Wal

118

in Berlin, jetzt Prof, in Dresden; Hauptwerk: Reichstags⸗
gebdude in Berlin (1804 [Tafel: Renaissance iIIL 6)).
Walloth, Wilh. Dichter, geb. 6. Olt. 1856 in Darum—
stadt, lebt in München; schrieb Romane „Octavia“
1888), „Tiberius“ (1889) „Der Dämon des Neides“
889). Im Banne der Hhpnosen (Ishr) n. e. ramen,
„Gedichte“ (2. Aufl. 1890).
Wallraf, Ferd. Franz, Begründer des Wallraf⸗Nichartz⸗
Museuuis in Köln, geb. das. 20. Juli 1748, zuletzt Prof.
an Der Zentralschule, gest. 18. März 1824.
Wallriffe, s. Korallenbauten.
Wallsend (spr. — Vorort von Newcastle in der
engl. Grafsch. Rorthumber and, (1901) 20 9382 E.
Wallwitz hafen, Hafen von Dessau, an der Mündung
der Mulde in die Elbe [Karte: Miltleres West⸗
deutschland J, 5, bei Rheinprovinz].
Wallwurz, Pflanzenget, . Symphytum.
Walm dach, Art Dach, aus dem Satteldach dadurd
ntstanden, daß an den Enden der Firftlimie quer zu
hdieser ebenfalls Dachflaächen (Walme) angeordnet sind
(s. Dach nebst Abb. 386 bu. 99.
Walmer (spr. wahmer), VDorf in der engl. Grafsch—
dent, an der Rordsecküste/ (1001) 6248 E.;“ Seebuͤder
Walmiki (Valmiti), Verfasser des Ramuyana.
Walnußbaum, s. Nußbaum (Abb. 1266.
Walnußöl, Nußöl, durch Pressen aus Walnüssen ge—
vonnenes fettes Ol, ein tröcknendes, zu Malerfarben
Firnis und als Salatsl benutztes Ol.
Walpole (spr. woͤllpohl), Sir Robert, Graf von Or⸗
'ord, engl. Staatsmann, geb. 26. Aug. 1676 zu Houghton
Norfolk), 17271 42 Kangler der Schaͤzkammer und Leiter
des Staates, gest. 20. März 1745. — Biogr. von Ewald
(1887). — Sein Sohn Horace W., engl. Schriftsteller,
geb. 24. Sept. 1717, 1791 Graf von Orford, geft2. März
1797. „Briefe“ (neu hg., 8 Bde., 1887 69).Memolren
dentsch, 4 Bde., 184648). Vgl. Dobson (1893). —
Dessen Vetter Spencer Horatio W. geb. 11. Sept. 1806,
186667 Minister des Innern, ein Führer der konser⸗
ꝛativen Partei, gest. 22. Mai 1808. — Dessen Sohn
Spencer W., geb. 6. Febr. 1889, Historiker ( Dstory
of England from 1815“; neue Ausg., 6 Bde, 1890
Higtory fventy Ave years“, 2 Bde. 1904 u. a)
Walporzheim, Dorf im preuß. Reg.⸗Bez. Koblenz
zu Ahrweiler gehörig, (1900) 3382 E.; Weinbau—
Walpurga (Wanpurgis), Heilige, folgte ihren Brüdern
Wilibald und Wunnibald aus England nach Deutsch⸗
land, gest. um 780 als Abtissin des Klosters Heidenheim
dei Eichstätt; als Dwoee vor Herenkünsten verehrt,
Gedächtnistag 1. Mai. Da dieser auf eins der wichtigsten
deste des Heidentums fiel, so erlangte die ihm boran⸗
gehende Walpurgisnacht eine berüchtigte Bedeutung (Be—
sustigung der Heren auf dem Blockoberge ac.. Val
Schauerte (1898).
Walpurgiskraut, s. Botryenlum sAbb. 253).
Walrat (Cetacsum, Spermaceti; frʒ. Blanc de baaino),
 fettartige Masse, die sich im lebenden Pottwal
(. d.)J flüssig, imm toten erstarrt findet. Durch Abpressen
und Umschmelzen vom flüssigen Teil (dem Watratöl
oder Spermöl) getrennt, bildet der W. eine spröde,
fettig anzufühlende Masse vom spez. Gewicht 0O,sa, die
bei 458 schmilzt. Hauptbestandteil 'ist das Cetin, der
Letylester der Palmitinsäure; ferner enthält er kleine
Mengen von Cetylalkohol. Der W. dient zu Pflastern,
Salben, Luxuskerzen und als Appreturmittel in Leinen⸗
Walratöol, s. Walrat. fadenfabrilken
Walratfalbe, s. v. w. Ga
Walroß (xrrichks.
hus rosmarus . fAbb.
1939]), einzige Art der
nur eine Gattung um—
fassen den Familie — W.
aus der Ordnung der
Flossenfüßer, gelöbraun,
SI Ig., bis 1500 x
schwer, von plumper, ge
ee Gestalt. Eck—
zähne bis 60 om ig. und 7235 kg schwer, Haut sehr dick,
kurz behaart. Nördl. Eismeer ar von Muscheln und
wird oft in großen Gesellfchaften angetroffen. Früher der

