Wei

Weißtanne, die Edeltanne (s. Tanne nebst Abb. 1849)
Weißtannenritzenschorf (EHysterlum nervis.
quuum A.), ein Puͤz, der in den Radelu de Weißtanne
ebt und deren vorzeitigen Abfall bewirkt.
Weißtannental, Hochtal in den Glarner Alpen
Sardonagruppe), 17 Bmlg., vom Fuße des Foostocks bis
Mels, wo die Seez in die Talebene von Sargans austritt
Weißtellur, Sylvanit.
Weißwal, s. Delphine.
Weißwaffer, Quellfluß der Elbe (s. d.).
Weißwaßer, Dorf im preuß. Reg.⸗Bez. Liegnitz, ir
er Oberlanfitz, (1900) 667 E.
Weißwasser, tschech Bela, Stadt in Böhmen, (1900)
005, als Gemeinde 3658 6E.
Weißwurm, . Eintagsfliegen.
Weißziege, die Bergziege (s. Antilopen und Tafel
Umerikantsche Tierwelt, 1).
Weißzink, Zint, das galvanisch verzinnt und bis zum
Schmelzen des Überzugs serhitzt ist, so daß an der Be⸗
rührungtfläche beider Metalle kine Legiernng entsteht.
Weistritz. N W. oder Shwennitze Waffer, J. Nebenfluß
er Oder im preuß. Reg. Bez. Breslau, trennt das Hoch—
valdgebirge dom Eulengebirge, mündet nordwestl. von
Breslau. — 2) Habelschwerdter W. J. Nebenfluß der Neisse,
mündet bei Habelschwerdt. — 3) Glatzer W., l. Nebenfluß
der Neisse, mündet bei Glatz.
Weistum, im Mittelalter die Nechtsnachweisung und
Belehrung durch die Schöffen; dann jede urkundliche von
GBemeinden, Schöffenkollegien ꝛc. veranlaßte Erklärung
bes. über das Gewohnheitsrecht einzelner Brte. Samu
lung von J. Grimm 1 Bde. 1840 — 68; fortgef. von
Schröder, Bd., 8—7, bis 4878); österr. W. von Siegel.
Tomaschek, Zingerle rc. (Bd. i-8, 1870 -86).
Weitbrecht, Karl, Dichter, geb. 8. Dez. 1847 zu Neu⸗
jengstett bei Calw, seit 1803 Prof. der Asthetik und deut—
scheñ Literatur in Stuttgart, gest. daf. 10. Juni 1904; ver⸗
offeuntlichte „Gedichte“ (3 Aufl. 1880), die Novellensaͤmm⸗
lungen „Verirrte Leute! (1882) und Heimkehr⸗ (1886),
„Sonnenwende. Neue (Iyrische und dramat.) Dichtungen“
800), „Schiller in feinen Bramen⸗ 41897), Deutsche
diteratuͤrgeschichte des 19. dabrn (2 Bde. 1001) u. a
Weite, lichte, s. v. w. Im ichten (s. d.).
Weitmar, Laudgemeinde im preuß. Reg.⸗Bez. Arns⸗
erg, 7 14996 (1805: 180705 6. GStahlmerke
Steinkohlenbergbau.
Weitsichtigkeit, Fernsichtigkeit, der Zustand des
Auges, in welchem dasfelbe die Fähigkeit, scharf in die
Nähe zu sehen, verloren hat, während es in die Ferne
oollkommen gut zu sehen vermag, tritt bes. in den mittlern
und spätern Lebensjahren (Presbyopie. Alterssichtigkeit)
ein, beruht auf einer Verxingerung des Akkommodatsons
vermögens (sJ. d.), wird kortigiert durch Konvergläser.
Weizen (Tritlicum L.), Pflanzengattg. der Gramineen,
wild am Mittelmeere nud im westl. Asien, vorzüglich
Getreideart; die am meisten angebaute Art ist der ge
meine W. (T. vulgare L.), der als Winter- oder Kolben
B. (T. hibernum T.) und als Sommer. oder Bart⸗W.
T. aostivum T.) kultiviert wird. Andere Aucn sind der
Bingel. oder Igel⸗W. (T. compactum Host.), der Rauhoder
 engl. W. CE. turgliäum ) in mehrern Varietaten
zu welchen auch der Wunder⸗W. (Wunderkorn, Josephs
B., T, ompositum L.) mit zusammengesetzter Ähre ge⸗
hört; Glas⸗W. (T. durum Deęf.), poin. W. (T. polonm
oum I.). Das Stroh des itat. Sommer⸗ oder Hut⸗W
vird gu Strohhüten benußt. — Türt. W., s. Mais. —
Uber Anbau, Ernte und Handel s. Beilage: Getreide.
Weizenaͤlchen, f. Aaltierchen.
Weigenbigsenfuß, Blasenfüße [Abb. 217].
Weizenenie, s. Agrotis.
Weizenfliege, s. Halmfliege und Gallmücke.
Weigen můce, — VSallmude.
Weizen starte J. Slarie Aibb. 1787 p].
Weizsacker Raui, prot. Theolog, geb. 11. Dez. 1822
zu Ohringen (Württemberg), feit 18oi Prof. in Tübingen,
1888 Kanzler der Universitai, gest. 13. Aug 1899; Hauͤpt⸗
werle: „Unterfuchungen iber di evang. Geschichte A864;
2Aufl. 10019., vas R T. überseßt“ (1875 u. 65
Das apostol. Zeitalter“ (3. Auft 1902). — Bgl. Heglet
1900). — Sein Sohn Kari bon W., geb. 25. Febr.

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8303 in Stuttgart, 1900 Staatsrat, dann württemb.
dultusminister, Juni 1906 Minister des Auswärtigen.
