Weh

Wehabiten (Wechabiten), s. Wahhabiten.
WBehbih, ägypt. Getreideinaß — 1, Ardeb.
Wehen, die periodischen Zusammenziehungen der Ge—
ʒärmutter behnfs Ausstoßens der Leibesfrucht (s. Geburt)
Wehen, Dorf im preuß. Reg.sBez. Wiesbaden, an der
Aar, (1905) 1160 E. Amtsgericht.
Wehl, Feodor, eigentlich von Wehlen, Schriftsteller,
Jeb. 19. Febr. 1821 in Kunzendorf (Schlesien), 186084
Hoftheaterintendant in Stuttgart, gest. 22. Jan. 1890 in
Samburg; schrieb Lustspiele und Dramen (gesammelt,
ieue Aufl., 6 Bde. 1882 89), Nopellen u. e
Wehlau, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Königsberg,
am. Kinfluß der Alle in den Pregel, (1905) 3284 E., Amts⸗
gericht, Gymnasium; hier 28. Sept. 1657 Vertrag zwischen
Brandenburg und Polen, wedurg die Unabhängigkeit des
Hzgt. Preußen durch Polen anertaunt wurde.
Wehlen, Stadi in der fägf. Kreish. Dresden, r. an
der Elbe, (1905) 3091 E., Schifferschule; dabei der Weh—
ener und Uttewalder Grund.
Wehmutter, s. Hebamme.
Wehr, Wehrdamm, quer durch einen Fluß gelegter Ein⸗
bau behufs Aufstauung des Wassers zu landw., industriel⸗
len und Schiffahrtszwecken. W. sind entweder fest, dann
meist ganz in Stein, aber oft mit Einlage eines beweg
lichen Einbaus als Sicherheit gegen zu hohe Anschwellung
Freiarche, s. d.), oder beweglich, dann in Holz ode
kFisen konstruiert. Die beweglichen W. sind ausgebilde
als 1) Schützen-W. mit Tafeln (Schutzen), die sich an
Gerüsten (Griespfeiler, Grießsäule) auf und ab schieben
der um senkrechte Achfe drehen lassen; 2) Nadel-W., be
denen der Stau durch dicht aneinander gestellte dünne
Balken oder Eisenröhren (Radeln) bewirkt wird; 3) Klap
pen-⸗W., aus umlegbaren Klappen bestehend; 4) Trommel
W., bei, denen, die nach unten verlängerte Klappe durch
den Wasserdruck selbst Ven wird; 85) selbsttätige W.
dei denen der Wasserdruͤck selbst die Auftihtung und den
Niederzug bei bestimmten Wasferstaͤnden bewirtt.
Wehr in Baden, Dorf im bad Kr. Lörrach, an der
Wyy (1805) 3663 E. Burgruine Werrach.
ehrenpfennig, Wilh. Publizist und Politiker, geb
25. Mürz 1829 in Blankeuͤburg am Harz, früher Gym—
nasiallehrer, 1889 —62 Vorsteher des Lilerar. Buregus
im preuß. Staatsministerium, 1868275 Mitglied des Ab—
geordnetenhauses, 1880 —81 des Reichstags (national—
siberal), 1877 Referent im Handelsministerium üͤber die
echnischen Hochschulen, 187989 Geh. Oberregierungsral
m Kultusministerium, gest. 25. Jull 1000 in' Berlin
wehreesp Gergeldy, ĩ. Blutgeld: auch s. v. w. Wehr⸗
teuer (s. d.).
Wehrli, Joh. Jakob, schweiz. Püdagog, geb. 6. Nov.
1790, übernahm 1810 die von Fellenberg(s. d.) gegründete,
Unterricht mit Arbeit verbindende Armenerziehungsschule
in Hofwyl, die er zu einer Musteranstalt (daher Wehrli.
ichnlen) erhob, 1833653 Leiter des Seminarb in Kreuz⸗
lingen, gest. 15. März 1855.
Wehrlit, s. Olivingesteine.
Wehrordnung, s. Beilage: Deutschland.
Wehrpflicht, allgemeine die durch Gesetz geregelte,
ür jeden Staatsangehörigen bestehende Verpflichtung zum
Kriegsdienst, im Gegensatz zur Werbung f. d.). über
die W. in den einzelnen Staͤten di⸗ Hetr. Beilagen.
[S. auch Beilage: Heere und
Flotten.],- Bal. Roit, Di⸗
W. im Deutschen Reiche (R Vde
—E
Wehrfteuer, Militärsteuer,
Militärtaxe, Wehrgeld, Militär
dvienststeuer, die Steuer, die mili—
tärpflichtigen, aber vom Militär—
dienst befteiten Mannern aufer⸗
legt wird, besteht in Osterreich⸗
Ungarn, in der Schweig Cituat—
pflichtersatd und in Frankreich.
Wehrvo gel(Palameactaneß
Familie der Entenvögel, mit mit⸗
tellangem, zugespißten, dem de
Hühner ähnlichen, hut noch inten vorspringenden Horn⸗
lamellen ausgestaltetem Schnabel, hohen Beinen und zwei
langen, scharfen Spornen am Handgelenk (Flügelbag).

