Wallace (spr. wollkß), Alfred Russel, Naturforscher,
zeb. 8. Jan. 1823 in üsk (Monmouthshire), bereiste
1848 - 82 Brasilien, 1834-62 den Malgiischen Archipel,
entwarf unabhängig von Darwin eine Epolutionstheorie
in der Abhandlung „On the tendencies of varieties to
depart indetiniteiy from the original type“, anch ver—
dient um schärfere Gruppierung auf dem Gebiete der
Tiergeographie durch „On the geographical distribu
tion of animals“ (2 Bde. 1876; deutsch von Meyer,
1876), schrieb außer seinen Reisewerken: Gontributions
to the theéeory of natural selection“ (1870; deutsch
1870), „Tropical nature“ (1878; deutsch 1879), „Is.
land lifs“ (1880), „Darwinism“ (1889; deutsch 1891) ꝛc.
und „My Ufe. Récords of events and opinions“ (2 Bde.,
18038). W. versuchte den Spiritismus wissenschaftlich zu
begründen „„On miracles and modern epiritualism“
1875). — Bgl. Smith und W. Wallace (18904).
Wallace (spr. wolleß), Sir Donald Mackenzie, engl
Publizist, geb. 11. Nov. 1841 zu Paisley in Schottland,
lebte seit 1870 in Rußland, 1877 Korrespondent der
Times“, 1884 — 89 Privatsekretär des Vizekönigs von
Indien, 1881-99 Direktor der auswärtigen Abteilung
der „Times“, 1801 Privatsekretär des Herzogs von
Cornwall und PYork auf dessen Reise; schrieb Russia“
(deutsch, 4. Aufl. 1906) u. a.
Wallace (spr. wolleß), Lewis, amerik. General und
Schriftsteller, geb. 19. April 1827 zu Brookville in In—
diana, im Bürgerkriege Generalmajor, 1878 —81 Gou⸗
verneur von Utah, 1881 -85 Gesandter beim türk. Hofe,
1885 Rechtsanwalt in Crawfordsville, gest. das. 17. Febr.
1805; schrieb den Roman „Ben EHur““ (1880; dentsch
1887), „The fair God, a talo of the conquest of
doxico“ (1873; deutsch 1891), „The Prinde or̃ India“
(1804; deutfch 1901) u. a.
Wallace (spr. wolleß), William, schott. Feeeen
geb. um 1276, sammelte die Geächteten und schlug die
Eugländer 1207 bei Stirling, erlag aber selbst bei Falkirk
(1298), floh nach Frankreich, kehrte 1803 zurück, durch
Verrat an England ausgeliefert, 28. Aug. 1805 auf
Towerhill hingerichtet; lebt in den schott. Volksliedern
fort. — Biogt. von Watson (1861), Paterson (1864)
Wallace (spr. wolleß), William, engl. Komponist uͤnd
Pianist, geb. I. Juli 1814 zu Waierford (Irland), gest.
12. Okt. 1865 in den Pyrenäen: schrieb Opern (Mari—
tana“) ꝛc. und brillante Klavierstücke.
Wallach, kastrierter Hengst.
Wallasen (spr. wollese), Stadt in der engl. Grafsch
Cheshire, am Mersey, noͤrdl. Vorort von Birkenhead,
1901) 335789E. Kaliber für den Festungskrieg.
Wallbüchsen, früher Handfeuerwaffen von größerm
Walldorf in Baden, Stadt im bad. Kr. ——
1905) 3910 E., Astor⸗Haus (s. Astor).
Walldürn, Stadt im bad. Kr. Mosbach, (1905)
Wallensee, s. Walensee. [3584 E., Amtsgericht.
Wallenstadt (Walenstadt, Walenstad), Stadt im
schweiz. Kanton St. Gallen, an der Secz, nahe dem
Walensee, (1900) 2994 E.
Wallenstein (eigentlich Waldstein), Albrecht Wenzel
Euscbius von, Herzog von Friedland und Mecklenburg,
Fürst von Sagan, geb. 24. Sept. 1688 auf Hermamt
Bohmen), Jesuitenzogling, einer der reichsten Tdelleute
in Böhmen und Mähren, unterstützte den Kaiser 1618
in den böhm. Unruhen, 1624 zum Herzog von Friedland
ernannt, stellte 105 dem Kaiser 80000 Mann gegen
den niedersächs. Bund, ward Generalissimus und 4
marschall (s. Dreißigjähriger Krieg); Sept. 1630 auf An⸗
dringen der dath. Reichsstände eütlassen, übernahm W.,
vom Kaiser dringend gebeten, 1632 wieder den Ober—
befehl über ein selbstgeworbenes Heer, wurde 16. Rov.
1632 von Gustav Adolf bei Lützen besiegt, worauf er
fich nach Böhmen zurüctzog und, nach weiterer Machterhöhung
 strebend, mit Sachsen, Schweden und Branden—
burg unterhandelte; 24. Jan. 1634 des Oberbefehls ent⸗
hoben, 26. Febr. 1634 zu —9 ermordet. Trilogie von
Schiller. — Vgl. Ranke (5. Aufl. 1805), Irmer z Tle.,
1888291), H. Schulz (1898).
Waller, . Welse und Tafel: Fische J, 6.
Wallerstein, Marktflecken im bayr. NReg.⸗Bez. Schwa⸗
ben, an der Wörnitz, (1900) 1262 E.fürstt Attingensches

347

Wal
sesidenzschloß; dabei Dorf Maihingen, an der Mauch,
28 E. mit ehemal. Minoritenklosier.
Wallgauer Gebirge, Voralpenkette der Nordtiroler
dalkalpen, im Krottenkopf 2007 m hoch.
