schnelles W. veranlaßt beim Menschen oft Wachstums—
trankheiten, bes. im Blut⸗ und Nervensystem (Bleichsucht,
Blutarmut, Krampfkrankheiten).
Wachszünsler, s. Bienenmotte [IAbb. 209).
Wacht, s. Wache.
Wachtage (lat. dies stationum), s. Stationstage.
Wacht am Rhein, Nationallied, s. Schneckenburger
und Beilage: Nationalhymnen.
Wachtel (Coturnix), zur Unter—
familie der Feldhühner gehörende Wald—
hühnergattg. mit kurzem Schnabel, kur—
zem, spornlosem Lauf, sehr kurzem
Schwanz, über die ganze Alte Welt ver—
breitet. Gemeine W. (O. commũnis
Bonn. [Abb. 1932]), oben braun mit
gelben Schaftstrichen, unten weißlich,
Weibchen durchweg heller gefärbt, lebt am Boden, geru
in hohem Getreide, wegen ihres Schlages als Stuben—
vogel gehalten; Fleisch wohlschmeckend. Über die virgin
W, (Baum⸗W.) und die Schopf-⸗W. s. Baumhühner.
Wachtel, Theodor, Tenoxist, geb. 10. März 1828 in
Hamburg, anfangs Droschkenlutscher, gest. 14. Nov. 1898
in Frankfurt g. M.; Hauptrollen: Postillon von Long—
umeau und George Brown („Weiße Dame“).
Wachtelente, s. v. w. Krickente (s. Euten).
Wachtelhuhn, s. Laufhühner.
Wachtelhund, s. Spaniel.
Wachtelkönig, s. Sumpfhühner.
Wachtelwurf, Grangthagel, s. Handgranate.
Wächter, Vogel, s. Würger.
Waechter, Karl Georg von, Jurist, geb. 24. Dez
1797 zu Marbach, 1818 Prof. zu Tübingen, 18833 zu
——
Universität), 183989—48 Präsident der württemb. Stände—
versammlung, Mitglied des Vorparlaments und Fünfziger⸗
ausschusses, 1851 Präsident des Oberappellationsgerichts
in Lübeck, seit 18352 wieder Prof. in Leipzig, 1867 Mit—
glied des Norddeutschen Reichsstags, 1878 Jeadelt, gest.
15. Jan. 1880 in Leipzig; schrieb: „Lehrbuch des röm.⸗
deutschen Strafrechts“ (2 —X 1825-26) u. a. — Biogr.
von seinenm Sohne (1881). — Sein Sohn Oskar von WB.
geb, 28. April 1825 zu Tübingen, seit 1849 Rechtsanwali
in Stuttgart, schrieb uͤber Handels-, Wechsel-, Urheberrecht,
über den Theologen Bengel ꝛc.
Wächtersbach, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Cassel,
am Vogelsberg, (1905) 1225 E., Amtsgericht, fürstl. Isen⸗
Wachtmeisfter, s. Feldwebel. burgsches Schloß.
Wachtwinipel, schwarzweißer Kriegswimpel (s. d.)
Zer deutschen Marine, der auf dem Wachsschiff eines Ge—
schwaders im Vortopp gesetzt wird.
Wacke, alter Bergmaunnsausdruck für Gestein, in
Zusammeunsetzungen noch erhalten (Grauwacke u. a.).
Wagcenroder, Wilh. Heinr., Schriftsteller, geb. 1773
zu Berlin, gest. das. 13. Febr. 1788, Freund Tiecks, Mit—
begründer der Romantischen Schule; fchrieb: „Herzens—
ergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders“ (1797)
u. g. — Bgl. Koldewey (1804).
Wackernagel, Philipp, Literarhistoriker, geb. 28. Juni
1800 zu Berlin, 1849— 61 Direktor der Gewerbeschule
zu Elberfeld, gest. 20. Juni 1877 in Dresden; veröffent—
lichte: „Das deutsche Kirchenlied“ (neue Bearbeitung,
5 Bde 186477), ,Bibliographie des deutschen Kirchenliedes“
 (1854). — Vgl. Schulze (1879). Sein Bru—⸗
der Wilhelm W., Germanist, geb. 23. April 1806 zu
Berlin, gest. 21. Dez. 1869 als Prof. zu Basel; ver—
öffentlichte: „Deutsches Lesebnch“ —* 4 Bde.,
18738 — 79), mit „Wörterbuch“ (5. Äufl. 1879), „Ge—
schichte der deutschen Literatur“ (2. Aufl. von Martin,
2 Bde. 187994) u. a., auch Gedichte. — Dessen Sohn
Jatkob W., Philolog, geb. 11. Dez. 1853 zu Basel, Prof.
das., seit 1002 in Goͤttingen; schrieb: „Bas Dehnungs—
gesetz der griech. Komposita“ (1889), Altind. Grammakk“
Bd1 u. 2, 1808 10085). sRiver, (1900) 20 686 6.
Waco, Ort im nordamerik. Staate Texab, am Brazos
Wad, Manganschaum, braunes, abfürbendes Mineral
in Krusten und Knollen, Mangansuperoryd mit Mangan⸗
oxydul und Wasser, wie Braunstein benutzt.
Wadai, früher mächtiges Reich im östl. Sudan, zwischen
Därfur und Baägirmi, seit 1899 zu Franz. Kongo (Tfad⸗

