Wein, wilder, s. Ampelopsis.
Weinbauschulen, Winzerschulen, Fachschulen für
Weinbau und Kellerwirtschaft, z. B. in Geisenheim, Trier,
Weinsberg, Karlsruhe, Oppenheim.
Weinbeersöl, s. v. w. Drusenöl (s. Drusen).
Weinbereitung, s. Wein lliche Weinberge.
Weinberge, Konigliche, Vorort von Prag, s. König—
Weinbergschnecke, s. Schnirkelschnecken.
Weinblaͤtter, Hautkrankheit, s. v. w. Kupferrose.
Weinböhla, Vorf in der sächs. Kreish. Dresden,
i der Lößnitz, (1800) 4534 E.
Weinbrenuer, Friedr. Baumeister, geb. 9. Nop. 1766
u Karlsruhe, gest. daf. als Oberbaudirek? or 1. März 18263;
jes. öffentliche Gebäude in Karlsruhe in dor. Stil.
Weinbrennerianer, Gemeinde Gottes, Zweig der
Baptisten, 1830 von dem abgesetzten reform. Prediger
Weinbrenner in Harrisburg (Pennsylvanien) begründet.
Weinen (Wienen), in der Brennerei die Rektifikation
ses ersten Destillationsprodnktes (des Lutter).
Weinefsig, der aus Wein hergestellte Essig (s. d.).
Weinfelden, Bezirksort im schweiz. Kanton Thurgau,
1800) 3616 6E.
Weingarten. 1) W. in Baden, Marktflecken im bad.
ZIr. Karlstuhe, (1905) 4806 E. — 2) W. in Württemberg,
Stadt im württemb. Donaukreis, im Schussenthal, 7149 E.,
Barnison in der ehemaligen, 1803 aufgehobenen Benedik—
inerabtei (mit großartiger Kirche). — Val. Busl (1890).
Weingarten, Hermann, prot. Theolog, geb. 12. März
1834 in Berlin, 1868 Prof. das. 1873 in Marburg, 1876 in
Breslau, gest. das. 25. April 1882; Hauptschriften: „Die
Revolutionskirchen Englands“ (1868), „Der Ursprung des
Mönchtums“ (1877), „Zeittafeln zur Kirchengeschichte“
6. Aufl. 19085).
Weingartuer, Felir, Dirigent, Komponist und
Schriftsteer, geb. 2. Juni 1863 in Zara, 1891 — 1906
erster Hofkapellmeister in Berlin; schrieb Opern („Sakuu—
tala“, Genesius“, „Orestie“), sinfonische Dichtungen ꝛc.,
erner „über das Dirigiexen“ (3. Aufl. 1905) u. a.
Weingeist, s. Alkohol.
Weinhefe, die Hefe des Weins (s. d.)
Weinheim, Amtsstadt im bad. Kr. Mannheim, an
der Bergstraße, (1900) 11167 (1805;: 12536) E., Amtszericht,
 Schloß, Erziehungsanstalt, höhere Mädcheuschule;
vr Windeck.
einheimer s. O.⸗Verband, s. Korps.
Weinhold, Karl, Germanist, geb. 26. Okt. 1828 zu
Reichenbach (Schlesien), 1831 Prof. in Graz, 1861 in Kiel,
1876 in Breslau, 1889 in Berlin, gest. 16. Aug. 1901 in
Bad Nauheim; schrieb: „Die deutschen Frauen im Mittel—
alter“ (3. Aufl. 1897), „Altnordisches Leben“ (1886), „Ale—
nann. Grammatik“ (1863), „Bahr. Grammatik“ (1867),
ideeerhoe Grammatik“ (3. Aufl. 1892) u. a.
Weinkäfer, der Walker (s. d).
Weinkahm, der Kahm (s. d.) des Weines.
Weinkauf, s. Leikauf.
Weinkrämpfe, s. Hysterie.
Weinmotte, der Traubenwickler (s. Wickler).
Weinöl, Vrusenöl (s. Drusen); künstliches W.,
Onanthol. [Oonocarpus,
Weinpalme, s. Mauritis, Borassus, Palmwein und
Weinraute, s. Ruta [Abb. 1559)].
Weinsäure, Ddiorxybernsteinsäure, in 4 isomeren
Formen bekannte organische Säure: 1) gewöhnliche W.
Rechts⸗W.) und 2) Links⸗W., unterscheiden sich nur durch
die Rechts- und Linksdrehung, die ihre Lösungen dem po—
larisierten Lichte verleihen; genhot liefern sie 3) die inaktive
Traubensäure; ) Para⸗- oder Meso⸗W. inaktiv und nicht
nn optische Isomere spaltbar; 1 und 3 kommen in der
Natur vor. Gewöhnkiche W. (Weinsteinsäure, Aectdum
rartarieum) findet sich im Pflanzenreich bes. in den Trauben;
wird aus rohem Weinstein und aus Weinhefe durch Um—
wandlung in das unlösliche Kalziumsalz und Zerlegung
desselben mit Schwefelsäure dargestellt, große, farbe und
zeruchlose, monokline Kristalle, in Wasser und Weingeist
öslich; schmeckt stark sauer, schmilzt bei 170, verkohlt bei
därkerm Erhitzen; verwendet zu Back- und Brausepulvern,
Brauselimonaden und in der Färberei als Atzbeize. Ihre
Salze (Tartrate) kristallisieren zum Teil sehr gut; neu—
trales weinsaures Kalium (Kaliumtartrat, lGölicher,

