Walton⸗von⸗Thames (spr. wahlt'n ön temms), Dorf
n der engl. Grafsch. Surrey, an der Themse, (1901) 10829 E
Walfon⸗on⸗ihe⸗Hill (spr. wahlt'n), Stadt in der
engl. Grafsch. Lancaster, nordöstl. Vorort von Liverpool,
(1501) 64665 E.
Waltgemüller, sVespucci.
Walujew, Peter Alexandrowitsch, russ. Staatsmann,
geb. 4. Oklt. 1814 in Moskau, 1861 — 68 Minister des
Innern, führte die Aufhebung der Leibeigenschaft durch,
1872-80 Minister der Reichsdomänen, gest. 8. Febr. 1890;
hrieb die Romane „Lorin“ (deutsch 1882), „Die Fürstin
Tatjana“ n. a.
Walujki, Kreisstadt im russ. Gouv. Woronesh, am
Waluj (zum Oskol), 7085 E.
Walzäcker, s. v. w. Walzende Grundstücke (s. d.).
Walze, als geometr. Körper s. v. w. Zylinder (s. d.);
jerner Maschinenkeil zu den verschiedensten Zwecken, z. B.
in Druckpressen zum Verteilen der Farbe, bei Weberei—
maschinen zur Führung oder Aufwicklung der Gewebe;
zu zwei oder mehrern vereinigt bilden sie ein Walzwerk
(s. d.); auch Ackergerät (Acker-W.) in Form eines Zhlin⸗
ders zum Ebnen des Bodens, Zerdrücken von Erdklößen ꝛc.
Walzeisen, in glühendem Zustande durch Walzen in
bestimmte Forinen gebrachtes schmiedbares Eisen. Der
Querschnittsform nach unterscheidet man: Rundeisen
kreisrund), Quadrät- oder Vierkanteisen (quadra—
tisch), Flacheisen egugis in bes. dünnen Sorten
auch als Bandeisen bezeichnet), Sechs- und Acht⸗
kanteisen (echs- oder achteckig). Die genannten Sorten
heißen auch Stabeisen; alle Sorten, deren Querschnitte
hiervon abweichen, heißen zusammen Form-, Fasson—
oder Profileisen. Unter diesen sind die wichtigsten
Winkeleisen oder L-Eisen (L-förmig), 7-Eifen
—DD
I-⸗Eisen (H- oder T- förmig), U-Eisen (A⸗-förmig),
O- oder E-Eisen (E⸗förmigh), 8-Eisen (S-förmigß,
Kreuzeisen oder X-Eisen (X-förmig), 2-Eisen
(Z⸗ förmig), Zores-Eisen (A⸗-förmig), die Gruben—
und —B—— die eisernen Schweüen (J⸗förmig),
die Bandagen für Eisenbahnräder, das Quadranteisen
dom Querschnitt eines Viertelkreises mit anschließenden
Ldappen zur Bildung von Säulen —— Für die üblichen
Querschnitte sind in Deutschland bestimmte Größen (Nor—
malien) festgestellt worden, wodurch die Rormalprofile
zutstanden, die von Heinzerling und Intze (,Deutfches
Normalprofilbuch für W.“, 6. Aufl. 1904) zusammen—
gestellt wurden.
Walzende Grundstücke, im Gegensatz zu den Ge⸗
schlossenen Gütern (s. d.) solche Liegenschaften, über welche
der Besitzer beliebig verfügen kann.
Walzenglas, J. Tafelglas.
Walzenkessel, ein Dampfkessel (s. d.).
Walzenmüuhle, s. v. w. ee (. d.).
Walzenpresse, s. v. w. Kalander (s.
Walzenspinnen (Solitugae), Ordnung der Spinnen—
tiere, mit deutlich vom Bruftstück abgesetztem Kopfe, seg⸗
mentiertem, walzens oder lang birnen—
förmigem, nicht gestieltem Hinterleibe,
scherenförmigen Kieferfühlern und lan—
gen, beinähnlichen Kiefertastern. Nächtliche,
 am Tage in Erdlöchern versteckte
Bewohner wärmerer Gegenden, nament—
lich der Steppen und Wüsten. Biß ge—
fürchtet, da für giftig geltend. Hierder
3. B. die spinnartige W. (Galeoõdes ara.
neoĩdes Toll. [Abb. 18940)), 6 om lang,
aus Südrußland. [Walzwert.
Walzenstraßze, Walzentrain, s.
Walzenstuhl, das Gesiell eines Walzwerkes; speziell
eine Mahlmaschine, bei der zwei glatte oder geriffelte
Walzen, die durch Gewichte oͤder Federn gegeneinander
gedruͤckt werden uünd mit verschiedener Geschwindigkeit
rotieren, das Mahlgut zwischen sich fassen und dasfelbe
gerdrücken und gleichzeitig zerschneiden (bei Riffelwalzen)
oder zerreiben (bei Glatiwalzen).
Walzer, Rundtanz im 2..Talt, der eigentliche deutsche
Nationaltanz, schon von Schubert und Weber zur Kuusi—
form erhohen, durch die Wiener Schule (Lanner, Strauß)
zum populärsten Tanz unserer Zeit ausgebildei.