1951. Aniuma

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dewohnen Südamerika, fressen Vegetabilien. Hierher der
Aniuma (Kamichi, Palamedea cornuta , [Abb. 1951)),
chwarzbraun und grau, Bauch weiß, mit hornigem Aus—
vuchs auf der Stirn, und der Hirtenvogel (Tschaja, Chauna
Navaria Tliq.), dunkel graublau, ohne Hornauswuchs,
iber mit aufrichtbarem Federbusch am Hinterkopfe.
Wehrwolf, s. v. w. Werwolf
Wei, chines. Name des Amu“s. d.).
Weibersommer, s. v. w. Altwelbersommer (. d.).
Weibertren, Burgruine bei Weinsberge(f d.).
Weichbild, der zů einer Stadt gehörige Gerichts⸗
zezirk; dann die Stadtflur; auch das Stadtrecht.
Weichblei, Frischblei, das aus Bleiglätte durch Ne—
uktion gewonnene. Handelsblei.
Weichbronze, nicht verdichtete Geschützbronze, im
vegensatz zur Hart- oder Stahlbronze (s. d.).
Weichdorn, der gemeine Kreuzborne(f. Rhamnus).
Weicheisenkies, Markasit (s. —*
Weicherz, Silberglanz (. dy.
Weichflosser, Weichstraͤhler ea Ordnung
der Knochenfische, deren unpaare Flossen (Rücken⸗, After⸗
und Bauchflosse) keine Stacheln haben; nnenn nh ohne
duftgang. Hierher die Familien der Schell ische, Schlangen⸗
ische, Plattfische ꝛc.
Weichfluͤgler, Weichhäuter, Weichkäüfer (Malacodernäta),
 artenreiche Familie der pentanmeren Küäfer, mit
veicher, lederartiger — die Larven sind mit
Augen und Beinen verfehen und deben meist räuberisch.
Die Arten der Gattg. W. Tolephörus) nützen durch Ver⸗
tilgung anderer Käfer; ihre langgestreckten, dunkel be—
jaarten Larven erscheinen bei mildem Wettet stellenweise
chon im Winter in Menge auf dem Schnee (Schnee⸗
virnter). Auch das Johanniswürmchen gehört zu deu W.
Weichharze, s. Gummiharze.
Weichhäuter, Weichtäfer, f. Weichflügler.
Weichlot, s. Löten.
Weichmanganerz, s. Braunstein.
Weichporzellan, leicht schmelzbares Porzellan, im
vegensatz zu dem schwer schmelzbaren, echten Porzellan.
Weichfel, poln. Wisla, lat. Bistuia, größter Zufluß der
Ostsee, he im Jablunkagebirge bei dem Dorfe W.
n Osterr.sSchlesien aus der Weißen Kleinen und Schwar⸗
en W., bildet eine Strecke lang die Grenze gegen Preuß.⸗
„—chlesien, fließt über Krakau“und treunt Rußland von
Zalizien, tritt unterhalb Sandomir auf russ. Gebiet, bei
Iwangorod in die poln. Ebene, bei Otloczyn auf preuß.
Gebiet, durchbricht von Fordon ab den preuß. Landrücken
und durchfließt von Marienwerder abwärts die fruchtbare,
aber häufigen Uberschwemmungen ausgesetzte Weichsel⸗
niederung (1986 qkm), teilt sich unterhalb Newe un die
(östl.) Nogat (s. d.) ünd die W., welche sich wiederum
in die (östl.) Eibinger W. (25 Km ig., zum Frischen Haff)
und die Dauziger W. (34 Rm Ig., mündet bei Neufahr⸗
wasser in die Sstsee) spaltet Tafel: KartographieI,
31; Stromlänge 1076 km (davon 413 österr., 441 russ.
222 preuß.); Stromgebiet 198810 qum. Für die Schiff⸗
ahrt wichtige Nebenflüsse? Przemsza, Dungjec, San,
Narew mit Bug und Brahe; Verbindung mit der Netze
durch den Bromberger Kanal, mit dem Memen Andee
Angustowo⸗ und nuͤt dem Dujepr durch den Onfepr⸗ ug⸗
Kanal. Die Schiffahrt beginnt bei Auschwitz, regelmaͤßige
Danipfschiffahrt von Warschau aus. Vgl. Bludau
1899 Keller, „Der Memel⸗ Vregel⸗ und Weichselstrom“
6 Bde. 18006).
Weichsel, Weichselkirsche, s. Kirsche und Prunus.
Weichfelgonvernenents, offizieller Name der 10
Bonvernements Russ.-Polens (s. Polen).
Weichsel⸗Haff⸗Kanal, Verbindung der Nogat (von
Rote Bude) mit dem Frifchen Haff, 18, xm EIg., 20m
mittlere Tiefe, 1845 — 50 eibaut“
Weichseltirsche, s Kirsche und Prunus [Abb. 1443].
Weichselmarmor, s. Griotie.
Weichselmünde, Dorf im preuß. Reg.sBez. Danzig,
an der Danziger Weishset, nahe der Ostsee, (1800)
1564 E. Festungswerke;, Seebad
Weichfelrohr, Tabalspfeifenrohr aus den wohl⸗
riechenden Zweigen der Weichselkirsche (echtes, tͤrk. W.)
oder aus denen des Sauerkirschbaums und der Ahlkirsche
(unechtes W..