Wauters, Alphonse Jules, Geograph, Kolonialpoli-—
tiker und Kunstschriftsteller, geb. 13. Juni 18485 in Brüssel,
jeit 1887 Prof. der Kunstgeschichte an der Königl. Akademie
das., begründete 1884 die bes. der Entwicklung des Kongo—
staates 4 widmende Zeitschrift „De mouvement géogra
phique“; schrieb „Le Congo illustré“ (4 Bde. 1882-86),
Létat inäépendant du Congo“ (1899) u. a.
Waunters, Emile, belg. Geschichts- und Bildnismaler,
zeb. 29. Nov. 1846 zu Brüssel, lebt das.
Wavern, belg. Stadt, s. v. w. Wavre.
Wavertree (spr. wehwertrih), Stadt in der engl.
Frafsch. Lancaster, Vorort von Liverpool, (1901) 43910 E.
Wavinsa, die Bewohner von Uviuüsa, Bantustamm.
Wavre (spr. wahw'r), Stadt in der belg. Prov. Bra—
»ant, an der Dyle, (1904) 8517 E.; hier 18. Juni 1815
Schlacht zwischen Preußen (Thielmann) und Franzosen
Grouchy). Königsschloß.
Wawel, Anhöhe in Krakau, mit Kathedrale und
Wawer, Dorf im russ.⸗poln. Gouv. Warschau; hier
19. Febr. 1831 Sieg der Polen über die Russen,
Wardick (Acipentger Güldenstädti Bronde), bis 4 m
ig. werdende Art der Störe im Flußgebiete des Schwarzen
und Kaspischen Meers, in der Donau bis Preßburg, liefert
den vierten Teil des russ. Kaviars und der Hausenblafen.
Warholm (Barholm), Stadt im schwed. Län Stock—
holm, auf der Insel Waxö (Vaxö), am Ausfluß des Mälar—
sees, 19 km von Stockholm, (1900) 1702 E., Seebad;
starke, neuerdings erweiterte Festungswerke.
Waxweiler, Flecken im preuß. Reg.⸗Bez. Trier, an
der Pruüm, (18905) 742 E., Amtsgericht.
Wanne, s. Fort Wayne.
WE., Abkürzung für Wärmeeinheit (s. Kalorie).
Wealdenformation (engl., spr. wihl-), unterste
Stufe der Kreideformation (Unterer Hils), Sumpf⸗ und
Brackwasserbildung mit üppiger Flora von Zykadeen,
Zoniferen und Farnen (aus denen die Wealdenkohle ent⸗
stand); unten aus Sandsteinen (Wealdensandstein, s.
Deistersandstein), oben aus Schieferton; Nordwestdeutsch⸗
land, Belgien, Südengland. fland (s. d.)d.
Wearmouth (spr. wihrmöth), Vorstadt bon Sunder—
Webe, früher beim Leinwandhandel in Hamburg eine
dünge von 72 Hamburger Ellen — 41,27 m.
Weben, s. Weberei. [Webervögel (s. d.).
Weber, Käfer, s. Bockkäfer [Abb. 320); auch s. v. w.
Weber, Albrecht, Sanskritist, geb. 17. Febr. 1825 zu
Breslau, seit 1886 Prof. zu Berlin, gest. das. 80. Nov.
1901; veröffentlichte: „Ind. Studien“ (18 Bde., 1849 —
„Akademische Vorlesungen über ind. Literatur—
geschichte“ (2. Aufl. 1876), „Vedische Beiträge“ (1884 fg.),
„Ind. Streifen“ (53 Bde., 186879) u. a.
Weber, Beda, Dichter und Schriftsteller, geb. 26. Okt.
1788 in Lienz (Pustertal), gest. 28. Febr. 1858 als kath.
Pfarrer in Frankfurt a. M., schrieb: „Das Land Tirol“
8 Bde., 1838), „Lieder aus Tirol“ (1842), „Johanna
Marxia vom Kreuz und ihre Zeit“ (3. Aufl. 1877) u. a.
Weber, Friedt. Wilh. Dichter, geb. 26. Dez. 1813 zu
Alhausen (Westfalen), erst Arzt in Driburg, 1806 — 67
n Lippspringe, gest. b.April 1884 in ehne bes. durch
seine Iyrisch-epische Dichtung „Dreizehnlinden“ (1878
100. Aufl. —VX bekannt. — Bgl. H. Keiter (6. Aufl.
1803), Hoeber (1804).
Weber, Georg, Geschichtschreiber, geb. 10. Febr. 1808
iu Bergzahern, 1848 —72 Direktor der Höhern Bürger—
seh zu Heidelberg, gest. 10. Aug. 1888; Hanuptwerke:
Lehrbuch der Weltgeschichte“ (21. Aufl. 1902), „Welt⸗
geschichte in übersichtlicher Darstellung“ (21. Aufl. 1808),
Allgemeine Weltgeschichte““ (2. Aufl. 1882 90) u. a.
Weber, Joh. Jak. Buchhändler, geb. 8. April 1808
in Siblingen bei Schaffhausen, errichtete 1834 eine Ver—
lagsbuchhandlung in Leipzig und maͤhte sich durch Pflege
der illustrierten Literatur und namentlich durch die „Illuͤ—
strierte Zeitung“ um die Hebung des Hol— schnittes verdient,
gest. 16. März 1880. Nachfolger seine Ahuet Johanunes
W. (1838-89), Hermann W. (184289) und Felix W.
(geb. 1845, gest. 20. Aug. 18906). Teilhaber war seit 1896
Johann W. (1873 — 1906). Jetzige Besitzer: Felix W.s
Söhne Wolfgang und Siegfried und sein Neffe Horst W.
