(6. Aufl. 1879), „Physiolog. Briefe“ (4. Aufl. 1874),
BVorlefungen uͤber den Menschen“ (1864), „Lehrbuch der
praktischen vergleichenden Auatomie“ (188899) u. a.
nach seinem Tode etschien: „Aus meinem Leben“ (1896)
— Bgl. W. Vogt, „a vis d'un homme“ (18096).
Vogtland (Voigtland, lat. Texra advocatorum, auch
Variscia), seit 11. Jahrh. Name für die Reichsdomänen
an der obern Elster und Saale, die die dentschen Könige
durch Vögte (die Grafen von Reuß) verwalten ließen.
Dazuͤ gehoͤrten Teile vom jetzigen Königr. Sachsen (der
ehemal. Vogtländische Kreis), von S.-Weimar (Weida)
und Preußen (Ziegenrück), die reuß. Lande, das sachsen—
altenb. Amt Ronneburg, die jetßt bayr. Landeshaupt-—
mannschaft Hof. — Bgl. Limmer (Geschichte, 4 Bde.,
182528), Wohlrab (orographisch, 1889).
Vogtlandische Schweiz, die Umgebung des Felsen⸗
tals der obern Weißen Elster, zwischen Plauen und Greiz,
bis Berga hin. — VBgl. Metzner, Vogtlünd. Wanderungen
3. Aufl. 1889), Schlegel (1905), Simon (1905).
Vogtschaft, s. Vogt.
Boguné (spr. wogüeh), Charles Jean Melchior, Marquis
de, franz. Archäolog, geb. 18. Oklt. 1829 zu Paris, be—
reiste 188854 und 1861-62 den Orient, 1871 Bot—
schafter in Konstantinopel, 18765—79 in Wien, seit 1901
Mitglied der Atademie; schrieb: „Lo temple de Jérusalem“
(1864- 65), „Inscriptions semitiques“ (1869 77), „Lé
duo de Bourgogne et le duc de Beanvilliers“ (1900)
u. a. — Sein Vetter Engene Marie Melchior, Vitomte
de V., Diplomat, geb. 1849, seit 1888 Mitglied der Aka—
demie, eleganter Reiseschriftsteller und Literarhistoriker
(„Le oman russo“, 2. Aufl. 1886; „Pages d'histoiros“
1902), schrieb auch Romaue.
Voguô 1a gaière (frz., spr. gog la galähr, „es
schwimme das Schiff“), sprichwörtlich für: auf gut Glück,
komme, was wolle.
Vohburg, Markt im bayr. Reg.-Bez. Oberbayern,
.an der Donau, (1900) 1462 E.
Vohenstrauß, Bezirksort im bayr. Neg.-Bez. Ober⸗
pfalz, (1905) 2106 E., Amtsgericht.
Boöhl, Marktflecken im preuß. Reg.-Bez. Cassel, an der
Asel, (1505) 755 E., Amtsgericht.
Vöhrenbach, Stadt im bad. Kr. Villingen, im
Schwartzwald, an der Breg, (1908) 1850 E.
Vohumand, s. Bahman.
Vohwinkel, Dorf im preuß. Reg.⸗Bez. Düsseldorf
1900) 9038 (1805: 12762) E.; Webereien ꝛc.
Boigt, Christian Gottlob von, weimar. Staatsmini⸗—
sser, geb. 28. Dez. 1748 in Allstedt, gest. 22. März 1819,
bekanut durch sein Verhältnis zu Schiller und Goethe
Goethes Briefe an ihn, hg. 1868).
Voigt, Johanna, s. Ambrosius.
Voigt, Johannes, Geschichtschreiber, geb. 27. Aug
1786 zu Bettenhausen (S.-Meiningen), gest. 28. Sept.
1863 als Prof. zu Königsberg; Hauptwerk: „Geschichte
Preußens“ (9 Bde., 182738). — Sein Sohn Georg
B., Geschichtsforscher, geb. 5. April 1827 zu Koͤnigsberg,
seit 1866 Prof. zu Leipzig, gest. das. 18. Aug. 1891
Hauptwerke: „Die Wiederbelebung des klassischen Alter—
tums“ (3. Aufl. 1883) und „Enea Silvio de' Piccolo⸗
mini⸗ ( Bde 1886689)
Voigt⸗Diederichs, Helene, Schriftstellerin, geb
26. Mal 1876 in Marienhoff in Schleswig, lebt in Jena
schriebh Skizzen und Novellen, wie „Schleswig-holstein.
Laändleute“ (1898), die Romane „Regine Vosgerau“ (1901)
und „Dreiviertelstund vor Tag“ (1805), auch Gedichte u. a.
Voigtei GVogtei), s. Vogt. J
Voigtel, Rich. Architekt, geb. 31. Mai 1829 zu Magde⸗
burg, seit 18686 Gehilfe Zwirners beim Kölner Dombau, seit
1868 Leiter und (1880) Vollender des Baues, gest. 29. Sept
VBoigtland, s. Vogtland. [1802 in Köln
Voigis-Rhetz, Konstant. Bernh. von, preuß. Ge—
neral, geb. 16. Inli 1800 zu Seesen, 1866 General⸗
stabschef der 1. preuß. Armee, nach dem Frieden General⸗
gouverneur von Hannover, 1870/71 Führer des 10. Armee—
dorps, trat 1873 in den Ruhestand, gest. 14. April 1877 zu
Wiesbaden; „Briefe aus den Kriegsjahren 1866 und
870/71 6906).
