Wär

352

Wärmeäquator, die Linie, von der die Lufttkempe⸗
atur nach NVorden und nach Süden abnimmt; fallt
nicgate mit dem Erdäquator zusammen.
armeeffekt, absoluter, s. v w. Heizeffekt, absoluter.
Wärmeeinheit, s. Kalorie.
Wärmemesser, s. Halorimeter.
Wärmemotoren oder Wärmekraftmaschinen, Kraft⸗
waschinen (Motoren), durch welche Waͤrme in mechan.
Arbeit verwandelt wird; es gehören dazu die Dampf—,
ount Gas⸗, Petroleum⸗, Benzinmotdren u. a.
ärmeregler, Apparat, der selbsttätig die Tem—
zeratur in einem Raume, einem Gefäße ec. ungeführ auf
derselben Höhe erhült. W. finden bes Anwendung als
Thermostat . d.) und bei Zentralheizungen.
Wärmefschutzmittel, im Maschinenwesen Vorrich—
tungen, welche die Wärmeabgabe von erhihten Gefüßen
an ihre in niederer Temperatur befindliche Umgebung moög
lichst Iindeen Man verwendet Sägespäne, Torf, Kork
Seide, Kuhhaare, Schlackenwolle, Kieselgur, Asbest u. a
Wärmeitheorie, mechanische, s. Mechanische Wärme—-Wärmetönung,
 s. Thermochemie. stheorie
Warming, Johannes Eugenius Bülow, dan. Bo—
tanider, geb. 3. Nob. 1841 auf der Insel Mans, 1882
Prof. in Stockholm, 1885 in Kopenhagen; schrieb „Fa⸗—
milien Podostemadese“ (1881 91), „Handbog iden
ystematiste Botanik“ (3. Aufl. 1891; deutsch 1890),
„Plantesamfund“ (1895; deutsch, 2. Aufl. 1802) u. ä.
Warmiunster, Stadti in der enal. Grafsch. Wiltshire,
1801) 5547 E.
Waärmtland, schwed. Län, s. Wermland.
Warna, bulgar. Stadt, f. Varna.
Warneck, Gustav, prot. Theolog, geb. 6. März 1834
zu Naumburg, 1871 Missionsinspektor in Barmen, seit
1897 Prof. in Halle; gründete 1874 die „Allgemeine
Missionszeitschrift, schrieb: „Missionsstunden“ (2 Bde.,
t. Aufl. 1885 87), „Abriß einer Geschichte der prot.
Missionen“ (8. Aufl. 1905),, Die Mission in der Schule“
10. Aufl. 1905), „Missionslehre“ (3 Bde. 1882 1000;
3Aufl. 1902 fg.) u. a.
Warnefried, Vater des Paulus Diakonus (s. d.),
ner deshalb auch selbst Paul W. genannt wird.
Warmneidechsen, s. Warane.
Warnemünde, Flecken in Mecklenburg-Schwerin,
mn der Mündung der Warnow in die Ostsee, mit Hampf⸗
Ir nach Gjedser, (1905) 3100 E., Seehafen für Rostock,
ation zur Rettung Schiffbrüchiger; Seebad.
Warner (Warneidechse), s. Warane.
Warner, Susan, amerik. Schriftstellerin unter dem
Pseudonym Elizabeth Wetherell, geb. 14. Juli 1819 zu
Neuyork, gest. 17. März 1885 in Highland Falls, bef.
bekaunt duürch den Roman „The vwide, wide worid“
(1831). — Ihre Schwester Änna Bartlett W. (Pseudo—
ayhm Amy Lothrop), geb. 1820, schrieb die Romane
„Dollaxs and cents“ (1853), „Stories of Vinegar
Hill“ (6 Bde., 1871) u. a.
Warnfarben, s. Screckfarben.
Warnicken, Oberförsterei und Seebad im preuß. Reg.⸗
Bez. Königsberg, auf der Halbinsel Samland, 55 E.
Warnow, Hluß in Mecklenburg-Schwerin, entfpringt
bei Grebbin (nördl, von wird bei Lůtzow schiff⸗
bar, bei Rostock auch für Seefchiffe, mündet, 1838 xm Ig.
hei Warnemünde in die Ostsee.
Warnsdorf, Stadt in Böhmen, an der Mandau,
1800) 21150 E.; Tertilindustrie.
Warnungsfarben, s. Schreckfarben.
Warp (engl., „Ketle“), in der Spinnerei Ketten⸗
üden; Warpspinnerei, Spinnerei für Kettengarne.
Warpen (Verwarpen), ein Schiff dadurch fortbewe⸗
gen, daß man es mittels einer Leine (Warpleine) nach
einem Anker (Warpanker) hinzieht. [welt, 14.
Warragal, s. dingo uͤnd Tafel: Australische Tier—
Warraut lengl. spr. worrent), Versicherung, Gewähr
—— . Lagerhaus). seqht
Warrantod (engl., spr. worrented), v. w. garantiert,
Warren (spr. worrth, Scumet, nor Romanschrift⸗
teller, geb 28. Mai 1807 zu RKacre (Wales), gest. 20. Juli
1877 als Richter zu London; schrieb Pen ousuns
a Jear“ (I838), Nox and then“ (5 Bbe. 18417) v.
auch jurist. Schriftsteller

