Butsic (spr. Aitsch), Michael, serb. Staatsmann, geb.
18853 in Belgrad, 1879 — 87 Prof. der Nationalöbkonomie
n Belgrad, seitdem mehrmals Finanzminister, 1901 —2
Minister des Außern und Ministerpraͤsident, 1900 Ge—
sandter in Paris und seit 1903 in Wien.
Buk, serb. Gelehrter, s. Karadzit.
Vukovar, Hauptorl des Komitats Syrmien in Kroa—
kien- Slawonien, am Einfluß der Vuta in die Donan,
(1800) 9719 E. l[noch tätigem Vulkan.
Bulcano, eine der Liparischen Inseln, 21 4k4m, mit
Vulecanus (Volcanus), der ital. Gott des verheeren⸗
den Feuers; in seinem Heiligtum in Rom, dem Volcanãl,
 wurden im August die Volcanalia gefeiert. Später
dem griech. Hephaistos (s. d.) gleichgesetzt.
Buleci oder Volci, altetrutische Stadt; Ruinen (Piano
Ze Volci) in der ital. Prov. Rom bei Montalto; feit 1827
Ausgrabungen (bes. griech, Vasen).
Bulfila (Wulsilas, s. Ulfilas.
Vulgär (lat.), allgemein; niedrig; alltäglich; Vulgari—
rät, Gemeinheit; vulgarisiteren, gemein, rüchbar machen,
unter das Volk bringen. [nische Sprachen.
Vulgärlatein, s. Lateinische Sprache und Roma—
Bulgarsubstitution, s. Suͤbstituieren.
Bulgata (lat. „die allgemein verbreitete“), die in
der dath. Kirche als authentisch geltende lat. Ubersehung
der Bibel. Hieronymus verbesserte um 8883 die altlat
Ubersetzung, die sog. Itala (s. Bibel), soweit sie das R. T.
umfaßte, und fertigte dann 885 —466 eine neue lat. Uber—
setzung des A. T. nach dem hebr. Grundtert an. Diese
Übersetzung kam allmählich in allgemeinen Gebrauch und
wurde daher V. genannt. Das Tridentinische Konzil
setzte 1646 fest, daß die V. als die einzige beglaubigte
UÜberfetzung gelten sollte. Die Ausgabe von 1B898, die sog.
Sixtino-Clementina, gilt in der kath. Kirche als unver—
änderlich (Ausg. von Hetzenauer, 1886— 98). Kritische Ausg
der B. des N. T. von Wordsworth und White (1889 fg.)
— Vgl. Kaulen, „Geschichte der V.“ (1869)7 ders., Haud—
zuch zur V.“ (1870).
Vulgiväga (lat, „die umherschweifende“), Beiname
der Venus als Verkoörperung der sinnlichen Liebe.
Bulgo (lat.), insgemein, gewöhnlich—
Vulkan, Planet, s. Inttamerkurieller Planet.
Vulkan, ital. Gottheit, s. Vulcanus,
Bulkane, feuerspeiende Berge, durch einen Kanal mit
dem Erdinnern in Verbindung stehende, aus Eruptions—
produkten aufgebaute Berge oder Huͤgel, ans lockern Aus—
würflingen bestehend (Strato⸗ oder SchichtV.) oder aus
Lompakter Lava éhomogene V., Quellkuppen), oben meifi
mit trichterförmiger Einsenkung (Krater), auf dessen Boden
Kraterboden) sich kleinere Schlackenkegel erheben; bis—
weilen mit flüssiger Lava erfüllt (Lavakrater), bei er—

337

Wab

oschenen, d. h. nich mehr tätigen V. manchmal mit
Wasser Kratersee). In Reihen geordnete, über derselben
Erdspalte sitzende B. sind Reihen B Tafel: Kartograↄhie
 II, 5 u. 12; Abb. 652 a und 1918.] — VBgl. Stubel
(ISOL. 1908), Haas (1803), W. Meyer (8. Aufl. 1904).
Bulkaninsel. )) Insel vor der Küste von Kaiser
Wilhelms-Land, mit noch tätigem Vulkau, 2) Insel
in der Blanchebai, bei Neupommern, 1878 entstanden.
Vulkaninseln GWolcanvinfeln).4 felsige, unbewohnte
Inseln im Stillen Ozean, zum Magalhaͤesarchipel gehörig,
22 Ix.; Schwefel; 1800/01 von Japan beseßt.
Bulkanisation, in der Gummiwarenfabrikation ein
Berfahren, nach welchem das mit Schwefel gemischte
Bummi auf 13801400 0. erhitzt wird. Die B. macht
das Gummi, das sonst bei oe hart wie Holz wird und
hei höherer Temperatur erweicht, innerhalb sehr weiter
enoremnen elastisch; ferner ist vulkanifiertes
summi unlöslich in Ather, Benzol, Terpentin u. a., in
enen sich gewöhnliches Gummi auflbst. Die B. wuͤrde
839 vom Amerikaner Goodyear erfunden.
Vulkanisch, aus einem schmelzflüssigen Zustande ent—
tanden; vulkanische Gebirge, . Gebirge nebft Abb. 652 a;
nilkanische Gesteine, schmelzfluͤssig aus dem Erdinnern an
ie Oberfläche emporgedrungene und erstarrte Gesteine mit
lasiger oder glasiger Textur, wie Lava, Trachht, Basalt.
Bulkanisten, die Anhänger der Meinung, nach der
die Erdbildung durch Feuer geschehen fei GGulkanismus).
m Gegensatz zu den Neptunisten (s. d.).
Bulkanpaß, tiefste Einsenkung des Vulkangebirges
an der Grenze Siebenbürgens und der Walachei, 948 m,
führt in die Kleine Walachei.
Vulkanpulver, in Nordamerika eingeführtes, zu den
stobeliten gehöriges Dynamit, besteht aus z8 Teilen Ritro—
Ilyzerin, 48 Natronsalpeter, Schwefel und 10 Holzkohle.
Vullers, Joh. Aug., Orientaͤlist, geb. 28. Okt 1803
zu Bonn, gest. 21. Jan. 1880 zu Giehen; Hanpiwerke:
Institutionos linguae porsloaô“ (2. Aufl. 1870), „Loxi-—

