Vög

federn 2c. vom Weibchen verschieden. Verschiedene B
leben polygamisch (Hühner, Laufvögel), andere nur mono—
gamisch (Tanben), die meisten nur zur Paarungszeit
monogamisch, sonst in Scharen. Eier nach Größe, Farbe,
Form und Anzahl bei verschiedenen Arten sehr verschie—
den, meist in selbstgebauten Nestern ausgebrütet. Die
Jungen werden entweder von den Alten geatzt, bis sie
flügge sind Mesthocker), oder sie suchen sich sosort selbst ihre
Vahrung Gestflüchter). Je nachdem die V. das gaunze
Jahr hündurch an demselben Orte ————
zur Nahrnngssuche in benachdarte Gegenden begeben,
oder der Kaͤlte und Nahrung wegen im Herbst nach
wärmern Ländern ziehem, unterscheidet man Stand⸗,
Striche und Zug ⸗V.Manteilt die V. in die 10 Ord⸗
nungen der Papageien, KuckucksVB., Spechte, Laughänder,
 Sperlings-B., Raub⸗B., Tauben, Hühner, Lauf⸗
B., Sumpf⸗V., Storche, Enten⸗V. Ruderfüßler, Lang⸗
flügler, Taucher (s. diese Artikel). Alteste Vogelrese
sind die des Archacopteryx in den Solnhofener lithogr.
Schiefern (oberer Jura). Auch in histor. Zeit sind einige
Arten ansgestorben (Hronte, Moa 2c.). Gegenwärtig
leben gegen 10 000 Arten. — vgl. Brisson, Duitno
logia“ (6 Bde. und Suppl., 17860); Buffon,Histoire
usturello des oĩseaux“ (10 Bde. 1770 86), Latham,
A genoral history of birds“ (11 Bde., 1821 -28);
Bray, „The genera of biräs“ (3 Bde., 1847 - 49);
Giebel, „Thescurus ornithologias““ (8 Bden, 18724
7) ꝛc.; übex deutsche Ornithologie: Bechstein (8 Bde.,
1802--12), Naumann (13 Bde. 182260; neu von
Hennicke, Bd. 1, 1908), Chr. L. Brehm (183117 Lutz
3 Bdchn., 1901), Bade (Bd. 1, 1809), Friderich (6. Auff
905) ꝛc.; über Anatomie: Tiedemanu (1810 140), Mar⸗
Voögel, künstliche, s. Flugtechnit. sshall (18985).
Vogelbeereé, s. Sorbus Abb. 1762)].
Bogeldunst, der feinste Schrot (j. d.).
Vogeleidechse, unpassende Bezeichnung für den
chaeopteryx (s. d.).
Vogeilfrei (lat. exlex) hieß ehedem der infolge Er—
läxung in die Aberacht (s. Acht) des Rechtsschutzes Ledige
Vogelkirsche, s. Kirsche.
Vogelklee, Vogeltralte, s. Ornithopus.
Bogelknöterich, Pflanzenart, s. Piygonum.
Vogelleim, Fliegenleim, stark klebende, ie trock⸗
nende Masse zum Bestreichen der Leimruten für den
Bogelfang und der Ruten und Papierkörper für den
Fliegenfang. Echter V. ist das aus der Mistel, bes.
hren Beeren gewonnene Viszin. Eine andere Sorte
tammt aus der Rinde der Stechpalme.
Vogelmiere, Pflanzenart, s. Stellaria.
Vogelmilbe, s. Tiermilben. [12985]
Vogelmilch, Pflanzenart, s. Oxpithogalum IAob.
Bogelmuscheln (Avicultädae), zu den Heteromyarieru
gehörige Muschelfamilie mit seitlichen Fortsützen neben
dem Schloß (sog. Ohren). Die über 100 lebenden Arten
hewohnen die wärmern Meere; die bekanntesten sind die
Perlmnschel, Hammermuschel, Schinkenmuschelꝛc. Größer
ist die Zahl der fossilen B. (über 1000), worunter z. B.
die Gattungen Posidonomya sAbb. 1425) mit fchief ei⸗
förmiger oder runder Schale, vom Silur bis zum Jura,
und Gervillia, mit schief verlängerter, ungleichseitiger
Schale, in Trias, Jura und Kreide vorkommend, in einigen
Urten charakteriftisch für bestimmte Formationen werden.
Vogelnester, indische oder eßbare, s. Salangane.
Vogelperspektive, s. Perspettive
—— die Maßregeln gegen Verfolgung nütz⸗
iger Vogel; durch internationale Kongreffe (1884 in
Wien, 1891 in Budapest, 18905 in Paris) angestrebt,
aher Ihne befriedigende⸗ Ergebnis, einer UÜbereinkunft vom
18. Morz 1802 haden sich Jeclien, Agypten u. a. nicht an⸗
geschlossen. Das deutsche Reichsgeseh von 22. Marg tee
ist zingenügend und soll durch den Gesehentwurf vom April
1906 geändert werden — Vgl. Gloger cneue Ausg. 4Tle.
188 31). von Beriepsched. Nuf 185049)
Vogelsgebirge Wogelsberg) basaltisches Gebirge in
hessen, zwischen Rhöngebirge und Taunus, im Oberwald
n einem 600 mm hohen Platcau auffteigend, im Taufstein
72,m hoch; rauhes Klima.
Vogelspinne, Würg- oder Buschspinne (Mygale
avleularis L., Avieularia voctiaris Deq. IAbb. 1927)),

