Wasserspeier, die noch bes. künstlerisch ausgestalte—
en Abflußoffnungen in der Dachrinne; meist Tierkoöpfe,
n der Gotik fraßenhafte Tiergestalten Abb. 1049).
Wasserspinne (Argyronêta aquaosa
 CL), Art der Rohrenspinnen, gelb—
zrau bis braun, unter Wasser kuppel⸗
ae b, , * 194
afsersprung, Blasensprung, bei Ppeoter.
der deserspro ——— der in den Wasserspeier
Muttermund getretenen, aus den Eihäuten des Embryos
gehildeten und mit Früchtwasser gefüllten Blase.
Wasserstandsbeobachtung,.Pegel und Flutmesser.
Wasserstandszeiger, eine Vorrichtung zum Erkennen
des Wasserstandes in Dampflesseln und andern teilweise
nit Flüssigkeiten gefüllten Gefäßen; am gebrüuchlichften
rin Wafferstandsgias; bei Dampfkesseln auch mehrere in
verschiedener Höhe angebrachte Probierhähne oder Probier—
Wasserstar, s. Wasseramsel. sventile.
Wassersterz, die weiße Bachstelze (j. d.).
Wajfserstosf (Uydrogenium, chem. Zeichen M), chem.
Slement, 1781 von Briestley entdeckt, von Cavendish
genauer untersucht, findet sich frei in geringer Menge in
Bulkangasen, in einigen Petroleumquellen, im Stein—
salz, in riesiger Menge in der Photosphäre der Sonne
und vieler Fixsterne, wird neben Sauerstoff bei der Elek—
trolyse des Wassers erhalten, entsteht bei der Zerlegung
des Wassers durch Natrium bei gewöhnlicher Temperatur
durch Eisen in der Glühhitze; gewöhnlich dargestelt durgh
Abergießen von Eisen — Zink mit verdünnter Schwefel⸗
oder Salzsäure, auch aus Natronlauge und Zink oder
Aluminium, technisch durch Erhitzen von gelöschtem Kali
mit Kohle oder Ziukstaub oder als Nebenprodukt bei der
Elektrolyse des Chlornatriums oder Chlorkaliums. Da W.
das leichteste Gas ist und das kleinste Verbindungsgewicht
Jat, wird er als Einheit für die Volumgewichtsbestimmung
der Gase und für die Atomgewichte der Elemente ange
nommen, (Atomgewicht — 19. Farb-, geruch- und ge—
chmackloses Gas vom spez. Gewicht 0, oos, ein Liter wiegt
Nosss . W. läßt sich bei sehr niederer Temperatur durch
tarken Druck kondensieren zu einer farblosen Flüssigkeit
ꝰom spez. Gewicht O,is und dem Siedepuntt — 2348 er
ist in schmiedeeisernen Flaschen als stark komprimiertes
Bas im Handel. W. unterhält die Verbrennung nicht,
verbrennt mit schwach bläulicher, sehr heißer Flamme, gibt
mit 1. Volumen Sauerstoff oder J Volumen Chlor ge⸗
nischt, Gemenge, die beim Entzünden, lehteres auch dei
zeller Beleuchtung, heftig explodieren (Kuailgas und
Chlorknallgas), wird von einigen Metallen (bes. Platin
ind Palladium) stark absorbiert, entzieht in der Gluͤhhitze
Oryden den Sauerstoff, wirkt daher'stark reduzierend,
dient wegen seiner Leichtigkeit zur Füllung von Luft—
dallons, mit Luft oder Sauerstoff angeblasen (Knaulgasgeblüse)
 zur Erzeugung hoher Temperatuͤren, zum Schmelzen
d)es Platins, zur Reduktion der Metalle dus ihren Ver⸗
bindungen bes in der Analyse. Verbindet sich chemisch meist
—B—— liefert
nit Sauerstoff Wasser und Wasserstoffsuperoryd.
Wasserstoffsäuren, s. Süuren.
Wasserstoffsulfid, s. Schwefel.
Wasserstofffupervryd findet sich in kleiner Menge
n der Luft, im Schnec und Eis, twas mehr in der
Waldluft, entsteht bei vielen Orydationsprozessen, wird
in wässeriger Lösung gewonnen durch Eintragen von Ba⸗
cyumsuperoryd in kalte verdünnte Schwefelsäure oder
zon Natriumsuperoxyd in verdünnte Weinsäure, wird der
Lösung durch Alnr entzogen, bildet wasserfrei eine farb⸗
and geruchlose, bittere, sauer reagierende Flüssigkeit vom
spez. Gewicht 1,03 reizt die Haut, erstarrt beizoä noch
— zerfällt durch Spuren
zrganischer Substanz mit Erplosion. Die verdünnte wässerigt
Lösung ist, bes. in Gegenwart von etwas Schwefelsäure,
beständig. W, wirkt stark orydierend, gerstört daher viele
Farbstoffe, wirkt aber auch auf Oxyde mancher Metalle re⸗
duzierend, dient zum Bleichen der Gespinstfasern (die Rasen⸗
bleicherei beruht auf der Wirkung von 2. der Federn,
nochen, Elfenbein, zum Blondfüchen duntler Haare, zum
Restaurieren von Olgemälden und Zeichnungen, als Zahn⸗
ind Mundwasser und als Medikament (Ayärogoniem
deroxydatum, Perhydrol). — Val. Koller (1893).