— Karls Bruder Julins W., SHistoriker, geb. 18. Febr.
1828 in Ohringen, 18604 Prof in Erlangen, 1867 in
Tübingen, 1872 in Straßburg, 1876 in Goͤttiuͤgen, 1881
in Berlin, gest. 3. Sept. 1889 in Kissingen; deröffent⸗
lichte: „Deulsche Reichslagsakten unter König Wenzel und
Ruprecht 1876 1410 (8 Bde, I80 8.
Wetelsdorf, boöhm. Marktflecken, s. Weckelsdorf.
Wekterle, Alexander, ungar. Staatsmann, geb. 14. Nov.
1844 zu Mobr (Weißenburger Komitat), i889 Finanz⸗
minister, 1802 93 Ministerpräsident, 1897 Prüsident des
ingar. Verwaltungsgerichtshofs, seit April 1806 wieder
Ministerpräsident. [zahl Wukela, Ministerrat.
Wekil (arab.), Bevollmuchtigter, Stellvertreter; Nehr⸗
Welcker, Ftiedr. Gottlieb Altertumsforscher, geb.
Nov. 1784 zu Grünberg Gessen), 1819308 Prof zu
Bonn, gest. das, 17. Dez. 868 Hauptwerke: „Die üschy⸗
eische Trilogie“ (1824 Nachtrag 1826),,Die griech. Tra⸗
ödien“ (8 Bde. 188841), ver epische Zyklus oder die
homerischen Dichter“ (neut Aufl., 2 Tle 1865 —82),
„Alte Denkmäler“ (5 Bde 1849 -64), „Griech. Götter⸗
ehre“ (8 Bde. 1887 62), Kleine Schriften“ (5 Bde.,
84467). — Biogr. von Kekult (1880). Sein Bruder
darl Theoödor W., Publigist, Politiker und Staatsrechts⸗
lehrer, geb. 29. März 17860 zu Oberofleiden, seit 1823
Prof. in Freiburg, in der bad. Zweiten Kammer seit 1831
ein Wortführer der Liberalen, 1841 von seinem Amte
suspendiert, 1848 Mitglied des Frankfurter Parlaments,
gest. 10. März 1869 in Heidelherg; mit Rotteck Heraus⸗
eber des „Staats-Lexikon“ (3. Aufl. 18868 — 66). —
Deren Veffe Hermann W. Angatom und Authropolog,
geb. 8. April 1822 in Gießen, 188098 Prof. in Halle,
jest. 12. Sept. 1897 in Winlersiein in Thüringen, ver⸗
dient durch Forschungen über die Blutmenge im Körper,
den Bau des Schädels u. a; veröfferclichte auch „Dialekt⸗
jedichte“ (2 Bde., 2. Aufl. 1889).
Welehrad, Vorf in Maͤhren, (1900) 610 E., Wall⸗
Iaaede Schloß; angeblicher Sterbeort des Slawen⸗
wostels Methodius.
Welestinos, Stadt in Thesalien, s. Velestinos.
Welfen (Guelfen), deutsches Fürstenhaus, das zur Zeit
darls d. Gr. in Oberdeutschland reich begütert war. Die
ältere welfische Linie gründeie Graf Welf J. der Schwieger⸗
dater Ludwigs des Frommen. Welf U. war der Bundes⸗
genosse Herzog Erusts von Schwaben gegen Kaifer Kon—⸗
zad IT. Sein Sohn Welf 1I. erhielt io47 das Hzgt. Kärn⸗
ten und die Mark Verona zu Lehn. Nach seinem kinderlosen
Tode 1055 gründete sein Schwestersohn Werf 1Y. aus dem
hause Este (Vs. in Italien die jungere welfische Linie
ind wurde 1070 Herzog von Bayern. Dessen Sohn Weif y.
11901-20), vermählt' mit der Markgrafin Mathilde von
Auscien, vererbte seine Güter auf seinen Bruder Heinrich
s. d.) den Schwarzen, dessen Sohn, Heinrich (s. d.) der
Stolze, auch Herzog von Sachsen wurde. Von dessen Sohn,
Zeinrich (s. d.) dem Löwen, stammt das Haus Braun⸗
chweig (s. Braunschweig und Hannover) und die 1714
901 in Großhritannien herrschende Dynastie. Ein anderer
Sohn Heinrichs des Schwarzen, Wels vu, suchte das sei⸗
nem Bruder entrissene Hzgt. Bayern wiederzuͤgewinnen,
vard aber 1140 von König Kontad III. be Weinsberg
Jeschlagen, wobei die Parteinamen Guelfen und Ghibel⸗
linen (s. d.RNaufgekommen sein sollen; er starb 1191 kinder—
os. RNach Besihergreifung Hannovers durch Preußen 1866
entstand die sog. Welfische vartei (f. Deutsch⸗hann oversche
Rechtspartei); zu ihrer Bekämpfung wurden die Zinsen
des 1868-83 sequestrierten Vermögens von 48 Mill.
(Welfenfonds) des frühern Königs Georg V. verwendet.
Welfenlegion, eine 1867 egründete Freischar aus
Soldaten der frühern hannov. — die in Frankreich
Duldung fand, 9 aber bald auflöste.
Welikaja, Fluß in den rufs. Gouv. Witebsk und
Pskow, mündet in den Pskowschen See, 880 kn Ig., schiff⸗
har von der Stadt Pstow an
Welikija Luki, Kreissiadt im russ. Gouv. Pstkow,
im Lowat, 8704 G., eine der ältesten russ. Städte.
Welitij ustjug, rufs. Stadt, s. Uustjug Welitij.
Welish, Kiessstadt im russ. Goup. Witebsk, an der
düna, 12301 6.