965

Wei

artarisierter Weinstein), leicht lösliche Kristalle, aus
Weinstein durch Neutralisieren mit Pottasche dargestellt,
ient zum Entsäuern des Weines und als Abführmittel;
aures wein sartres Kalinum (Kaliumbitartrat, Weinstein,
artarus) ist gelöst im Most; wird durch den sich bildenden
Weingeist in roten oder grauen kristaällinischen Krusten
ibgeschie den (roher Weinstein), bildet, durch Kristallifation
ereinigt, kleine, in Wasser schwer lösliche Kristalle (ge⸗
einigter Weinstein, Cremor Tartäri, Weinsteinrahm),
ient als harntreibendes und stuhlgangbeförderndes Mittel,
ur Bereitung der sauren Molken, zu Zahnpulvern, in der
ärherei, Zeugdruckerei, zum Bersilbern, Verzinnen, zur
darstellung der Weinsäure und ihrer Salze und des reinen
ohlensauren Kaliums; liefert mit Soda das weinfaure
dalium⸗Natrium (Kalium-Natriumtartrat, Natronwein
tein, Seignette- oder Rochellesalz, Sal polychrestum,
artärus natronatus), große, in Wasser leicht loösliche
kristalle, dient als Abführmittel; weinsaures Antimonysl
alium ist der Brechweinstein (s. d.); weinsaures Kalzium
Kalziunitartrat), weißes, in Wasser unlösliches Pulver;
jsigweinsaures Aluminium (Aluminiumazetotartrat),
veiße, in Wasser leicht lösliche Masse, dient als ungiftiges,
usammenziehendes und desinfizierendes Mittel. Trauben⸗—
ure wird aus den Mutterlaugen der Weinsäurefabrikation
jewonnen, auch künstlich dargestellt, verwittert an der Luft
ind ist in Wasser weniger loͤslich als W.; läßt sich durch
rristallisation des Natriumammoniumsalzes in Rechts- und
rinks-W., durch Erhitzen auf 170“ zum Teil in Meso⸗W.
iberführen. — Vgl. Rasch, „Fabrikation der W.“ (1897).
Weinsberg, Oberamtsstadt im württemb. Neckarkreis,
1905) 3097 E., Amtsgericht, roman. Basilika, Latein-,
Weinbauschule; Trümmer der Burg Weibertreun, aus welcher
nach der Sage bei ihrer Einnahme durch Kaiser Konrad III.
140 die Weiber, denen der Kaiser gestättet hatte, ihr Kost—
arstes zu retten, ihre Männer trugen. — Val. Merk (Ge—
hichte, 1880).
Weinschwärmer (Sphinx oder Deilephila Elpsnor
.), Schwärmer mit olivengrünen, violettrot gebänderten
Border- und rosenroten, weiß gefransten Hinterflügeln,
Naupe grün bis dunkelbraun, mit kurzem Schwanzhorn,
auf Labkraut, Weiderich, Wein ꝛc. Kleiner W. (8. oder D.
porcellus L.), ähnlich gefärbt und ähulich lebend, Raupe
hne Schwanzhorn.
Weinsprit, die reinste Sorte Sprit.
Weinstein, s. Weinsäure; s. auch Boraxweinstein und
Zrechweinstein. — W. ist auch falsche Bezeichnung für den
z een (s. Zahnkrankheiten).
Weinsteinöl, s. Pottasche.
Zeinsteinrahm, s. Weinsäure.
Veinsteinsalz, s. Pottasche.
Weinsteinsäure, s. Weinsäure.
Weinsteuer, Unterart der Getränkestener, wird als
rlächensteuer (nach der Größe der bebauten Fläche), oder
ils Moststener (von dem wirklichen Mostertrag) oder vom
ertigen Wein GVersandsteuer, Einlagernugsstener, Ohm—
—D
Weinstock, Wein. [roller nebst Abb. 220).
Weinstockrüsselkäfer, der Rebenstecher (s. Blatk⸗
Weipert, Bergstadt in Böhmen, (1900) 83850, als
vemeinde 10039 E.; Wafsen⸗-, Posamentier-, Seiden-,
halhwollwarenfabrikation. — Val. Schmidl und Luft
Geschichte, 1880).
Weir⸗Mitchellsche Kur, s. Mitchellsche Kur.
Weisbach, Inl. Mathematiker und Hydrauliker, geb.
O. Aug. 1806 zu Mittelschmiedeberg, gest. 24. Febr. 1871
18 Prof. an der Bergakademie zu Freiberg: Hauptwerke:
Lehrbuch der Ingenieur- und Maschinenmechanik“ (3 Tle.,
8145 60 u. ö.), „Die neue Markscheidekunst“ (2 Bde.,
851-59), „Ver Ingenieur“ (7. Aufl. 1896). — Sein
Sohn Albin W., Minekalog, geb. 6. Dez. 1838 in Freiberg,
eit 1863 Prof. das.; schrieb: „Synopsis mineralogics“
3. Aufl. 1897), „Qharuétores mineralogici“ (1880) u. a.
Weise, Christian, Dichter, geb. 30. April 1642 zu
zittau, gest. als Rektor des Gymnasiums das. 21. —*
708; schrieb satir. Romane („Die drei Hauptverderber“,
„Die drei ärgsten Erznarren“, Neudruck 1878), Lustspiele,
yrische Gedichte u. a. —. Val. Kaemmel (1807).
Weise, Klarg, hihendsceecn Pseudonym Clara
Fron, geb. 20. Nov. 1823 zu Magdeburg, gest. 18. Juli