Bivien de Saint⸗Martin (spr. wivläng de ßäng
nartäng), Louis, franz. Geograph, geb. 22. Mai 1808
zu Saint-Martin de VJontenay (Dep. Calvados), gest.
3. Jan. 1897 in Paris; schrieb: „Ptude sur Ia géographie
grecquo et latine de VInde“ (3 Bde., 18358 - 60), „Le
Nord d'Afrique dans Pantiquâté grecque et romaine“
(1863), Histoire de la géographique et des déçcouvertes
géographiques“ (1878), „Nouveau dictionnaire de
géographis upiverselle“ (zusammen mit L. Rousselet,
7 Bde., 1876 -95) und „Atlas universel de géographié
noderne, ancienne et du moyen âge“ (1877 s9.).
Vivipaären (lat.), lebendige Junge gebärende Tiere
Vivis, deutscher Name von Vevey.
Bivifektion (lat.), die Vornahme eingreifender Ope—
rationen am lebenden Tiere zur Ermittlung der Funk—
tionen innerer Organe, wichtiges Hilfsmittel der physiol
und pathol. Forschüng, von den Tierschutzvereinen lebhaf!
bekämpft; vgl. bes. Erust von Weber (1879), der 1880 den
Internationalen Verein zur Bekämpfung der wissenschaft⸗
lichen Tierfolter (Sitz: Dresden) gründete; dagegen Hei—
denhain (1879 u. 1884), Rawitz (1808), Flesch (1800).
Vsvos vooo, mortũos plango, fulgura frango
(lat.), die Lebenden rufe ich, die Toten bheklage ich, die
Blitze breche ich (häufig Glockeninschrift).
Bixorit, s. Knallzucker. [Siebenbürgen.
VBizakna (spr. wis.), ungar. Name von Salzburg in
Bizcaya (Viscaya), bask. Provinz, s. Biscaya.
Vizconde (span.), s. v. w. Vicomte.
Bize (vom lat. vicis), an der Stelle, anstatt, zeigt vor
Amtstiteln den Stellvertreter an, z. B. Vizeprähdent
VBizeadmiral, s. Admiral.
Vizedeckoffiziere, früher Vizeseekadetten, die Reserve—
offizier⸗ und Ingenieuranwärter der dentschen Marine
Vizemaschinisten, ⸗»steuerleute, ⸗feuerwerlker).
Bizefeldwebel, bei den berittenen Waffen Bize—
wachtmeister, im deutschen Heere ein Unteroffiziersgrad
zwischen Sergeant und Feldwebel (Wachtmeister).
Bizekönig, Stellvertreter eines Königs, Titel det
Beneralgouvernenrs von Brit.-Ostindien.
Vizela (Visella), portug. Bad, s. Caldas.
Bizeun (Biseu), Hauptstadt der portug. Prov. Beiro
Alta, an der Ribeira d'Asnes, (1900) 8216 E.; große Messe
Vizewachtmeister, s. Vizefeldwebel.
Vizinal (lat.), nachbarlich; Vizinalweg, Feldweg, der
stachbarortschaften verbindet.
Bizzini, Stadt auf Sizilien, (1901) 17764 E.
Viosa, Fluß im südl. Albanien, im türk. Wilajet
Jannina, entspringt am Mezovon, muͤndet in die Straße
von Otranto.
Blaardingen, Stadt in der niederlünd. Prov. Süd⸗
jolland, an der Neuen Maas, (1899) 16662 E.; Fischerei.
Blachos, Angelos, neugriech. Staatsmann und Schriftsteller,
 geb, 1838 in 8— 1887 -90 Gesandter in Ber⸗
lin, 1885 Kultusminister; schrieb; „Lyrische Gedichte“
(1875), „Lustspiele“ (1870), kritische Studien über neu—
griech. Dichter, „Grammatik“ (5. Aufl. 1879) und „Chresto⸗—
mathie“ (2. Aufl. 1883) des Veugriechischen.
Blacich, Maͤtthias, luth. Theolog, s. Flacius.
Vlaemen, s. Flämen.
Blasca (Blafchka), rumän. Kreis, im S. der Großen Wa—
achei, 4488 qk, (1889) 202 7s89 E. ; Hauptstadt Giurgiu.
Bleet (hollünd.), Treibnetz zum Heringsfang.
Blieland, Insel in der Nordsee, zur niederländ.
Prov. Ideneand gehörig, 532 4km, (1898) 728 E.,
Reede mit Leuchtturm.
Vlies (vom lat. vellus), Schaffell mit der Wolle.
Berühmt in der griech. Sage ist das Goldene V. zu Kolchis,
.Argonauten. — Der Orden des Goldenen V. der höchste
Orden in Spanien und Osterreich, von Herzog Philipp III.
von Burgund 10. Jan. 1480 gegruͤndet, ging von den Her—
zögen von Burgund auf das Haus Habsburg, nach Karls V.
Tode auf die Könige von Spanien über, wurde jedoch, als
1715 die span. Niederlande an Osterreich fielen, seitdem
auch von dessen Regenten verliehen (hier aber alter Ge—
schlechtsadel und kath. Religion Bedingung). Ordens—
zeichen: ein durch einen Ring gezogenes und von diesem
nach beiden Seiten herabhängendes goldenes Widderfell,
darüber ein von Flammen unigebener Feuerstein; Devise
Protium laborum non vile.
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon. 5. Aufl. 11.

