Dsber (lat.), —— Visibilität, Sicht- A
arkeit.
Visier (lat.), das bewegliche, das Gesicht —
deckende Gitterwerk am Helm; bei Fenerwaffen
der hintere, dem Ange des Ziekenden (Rich 4825
enden) zunächst befindliche Teit der Vifier- 33
inrichtunug oder Zielvorrichtung mit scharfem j
xFinschnitt im obern Teil (Kimme); bei e Waen
interscheidet man das fest auf dem Lauf angebrachte
Stand-V. [Abb. 1825) und das aus mehrern Klappen
Bisierklappe, kleine Klappe) be—
tehende Klappen⸗V. mit dem ver—
schiebbaren Schieber ⸗V. (Oua⸗—
ranten- oder Treppen⸗V. [IAbb.
1926)), bei Geschuͤgen liegt das
de ea e
. d) . — An Meßwerken heißt B.
s. Sehspalte, der hintere Diopter. 10906. Schiebervisier
Bisierblendung, Stahlschild auf Kanonen oder La—⸗
fetten zum Schutze des Zielenden gegen Geschosse, mit Schlitz
zum Bisieren.
Visiereimer, s. Eimer.
Visieren (lat.), zielen, aufs Korn nehmen (s. Visier);
den Rauminhalt eines Gefäßes bestimmen; einen Paß mit
dem Visum (s. d.) versehen.
Bifierlin e, Rictungslinie, Linie, die vom Auge des
Schützen durch die Kimme des Visiers über die Spibe des
—R

927

*