(2 Bde., 1851), „Die Republik Costa Rica“ (1836),
Naturwiss. Reifen im trop. Amerika“ (1870); ferner zu
der von ihm gufgestellten Migrationsthedrie (f. d.): „Die
Darwinsche Theorie und das Migrationsgesetz der Or—
ganismen“ (1868) und „Die Entstehung der Ärten durch
cäumliche Sonderung“ (1889).
Wagner, Otto, Ärchitelt, geb. 13. Juli 1841 in Wien,
eit 1884 Prof. an der k. k. Akademie der bildenden Kunste;
baute die neue Synagoge in Budapest, den Palast der Länder
bank u. a.; schrieb: Moderne Architektur“ (3. Aufl. 1002).
Wagner, Paul, Agrikulturchemiker, geb. 7. März 1848
in Liebenau (Hannover), 1872 Vorstand der landwe Ver—
uchsstation in Darmstadt, 1881 Prof. das.; schrieb: „Lehr⸗
buch der Düngerfabrikation“ (1877),„Die Thomasschlacke⸗
(1887), „Die Steigerung der Bodenerträge durch ratio—
nelle Stickstoffdüngung“ (2. Aufl. 1888), „Die Stickstoff
düngung der landw. Kulturpflanzen“ (1892) u. a.
Wagner, Richard, Komponist und Dichter, geb.22. Mai
1818 in Leipzig, Schüler Weinligs, 1842 zweiter Hof—
kapellmeister in Dresden, 1849 wegen Beteiligung am
Maiaufstand flüchtig, 1863 von Ludwig IT. nach München
berufen, lebte seit 1872 in Bayreuth (Villa Wahnfried)
wo er in einem nach seinen künstlerischen Anschanungen
gebauten Theater die große Trilogie „Ring des Nibelungen“
(1876) und das Bühnenweihfestspiel „Parsifal“ (1882,
Rir Aufführung brachte; gest. 18. Febr. 1883 zu Venedig.
Hauptwerke auder den genannten Werken die Opern (deren
Terte er selbst verfaßte): „Rienzi““ (1842),,Der fliegende
Holländer“ (1843), Taünhäufer“ (1845), dobengrin“
(184), „Tristan und Isolde (1849),, Die Reistersinger
von Nürnberg“ (1868); außerdem eine Faust⸗Ouperture,
Kaisermarsch ec. Seine Ideen Jegte er in den Schriften
nieder: „Vas Hunstwerk der Zukunft“ (1880), Oper
und Drama“ (1852) ꝛc. „Gesammelte Schriften und
Dichtungen“ (10 Bde., 8. Aufl. 1808). W. erblickte in
dem harmonischen Zusainmenwirken aller Künste die Haupt⸗
aufgabe des Kunstwerks der Zukunft. Betreffs der Dekla—
mation stützt er sich auf Gluck. W.s Art zu charakte—
risieren stützt fich auf das von ihm in seinen spätern Werken
bonsequent durchgeführte Prinzip der Leitmotive (s. d.). —
Biogr. von Glascnapp (a. Aufl. 1905 fg.), Tappert (1883),
B. Vogel (1883), Muncker (1880-91). Auch sonst ist
die Literatuͤr über W. sehr groß; hervörzuheben sind die
Schriften von Liszt, Fr. Rietzssche, R. Pohl, Weingartner,
Porges, F. Pfohl. W. war in 2. Ehe vermaͤhlt mit Cosima
(geb. da 1887), geschiedene von Bülow, einer Tochter
Liszts. Beider Sohn Siegfried W., geb. 6. Juni 18609 zu
Triebschen bei Luzern, ist bekannt geworden zuerst als Di—
rigent, dann durch die Opern „Der Barenhänter“ (18098),
„Herzog Wildfang“ (1901), Der Kobolo“ (1900) und
„Bruder Lustig“ 19065).
Wagner, Rudolf, Physiolog und Anatom, geb. 80. Inni
1805 zu Bayreuth, 1832 Prof. in Erlangen, 1840 in
Göttingen, gest. das. 18. Mai 1864, Bekämpfer der mate—
rialistischen Richtung in der Naturforschung; schrieb: „Lehr—
buch der Zootomie“ (2 Tle. 1848 47),Lehrbuch der
Physiologie“ (1839 u. ð.), „Neurologische uͤnterfuchungen“
1854) . a. gab heraus das „Handwörterbuch der Phy—
sologie“ (4 Bde., 1842 -53).
Wagner⸗Jachmaun, Sohanna, dramat. Sängerin,
Nichte Richard Wagners, geb. 18. Okt. 1828 bei Hannover,
1844-49 an der Dresdener, 1880 -62 an de erlinet
Hofoper engagiert, gest. 16. Okt.
1894 zu Würzburg.
Wagnerscher Hammer,
Neefscher Hammer, Rheotom,
ein selbsttätiger, 1837 von Wag⸗
ner in Frankfurt a. M. erfunde⸗
ner Stromunterbrecher für Ju—⸗
duktionsapparate, Läutewerke,
elektr. Stimmgabeln u. a., be⸗
ruht auf elektromagnetischer
Wirkung IAbb. 1934; Elektro—
magnet Dzieht seinen Anker a
an, wenn die Feder ẽ die Stell⸗
schraube s berührt und dadurch der Strom durch die Spulen
von Befließt; durch die Angipunq wird der Strom unter⸗
brochen, Fwird unmagnetisch, läßt den Anker los, der
Strom wird geschlossen u. s. f.].