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Vög

Blissingen Wliefsingen), Hafenstadt in der nieder—
änd. Prov. Secland, guf der Infel Walcheren, an der
MNündung der Westerschelde, (18889) 18 806 E., über—
tahrt un England. Karte; Niedérlande ꝛc. 1, 3.1]
Blotho, Stadt im preuß. Rege⸗Bez. Minden, I. an
der Weser, (1905) 4728 E., Amtsgericht, Stahlquelle.
Vöcklabruck, Bezirksstadt in Oberösterreich, an der
Böckla (zur Ager), (1800) 2028 E.
VBöcklamarkt, Marktflecken in Oberösterreich, an der
Böckla, (1800) 28209 E.
Vodena, Stadt im türk.«mazedon. Wilajet Saloniki,
14900 meist cristl. E. Tabaka uͤnd Terxtilindusirie
Vogel, Christian Leberecht, Maler, geb. 6. April 1759
u Dresden, Prof. an der Akademie daf. gest. I1. April
1816. — Sein Sohn Karl V. von Vogelftein, Historien—
naler, geb. 26. Juni 1788 Wildenfels im Erzgebirge,
820 - 53 Prof. an der Akademie zu Dresden, gest.
—DDDD —A—
Vogel, Eduard, Afrikareisender, geb. 7. Murz 1829
n Krefeld, 1851 Assiftent an der Sternwarte zu London,
ͤbernahm 1853 im Auftrage der engl. Regierung eine
Erpedition nach Zentralafrika, gelangte 188384 von Tri—
polis aus über Mursuk vach Bornu (Kuka), drang 1855
nach Jakoba und dem Binue vor und wurde Febra 1886
hei einer Reise von Knka nach dem Tsadsee in Wara
Wadai) exmordet. — Biogr. (1863) von seiner Schwester
Elise Polko (s. d.).
Bogel, Hermann Karl, Astronom und Astrophysiker,
Jeb. 8, April 1842 zu Leipzig, seit 1882 Direktoör des
Ineen Observatoriums in Potsdam; schrieb
aͤber Nebelflecke, Planetenspektra ꝛc.
Vogel, Hermann Wilh., Photochemiker und Spektral—
malytiter, geb. 16. März 1884 in Dobrilugk, seit 1864
zehrer an der Berliner Gewerbeakademie (jchtt Technische
dochschule), gest. 17. Dez. 1808 in Charlottenburg. Er
rfaund ein Photometer, die sog. — ————— (Körper,
velche die Lichtempfindlichkeit der Silbersalze erhöhen),
die orthochromatischen Platten, eine Art des Naturfarben-)rucks;
 schrieb: ‚Kehrbuch der Photographie“ (Bd. 1u. 4
in 4. Aufl. 1890), „Die chem. Wirkungen des Lichts und
die Photographie“ (2. Aufl. 1883), „Praktische Spektral⸗
analyse irdischer Stoffe“ (2. Aufi. TI. 1, 1889) u. a.
Vogel, Hugo, Maler, geb. 16. Febr. 1865 in Magde—
hurg, in Düsseldorf gebildet, lebt in Berlin; Geschichts—
hdilder aus der Reformationszeit: Luther predigt auf der
Wartburg (1888), Der Große Kurfürst empfängt franz.
Refugits (1885); Wandbilder im Ständehaus zu Merseung
 (1800), Bildnisse (Der Senat Hamburgsu. a.).
ogel, Karl, —— geb. 4. Mai 1828 in Hers⸗
feld, seit 1883 Zeichner, später Vorstand des Topogr.
Bureaus von Perthes geograph. Anstalt in Gotha, gest.
46. Juli 1897; Hauptwerk eine Karte des Deutschen
Reichs (1889133) in 27 Blättern, 1: 500 000.
Vögel (Aves), Klasse der Wirbeltiere, gleichwarme
warmblütige), befiederte, durch Lungen almende, hart—
chalige Eier legende Tiere mit hornigem Schnabel, zwei
Füßen als hintern und zwei Flügeln als vordern Glied—
maßen. Knochen hohl (pneumatisch), teilweise mit den
Zungen in Verbindung stehend. Herz aus zwei Vors und
wei Herzkammern besiehend; Blufkörperchen oval sTafel:
Blut, 6]. Speiseröhre bei vielen V. mit Aussackung
Kropf) zur Vorverdauung der Nahrung, am untern Ende
mit zahlreichen Drüsen in der Wandung (Drüsenmagen);
der eigentliche Magen (Muskelmagen) entweder dünn—
zäutig bei den von weicher, oder starkwandig, muskulös
dei den von harter Kost sich ernährenden Formen; außer
)em obern Kehlkopf ist, an der Stelle, wo sich die Luftröhrr
in den beiden Bronchien gabelt, noch ein meist mit be—
ondern Muskeln (Singmuskeln) ausgestatteter unterer
»orhanden. Gehirn weit unvollkommener entwickelt als
ei den Säugetieren; von den Sinnesorganen ist Gesicht
ind Gehör am vollkommensten ausgebildet. Die Er—
retionsorgane münden in die Kloake; Harnblase fehlt
illen B. Befruchtung innerlich, Begattuͤng durch ein—
aches Aneinanderlegen der Kloaken, wo nicht ausuahms—
veise (Reiher, Storch, Strauß, Enten, Gänse, Schwane,
nanche Huhnervögel) ein maͤnnliches Begatlungsorgan
2orhanden. Männchen äußerlich häufig durch Groͤße,
Farbe, Hautlappen, Spornbildung, besondere Schmuck⸗
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