Warriugton (spr. woͤrringt'n), Fabrikstadt in der
ngl. Grafsch. Lancaster, am Merfey und Manchester—
Schiffstanal, (1905) 68301 E.
Warrnambool (spr. buhl), Stadt in Bictoria
Australien), (1804) 6650 E., Hafen.
Warschau, Gouvernement im westl. Rußland, zum
Beneralgounv. W. (umfassend die zehn Gouberneinents
»on Russ.s Polen) gehörig, längs der Weichsel bis zur
reuß. Grenze, 17520 qku, 1931867 E. (73 Proz. Polen,
6 Proz. Israeliten), mehr Industrie als Ackerbau. —
Die Hauptstadt W., poln. Warszawa Karte: Europäi—
ches Rußland J, 4l, zumeist J. an der Weichsel: Alt—
tadt, Neustadt, Krakauer Vorstadt, Neue Welt, Uja—
dowsta, Marschalkowska u. a., r. die Vorstadt Praga,
urch die Alexander- und eine dienen mit Brücken⸗
opf verbunden; an letzterer J. die Alexanderzitadelle mit
echs kleinen vorgeschobenen Werken, ferner Stadtum—
vallung und 185 detachierte Forts in der Umgebung, wo—
)urch W, zu einer großen Lagerfestung geworden ist;
156 426 E. darunter 88000 Militär, 86 Proz. Polen,
32 Proz. Israeliten, 8,8 Proz. Russen. Hauptverkehr
Schloßplatz, Zjasd, Podwal, Senatorska, Elettoralnam a.;
2 — Theater⸗, Bank⸗, Alexander-, Krasinski-Plaß.
barkanlagen: Sächs., KrafinstizGarten, Zazienki. 27 katß.
dirchen (St. Johannis-, Heilige Kreuzkirche u. a.), a
Dreifaltigkeits⸗-Kathedrale u. a.), eine luth. eine reform.,
ine engl. Kirche, eine Synagoge. Biele Paläste (Königl.
Schloß, Sächs. Palais u. a.); Denkmäler von
dopernikus, Sobiesti, Mickiewicz. W. ist Sitz des General⸗
Jouverneurs, Gonverneurs, der oberften Gerichtsbarkeit
ür, Polen, des russ. Erzbischofs (Eparchie Cholm), des
ath. Erzhischofs (Erzdiözefe W.), des Kurators des dehr—
ezirks W., des Kommandos des Militärbezirks W. W.
erfällt in 12 Polizeibezirke. An der Spitze des Magistrats
teht ein russ, General, auch der Oberpolizeimeister ist ein
solcher. Universität (1816—32; 1861 wieder hergestellt,
868 in eine russ. umgewandelt), Veterinär-, Polytechn.
zInstitut, Konservatorium, kath, Lehrer⸗ und Priester—
eminar, mehrere Gymnasien. Fünf Bahnhöfe für die
zisenbahnen W.⸗Petersburg, W.-Terespol, KRowel⸗W.—
Mlawa, W.Wien und WeKalisch. W. ist nächst Lodz
die bedentendste Industriestadt Polens. Mittelpuͤnkt des
poln. Binnenhandels und Vermittlungsverkehr zwischen
dem Innern Rußlands und dem Auslande. — W. war
seit 1650 Residenz der poln. Könige; 28. bis 30. Iuli 1686
Sieg Karls X. von Schweden über die Polen; 5. Rov.
1794 und 7. Sept. 18831 von den Russen erstürmt. 1807
—12 war W. die Hauptstadt des Großhzgt. W.
Warstein, Jlecken im preuß. Reg.-Bez. Arnsberg,
1905) 4068 E., Amtsgericht; dabei die 1887 entdeckte
Warsteiner oder Bilsteinhöhle.
Warta, poln. Name der Warthe.
Wartburg, Bergschloß bei sbenag 394 m ü. d. M.,
am 1070 von Ludwig dem Springer erbaut, bis 1440 Sitz
der thüring. Landgrafen, 1847-7 erneuert Tafel: Mitte
leres Westdeutschland II, 11, bei Rheinprovinz); hier
fand der sog. Warthurgkrieg (s. d.) und 1817 das Wartourgfest
 (s. d.) der Burschenschaften statt; berühmt ift die
W. bes. deg die heil. Elisabeth von Thuͤringen und den
Aufenthalt Luthers Mai 1521 bis 6. Marz 1522).
Wartburgfest, das Fest der deutschen Burfchenschaf⸗
ten auf der Wartiburg 18. Okt. 1817, zur 3. Säkulareier,
 der Reformation, wobei eine allgemeine deutsche
Burschenschaft (s. d.) gegründet ward.
Wartburgkrieg, Sangerkrieg auf der Wartburg,
der Dichterwettkampf, der 1207 auf der Wartburg am
Hofe des Landgrafen Hermann von Thüringen stattgefun⸗
den haben soll; in wünderlicher, dunkler Weise behandelt
in einem gegen 1250 entstandenen Gedicht (hg. von Ett
müller, 1830; übersetzt von Simrock, 1868), R. Wagner
segte den Stoff seiner Oper „Tannhäuser“ zugrunde.
Wartegeld, der Teil des Gehalts, welcher' einem
einstweilen in den Ruhestand verseßten Beamten bis zu
seiner Wiederanstellung gewähr: J.
Wartenberg. 1) Preuß. Stadt, s. Deutsch-Warten⸗
berg. — 2) Preuß. Stadt und Standesherrschaft, s Groß⸗
vartenberg.
Wartenberg, Johann Kasimir von Kolbe, Reichs⸗
graf von, preuß. Staatsmann, geb. 1643 in der Wetterau