Wakf, s. Waknf.
Waköore, afrik. Volk, s. Mandingo.
Wakuf (arab. Wakf, Mehrzahl Ewkaf), in mohammed.
dändern die für religiöse ünd humaniktäre Zwecke fest—
gelegten, dem freien Verkehr entzogenen Stiftungsgüter,
ihnlich der Toten Hand (s. d.) des Okzidents.
Wakutnu, Bewohner von Khutn (s. d.).
Wakwere, die Bewohner von Ukwere; Bantustamm.
Wal (altnord. valx), die im Kampfe Gefallenen; dann
Wal, s. Waltiere. lauch Kampfplatz (Walstatt).
Walachei, füdwestl. Teil Rumäniens sKarte: Bal⸗
anhalbinsel 1—1, im N. durch die Karpathen von
Siebenbürgen, im O., S. und We durch die Donau von
der Dobrudscha, Bulgarien und Serbien getrennt, durch
die Alnta in die Grotße und Kleine W. geschieden, 77 480
qꝗxm, (1899) 3822172 E., 17 Distrikte; Hauptstadt
Bukarest. — Die W. gehörte im Altertum mit der
Moldau zu Dazien. Seit dem 13. Jahrh, bildeten sich
eigene Staaten, die durch die Kapitulationen von 1891
und 1460 unter die Oberhoheit der Pforte kamen. Die—
selbe erkannte die Unabhängigkeit und terrikoriale In—
tegrität der W. an, erhielt aber das Recht der Bestätigung
des Fürsten und einen jährlichen Tribut. Nach 1688 be—
gann eine systematische Verletzung der Kapitulationen von
seiten der Pforte, indem diese die walachischen Fürsten
direkt ernrannte, anfangs Rumänen, seit 1716 Griechen
aus dem Fanar von Konstantinopel. Hierdurch wurde
es Rußland leicht, Einfluß in der W. zu gewinnen, der
es durch den Vertrag von Kainardschi (1774) befestigte
Eine Wirkung des seit 1812 wieder auflebenden natio—
nalen Geistes, insbes. veranlaßt durch die 1821 zum
Ausbruch gekommene Bewegung der Hetärie, war die
Insurrektion Vladimirescus, deren Folge aber nur die
Wiedererhebung eines Rumänen auf den Thron durch die
Türkei 1822 war. 1820 stellte der Vertrag von Adria—
nopel die alten Kapitulationen wieder her, verlieh jedoch
Rußland das Mitprotektorat. Trotzdem wurde 1834 Ghika
direkt von den Schutzmächten zum Fürsten erhoben, 1838
als der stürmischen Bewegung hiergegen nicht gewachsen
durch Bibesco ersetzt. Dieser mußte 1848 fliehen; nach
Unterdrückung der Revolution durch Rußland und die
Türkei ward Stirbei von diesen zum Fürsten erwählt, der
beim Ausbruch des Orientkrieges zurücktrat. Nach der
Pariser Konvention vom 19. Aug. 1858 trat eine provi⸗
sorische Regierung ins Leben; sie hatte die Fürstenwahl
(5. Febr. 1839) zu leiten, die auf den auch in der Moldau
zum Fürsten gewählten Oberst Eusa fiel und dadurch die
Vereinigung beider Länder zur Folge hatte. (S. Rumänien.)
Walachen, älterer allgemeiner Name der Rumänen.
Walachisch⸗Csiklova, ungar. Kleingemeinde, s.
Csiklova.
Walachische Sprache, s. v. w. Rumänische Sprache.
Walachisch⸗Meseritsch, Bezirksstadt in Mahren, an
der Betschwa, (1900) 3456 E., Holzindustrie-, Korbflecht
chule, Frauenstrafanstalt; Woll⸗, Leinenindustrie.
Walan Galan), eine der Kärolinen, s. Kusfaie.
Walch, Pflanzengattg., s. Aegilops.
Walch, Gelehrtenfamilie. — Joh. Georg W., prot.
Theolog, 53 17. Juni 1693 zu Meiningen, Prof. in Jena,
gest. 18. Jan. 1778; Hauptwerk: —— Einlei⸗
tung in die Religionsstreitigkeiten der ebang.-luth. Kirche“
(5 Bde., 1730 389); gab Luthers sämtliche Werke heraus
(24 Bde, 1740 -33). — Sein Sohn Christian Wilh.
Frauz W. prot. Kirchenhistoriker, geb, 25. Dez. 1726 zu
Jena, gest. 19. März 1784 als Prof. der Theologie zu
—A Hauptwerk: „Entwurf einer vollständigen
Historie der Ketzereien“ (11 Bde, 1762 65).
Walchensee, Alpensee im bayr. Reg.⸗Bez. Ober⸗
bayern, 803 m uͤ. d. M. 16 qkm, bis 196m tief.
Walcheren, Insel in der niederländ. Prov. Seeland
wischen der Westerschelde und Nordsee, 208 gkm, Haupt⸗
tadt Widdelburg, Hafen Blissingen. sKarte; Nieder-Walchowit,
 s. Rhetinit. slandezc. I, 8.)
Walgénaer (spr. -nahr), Charles Athanase, Baron,
franz. Gelehrter, geb. 25. Dez. 1771 in Paris, Verwal⸗
das. 1826 —30 Präfelt von Niepre, gest.
28. April 1852 in Paris; schrieb eine „Fauneo Parisionne“
(Insectes“, 2 Bde., 1805), „Histoĩre patureuso des
aranéides“ (5 Hefte, 1805 f9.), eine bahnbrechende Arben