949. Walrxoß

zähne, jetzt auch der Haut und des Specks wegen gesagt.
Fagd, nicht ungefährlich, da das W. vorzüglich schvimmi
ind sich wirksam verteidigt.
Walrückendampfer, Seefrachtdampfer von großer
Tragfähigkeit; ihr Nullspant ein Rechteck und oben durch
in gewölbtes Veck abgeschlossen.
Walfall (spr. wollsäil), Stadt in der engl. Grafsch.
S„tafford, (1808) 92 oos E. Kohlenberabau, Eisengießerelen.
Wälsch, s. Welsch.
Walser (abgekürzt für Walliser), Name dentscher Ko—
onien, die sich im Mittelalter im schweiz. Kanton Grau—
ünden und in Vorarlberg mitten unter Rtomanen nieder—
gelgssen haben. - Vgl. Bergmann (18449), Studer (1886).
Walsingham (spr. woͤusingumm), Sir Francis, engl.
Ztaatsmann unter Elisabeth , geb. 1586 Ju Chiselhurst
Kent), ein Hauptwerkzeug zuñ Verderben Maria Stuarts,
gest, 1390 als Kanzler von Lancaster.
Walsrode, Stadt im preuß. Regi-Bez. Lüneburg, in
)er Lüneburger Heide, an der Böhme, (1905) 2743 E.,
Amtsgericht, adliges Hamenstift; Fabrikation von rauch⸗
osem Schicßpulver (Walsroder Pulver).
Walstatt, Walplatzz, s. Wal.
Waltenhofen, Adalbert von, Physiker und Elektro—
echniker, geb. 14. Mai 1828 zu Admontbühel (Steier⸗
nark), 1852 Prof. in Innsbruck 1867 an der Technischen
dochschule in Prag, 1883 zur Errichtung des Elektrotech⸗
tischen Instituts nach Wien berufen, 1889 Präsident der
Internationalen Elektrizitätsgesellschaft das.; schrieb:
„Grundriß der mechan. Physik“ (1875), „Die internatio⸗
aalen absoluten Maße“ (2. Aufl. 1882) n. a.
Walter von der Vogelweide, deutscher Minne—
inger, geb. zwischen 1165 und 1170 wahrscheinlich in
Ifterreich, weilte an verschiedenen Fürstenhöfen (Fried⸗
ichs von Osterreich, des thüring. Landgrafen Hermann 2c.),
gest. um 1230 wabesann in Würzburg, größter Lyriker
des Mittelalters. Ausgaben seiner Gediqhte von Lach⸗
nann (5. Aufl. 1875), Pfeiffer (1864 u. 6.), Wilmanns
2. Aufl. 1888), Paul (1882 u. h.); Überfetzungen von
Simrock (1835 u. ö.), Schroeter (1881) u. a. Biogr.
on Uhland (1822), Menzel (1805), Wilmauns (1882),
3 —
altershausen, Inimediatstadt im Higt. S.sGotha,
————
hloß Tenneberg (14. Jahrh.), Gewerbebank: Spielwaren,
Burstfabrikation.
Waltham (spr. wöllthämm), Stadt im nordamerik.
Staate Massachusetts, am Charles River, (1900) 23 481 E.
Waltham Holy Croß (spr. wolltämm), Stadt in der
engl. Grafsch. Esser, am Lea, (1901) 6547 E. Abteikirche
mit Grah des letzten angelsächs. Königs Hatald
Walthamstow (spr. wölltümmstoh), Stadt in der
ngl. Grafsch. Esser, Vorort von London sKarte: Groß-⸗
»ritannien und Irland J, 3), (1901) 95131 E.
Waltharlus, Walter von Aquitanten, s. Eckehart.
Walther, Eduard, Taubstummenlehrer, geb. 21. Mai
1840 in Moschwig GKr. Wittenberg), feit 18088 Dircktor
der Taubstummen- und Taubstummenlehrer⸗ Bildungs⸗
anstalt in Berlin; schrieb: „Geschichte des Taubstummendildungswesens“
 (1882), „Handbuch der Taubstummendildung“
 (1805) u. ac, Fidt die „Blätter für Taub⸗
stummenbildung“ (seit 1887) heraus.
Waltiere, Wale, Fischsäugetiere (Oetnesa, N. atantła),
Ordnung der Säugetiere, nackte, im Wasser lebende, große
fischähnliche Tiere, ohne hintere und mit flossenförmigen vor—
dern Gliedmaßen und wagerechter Schwanzflosse. 2 Unter⸗
ordnungen: pflanzenfressende W., Kopf vom Rumpf ab⸗
gesetzt, Nasenlöcher an der Schnauzenspite, Augen mit
Nickhaut, 2 Zitzen an der Brust, Pihe die Seekühe;
fleischfreisfende W., Kopf nicht abge etzt, Nasenlöcher auf
der obern Fläche des Kopfes (ESprißzlöcher), Nickhaut fehlt.
eingeteilt wieder in Zahnwale, mut kegelfoörmigen Zähnen,
und Bartenwale, zahnlos, dasür mit langen, hornartigen,
am Gaumen senkrecht dicht nebeneinander stehen den Plat⸗
en GBarten), die das Fischbein liefern. Zu den Zahn⸗
walen gehören die Delphine, Narwal, Dögling, Pottwal,
zu den Bartenwalen (Familien der Glattwale und Furchen⸗
wale) die Walfische, Buckelwal, Finnwal, Zwergwal.
Walton⸗le⸗Dale (spr. waͤhlt'n le dehl), Stadt in
her engl. Grafsch. Lancaster, am Ribble, (18010 712716