Weichselzopf, Wichtel-, Judenzopf (Plioa Polonica,
Prichoma), starte zopfartige Verfilzung der Haare infolge
»on Schmutz und Ungeziefer, wobei sich zuletzt auch auf
der Kopfhaut eine nässende Flechte bildet; Behandlung:
Abschneiden der Haare, Erweichen der Borken mit Si
ind Waschen mit grüner Seife. — Vgl. Neumann (1904).
Weichftrahler, s. Weichflosser. [Molluskoiden.
WBeichtierähniiche, Kreis des Tierrcichs, s. v. w.
Weichtiere (Mollusea, Malacozda), Kreis wirbellofer
Tiere mit bilateral-symmetrischem, ungegliedertem, weichem
Nörper, einem bauchstündigen, mustulösen Bewegungsorgan
 (Fuß), einem die Atnmungsorgane überdeckenden
Mantel und einer von diesem abgesonderten Kalkschale;
)as Nervensystem besteht ans einen über dem Schlund
gelegenen Ganglienpaare (Gehirn), dem davon ausgehen—
den Schlundring und, den damit in Verbindung stehenden
baarigen Fuß- und Eingeweideganglien. Atmung durch
Lungen oder Kiemen; Fortpflanzung geschlechtlich. Zum
zrößten Teil Meeresbewohner, zum kleineruü Bewohner
des Süßwassers und (feuchten) Landes. 5 Klassen: Kopf⸗
üßer (s. d.) Flossenfüßer (s. dd, Daier (s. Schnecken),
Brabfüßer (s. d.) und Muscheltiere (s. d.). — Völ. Roß⸗
näßler (1835 —39; fortgesetzt von Kobelt, 1877 fgd, Mar—
ini und Chemnißz (1769 — 1829, 1838 fg.), Feruffac,
NAudebard und Deshayes (franz., 4 Bde, 1829 - 51)
5. und A. Adams (engl., 8 Bde. 1868), von Martens
1883), Bronn (1882), Eoupin (franz., 1896).
Weichwespen (Braconiädae), artenreiche Familie der
Schlupfwespen, mit meist innig verschmolzenem 2. und
3. Hinterleibsring und langen, vielgliedrigen Fuhlern.
Weida, r. Nebenfluß der Oderentspringt im preuß. Keg.⸗
Bez. Wartenberg, mündet nach 80 xm unterhalb Brestau.
Weida, Stadt in S.-Weimar, am Flusse W.(zur
Weißen Elster), (1905) 8440 E., Amtsgericht, Scloß
Osterburg (16. Jahrh.), Baugewerkenschule. — Vgl.
Walther, „Das alte W.“ (1889).
Weida (Wyydah), Stadt in Dahome, s. Ajuda.
Weide (SûSalix T), Pflanzengattg. der Salikazeen;
ahlreiche Arten in der nördl. gemäßigten und kalten Zone:
Bruch-W. (Knack⸗W., 8.
kragüuis I.), MandelW.
(S8. amygdaiina I.), Pur⸗
pur⸗W. (8. purpurés I.),
storb⸗W., Band-W. (68.
iminalis I.), Sahl⸗W.
BS. caprésa L.), weiße W.
8. alps L. [Abb. 1952;
männliches, b weibliches
Blütenkätzchen, e Blatt,
männliche Blüte, o weib⸗
liche Blüte, Frucht, g
Same]) ꝛc. Das wenig
dauerhafte Holz dient zů
Schachteln, Sieben ꝛc.,
»erkohlt zu Reiß- und
bulverkohle, die Rinde,
Salizin enthaltend, zum
Lerben, der Bast zu Stricken und Matten, die biegsamen
Zweige zum Flechten von Korbwaren, Faschinen, zu Kei—
en rc. Trauer⸗W. (8. babylonsoes T.), auß dem Orient,
Zierpflanze auf Kirchhöfen. — Span. Wi, f. Ligustrum,
Weidegerechtigkeit, Weideservitut, s. Hutungsrecht.
Weiden, Stadt im bayr. Reg.-Bez. Oberpfalz, an der
Waldnab, (1005) 12417 E., Laud- Amtsgericht, Schloß.
Weidenau aͤn der Sieg, Doif im preuß. Reg.⸗Bez.
Arnsberg, (1905) 8118 E., Reklorotsschule Hochoöfen ac.
Weidenberg, Markt⸗
lecken im bayr. Reg.-Bez.
Oberfranken, an derStei⸗
aach, (1008) 1800 E.,
Amtsgericht. fkäfer.
Weidenbock, s. Boͤck⸗
Weidenbohrer, anch
eieee gro⸗
zer Holzbohrer (Cossus z
igniperda Fobr. [Abb. 1963. Weidenbohrer.
153)), Schmetterling aus der Familie der Holzbohrer,
Flügel graubraun, weißgrau gesprenkelt und schwarz ge⸗
trichelt, Hinterleib weiß geringelt, fliegt bei Nacht. Raupe

1952. Weiße Weide.

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*
Wei
is 9 em lg., fleischfarbig, bohrt in den meisten Laub⸗
älzern, namentlich Weiden und Pappeln.
Weidenröschen, s. Ppobium.