1143

Wal

iber Spinnenkunde, „Histoire naturelle des insectes“
8 Bde., 1836), „Géographie ancienne des Gaules“
8 Bde. 18839), eine Biogr. Lafontaines (3. Aufl. 1824) u. a.
Wald, Waldung, jede mit wild wachsenden Büumen
estandene größere Fläche. Seine volkswirtschaftliche und
limatische Wichtigkeit (Unentbehrlichkeit seiner Proͤdukte,
kinwirkung auf Klima, Gesundheit und Fruchtbarkeit des
andes) würde erst in neuerer Zeit erkanut; felidem Schutz
)esselben durch die Staaten und rationelle Forstwirtschaft
s. d.). UÜber den Waldbestand in den verschiedenen Liudern
Waldfläche und Erdkarten, II, 8; uüber die wichtigten
 Baumaͤrten, des W. s. Waldbäume; über die Walb—
ienstbarkeiten s. Forstberechtigungen. — Bgl. Jösting
2. Aufl. 1898), Feldtmann (1800).
Wald. 1) B. in der Rheinprovinz, Stadt im preuß.
Reg.-Bez, Duͤsseldorf, (1900) 18 630 1005 23018) El;
Sisen-, Stahlwarenfabrikation, Steinbrüche. — 2) W.
Kloster⸗W.), Flecken im preuß. Reg.-Bez. Sigmaringen,
1900) 444 E., Amtsgericht; Wallfahrtsoͤrt.
Wald, Dorf im schweiz. Kanton Zürich, (1900 6677 E.;
Zeiden⸗, Baumwollindustrie.
Waldai (Waldaj), Kreisstadt im russ. Gouv. Now—
Jorod, am Waldaisee, 5470 E.
Waldaigebirge, richtiger Waldaihöhen, Hügelland
an der südl. Grenze des russ. Goup. Nowgorod, zu den
Alaunischen Höhen gehörig, Wasserscheide zwischen den
Zuflüssen des Ilmensees und der Wolga, bis 8217n hoch.
Waldalgesheint, Gemeinde und Büͤrgermeisterei (Sitz
Bingerbrück), im preuß. Rea.-Bez. Koblenz, (18000) 1246
dꝛez. 8699 E.
Waldameise, s. Ameisen [Abb. 62 aj.
Waldau, Mär, Pfeudonym, s. Hauenschild.
Waldbäume, im allgemeinen alle im Walde vor—
ommenden Baumarten, im besondern nur die wirklich
vild wachsenden Bäume, Laubhölzer (s. d.) und Nadel—
ölzer (sId.). Hauptholzarten in Deutschland: Fichte,
diefer, Tanne, Lärche, Notbuche, Eiche, Erle, Birke;
Lebenholzarten (meist in gemischten Bestünden)?“ Esche,
Ahorn, Weißbuche, Rüster, Hasel, Eberesche, Weide, Pappel,
Beymonths⸗, Schwarzkiefer ꝛc. — Val. Busgen suson).
Willkomm (4. Aufl. 18904).
Waldbauschulen, s. Försterschulen.
Waldbock, die Antilopengattg. Tragelaphus (s. Anti—
wpen). [53656 E. Amtsgericht.
Waldbröl, Dorf im preuß. Reg.⸗Bez. Koöͤln, L1s0oo)
Waldburg, aus den chemals reichsunmittelbarcu Be—
itzungen der Grafen von W. 1803 gebildetes, 475 qxm
zroßes Fürstentum in Schwaben, unter würitemb. und
hayr. Landeshoheit. Die Grafen von W. führten schon
m 11. Jahrh. den Titel Truchseß von W. vie Hüupter
der noch blühenden Linien sind: Fürst Frauz von W. zu
Wolfegs und Waldsee, geb. 11. Scpt. 1833; Fürft Georg
von W. zu Zeil-Zeil oder Zeil-Trauchburg, geb. 29. Mad
1867; die Linie Zeil-Wurzach erlosch 4. di 1903 mit
Fürst Eberhard I., geb. *7. Mai 1828. — VBgl. Vochezer
Bd. Lu, I1388 000). 0.8.
Walddienftbarkeiten, s. v. w. Forstberechti gungen
Waldeck, Fürstentum und Bundessigat des Deutschen
Neichs [Karte: Mittleres Westdeutschland I, bei
Kheinprovinz), 1121 qkm, besteht aus denm eigentlichen
Fürstent. W. (1055 4km) und dem Fürstent.
Pyrmont (66 qkm), (1805) 49 978, mit Pyrmont
 589435 meist evang. E. ss. Beilage:
Deutschland]; im wesil. Teile Hügelim
 östlichen Gebirgsland (Rhein.-wefßfäl.
Schiefergebirge), bewässert von Eder,
Diemel. Haupterwerbszweige Ackerban und
Biehzucht; Industrie unbedeutend. 1 Gym⸗
rasium, 1.Realgymnasium, 1 Pädagogium.
Nach der Verfassung vom 17. AÄug. 1852
st W. eine konstitutionelle Erbmonarchie;
der Landtag besteht aus 15 indirekt ge—
wählten Abgeordneten (auf 3 Jahre), im Reichstage hat W.
Abgeordneten. Die Verwaltung ging durch ——
bertrag vom 18. Zuli 1867 an Preußen über, das im Ein—
erständnis mit dem Fürsten einen Landesdirektor ernennt.
Betreffs der Rechtspflege gehört das Kand zu den Land—⸗
richten Cassel und Hannover; eingeteilt ist es in 4 Kreise
streis der Twiste, des Eisenberges, der Eder Pymont).