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bestimmte Zeit, gewöhnlich als Einleitung zu Friedens—
verhandlungen; bei kuͤrzerer Zeitdauer und für bestimmt;
Zwecke (Begraben der Koten, Auswechseln der Gefange
nen c. Waffenruhe genanni.
Waffentanz, eine schon im Altertum und bei den
Bermanen (Schwertertanz) übliche Festaufführung der
waffenfähigen Männer; auch noch heute bei wilden Voͤl—
lern als sog. Kriegstänze in Gebrauch.
Wafthrudnir, s. vw. Vafthrudnir.
Waga, l. Nebenfluß der Dwinug in den russ. Gouv. Wo—
ogda und Archangelsk, d0od xm, im Unterlauf schiffbar
Waganda, die Bewohner von Ugandan(f. d.)
J Wagarmobruft, mittelalterliche große Armbrust, zum
dorizontalschuß, auf einem Rädergestell fortbewegt.
Wagarschapat, russ. Ort, s. Etschmiadzin.
Wage, Infirument zur Bestimmung des Gewichts
eines Körpers. Bei den Hebel⸗W. wird die zu wägende
Last mittels eines Hebhels (des Wagbalkens) mit Ver—
Ileichsgewichten ins Gleichgewicht geseteLine gleich⸗
armige Hebel-W. ist die Kräumer⸗Webei der Gewichte
und die Last in Schalen an den Euben der Hebelarine
hängen und die Last mit den Gewichten dann im Gleich⸗
Jewicht ist, wenn der Balken horizontal ist, was durch
KFinspielen eines Zeigers (der Zunge) erkeunbar wird;
die Schalen liegen bei der oberschaligen Hebel⸗W. odern
Tafelwage (s. dy über den Wagbalken; alle gleicharmigen
Hebel-⸗W., deren genaueste die Chemische Wage (s. d.)
ist, erfordern zum Ausgleichen der Last eine Anzahl ver⸗
schiedener Gewichtsstück Gewichtssatz). Mit einͤem ein—⸗
zigen Gewicht arbeitet die Läuferwage (f. d. nebst Abb. 1026
und, die Reigungs⸗ oder Reziprok⸗W., bei der die ver—
chiedene Neigung, die ein Hebel durch verschiedene Lasten
annimmt, zut Gewichtsbestimmung dient; sie ist bes. als
Briefwage (s. d. nebsi Abb. 274) in Gebrauch. Auf der
Brückenwage (s. d. nebst Abb. 282) können größere Lasten,
selbst beladene Eisenbahnwaggons, gewogen werden. Ohne
alle Gewichte arbeitet die Federwage (s. d. nebst Abb. 560).
Automatische W. besorgen selbsttaͤtig das Zubringen und
Abwerfen der Last, so die Getreide⸗W. und die Justier⸗W
ür Münzen.
Wage, das 7. Zeichen des Tierkreises; Sternbild des südl.
Himmels mit 53 fuͤr das bloße Auge sichtbaren Sternen, dar—
unter 2 Sterne zweiter Größe. sFafel: Astronomie7, 1.]
Wagel, die Mantelmöwe (1. Möwen). JAbb. 809)
Wagemanometer, f. v w. Dasymeter (. d. nebs
Wagenaar, Jan, hoͤllünd. Geschichtschreiber, geb
28. Olt. 1708 zu Amsterdam, gest. das. 1. März' 1778
durch seine „Vaterlandssche Lietcris“ (21 Bde, 1746
—60 deutsch 1756) berühmt.
Wagenbirrg, eine aus zusammens oder ineinander⸗
geschobenen Wagen und Kartren gebildete Verschanzung,
rüher in Feldschlachten vielfach gebraucht.
Wagener, Herm., Politiker, geb. März 1815 zu
Segeleg bei Reuͤruppin, Rechtsanwalt am Obertribunal
in Berlin, Gruünder und 1848.64 Redakteur der „Neuen
Preuß. Zeitung“ Ereuzzeitung), seit 1884 Mitglied des
preuß. Abgeordnetenhauses, Führer der konservativen
Partei, 1866 vortragender Rat im Staatsministerium,
trat 18783 infolge der gnunvnüen Laskers über Grün⸗
dungsschwindelelen in den uhestand, gest. 22. April 1889
in Friedenau bei Berlin; gab das konservative „Staats⸗
und Gesellschaftslexikon“ 723 Bde., 18868267) heraus
schrieb „Erlebtes⸗ (1884; Nachtrag 1885).
Wageningen, Stadt in der ederland. Prov. Gel⸗
Aern, durch Kanal mit dem Rhein verbunden, (1899)
o27 G., Reichsfchule für
dandwirischaft. *
Wagenkilometer, s. L
Eisenbahneinheiten.
Wagenkuppelung, die
d bare Verbindung zwnhen
kisenbahnwagen. In Eu
opa wird vorwiegend die
Schraubentuppelung vers 1933. Schraubenkuppelung.
wendet, welcher eine Sicherheitskuppelung beigegeben ist,
die beim Reißen der angespannten Hauptkuppelung in
Tätigkeit tritt Abb. 1933) Hauptkuppelung, s Sicher
heitstuppelungl. In Amerika“ hat man durchweg selbst⸗
tätige Klauenküppelungen, die si beim Aneinanderschieben

der Wagen selbsttätig schließen und vom Wagen aus ge—
öst werden können.
Wagenrennen, ein bei den altgriech. Volksfesten
and auch in Rom (f. Zirzensische Spiele) beliebtes Wett⸗
ahren im Hippodrom (Zirkus).