Degensnwarnier- das Abendpfauenauge (s. d.
2 —1
Weidenschwamm, Pilzart, s. Polyporus.
Weiderecht, sHutungsrechteej. d)
Weiderich, Pflanzengaͤttg.s. LUxythrum.
Beideservitut, s. Hutungsrecht.
Seidewechselwirtschaft f Koppelwirtschaft,
Weidmesser, kurzeß breites, starkes Seitengewehr
etzt — Standhauer genannt), früher an der rechten
der Hirschfäuger an der npi Seite getragen.
Weidwert (Waidwert), s. Fagd.
Weierstraß, Karl, Mathematiker, geb. 81. Okt. 1816
u Ostenfelde (Münster), seit 1864 Prof. an der Uni—
»ersität zu Berlin, gest, das. 19. Febr. 1897; verdient
im die Funktionentheorie („Abhandlungen“, 1886).
Weife, s. Haspel.
Weigand, Karl, Germanist, geb. 18. Nov. 1804 zu
Unterflorstadt (Wetterau), gest. 80. Juni 1878 als Prof.
u Gießen; veröffentlichte ein „Wörterbuch der deutscheu
Synonymen“ (3 Bde., 2. Ausg. setzte mit Hildebrand
seit 1863) das Grimmsche „Deutsche Wörterbuch“ fort.
Weigel, Valentin, geb. 1638 zu Großenhain (Sachfen),
est. 40. Juni 1588 als Pfarrer zu 8schopau, Urheber eines
heosophisch-mystischen Systems, das bis ins 18. Jahrh.
Unhänger hatte (Weigelianer), — Vgl. Israel (1888).
Woeigelia, Pflanzengattg. s. Dibrculla.
Weigl, Jos., Operũkomponist, geb. 2. März 1766
u Eisenstadt, gest. 38. Febr. 1846 als Hofkapellmeister in
Vien; beliebteste Oper: „Die Schweizerfamilie“.
Wei⸗hai⸗wei, Hafenort (Freihafen) an der Nordküste
er chines. Prov. Schan-tung K—arte: Deutsche Köolonten
I, A, 2000 E., mit Kriegshafen; 14. Febr. 18908 pon
den Japanern exrobert, durch Vertrag vom 1. Julf 1898
von China an Englauͤd pahhtweise uͤberlassen, mit dem
»azugehörigen Gebiete 758 qkm, 123780 E.
Weihbecen, s. Weihwasser.
Weihbischof, in der kath. Kirche der als Bischof In
artibus intdelium (s. d.) geweihte Gehilfe eincs Bi—
schofs, der in Stellvertretung des lehtern die Pontifikalien
ruszuüben befähigt ist, [s. Weihen.
Weihe, s. Konsekration nud Ordination. — W., Vogel,
Weihegrade, in der kath. Kirche, f. Ordines.
Weihen, Unterfamilie der Falken, mittelgroße, hoch—
— schleier⸗
irtiger Gesichtsbefiederung, Jeben duf fresem Felde, jagen
Insekten, uud kleine Wirbeltiere und nisten auf der Erde;
Zugvögel. Hierher: Koru⸗W. (Strigiceps eyansus Bp.)
mit deutlichem Schleier, Männchen oben aschgrau, Weibcheu
braungrau mit hellen Flecken, unten beide weiß; Wiesen⸗
W. (S. cineracéus Bp.), Süd⸗ und Mitteleuropa, seltener
als vorige; Rohr-W. (Schilf⸗, Suupf⸗ Rost⸗W., Circus
zufus Gray), dunkelbraun, mit gelbem Fleck im Genick,
brütet im Schilf, Europa, Nordafrika, Afien. — Auch
die Milane (s. d.) werden W. genannt.
Weihenstephan, landw. Akademie und Brauerei bei
Freising. —, Val. Steuert (1908).
Weihfasten, s. v. w. Quatemnberfasten (s. d.), weil
in den Quatemberwochen die höhern Weihen erteilt wurden.
Weihgeschenk, Votivgefchenk, Gegenstand, der in—
olge von Gelübden, als Dank oder zur Unterstützung von
Zitten der Gottheit dargebracht wird; fowohl' bet den
raeliten wie bei den Griecchen (Anathem, f. d.) und
Römern üblich; in der kath. Kirche werden seit dem
z. Jahrh. als Dank für mit Erfolg erflehte Heilungen
Nachbildungen der geheilten Glieder in den Kirchen uls
B. aufgehängt; auch Kirchen (Votivtirchen), Altäre, kirch⸗
liche Ausstattungsgegenstünde werden infolge Gelübdes
jestiftet. — Vgl. Ändree (1904).
Weihkessel, s. Weihwaͤsser.
Weihnachten (altdeutsch z0 vihen nahten, „an den
eiligen Nächten“), Christfest, seit dem 4. Jahrh. als christl.
Zauptfest 25. Dez. zur Exinnerung an Christi Geburt ge⸗
eiert; diese wurde im Morgenlande früher wag mit
Ihristi Taufe 6. Jan, (s. Epiphania) gefelert, in Abend
ande (Rom —— aber auf den (Julsanischen) Tag der
Bintersonnenwende verlegt, was der Orient albbald auf⸗