M

Wah

Wagogo, die Bewohner von Ugogo (s. d.).
Wagram, Deutsch·Wagram, Dorf in Niederösterreich,
m Marchfeld, (1800) 1700 6. —
Sieg Napoleons J. über die Osterreicher unter Erzherzog
dars. — VBgl. Strobl (1887), Bleibiren (1802).
Wagram, Fürst von, s. TX Alexandre.
Wagrien, Landschaft im östl. olstein, im Mittelalter
»on den slaw. Wagrkern bewohnt, vom heil. Bicelinus
hristianisiert, 1139 von den Holsteinern erobert.
Wagstadt, Bezirksstadt in Osterr.⸗Schlesien, (1900)
Wahabiten, s.v. w. Wahhabiten. 4556 E.
Wah ed⸗Dachle, ügypt. Sase, fJ. v, w. Dachel.
Wahehe, die Bewohner von Uhehe (. d.).
Wahha, die Bewohner von Uhha(s d.).
Wahhabiten (unrichtig Wehabiten), die Anhänger
einer in der Mitte des 18. Jahrh. aus Hocharabien (Redfchd)
uinter Führung von Mohamined ibn Abb el⸗Wahhab ans⸗
egangenen religiösen Bewegung, deren Ziel die Zurück⸗
ührung des Islam zu seiner urspruͤnglichen Reinheit und
kinfachheit war, in ihrer weitern Entwicklung zu polit.
Amwälzungen in Arabien führte, zu deren Unterdrückung
er. Sultan 1811218 die ägypi. Truppen nach Arabien
entsandte. Seitdem sind die W. auf ihre Heimat in
Nedschd zurückgedrängt, wo sie mit einem'Emit an ihrer
Spitze auf Gruͤnd ihrer sozialen und religiösen Lehren ein
unabhängiges polit. Gemeinwesen bilden, das 823 068 xXm
mit etwa 1133000 Seelen umfaßt. Zuletzt hat Euting
. d2) die W. besucht und ihre Zustände beschrieben.
Wahl, die Art und Weife, wie insbes. die Volks—
ind Gemeindevertreter berufen werden. Dus Wahlrecht
besteht teils in dem Recht zu wählen (aktives Wahlrecht),
eils in der Fähigkeit gewählt zu werden (passives Wahl⸗
recht, Wählbarkeit); dne wird ebenso wie das Wahl—⸗
erfahren nach verschiedenen Wahlfystemen . Dreiklassen⸗
vahlsystem, Listenstrutinium, Pluralwahlsystem, Propor⸗
tionalwahlsysten) durch Wahlgesetze geregelt. Die W. ist
ntweder eine direkte oder indirekte, je nachdem die Wahl⸗
ʒerechtigten die Abgeordneten unmittelbat oder nur inen
Ausschuß (Wahlkollegium, Wahlmänner) erwählen, welcher
odann die W. der Äbgeordneten vorzunehmen hat. Die
W. der Wahlmänner heißt ur⸗W., die für sie Wahlbe—
echtigten Urwähler. Zur Gültigkeit der W. gehört meist
ibsoluͤte Stimmenmehrheit (mehr als die Hälfte der ab—
zegehenen Stimmen), stellt sich diefe nicht heraus, so ist
wischen den 2 Kandidaten, welche im ersten Wahlgang
die meisten Stimmen erhielten, eine engere W. (Stich W.)
nötig. Eine Nen⸗W. tritt ein, wenn die Volksvertretung
aufgelost wird, eine Nach⸗W., wenn durch Erledigung
ines Abgeordnetenmandats die W. eines Rachfolgers note
vendig wird.
Wahlbestechung, der Kauf oder Verkauf von Wahl⸗
timmen, wird nach F 109 des Deutschen Strafgesetzbuchs
nit Gefängnis von1 Monat bis zu 2 Jahren bestgaft.
Wahlenberg, Göran, schwed. Botaniker, geb. 1. Olt.
780.4auf dem Essenwerke Skarphyttan (Wermland), gest.
8. März 1851 als Prof. zu Upfala; schrieb: „FPlora Lapponioaꝰ
 (1812), „Flora Sueciea“ (2. Aufi. 1831 - 38) u. a.
Wahlershausen, Dorf im preuß. RtegBez. Cassel,
1905) 4663 E. Wasser⸗ und Luftkurheilaustalten: dazu
gehört Schloß Wilhelmshöhe.
Wahlfalfchung, s. Wahlvergehen. 9—
Wahlkapitulation, die den Bischöfen und Abten
ↄon ihren Konventualen, dem Kaiser (bes. seit Karl Vv.)
»on den Kurfürsten, spüter von den gesamten Reichsständen
vorgelegten Bedingungen, welche sie vor Antritt der Re—
Jierung beschwören muüßten.
Wahlkollegium, Wahl.
Wahlkonsuln, s. Konsul.
Wahlmänner, s. Wahl.
Wahlmonarchie, J. Wahlreich.
Wahlrecht, s. Wahl und Option.
Wahlreich, Monarchie, in der bei Erledigung des
Throns der Nachfolger durch Wahl der dazu Berechtigten
bestimmt wird früher das Deutsche Reich und Polen).
Wahlspruch, s. Devise.
Wahlstatt (Walstatt). s. Wal.
Wahlstatt, Kloster-Wahlstatt, Dorf im preuß. Reg.⸗
Bez. Liegnitz, Inn der Katzbach, (1900) 312 6E. Kadetten⸗
anstalt; hier 9. April 1241 Sieg der Mongolen über die