Wallgewehre, s. v. w. Wallbůchsen.
Wallia, König der Westgoten, zog 415 als röm. Heer⸗
ührer gegen die Völker, welche die Iber. Halbinsel besetzt
hatten, und gründete das. das Wesigot. Reich, gest. 415.
Wallin, Johan Olof, schwed. Dichter und Kanzel⸗
edner, geb. 15. Olt. 1778 zuů Stora⸗Tung, gest. 30. Juni
1839 als Erzbischof von Upsala; treffliche geistl. Lieder
Dsdons Engel“), „Goorge Waspiugton“ ura.“ Ge—
ammelt als „vitterhetsarubeten“ (» Bde., 1848).
Wallis, s. Wales.
Wallis, Baumwollstoff, s. v. w. Dimity (s. d.).
Wallis (frz. Le Valais), Kanton der füdl. Schweiz,
247 4BkR, IS0O0) 114488 E. Is. Beilage: Schweiz
dochalpenland mit dem Tal der obern Rhoͤnc. Ber—
assung repräsentativedemokrat.; gesetzgebende D⸗
Behoͤrde ist der Große Rat, vollniehende der —*57
Staatsrat. Der Kanton zerfällt in 18 Be— 9
irke (Zehnten; 7 zum Ober⸗W., 6 zum Unter⸗ 8
B.); Hauptstadt Sitten. — W. dam im 3
5. Jahrh. an Burgund, 5334 an das Fräntk. 5
Reich, 888 an Hochburgund. In den Bur— *
nunderkriegen (1175) brachte das deutsche Waiusß.
OAber-W. auch das Unter-W. unter seine
Botmäßigkeit; durch die Helvetische Verfaffung von 1798
erhielten beide Laudesteile gleiche Rechte 1802 wurde
W. durch Napoleon von der Schweiz getrennt und 1810
Frankreich einverleibt, 1815 als Kanton der Eidgenossen⸗
chaft zugeteilt. — Bgl. Furrer (eschichte, 1850 — 54;
ranz. 1875), Heierli und Schsli „Urgeschichte des W.“
1886); Hoppeler, „Beiträge zur Geschichte des Woim
Mittelalter (1807).
Wallisarchipel, s. Uegarchipel.
—A d.) sowie
s8chweiz. Kantons Wallis. (S. auch Walser.)
Waͤllser Alpen, sJ. v. w. Penninische Alpen“(s. d.).
Wallisische Sprache, s. v. w. Welshh.
Wallmeister, im Feidwebelrang stebende Festungs⸗
inbeamte. [(1805) 486 E., Amtsgericht.
Wallmerod, Dorf im preuß Reg.⸗Bez. Wiesbaden,
Wallntoden, altes niedersaͤchf. Adelsgeschlecht, seit
1733 reichsgräflich. Graf Ludwig Georg Thedel von W.,
Jeb. 6. Febr. 1368 zu Wien, zeichnete sich 1760s-. I813 in
sterr. und russ. Kriegsdiensten gegen Napoleon J. aus,
1817 österr. Befehlshader in Reapel, gesi. 22. März 1862.
Mit seinem Bruder Graf Karl August Ludwig von W.,
geb. 4. Jan. 1792, gest. als österr. Feldmarschalleutnant
a. D. in Prag 28. Febr. 1883, erlosch die gräfl. Linie.
Walllner, Franz, eigentlich Leidesdorf, Schauspieler,
Ieb. 25. Sept. 1810 zu Wien, 18583 Theaterdirektor in
Posen, übernahm 1858 das Königstädter Vaudevilletheater
in Berlin, gründete das. das 1864 eröffnete Wallner-Theater
 (Lusispiel, Lotalposse), das er bis 1868 leitete;
Jest. 18. Jan. 1876 zu Nizza
Wannister, s. Großfußhühner.
Wallnüsse, s. Nußbaum.
Wallon (spr. Iong), Henri Alexandre, franz. Ge⸗
chichtschreiber, geb. 238. Dez. 1812 zu Valenciennes 1840
an der Sorbonne zu Paris, 1850 —* der Akademie,
1871 der Nationalversammlung (rechtes gentrum), 1878
—76 Unterrichtsminister, 1876 Senator, gest. 18. Rov,
1904 in Paris; schrieb: „Saint Louis et son tem psꝰ
8. Aufl. 1887), „Tloges cadémiques“ (2 Bde., 1803),
Les représentants du peuploe en misslion en Van I“
5 Bde. 1888290) u. a.
Wallonen, Droge, s. Ackerdoppen.
Wallsssnen (holländ. Ve die zum franz. Volks—
tämm zählende Völkerschaft in Belgien und den angren⸗
enden Gebieten Preußens und Frankreichs, über * Mill.,
Nacht ommen der gall. Belgier; ihre Sprache ist ein franz.
Volksdialekt mit vielen german. Sprachůbertesten. (Karte:
Deutschtum J.) — Vgl. Wilmotte (franz., 1894), Pir⸗
onl „Dictionnsiro“ (1902 fg.).
Wallosin, Fischbeinersatz aus sfpan. Rohr.
Wallot, Vaul, Argitekt, geb. 260 Juni 1841 zu Oppen⸗
eim ant Rhein, seit 1808 in Frantfurt a. M., fei sse
80*