Wagenfteuer, Wagen- und Pferdesteuer, eine Luxusteuer,
 die von denen erhoben wird, die für ihren per—
önlichen Gebrauch Kutschen und Pferde halten; besteht
n Eungland und Fraukreich.
Wagenwinde, Maschine zum Heben großer Lasten,
esteht aus einem Klotz, aus welchem eine durch ein Ge⸗
riebe bewegte Zahnstange hervortritt, welche die Last hebt.
Wageplaster, der 1870 14 geprägte merik. Adler—
llar, mit der Wage der Gerechtigkeit.
Wäggital, voralpines Tal im schweiz. Kanton Schwyz,
estreckt sich vom Schweinalppaß (1572 m)y nördl vbis
Siebnen (451 mm). [Eisenbahnwagen.
Waggon (frz., aus dem Englischen, spr. wagbůg),
Waghäufel, Zuckerfabrik im bad. gu Karlsruhe,
4800) 197 E.; hier 21. Juni 1849 Sieg der Preußen
iber die bad. Aufständischen.
Wagmüller, Michdel, Bildhauer, geb. 14. April
889 in Regensburg, gest. 26 Dez. 1881 zu München;
Benrefiguren (Madchen), Liebigstatne für München (1883).
Wagner, in Suͤddentschland s. v. w. Steilmacher.
Wagner, Adolf, Nationalökonom, Sohn von Rudolf
W.geb. 25. März 1885 in Erlangen, scit 1870 Prof.
n Berlin, Vorstand des Vereins für Sozialpolitik (Ka—
hedersozialisten), 1882 — 85 Mitglied des preuß. Ab—
Jeordnetenhauses, Vorkämpfer des Staatssozialismus;
bon seinem umfassenden Lehrbuch der polit. Skonomie
erschien: Bd. 1: „Grundlegung“ (3. Aufl., 2 Bde., 1882
33), Bd. 5—-8: „Finanzwuͤsenschafte (1870 fg.; zum
Teil in mehrern Auflagen) u. .
Wagner, Alexander, Maler, geb. 16. April 1838
Pest, seit 1866 Prof. an der Münchener Akademie;
Bilder aus der ungar. Geschichte, ungar. uͤnd span. Volls⸗
genre mit Pferdedarstellungen (Csikosrennen, Toledanische
Zost), auch klassische Szenen (Röm. Wagenrennen, das
Pandrama Rom mit dem Triumphzuge Konstantins).
Wagner, Anton, Bildhauer, geb. 1334 zu Königinhof,
est. 26. Jan. 1895 in Wlen; detorative Bildwerie wie
Statuen für Wien, so Gänfemädchen⸗Brunnen [Tafel:
Benrekunst W, 7], Kaiser Franz Joseph, Michelaugeloma.
Wagner, Ernst, Romanschriftsteller geb. 3. Febr.
1769 zu Roßdorf, gest. 25. Febr. 1812 in Meiningen; in
einen Romanen (,„Wilibalds Ansichten des Lebens“,
„Die reisenden Maler“ u. a.) beeinflußt von Jean Paul.
Wagner, Ernst, Kliniker und pathol. Anatom geb.
(2. Marz 18209 zu Dehlitz bei Weißenfels, I856 Prof. zu
Leipzig, gest. das, 10. Febr. 1888 schrieb: „Handbuch der
allgemeinen Pathologie“ (mit Uhle, 7. Aufl. 1876), „Der
Morbus Brightii“ (1882) u. a.
Wagner, Heinr. Leop. Dichter, geb. 19. Febr. 1747
n Straßburg, das. mit Goethe befrcundet, Advokat in
Frankfurt a. M. gest. daf. 4. März 1779; Verfasser der
Zatire „Prometheus, Deukalion und seine Rezenfenten“
—D (1776;
Neudruck 1883). — Vgl. Erich Schmidt (1879).
Wagner, Hermann Geograph uͤnd Stiatiftiker, Sohn
oon Rudolf W. geb. 23. Juni 1846 zu Erlangen, 18680 46
Redakteur des statist. Jahrbuchs im „Gothaer Almanach“,
1876 Prof. in Königsberg, 1880 in Göttingen; Haupt⸗
verke: „Lehrbuch der Geographie“ Neubearbeitung des
HButheschen; 5. Aufl., 2 Bde 188283; Bd. 1in 7. Aufl.
1803), „Methodischer Schulatlas“ (12. Aufl. 1908), mit
Behm Begründer des statist. Werkes Die Bevölkerung der
Erde“ (1872 fg.; jetzt von Supan fortgeführt); seit 1878
Herausgeber des „Geogr. Jahrbuchs“.
Wagner, Joh. Mart. von, Bildhauer, geb. 24. Juni
1777 in Würzburg, Sohn des Bildhauers Joh. Pet. Aler.
B. (geb. 1730 zu Obertheres, geft 1800 zu Würzburg),
gest. 8. Aug. 1858 in Rom, fchuf u. a. den Fries in ve⸗
Regensburger Walhalla sWoden der alten Germanen).
Wagner, Morit, Reisender und Naturforscher, Bruder
pon Rudolf W. geb. 8. Oklt. 1818 zu Bayreuth, seit
860 Prof. in Muͤnchen, gest. daf 310 Mai 1887 durch
SZelbstmord; schrieb: Reisen in Algier“ (3 Bde. 1841)
„Der Kaukasus“ (2 Bde. 1847).Reise nach Keanc⸗

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