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nahm, Zahlreiche Gebränche der heidn. Sonnenwendfeste
Ddie Geschenksitten und Fesispeisen der röm. Saturnalien,
des german. Julfestes) gingen guf W. üͤber. Der Christ
baum kam erst seit dem 17. Jahrh. auf. — Vgl. de La⸗
garde 1881), Tille (1898), Rietschel (1802).
Weihnachtsinsel, Chlistmas Island. 1) Eine der
Fanninginseln im Stillen Ozean, 607 qkm; Hafen; 1888
pon England in Besitz genommen. — 2) Insel im Ind.
Ozean, 102 4km, (1802) god G.; phobphorfaure Kalte
und Tone seit 1889 brit., seit 1900 zn den Straits Settle
ments (Singapur) gehörig. — Vgl. Nn (engl., 1800).
Weihnachtsrose, s. Relleborus und“ Mututie
hieroohuntica.
Weihnachtsspiele, Gattung mittelalterlicher geistl.
Festspiele (f. ee seit 11. Jahrh. in Deutschland
und Frankreich, die Christi Geburt, die Anbetung der Hirten
and der heil. drei Koͤnige darsteilten. — Vgl Weinhold
1868), Pailler (2 Bde, 1881 u. 1884), Hofer (1892),
döppen (1803), Vogt (1901).
Weihrauch (Oübanum), —J aus dem Stamme
Rgehrerer Arten Boswollia (s. ded), dommt in getropften,
blaßgelben Körnern oder in unregelmäßigen Stücken in
den Handel, verbreitet beim Erhihen einen balfamischen
Beruch; Räuchermittel in der kath. Kirche.
Weihwasfser, in der kath. Kirche geweihtes Wasser
ür liturgische und private Segnung, bes an den Kirchen—
türen in Weihbecken oder Weihtefjeln aufgestellt, damit
die Vorbeigehenden die Finger oder den Weihwedel (Asper.
gill) eintauchen und sich in Kreuzform besprengen.
Weikersheim, Stadt im wuͤrttemb. Jagsikreis, an
der Tauber, 1753 E., fürstl. Hohenlohe-Landenburgsches
 Schloß, Lateinschule.
Weil, Gust. Orientalist und Historiker, geb. 25. April
1808 zu Sulzburg (Baden), seit 1848 Prof. zu Heidel⸗
berg, gest. 29. Aug, 1889 zu Freiburg i. Br.; Haͤupiwerke
„Geschichte der Kalifen“ (5 Bde. 1846 62) Geschichte
der islamit. Völker“ (1866); uͤbersetzte „Tausendundtine
 et, (4 Bde., 8. Aufl. 1866).
Weilbach, Badeort im preuß. Reg.⸗Bez. Wiesbaden,
am Taunus, (1800) 1027 E., Schwefel- und Ratron—
rithionquelle (gegen hronische ee
Weilburg, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Wies—
baden, an der Lahn, (1805) 8880 E., Amtsgericht, Schloß
Gyinnasium, landw. Mittelschule, höhere Muͤdchen⸗, Unter
en früher Residenz der Linie Nafsau-W.,
wg 1816—66 in Nassau regierte. — Val. Spielmann
Weschichte, 1806).
Weilburg, Schloß bei Baden (bei
Weilderstadt, Stadt im württenib. Neckarkreis, an
der Wurm, (1805), 1888 E., Reals, Lateinschule; Ge—
burtsort Keplers; bis 1803 Freie Reichsstadt.
Weilen, Jos. von, eigentlich Weil, dramat. Dichter,
geb. 28. Dez. 1828 zu Tetin bei Prag, seit 1861 Prof
an der Generalstabsschule in Wien, gest. daf. 8. Juli 1888
Dramen: „Edda“, „Der neue Achilles“, „Dolores“ u. a.
außerdem: „Phantasien und Lieder“ (1863),, Männer vom
Schwerte, epische Dichtungen“ (3. Aufl. 183455) u. a.
Weiler. 1) W. in Allgäüu, Marktfled en im bhayr, Reg.
Bez. Schwaben, an der Rotach, (1005) 1282 E. Anits—
gericht. — 2) W. vei Bingerbrück, Dotf im preuß. Reg.⸗
Bez. Koblenz, 993 E.; Weinbau. — 83) W. bei Schlettstadt,
Dorf im Bez. Unterelsaß, (1900) 1039 E. Amtsgericht.
— 9 W. bei Thann, VDorf im Bez. Oberelfaß, an der
Thur, 2066 E.; Baunmwollindustrie.
Weilheim. 1) W. in Bayern, Bezirksstadt im bayr.
Veg.e Bez. Oberbahern, an der Ammer, (19005) 4000 E.,
Anitsgericht, Realschule. — 2) W, an der Ted, Stadik
mrxürtteinb. Donaukreis, an der Lindach, 3182 E.
Weilsche Kranukheit Eoterus febrius infeotiõsus),
mit Anschwellung der Milz, Gelbsucht und Nierenentzün—
ng einhergehende Infektionskrankheit, kritt bes. bei
Mäunnern und zur Sommerzeit auf, zuerst beschrieben
1836 von Prof. A. Weil in Wiesbaden
Weimar, Haupt⸗- und Residenzstadt des Großhzgt.
