Wal

144

Sinnahmen und Ausgaben (1907) 1357442 A Schuld
755800 S. Haunpt- und Residenzstadt Arolfen. An
Truppen stellt das Fürstentum“ ein Batailon vdes zum
11. preuß. Armeekorps (22. Division) gehoöͤrigen Infanterie⸗
regiments von Wittich (3. Kurhess.) Nr. 83. Wappen:
naltener Schild; rechts das für W.: in Gold ein acht⸗
trahliger schwaärzer Stern; lints das von Pyrmont: in
Silber ein rotes Ankerkreußz, den Schild bedeckt ein
Fürstenhut (Abb. 1988). W. hat einen Verdienftorden
s. 2); Landesfarben: Schwarz⸗RoteGelb.
Geschichte. Die Fürsten von Weentsammen den Grafen
»on Schwalenberg; Ahnherr Graf Widekind (gest. 1137);
4897 trat eine Teilnug des Laudes ein, infolge deren
die Grafsch. W. in ein Lehnsverhaltnis zů Hessen geriet,
das später zu heff. Ansprüchen auf die Landeshoheit über
B. Veranlassung gab, die erst 1847 durch Schiedsspruch
des Bundestags rechtlich befeitigt wurden. unter Graf
Philipp IV. wuͤrde 1826 die Reformation eingeführt. Zu—
erst (seit 1082) trug den Fürstentitel Georg Friedrich,
durch den auch 1688 der noch geltende Erstgebuͤrtsvertrag
errichtet wurde. Nachdem mit Georg Friedrich die Eisen—
dergische Linie erloschen und ihre Besitzungen an die jüngere
Wildungische Linie gekommen waren, vereinigte Christian
dudwig CEgest. 17069 die getrennten Teile, die seitdem
derbunden blieben. Anton Ulrich wurde 1712 in den
Reichsfürstenstand erhoben. Unter Georg Heinrich (1818
7) wurde 1816 eine rein ständische Verfaffung einge⸗
ührt; durch Georg Viktor (s. d.) wurde die nüter der
Bormundschaft seiner Mutter 1849 gegebene Verfassung
— ä———
von 1866 stand W. auf seiten Preußens und trat 1867
dem Norddeutschen Bunde bei. Der 1867 mit Preußen
abgeschlossene Atzessionsvertrag (s. oben) sou nach Ver⸗
einbarung von 1887 bis zu einer mindestens 2 Jahre vor
der beabsichtigten Auflösung erfolgten Kündigung in Kraft
bleiben. Nach Georg Viktors Tode (18. Mal 1883) folgte
dessen Sohn Friedrich in der Regierung. — VBgl. Curtze
Geschichte, 1860), „Beitrüge zur i⸗ von W. und
Pyrmont!“ (3 Bder, hg. von CTurhe und Haͤhn, 1864- 72)
Wagner (Geschichte, 1888). Getzt Gefüngnisj.
Waldeck, Stadt im Fürstent. W., (19080) 10 E.; Schloß
Waldeck, Benedikt, preuß. Politiker, geb. 81. Juli 1608
zu Münster, 1846 Obertribunalsrat in Verlin, 1849 Mit—
zlied der preuß. Nationalversammlung, im preuß. Ab⸗
geerdnetenhause 186109 und im Norddeutschen Neichs⸗
tage 867 69 ein Führer der Fortschrittspaͤrtei, gest
12. Mai 1870 zu Berlin. — Biogr. von Oppenheim (1874).
Waldeck, Georg Friedrich, Graf, sputer Fuͤrst zu, Feld⸗
herr und Staatsmann, geb. 81. Jan. 1020 zu Arolsen,
1851- 58 brandenb. Generalleutnant und Mitglied des
Seheimen Rats, kämpfte als Reichsfeldmarschall gegen die
Türken, seit 1689 in den Niederlanden gegen die Franzosen.
zest. 48. Nov. 1692. — Bgl. Erdmanusdörffer (1869).
Waldeck⸗Ronusseau * rußoh), Pierre Marie, franz.
Politiker, geb. 2. Dez. 1846 zu Nantes, Advokat in dtennes,
1881 Mitglied der Deputiertenkammer, 1881 —82 und
88385 Minister des Innern, 1894 Senator, 1800 1002
Ministerpräsident, gest. 10. Aug. 1804 in Paris.
Waldemar, Markgraf von Brandenburg (1808
i9), aus der Askanischen Dynastie (Linie Stendal), dehnte
die Macht Brandenburgs nach Osten und Suͤben aus,
mußte aber 1317 nach längerm Kampfe gegen seine Grenz⸗
nachbarn in kleine Gebietsabtretungen willigen; gest. plöß⸗
lich 14. Aug. 1319 zu Bärwalde, uͤnter Markgraf Ludwig
1823 61), Sohn Kaiser Ludwigs des Bayern, trat 1348
der sog. faische W. auf, angeblich ein Müller Jakob Reh—
bock, der sich für den heimlich nach Palästing gepilgerten
W. ausgab.“ Bon den Fürsten und Kaiser Karl TV. an⸗
annt aber auf dem RKeichstage zu Nurnberg 1350 als
Betrüger erklärt, entsagte er erst 1356 der Hertschaft über
Brandenburg und starb 1356 am Hofe zu Dessau.— Vgl.
dlöden (4 Bde. 1844 -46), Moericke (1802 fa.) Romar
oon W. Alexis.
Waldemar, Könige von Dänemark. W. J. der
roße (115732) Jebr 11831, gog gegen die haͤpn. Wen
den an der Ostsecküste, eroberle Ruͤgen (1168) und brachte
Dänemark zu hoher Viacht Sein Sohn Wan
—41) Bruder Knuts vI, suchte die ganze deutsche Ost—
seeküste zu erobern, doch besicgten ihn“die Fürnen