Vulnerabel (lat.), verwundbar.
Vulpanser, s. Fuchsente.
Bulpfus, Christian Aug., Romanschriftsteller, geb.
23. Jan. 1762 zit Weimar, gest. das. als Bibliothetar
26. Juni 1827; Berfasser vonRinaldo Rinaldini“ (1787).
——
Thriftiane V., Gattin Goethes (s. d.).
Bulva (lat.), die äußern weiblichen Geschlechtsteile;
Bulvitis, Entzündung derfelben: Vulvismus, der Schei—
denkrampf.
Y. v. Svicde versa (lat.), wechselsweise, umgekehrt;
tuch — viva voce, mit lauter Stimme, mündlich.
Vnysehrad (tschech.), s. v. w. Wyschehrad.

W.

W, der 28. Buchstabe unsers Alphabets, labialer
Spirant; W. — Westen; in Rußland S Werst; auf Kurs⸗
zetteln S Wechsel; W, chem. Zeichen für Wolfram.
Waadt, Waadtland, franz. Pays de Vaud, Kanton
der westl. Schweiz, zwischen Genfer und Neuenburger See,
3222 4Kxm, (1900) 281 83789 meist franz. redende und reform.
E. [s. Beilage: Schweiz)]; Industrie in *
Uhren, Musitdosen, Eisen waren, Echoko— —D
lade, Zigarren. Universität in Lausanne. ITs
e endre —— Adp ge⸗ —
etzgebende Behörde ist der Große Rat, voll- 5
iehende der Regierungsrat. Hauptstadt
e Das bis 1788 zu Bern gehörige 1930 aadt.
Land riß sich von diesem los, erklaͤrte sich
als Lemanische Republik, trat aber noch 1798 als Kanton
Leman der Helvpetischen Republik bei und wurde 1808
als selbständiger Kanton der schweiz. Eidgenossenfchaft
einverleibt. — Vgl. Vulliemin (franz., 8. Aufl. 1888),
Burnier, „La vie vandoise“ (1902); Maillefer, Bistoiro
du canton Vaud“ (1903).

Waag, J. Nebenfluß der Donau im nördl. Ungarn, ent—
teht aus der Weißen (von der Hohen Tatra) und Schwar—
jen W. (von der Kleinen Tatra), mündet nach 398 Km
bei Gutta in die Waagdonau, den Preßburger Donauarm.
Waagen, Gust., Kunstschriftsteller, geb. 11. Febr.
1794 zu Hamburg, 1832 Direktor der Gemaldegalerie des
Neuen Museums zu Berlin, 1844 auch Universitätsprof.
das., gest. 13. Juli 1868 zu Kopenhagen; schrieb Kunst⸗
werke und Künstler in England und Paris““ (3 Bde, 1837
789), „Kunstwerke und Künstler in Deutschland“ (2 Bde.,
1843 45), „Handbuch der deutschen und niederländ. Ma—
lerschulen“ (1862) u. a. „Kleine Schriften“ hq. von Wolt⸗
mann (mit Biogr., 1878).
Waag⸗Neuftadl, ungar. Großgemeinde, s. Neustadl.
Waal, südl. Mündungsarm des Rheins (s. d.).
Waals, Johannes Dietrich van der, Phoiler, geb.
3. Nov. 18837 in Leiden, seit 1877 Prof in ÄAmflierdam,
hauptwerk: „Die Kontinuität des gasförmigen und flüs⸗—
gen Zustandes“ (deutsch, 2. Aufl., Bde. 1808 1800.
Wabai, Wabaio, sJ. Pfeilgifte.