S. W.Eisenach, an der Iim sKorte Mittleres Wes
deutschland üu. J, 6, bei Rheinprovinz], (19000) 28489
oöç. 31120) G., Garnison, Sihß der vbersten Landes—
behörden, Lande, Amtsgericht, Handels⸗, Gewerbe⸗, Hand⸗
werkerkammer, Residenzschloß, Sibliothei, Hoftheater Mu—

eum, Goethehaus mit Goethe-National-Museum, Ge⸗
äude des Goethe- und Schillerarchivs (1886), Schillers
dans, Wielands Haus, Voppelstandbild Goethes und
Schillers (von Rietschel), Standbilder *
derders, Wielands, des Herzogs Karl *
August uü. a.; in der Fürstengruft die Saͤrge 4
Boethes und Schillers; Gymnasium, Real— .v
Iymnasium, Lehrerseminar, höhere Mädchen—
chule, Baugewerken⸗, Gewerbes, Handels-, t
unst- (Maler-), Musikschule, Taubstum—
nen- und Blindenanstalt; Fabrikation von —
Tuch, Ofen, Strohhüten, Spielkarten ec. mar.
Wein, Gärungsprodukt zuckerhaltiger Obstsäfte, ins⸗
des. der gegorene Saft der Früchte des Weinstocks. Edler
Weinstock, edle Rebe (Vitis vinifsra T. sAbb. 19555 a,
d, o Blüte auf verschiedenen Entwick⸗ 8
ungsstufen, a Frucht, e dieselbe, durch— J 9
hnitten, ẽSamen, durchschnitten, F
VordersR Hinterseite des Sameno)
zu den Ampelideen gehöriger klettern⸗
er Strauch der Älten Welt, vom
Drient aus über die gemäßigten Län—
der aller Weltteile verbreitet; auch )
zinige andere Arten der Gattg. Vitis
J. d.d 3. B. V. labrusca T. werden
ur Weingewinnung kultiviert. Mit
der Klassifkkation und Beschreibung der
Sorten befaßt sich die Ampelographie.
Nach dem Gebranch der Trauben unter⸗
cheidet man Tafelirauben (Gaisdutte,
Malvasier, Seidentraube, Damas—
zener, Frühburgunder, Ochsenauge, Jsabelle, Königsgut⸗
del etc.) und Kelter⸗ oder Weintrauben (Orltans, Rieshng,
Traminer, Burgunder, Gutedel, Muskateller ec.); einige
ernlose Sorten dienen zur Bereitung der Rosinen und Ko—
inthen. Zur Bereitung des W. werden die zur Weinlese
August bis November) 'abgeschnittenen Trauben gertreten
oder zerstampft, dann auf der Helter ausgepreßt; der Saft
Most, s. d.) tritt dann in Gärung (ersse oder Haupt⸗
gärung, stille oder Jungweingärung, dritte oder Lager—
ärung), durch welche er sich ünter Übsetzung von Hefe,
Weinstein ꝛc. (dem sog. Trub) in W. verwandelt.“ W.
hesteht in der Hauptsache aus Wasser (durchschnittlich
30 Proz.), Alkohol (7) und einigen andern Bestandteilen
3 Proz.): Trauben⸗ und Fruchtzucker, Weinsäure, Farb
stoff, eet r2c. Rheinwein enthält meist 210,
Ungarwein 8211, franz. Rotwein 9514, Champagnet
-12, Feres 17, Madeira, Portwein, Marsala 1524
Proz. Alkohol. Der Kellerbau oder die Kellerwirtschaft um⸗
aßt die Behandlung des W. vom Beginn der Garung bis
ur Flaschenreife. gid „Verbesserung“ des W. dienen eine
roße Anzahl zum Teil jedoch verwerfuͤcher Methoden: Ver—
chneiden, Entsäuern, Glacieren, Feuern, Spritten, Scheeli⸗
icren, Chaptalisieren, Gallisieren, Gipfen, Petiotisieren ꝛc.
kinige de Methoden, die zum Teil unter die Verfälchungen
 fallen, sind verboten. Das Gesetz vom 21. Mai
901 regelt den Verkehr mit W., weinhaltigen und wein—
ihnlichen Getränken. Weinsorten: trockne, geistige, bukett⸗
reiche, süße (Likörz, StrohsW., Essenzen), Sekt, Ausbruch,
narkige W. Ichwere, leichte, volle oder törperhafte, Rot⸗Wi,
albrote oder Schiller-W., Weiß- oder Blank-W.,
Schaum- (Champagners oder moussierende) W. gerbstoff⸗
tannin-)haltige W. Bedeutendster Weinbaun in Europa
des. in Frankreich, Italien, Deutschland, Osterreich-Ungarn,
Spanien, Schädlich werden dem Weinstock von“ In—
ekten bes. die Reblaus (s. d.), die Pyraleraupe, der
Traubenwickler (s. Wickler), Rebenstecher ec. durch Pilze
erene Krankheiten des Weinstocks sind die Traubenrankheit,
 Schwarzfäule, der schwarze und rote Brenner, die
Blattfallkrankheit u, a. — über den Weinstock und seine
Fultur vgl. Hamm (3. Aufl. 1886); Babo und Machh (Bd. 1,
2. Aufl. 7805), Dochnahl (3. Auft. 1896), Wenisch (1005),
Voldschmidt (4. Aufl. 1906); Schädlinge: Vetter (4900);
Bereitung: Babo und Mach (Bd. 3, 8. Aufl. 1896),
Peßler (7. Aufl. isi Dal Piaz (a4. Aufl. 1900);
Wortmann (,Wissenschaftliche Grundlagen“, 1905), Win⸗
disch („Chem. Vorgänge“, 1006); Untersuchung: Bal Piaz
1897), Borgmann — Aufl. 1887), Windisch (19004)*
Rechtliches: Windisch („Weingeseß“. 1902).

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