deutschlands 22. Juli 1227 bei Bornhöved. — W. 1III.
(1326 30), Gegenkönig gegen Christoph TI., gest 1364.
T. B. IV. Atterdag (134075), Sohn Christophs T.,
rat Halland, Schouen, Blekinge an Schweden ab (1348),
as er 1360 zurückgewann, verkaufte Estland aͤn den
Deutschen Orden (1346), 1870 von der Haufa besiegt.
Waldemar, Friedr. Wilh., Prinz von Preußen,
Jeb. 2. Aug. 1817, Sohn des Prinzen Wilhelm und Neffe
Friedrich Wilhelms III., bereiste den Orient und nahm
1846 an der anglo⸗ind. Expedition gegen die Sikhs teil,
gest. 17. Febr. 1348 zu Mäünster als“ Kommandeur der
18. Kavalleriebrigade.“ Aus seinem Nachlaß erschien ein
Brachtwerk über —* Reise nach Indien (1855)
Waldemmerling, die Zaunammer (1. Ammer).
Waldenbuch, Staͤdt im württemb. Neckarkreis, cu der
ug (1905) 1861 6.
Waldenburg. 1) W. in Schlesien, Kreisstadt im
preuß. Reg.Bez. Breslau, im Waldenburger Bergland, an
er Polsnitz, (1800) 18 100 (1905; 16 183) 6., Antsgericht,
Vymnasium, Bergschule; Porzellan-, Steingut⸗, Glas⸗
abrikation, Steinkohlenbergbau; anstoßend Dorf Ober⸗
paldenburg. — 2) W. in Sachfsen, Siadt in der sächs.
dreish. Chemnitz, Hauptort der Rezeßherrschaft W. des
hauses Schönburg (s. d.), an der Zwickaner Mulde,
1905) 2727 E. Amtsgericht, Residenzschloß, Lehrerseminar,
Fachschnle für Wirkeret; dabei die Doͤrfer Alt⸗W. und Aut
tadt⸗W. — Vgl. Hanschmann (1880 u. 1896). — 3) W.
u Württemberg, Stadt im würktemb, Jagstkreis, 1084 6.
Residenzschloß des Fürsten Hohenlohe-W
Waldenburger Berglaud (Gebirge, Hochwald),
Teil der mittlern Sudeten dei Waldenburg (s. d. ), bis
1000 m hoch, Durchgangsland.
Waldenser oder Waldesier, reformatorisch gerichtete
Sekte, gestiftet um 1177 von Petrus Waldus (Valdez)
in Lyon als religiöse Genossenschaft zur Predigt des
wangeliums und zur Reform der kath. Kirche .
dückkehr zur apostolischen Armut und Einfachheit, au
aupsres doe Lugdund („Arme von Lyon“) deonisten
Dd. h. aus Lyon), Sabatati (wegen ihrer hölzernen goane
zenannt. Obwohl die W.e die nachgesuchte papstl. Ve⸗—
tätigung nicht erhielten, sondern 1184 gebannt wurden,
erhreiteten sie sich rasch im westl. Europaͤ vielfach blutig
verfolgt, vereinigien sie sich in Italien mit den Humi⸗
liaten, in Böhmen mit den Hussiten und Böhm. Bruͤdern,
in Frankreich mit der reform. Kirche, und wurden zu letzt
auf die Alpentäler Piemonts beschränkt. Unter dem Einluß
 der Reformation nahmen sie den Protestantismus in
calvinischer Färbung an. Die Waldenserkirche besitzt 18 alte
Gemeinden in Piemont mit etwa 20000 Seelen, außer—
dem 40 Evangelisationsgemeinden im übrigen JItalien don
Turin bis Palermo, ferner eine Theologenschule in Florenz;
daortan: „Rãvista cristiana“. — Vꝗul. Karl Muͤller
1886), Comba (franz., 1887, u. ital., 1883), Huck (1897).
Waldenstein, bohm. Geschlecht, f. Waldstein
Walderbeskopf, Berg,. Erbeskopf.
Wälderformation, s.v. w. Wealdenformation (. d.).
Waldersee, Alfred, Graf von, preuß. Generalfeld⸗
narschall, geb. 8. April 1832 in Potsdam, nahm an den
driegen 1866 und 1870 im Hauptquartier des Königs teil,
871 Chef des Generalstabs des Großherzogs von Mecklen⸗
urg- Schwerin, dann Stabschef des Goͤnverneurs von
baris nen der Besetzung der Stadt durch deutsche
Truppen, spüter Geschäftsträger bei der franz. Regierung,
4873 Chef des Generalstabs des 10. Armcekorps, 1888
Beneralquartiermeister, 1888 General der Kavallecie und
Chef des Generalstabs der Armee, 1891 kommandierender
Senexal des 9. Armeekorps, 1898 Generaloberst der
Zavallerie, 1898 Generalinspekteur der 8. Armeeinspektion
Hannover). Bei Ausbruch der Wirren in Thing wuͤrde
V. im Sommer 1800 unter Ernennung zum General—
eldmarschall mit der Führung der Truppenkontingente der
eteiligten Müchte betraut und kehrte von dort im Aug. 1901
zurück; gest. 56. März 1904 in Hannover.
Wäldersee, Lake of the Woods, See in Nordamerika
wischen dem Obern See und dem Winnipegfee, 1568 qkm.
Walderton (Wealdenton), dunkelgrauer, dünnschich⸗
iger Schieferton als oberste Stufe der Wealdenformatlon.
Waldeyer, Wilhelm, Anatom, geb. 6. Okt. 18836 zu
Zehlen (Hzat. Braunschweig), 1867 Prof. in Breslau, 1873