Weber, Karl Julius, Schriftsteller, geb. 18. April
1767 zu Langenburg, bis 1802 in mehrern kleinen Staaten

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Web

im Justizdienst, gest. 20. Juli 1832 zu Kupferzell; schrieb:
„Das Ritterwesen“ (S Bde., 1822 24) und bes. humo⸗
istisch- satir. Schriften: „Demokritos, oder hinterlassene
hapiere eines lachenden Philosophen? (8. Anfl. 1888) u. a.
Weber, Karl Maria, Freiherr von, Komponist, geb.
3. Dez. 1786 in Entin, seit 1816 Kapeilmeifier der deut—
chen Oper in Dresden, gest. 5. Juni 1826 zu London,
Schöpfer der romantischen Richtung und dadurch von großen
kinfluß auf die Koniponisten nach ihm; auch als Klavier⸗
and Liederkomponist bedeutend („ Kriegsslieder“, „Auf⸗
orderung zum Tanz“ ß am bedeutendsten seine Opern:
„Sreischuͤtz“ (18205, „Preziosa“ (1821), „Euryanthe“
1821), „Obceron“ (1826) und die unvohendet „Die
rei Pintos“. — Biogr. von seinem Sohne Max Maria
»on Weber (s. d.) und A. Neißmann (1883).
Weber, Konstanze, s. Mozart.
Weber, Mar Maria, Freiherr von, Eisenbahntechniker,
Zohn des Komponisten Karl Maria von W. geb. 28 April
822 zu Dresden, erst Eisenbahndirektor das. 187075
m Handelsministerium in Wien, seit 1878 Geh. Regie⸗
ungsrat im preuß. Handelsministerium, gest. 18. April
881; schrieb: „Die Schule des Eisenbahnwwesens“ (4. Aufl.
885) u. a.; auch eine Biogr. seines Vaters (3 Bde.,
86466). — Vsl. Berghaus (1881).
Weber, Theodor, Bischof der Altkatholiken des Deut—
chen Reichs, geb. 28. Jan. 1886 zu Zülpich (Nheinprovinz),
860 Pastor, 1872-80 Prof. der Philosophie zu Breslau,
8890 in Bonn Generalvikar und 1895 Weihbischof des
iltkath. Bischofs Reinkens, 1896 zu dessen Nachfolger ge⸗
vählt und von Preußen, Baden, Hessen als Bischof an—
erkannt, gest. 12. Jan. 1906 in Bonn; Haupivertreter
her Philosophie Ant. Günthers (s. d.). Hauptschrift: Meta—
ihysik. Eine wissenschaftliche Begründung der Ontologie des
ed Christentums“ (2 Bde., as
Weber, Wilhelm, Physiker, geb. 24. Okt. 1804 zu
Bittenberg, 1831 Prof. in Göttingen, gest. das. 23. Funi
891; gehörte zu den Göttinger Sieben (s. d.), Mit—
egründer der „Wellenlehre“ (1825), legte mit Gauß 1833
hen ersten elektromagnetischen Telegraphhen an. Werke“
6 Bde. 1892-99). — Bgl. H. Weber (1883).
Weberblatt, s. v. w. Kamm (s. d. und Weberei).
Weberbock, s. Bockkäfer [Abb. 230).
Weberdistel, s. Dipsacus [Abb. 488)].
Weberei, die Herstellung von Geweben (Stoffen,
Keugen) gus den Garnen der Spinnstoffe durch regel—
näßiges Verknüpfen und Jueinandergreifen der Faden,
zrfolgt auf dem Webstuhl, der durch Hand und Fuß des
Menschen (Handwebstuhl) oder durch Maschinen (Web⸗
maschine, Maschinenstuhl, Kraftstuhl) in Bewegung ge⸗
etzt wird, sowie auch mit Einrichtüngen zur Einfügung
»on Mustern (z. B. bei der Jacquärdmaschine) verbunden
verden kann. Die Kette (s. d.) wird vor deun Verweben
geleimt (bei tierischen Spinnmaterial) oder geschlichtet
bei Wolle); die Schlichte ist ein Kleister aus Tartoffel—
»der Weizenmehl (Mehlschlichte) oder eine Abkochung von
Isländischem Moos (Movsschlichte). In einem Srosun
ind die Kettenfäden zunächst auf dem Kettenbaum auf—
ewickelt und laufen von da durch die auslenkenden, das
Fach oder Sprung (Oberfach, Unterfach) bildenden Otganc
Schäfte, Maillons der Jacquardlitzen, Tringles ec.) Nach
kLintragung des querlaufenden Fadens (Schusseb, Ein—
chlag, Cintrag) wird dieser durch das an der schwingenden
rade befindliche Blatt (Kamm' ss. d.J, Rielblatt, Rietammy)
 in die Kehle des Faches geschlagen und dadurch
»as Gewebe gebildet, welches abgezogen bez. auf einen
Warens oder Zeugbaum aufgewickelt wird. Die W. zerfüllt
iach dem verwendeten Material in Baumwoll- Woll.
zeinwand⸗, Jute⸗, Seiden⸗W. nach der Art der Fadenver.
indung in W. glatter, geköperter, gazeartiger, samt⸗
irtiger, gemusterter Stoffe. Die W., schon im Mittelalter
lühend, wurde erst bedeutend nach Erfindung des mechan.
Webstuhls durch Cartwright (1786).
Weberfinken, s. Webervoͤgel.
BWeberfisch, der gemeine Gründling (s. d.).
Veberkamm, Rietkamm, s. Kamm und Weberei.
Weberkarde, s. Pipsacus [Abb. 428)].
Beberknecht, s. Afterspinnen Abb. 30).
Weberknoten, eigentümliche Verfschlin ung der Faden⸗
uden, deren sich der Weber zum nun bedient.