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Wan

Walzkorb, Rollkorb, zylindrisches Strauchgeflecht,
rüher bei Ausführung der Sappe als Deckung gebraucht.
Walzwerk, Strea-⸗ oder Plättwerk, Maschinenanlage
ur Herstellung von Blech, Walzeifen, Röhren und Draht
zurch Verdichten und Strecken zwischen in Stuuder (Walzen⸗
tänder) eingelegten Walzen aus an oder Stahlguß.
Im allgemeinen wird der zwischen den“ Standern liegende
Teil der Walzen zur Arbeitsleistung benutt, nuß bei

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. —D— 4 — ————— —99
1941. Schienenwalzwerkskaliber.

Kopf⸗W. zur Herstellung von Radreifen u. dgl. der außer—
halb liegende Teil. Mehrere nebeneinander liegende und
niteinander gekuppelte, von einem Betriebsmotor an—
etriebene W. nennt man eine Walzenstraße. Man unter⸗
cheidet W. mit 2 und solche mit 3 uͤbereinander liegenden
vagerechten Walzen (Dus-und Trio⸗W.); die Drehrichtung
der erstern ändert sich nach jedem Durchgang (Kehr. oder
Reversier⸗W.), die letztern lanfen nur in einer Nichtung
um (Schwungrad⸗W.), und es wird zwischen den untern
Walzen vor⸗, zwischen den obern zurückgewalzt. Die eine
Walze wird direkt durch den Betriebsmotor angetrieben,
die andern durch Zahntäder (Krauseln) von der erstern
nitgenommen. Aus den glühenden Metallblöcken walzt
nan Bleche auf glatten zylindrischen Walzen ohne Be—
chränkung in der Breite, auf Walzen mit ringsaum lau—
enden Furchen ( Kalibern) Stabeisen, Schienen sAbb. 1941
aufeinanderfolgende Kaliber eines Schienenwalzwerks] und
Drähte von verschiedener Querschnittsform entweder auf
2 Walzenstraßen, dem Vor⸗W. und dem Fertig⸗W., nach—
inander, oder auf einer Straße, dem Univerfai⸗W. Bei
iesen W. liegen die Walzen parallel in den Ständern, und
erfährt das Arbeitsstück iur eine Lüngsbewegung (aͤngs⸗
B.); legt man die mit feinen spiralsoͤrmigen Riffeln de
enen Walzen schräg gegeneinander, so kann man Rund—
eisen und Rohre darauf walzen (Schräg⸗W.). (S. Mannes⸗
nannsches Röhrenwalzverfahren.)
Waminbul, austral. Fluß, s. Macquarie.
Wanibutti, afrik. Jwergvolt, s. Akta.
Wami, Fluß in Veutsch-Ostafrita, entspringt als
Agombe in Usagara, führt später auch die Namen Matata—
Iußß und Mukondokwa, mündet suüdl. von Sadanmi in
den Ind. Ozean; wegen Stromschnellen wenig schiffbar.
Wamme, Triel, Koder, beim Rindvieh die von der
Zehle bis zur Brust herabhängende Hantfalte, im männ—
lichen Geschlecht und bei einzelnen Rasen starker entwidelt.
Wampum, Perlen aus Seekonchylien, dienen bei den
Indianern östl. vom Felsengebirge als Geld, auch auf
Schnüren gereiht als Gürtel (Wampumgurtel. wan pum
belüs) getragen.
Wan (Van), Hauptstadt des türk.zarmen. Wilajets W.
(39 3800 ꝗkm, 878 800 E.), am salzhaltigen Waufee (Van⸗
see; 1801 m ü. d. M., 3660 qk), 30 000 E. aus der türt.
Stadt mit Zitadelle (mit gut dn eren Keilinschriften)
und der armenischen Gartenstadt bestehend; der Sage nach
von Semiramis, tatsächlich erst im s. Jahrh; v. Chr. erbaut.
Wandalg, Reich im Sudan, s. Mandara.
Wandeläcker, s. v. w. Walzende Grundstucke (s. d.).
Wandelaltar, s. Flugelaltaͤr Abb. 606)].
Wandeigefwafn diejenigen Börsengeschäfte, bei denen
sich der Käufer das Recht vorbehält, die gekauften Werte
an einem beliebigen Tage innerhalb eines bestimmten
Zeitraums zu verlangen.
Wan delklage, s. v. w. Wandlungsklage.
Wandelklee, Pflanzenart, s. Desmodium. Ie.
Wandelndes Blatt, s. Gespenstheuschrecken [Abb.
Vandelpön, s. v. w. Reugelb (s. Keupertrahhen
Bandelröschen, s. Lantana.
Wandelsterne, die Planeten (s. d.).
Wandelturm (lat. turris rpeh im Alter⸗
um und Mittelalter bei Belagerungen auf alzen oder
Rüdern bewegter, mit Bogenschützen und Wurfniaschinen
besetzter und mit Fallbrücke versehener Turm, der an die
Mauer geschoben wurde [Tafel: Kriegswesen J,2 u. U,
Wandelungsklage, s. Wandlungstlage. —
Wanderfalke, s. Falken [Abb. uej.