Was
Wasserstrauch, virginischer, Pflanzenart, s. B-Iranges.

Wassersucht ydrops), krankhafte Ansammlung von
daserahnticher Flüssigkeit in den Geweben oder Hoͤhlen
des lebenden Körpers, Symptom chronischer Nieren⸗,
Zerz⸗ und Lungenkrankheiten. (S. auch Hautwassersucht.
Sadwassersucht)
Wassertreter, Gruppe der Schnepfen (s. d.); als
Vattg. (Phalaröpus) wenige Arten“ in der nördl. ge—
näßigten Zone umfassend, darunter der schmalschnäblige
P. cinerôus Briss.) und der breitschnäblige W. (P.
ufescens Briss.), braunschwarz, geschickte Schwimmer, im
orden der Alten Welt. W. heißt auch der Petersvogel
s. Sturmschwalbe).
Wassertrüdingen, Stadt im bayr. Reg.sBez. Mittel⸗
ranken, an der Wornitz, (1900) 1806 E. Amtsgericht.
Wasserturm, s. Wasserversorgung.
Wasferuhr, Klepsydra, mit einer bestimmten Menge
Wasser gefülltes Gefüß, aus dem das Wasser durch ein Loch
n einer bestimmten Zeit ausfließt; war schon 600 v. Ehr
hei den Assyrern in Gebrauch, diente bei Griechen und Rö⸗—
Wässerung, s. Moire. smern als Zeitmeffer.
Waßserverdrängung, s. Deplaͤcement.
Wasserversorgung, Inbegriff aller Einrichtungen
ur Beschaffung von Trink⸗ und Nutzwasser. Geregelte
W. ist eine Errungenschaft der neuesten Zeit, da“ die
jroßen Anlagen des Altertums, namentlich der Römer
s. Aquädukt) im Mittelalter vernachlässigt und vergessen
vurden. Man war wieder auf den Faughrpunsw zuͤrůck⸗
ekommen, der nächst der Zisterne 9. d.) die älteste Art
ex Waffergewinnung darstellt. Die Wassergewinnung kann
rfolgen durch Quellenfassung in Brunnenstuben (Quell⸗
chacht, Wasserschloß und Quiellgalerien, eine bei großen
Städten nur selten anwendbare, wegen der langen Lei—
ungen 9— teure Methode (gutes Beispiel Diche aus
»em Grundwasser mittels Sammelleitungen, Stollen
ez. meist mittels Brunnen (entweder gemauette Kessel⸗
ruunen oder Rohrbrunnen, nach der Tiefenlage auch
zlache oder Tiefbruͤnnen), schließlich durch Eutnahme aus
ffenen Gewässern, wie Fluͤssen VLondon, Petersburg,
Zamburg), aus natürlichen Seen (Berliu) sowie aub
zurch Talsperren künstlich aufgestauten Sammelteichen.
In den letzten Füllen ist Reinigung (s. Wasserreinigung)
ꝛor Gebrauch durch Filtration erforderlich. DBann Saͤmm—
ung in Reinwasserbehälter, der als Hochreservoir oder
Wafferturnt ausgeführt, zur Ausgleichung der Tagesschwau—
ungen im Bedarf dient und das Waffer unter natürlichem
Druck dem Röhrennetz zuführt. Bei Gewinnung aus
Zrundwasser und offenen 3— ist Hebung des
Wassers auf diese Hochbehälter durch Pumpen erforderlich.
Wasserviole, Pflanzenart, s. Butomous [Abb. 305).
Waßservogel, s. e [Abb. 304].
Wasserwage, Libelle, Nivcau, Infirument zur Be⸗
timmung der horizoutalen igtuag beruht auf der Eigens
chaft der Flüfsigkeiten, ihre berfläche horizontal einzu—⸗
tellen; Hauptformen die Röhrenlibelle ober W. schlechthim
eine in ein Gehäuse gefaßte Röhre mit Wasser und in
diesem eine danene die dann in der Mitte steht, wenn
das Gehäuse horizonial ist) und die Dofenlibelle (s. d.).
Wasserwanzen (Uydrocören), Unterabteilung der
Wanzen, die, mit Ausnahme ihres Aufenthalts im Wasser,
eine gemeinschaftlichen Charaktere von systematischer Be⸗
eutung haben. Hierher Wasserstorpione (f. d.) und
stückenschwimmer (s. d.).
Wasserweihe, Fest der griech. Kirche am 6. Jan.
Epiphanig, s. d.) zum Andenken an die Taufe Jesu im
zordan (daher FJordansfest), an welchem der Priester
as Wasser des nächsten Flusses durch dreimaliges Be—
reuzen und Eintauchen des Kreuzes zum Tauf⸗ und
Beihwasser weiht JTafel: Religionen IU, p
Wasserwerke, Anlagen zur städtischen Wa erversor⸗
ung (s. d.). Ide
Wasserwiesel, der Nerz (s. Stinkmarder nebsi Ab g
Wasserzeichen, Wassermarken, durchscheinende Etet
en Knitialen, Wappen ꝛc.) in gewissen Papiersorten (bes.
u Staats- und Wertpapieren, Briefmarken), werden er—
cugt durch Einflechten von Draht auf die Papierform, in⸗
lgedessen sich an der betreffenden Stelle weniger Papier⸗
off ablagert, oder durch Pressen des Papiers mittels Walzen.

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