1932. Woachtel.

339

Waf
Territorium) phris etwma 440 000 qkm, 234, Mill. E.,
neist Steppengebiet, Hauptgewässer Aukadebbe Rebenfluß
des Schari, und der Fitrifee; —A— Bevölkerung
nohamimed. Neger (Maba), außerdem raber, Mahamid,
Dschellaba; Hauptstadt Abesche, früher Wara; erforscht von
Zogel (1886 bei Wara, ermordety, Nachtigal (1873),
Matteucci und Massari (1879).
Wadan, Hauptort von Abrar-Tmarr (s. d.).
Waddike, s. v. w. Molken (f. d).
Waddington, William Henry, franz. Staatsmann
ind Archäolsg, geb, 11. Dez. 1826 zů St.«NRemy⸗-sur-Avre,
1871 Mitglied der Nationalversammlung, 1878 kurze Zeit
Anterrichtsminister, 1876 Senator, 1377 Minister des
Auswärtigen, 1879 Ministerpräsident, 188893 Bot⸗
chafter in London, gest. 13. Fan. 1884 in Paris.
Wade (Sura), das Fleischpolster an der obern hintern
Fläche des Unterschenkels, von den beiden Wadenniuskeln
gebildet, die sich mittels der Achillessehne amn Fersenbein
inheften und den Fuß strecken.
Wadeisenstein, manganhaltiges Brauneisenerz.
Wadelai, 1885—88 Station Emin Pafchas in der
jemal. Aquatorialprovinz des Sudans.
Wad el⸗Kebir, Unterlauf der Rummel (s. d.).
Wadenbein, der dünnere, nach außen gelegene Kno—
hen des Unterschenkels. (S. Bein.)
Wadenkrampf, die schmerzhafle Zusanmmenziehung
der Wadenmuskeln, wird durch warme Einhülluigen,
Reiben und Kneten beseitigt.
Wadenswil (Wadenswyl), Marktflecken im schweiz.
danton Zürich, am Züricher See, (1900) 7585 E.
Wader, in Graubünden s. ve w. Gletscher
Wadern, Flecken im preuß. Neg.-Bez. Trier, an der
Wadrill, (1805) 990 E., Amtsgericht.
Wadhwan— Vasallenstagt in der Div. Dschhalawar, zur
rit.eind. Präsidentsch. Bombay gehörig, 611 qkm, (1851)
2488 E. Hauptstabt W. (1001) 27478 6
Wadi (arab.), Fluß, Fluͤßtal, Regenbett, Trockental,
äufig in geogr. Namen, z. B. W.Doan, fruchtbarer
dalzug in I momant, W. Musa (Tal des Moses), im
Zteinigen Arabien, mit Ruinen des alten Petra . d.);
guch in span. Namen enthalten (Guadiang aus W. Aura,
Huadalquivir aus W. al⸗Kebir 2c.).
Wadihalfa, Hanptort des Gouv. W. von Agypt.⸗
Sudan, am Nil (2. Katarakt), (1807) 682, mt Dabrosa
2676, mit Militär und Festüngen 26422 E.
Wadodra, ind, Stadt, s. v. w. Baroda.
Wadowice, Bezirksstadt in Galizien, an der Skawa,
1900) 6328 E.
Wadschagga, die Bevölkerung von Dschagga (s. d.).
Wadwan, indobrit. Vasallensigat, s. Wadhwan.
Saereghem (spr. wahr⸗), Stadt in der belg. Hrov.
Westflandern, unweit der Lys, (1904) 8318 E.
Waesland (spr. wahs-), Landstrich in der belg. Prov.
Istflandern, zwischen Antwerpen und Gent, mit den
Städten Saint-Nikolas und Lekeren.
Wa⸗rfan-⸗kou, Eisenbahnstation auf der mandschur.
dalbinsel Liauetung; 16. Juni 1904 Sieg der Japauer
inter Qklu über die Russen unter Stagelberg.
Waffen, die Werkzeuge zum Angriff (Trutz-W.) und
ur Verteidigung (Schutz-⸗W.); erstere zerfallen in blante
der Nah-We und Feuer-(Schuß-) oder Fern⸗W. (S.
Blanke Waffen, Feuerwaffen, Handfenerwaffen, Geschuͤtz.)
W. heißen auch die verschiedencn Truppengattungen. Vie
Waffenlehre umfaßt die technische Din end die Wir⸗
ung und den Gebrauch der W. — Vgl. Capitaine uind
Herkling, „Die Kriegs-W.“ (7 Bde 1887 - 1901);
Wille, „Waffenlehre“ (8. Aufi. 19085); Korzen-Kühn.
Waffenlehre“ (1908 fg).
Waffenfliegen (Stratiomyidao), artenreiche Familie
er Fliegen, mit zwei oder mehr Dornen mitten auf der
Oberseite des Brustschildes. Hierher die Chamaleons⸗
liege (Stratiõomys chamaelson L), schwarz und gelb,
Waffenlehre, s. Waffen. lIFlugel blaßbraun.
Wasfenrock, vorn geschlossener, mit vollständigem
Schoß versehener Tuchrock, jetzt in den meisten Heeren
etragen, bei den Kürassieren Koller, bei den Husaren
Attila, bei den Ulanen Üülanka genannt.
Waffenstillstand, die vertragsmäßige Einstellung
der Feindseligkeiten zwischen kriegführenden Teilen auf