Voile (frz., spr. wöäll), Schleier; auch ein dünner,
weitmaschiger Stoff in Wolle, Halbseide und Baumwolle

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Vol
Boiron (spr. wöarong), Stadt im franz. Dep. Isere,
in der Morge, (1901) 18 625 E.
Voirons, Les —8* lä wdaröng), Bergrücken der
Chablais-Alpen, im franz. Dey. Haute⸗Savote. im Cal—
aire 1486 m.
Voit, August von, Baumeister, geb. 17. Febr. 1801
in Wassertrüdingen, 1841 Prof. an der Akademie der
hildenden Künste in München, gest. das. 12. Dez. 1870;
chuf die Entwürfe der Glasmalereianstalt, der neuen
Binakothelk u. a. — Sein Sohn Karl von V., Physiolog,
jeb. 31. Okt. 1831 zu Amberg, 1860 Prof. zu Muͤnchen,
erdient durch seine —— über Ernährung; schrieb
„Physiologie des Stoffwechsels“ (1881) u. a.
Vojakovac (spr. watz), Gemeinde in Kroatien⸗Sla—
vonien, (1900) 10510 E.
Vokabel (lat.), Wort; Vokabularinm, Wörterbuch.
Vokale (lat.), Selbstlauter, Sprachlante, die durch den
m Kehlkopf erzeugten Stimmlaut, modifiziert durch die
zerschiedene Lage der Mundhöhle, gebildet werden.
Vokalharmonie, Übereinstimmung zweier oder meh—
erer aufeinander folgender Silben in betreff der Klang⸗
farbe, insbes. (im Gegensatz zum Umlaut, s. d.) wenn
dierbei der Vokal einer Silbe in seinem Wesen nach dem
Bokal der vorangehenden Silbe bestimmt wird; bes. in den
ural⸗altaischen Sprachen. [Gesang.
Vokalisation (neulat.), Aussprache der Vokale bein
Vokalise Efrz.), auf einem Vokal auszuführendes
Wungsstück für Gesang.
Vokalmusit, die durch die menschliche Stimme her—
vorgebrachte Musik (der Gesang) mit (begleitete V.) oder
ohne (reine V.) Begleitung von Justrumenten.
Vokation (lat.), Berufung, bes. zu einem Amte.
Vokativ e(lat.), in der Grammatik der Auredes, Ruf⸗
Vol. ⸗ volumoen (s. d.). ffall (s. Kasus)
Bolabel (lat.), flͤchtig; Bolabilitüt, Flüchtigkeit.
Voland, s. p. w. Faland (s. d.).
Bolant frzi, spr. wolang), Federball; anch breiter,
ose aufgesetzter Besatz an Damenkleidern.
Volapük, Bezeichnung der von Pfarrer Schleyer kon⸗
struierten Weltsprache (s. Pasigraphie).
Vol-au-vont —9 spr. wou o wang), Hohlpastete aus
Blätterteig, mit Ragout oder Frikassee gefüllt.
Volcanalla, Fest des Vulcanus (s. d.).
Volcanvinseln, s. Vulkaninseln.
Volei, etrurische Stadt, s. Vulci.
Volck, Wilhelm, luth. Theolog, geb. 18. Novp. 1835
zu Nürnberg, 1862 Prof. zu Dorpät, 1899 Prof. in
Breifswald, 1000 in Rostock; schrieb „Heilige Schrift und
Fritik“ (1897) u. a., gab ee „Heilige Schrift
Neuen Testaments“ (Bd. 911, 1881 fg. und „Herme⸗
neutik“ (1880) und Gesenius' „Hebr. Wörterbuch über
das A. T.“ (8. bis 11. Aufl. 1878 -90) heraus.
Volenti non At induria (lat.), dem Einwilligenden
hesien kein Unrecht.
olger, Georg Heinr. Otto, genannt Senckenberg,
Mineralog und Geolog, geb. 80. Jan. 1822 in Lüneburg,
856—-60 Prof. der Geologie am Senckenbergischen In—
titut in Frankfurt a. M., Gründer (1859) und bis 1881
Ibmann des „Freien Deutschen Hochstifts“, seit 1881 im
Ruhestand und seit 1802 auf seiner Warte Sonnenblick
bei Sulzbach im Taunus lebend, gest. das. 18. Okt. 1897.
Volhynlen, russ. Gouvernement, s. Wolhynien.
VBoliere (frz.), Vogelhaus.
Völk, ungar. Großgemeinde, s. Felka.
Bölk, Jos. Politiker, geb.d. Mai 1819 zu Mittelstetten
hei Augsburg, Rechtsanwalt in Augsburg, seit 1865 Mitzlied
 der bayr. Abgeordnetenkammer, 1868 des Zollparla—
nents, 1871 —81 des Deutschen Reichssstags, bis 1878 Mit—
zlied der nationalliberalen Partei, gest. 22. Jan. 1882.
Volkach, Stadt im bayr. Reg.-Bez. Unterfranken,
im Main, (1905) 1917 E., Amtsgericht.
Volkamoria fragrans, s. Clérodéndron.
Volkelt, Johannes Immanuel, Philosoph, geb. 21. Juli
1848 zu Lipnik bei Biala in Galizien, 1879 Hrof. in Jena,
1883 in Basel, 1889 in Würzburg, 1864 in Leipzig; schrieb:
„Das Unbewußte und der Pessiiismus“ (1873), Er⸗
ahrung und Denken“ (1886), „Aisthetische Zeitfragen“
1895), „Asthetit des Tragischen“ (8. Aufl. 1806), Artur
Schopenhauer“ (1900), „System der Asthetik“ (Bdo.I 10065).
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