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u den Erdwebern gehörige große Spinnenart, dunkelhraun
ais schwarz, zottig behaart, frißt außer Inseklen auch kleine
Birbeltiere (z. B. Vögel); Brafilien Gnavana. Verwwandte
Arten auch in den Tropen der
Alten Welt.
Vogel von Falckenstein,
Iduard, preuß. General, geb.
. Jan. 1797 zu Breslau, im
Dän. Kriege 1864 Chef' des
Beneralstabs und Gouverneur
oon Jütland, im Deutschen
driege 1866 Führer der Main—
armee, dann Generalgouverneur
»on Böhmen, im Deufsch-Franz. Feldzuge 1870 —71 Gene—
algouverneur der deutschen Küstenlande, seit 1873 im
Ruhestand, gest. 6. April 1888 auf seinem Gut Dolzig.
Bogel von Vogelstein, Maler, s. Vogel, Chrisutan
eberecht. Istationen.
Bogelwarten, s. Ormnithologische Beobachtungs-Vogelweide,
 Walter von der s. Walter von der
Zogelweide.
Vogelzunge, eine Art Feile (s. d. nebst Abb. 562 9).
Vogesen (ftz. Vosges), Wasgau, Wasgenwald, Grenz⸗
ebirge wishen Elsaß, Lothringen und Franche- Comtet
Karte: Bayern ꝛc. ĩ; Tafel: Bayern re. II, 183], zer⸗
ällt in die obern (südlichen) und die untern (nördlichen) V.
ẽrstere ziehen sich von der Lücke von Belfort 100 -.
ig. 50 Kmbr. bis zu den Quellen der Saar an Donon,
nach S. und O. zum Doubs und Rhein steil, nach Wẽ
allmählich abfallend; höchste Gipfel der Große, Sulzer
»der Gebweiler Belchen (1428 70), der Kleine Belchen
1268 w), der Elsasser Belchen (7845 m), der Hoheneck
1361 m), der Kleinkopf (1882 m) u. al; Vorberge mit
Burgruinen, z. B. der Odilienberg (826 m)y und Gebirgs⸗
een (Weißer See 1050 m, Belchensee 1060 mm); im Ost⸗
whange schöne Täler (Masmünstertal, Lauschtal, Stein—
al), schönste UÜbergangsstraße von Colmar über Münsier
nach Gerardmer; in den Tälern reiche Industrie. Die
niedrigern nördl. V. vom Paß von Zabern langfam nach
Lothringen abfallend, im Großen Winterberg 681 0 hoch.
— Bal. Trinius (1888), Fournier und Franck( franz.,
Vogesen, franz. Departement, s. Vosges. s1800 769
Boghera, Stadt in der ital. Prop Pavia, an der
Staffora, (1901) 20661 E.
Vogl, Heinrich, Tenorist, geb. 15. Jan. 1845 in
München, seit 18683 am Münchener Hostheater, gest. das.
1. April 1900. — Seine Gattin Therese V., geborene
Thoma, geb. 12. Nov. 1845 zu Tutzing, 1883898 an der
Münchener Oper; beide bes. als Wagner⸗Sanger berühmt.
Bogl, Joh. Repomnk, lyrischer Dichter, geb. 7. Febt.
1802 zu Wien, österr. Staatsdiener, gest. 10. Nov. 1866
n Wien; „Lyrische Gedichte““ (2. Aufl 1844), „Balladen
und Romanzen“ (Neueste Folge, 1841), „Klänge und
Bilder aus Ungarn“ (4. Aufi, 18505, „Domsagen“
1845 u. ö6.), „Aus dem alten Wien“ (1865) un
Bal. Schmidt (1868).
Boglei, slaw. Name von Aquileja.
Bogler, Georg Jos., genanut Abt V., Musikthe ore⸗
iker, Orgelvirtuos und Komponist, geb. i5. Juni“1749
n Würzbuͤrg, Kapellmeister in Darmstaͤdt, gest. das. 6. Mai
814; Lehrer von K. M. von Weber und Meyerbeer
Bgl. Schafhäutl (1888).
Vogorides GBogvoridi), Alexander, meist Aleko Pascha
genannt, türl. Staatsmann, geb. 1825 als Sohn des
Fürsten von Samos, Stephan V. (gest. 1859), 1876-78
Botschafter der Pforte in Wien, 1879 64 Generalgouverneur
 von Ostrumelien.
Vogt (vom lat. ad vocatus), früher ein zum ⸗Schutz und
ur Pertretun anderer bestellter Beamter (Schirm⸗B.
dirchen? B.,, Reichs-V., Stadt-V.); jeßt niederer Be⸗
amter, z. B. Schloß⸗B., Feld⸗-V. Vogtei, Vontschaft. Be—
zirk eines V.
Bogt, Karl, Naturforscher, geb. 8. Juli 1817 zu
Gießen 1847 Prof. das., nfolge feiner polit. Tätigkeit
(1848 Mitglied, des Frankfurter Parlaments, 1849 der
Reichsregentschaft in Stuttgart) abgeseht, feit 1882 Prof.
zu Genf, Mitglied des Großen Raͤts und 1878 schweiz.
Nationalrat, gest. 8. Mai 1805 in Genf, Vorkämpfer
des Materialismus; schrieb: „Lebrbuch der Geologie“

19827. Wogelhhuue.