Wellandkanal, Kanal in Nordamerika, verbindet
»en Ontario- mit dem Eriesee, 44 Kmulg.
Welldaumen, Maschinenteil, s. Daumen IIAIbb. 400].
Wellen, die durch Fortpflanzung von Schwingungen
rzeugte Bewegung in elastischen Körpern, wobei die
Schwingungen entweder in der Jortypflanzungsrichtung
herlaufen (Längs- oder Longitudinalschwingungen) oder
auf derselben senkrecht stehen (Quer- oder Transversal⸗
schwingungen). Das Fortschreitende bei den W. ist nur
der Schwingungszustand; die Körperteilchen selbst bleiben
relativ zur ganzen Masse am selben Orte und schwingen
nur hin und her. Die Erhebung heißt Wellenberg, die
Vertiefung Weilental. Ätherwellen sind das Licht (s. d.)
und die Elektrischen Wellen (s. d.), Luftwellen der Schall
(s. d.). (S. auch Interferenz.)
Wellenastrild, Helenafaͤsünchen (Habropyga undulata
 Pall.), Art der Prachtfinken (s. d.), in Ne
Wellenbernuhigung, die Anwendung von Ol zur
Dämpfung der Meereswellen (Olen der See), schon im
Altertum bekannt, hat sich in neuerer Zeit auch für große
Schiffe bewährt; aus mit Werg gefüllten durchlöcherten
Beuteln oder den Klosettrohren sickert Fischöl auf die Sce,
verbreitet sich dort sehr schnell und schlägt die Brechseen
ricder. — Val. „Anleitung für den Gebrauch von Ol zum
Blätten der Sce“ (hg. vom Reichsmarineamt, 1893).
Wellenfurchen (engl. ripple-marks, Rippelunarken),
dräuselungsmarken, wellige parallele Erhöhungen auf
Schichtflächen von Sedimentgesteinen, z. B. den Kalk—
latten des untern Muschelkalkes (Wellenkalk).
Wellenpapagei, s. Sittiche [Abb. 1746).
Wellentheorie, s. v. w. Undulationstheorie (f. Licht).
Weller, der Donauwels (s. Welse).
Wellesley (spr. wellsle), brit. Gebiet (Provinz) an
der Westküste von Malaka, zu den Straits Settlements
Pulo Pinang) gehörig, 747 qkm, (1891) 108117 E.
Wellesley (spr. wellsle), Richard Cowley, Graf von
Mornington, Marquis W., engl. Staatsmaun, geb.
20. Jun 1760 zu Dublin, 1787 —-1805 Generalgouverneur
des brit. Ostindien, 1800 —12 Minister des Auswärtigen,
1821 -28 und 1833-834 Lord-Lieutenant von Irland,
zest. 26. Sept. 1842. — Sein Bruder war der Herzog
zon Wellington (s. d.).
Wellesleyinfeln (spr. wellsle), Inselgruppe im Car⸗
dentariagolf, an der Nordküste Australiens.
Wellhausen, Julius, Orientalist und Bibelforscher,
geb. 17. Mai 1844 zu Hameln, 1872 Prof. in Greifswald,
1i882 in Halle, 1888 in Marburg, 1892 in Göttingen;
schrieb: „Prolegomena zur Geschichte Israels“ (6. Aufl.
1805), „Israel. und jüd. Geschichte“ (5. Aufl. 1804),
Schriften zur arab. Philologie und Geschichte („Skizzen
und Vorarbeiten“, 6 Hefte, 1884 -99),, Das Evangelinm
Marci, Matthäi und Lucä, übersetzt und erklärt“ (1903 —4),
„Einleitung in die drei ersten Evangelien“ (1905) n. a.
Wellhorn, Wellhoruschnecke, s. Kinkhörner [Abb. 923).
Welliné oder Boi, dicker, tuchartiger Winterstoff mit
Musterung aus Wellen oder Runzeln.
Wellingborough (spr. S8 Stadt in der engl.
Brafsch. Northampton, am Nen, (1901) 17 412 E.
Wellington. 1) Stadt in der engl. Grafsch. Somer—
jet, am Westernkanal, (1901) 6282 E. — 2) Stadt in der
engl. Grafsch. Shropfhire, 6273 E. — 83) Hauptstadt der
brit. Kolonie Neuseeland, auf der Südwestspitze der Nord—
insel, (1901) 43638, mit Vorstädten 49 344 E.
Wellington, Arthur Wellesley, Herzog von W., Fürst
von Waterloo, brit. Feldherr und Staatsmann, geb. 1. Mai
1768 zu Dangan Castle (Irland), Bruder des Marquis
Wellesley (s, d.), seit 1808 Befehlshaber gegen die Fran—
osen in Portugal und Spanien, siegte 27. und 28. Juli
1809 bei Talavera, 22. Juli 1812 bei Salamanca, 21. Juni
1813 epuschidend bei Vittoria und drang in Frankreich ein,
chlug 18. Juni 1815 im Verein mit Blücher Napoleon J. bei
Waterloo; 1827 Oberbefehlshaber der brit. Landmacht,
182830 erster Lord des Schätzes und Vorsitzender eines
Toryministeriums, als heftiger Gegner der Parlaments—
reform verhaßt, 1834 -235 Minister des Üußern, 1841 -
16 unter Peel Minister ohne Portefeuille, gest. 14. Sept.
1852 auf Walmer-Castle bei Dover. — Biogr. von Mar—
well (7. Anfl. 1882), Büdinger (1869), Roberts (3 Bde.,
1895); Gleig, „Reminiscences“ (1904).

—RX

Wel

Xelunstonĩa, Pflanzengattg., s. Sequota.
Wellingtoninseln, Inseln an der Suͤdwestküste von
hile, zum chilen. Territgrium Magallanes gehörig.
Wells, Sir Thomas Spencer, Wundarzt, deb. 30Febr.
818 in Saint Albans, im Krimkriege 18834 556 bei der
ngl, Flotte, dann Arzt in London, 1883 Baronet, gest.
31 Jan. 18097 in Antibes; verdient um die Opariolonne.
Wellur (engl. Vellore), Hauptstadt der indobrit.
udsch. Karnãtäk, (1901) 43537 E.
Welna, r. Nebenfluß der Warthe, mündet nach 95 Km
Wels, disch. . Welse. bei Obormit.
Wels, Bezirksstadt in Oberösterreich, an der Traun,
im Ende der sich bis Linz erstreckenden Welser Heide, Bahn⸗
notenpunkt, (1900) 12191 E.
Welsbach, Aloys Auer, Ritter von, s. Auer.
Welsch (wälsch), s. v. w. fremd, ausbländisch, früher
des. von den kelt., später auch von den roman. (Franzosen
ind Italienern) Nachbarn der Deutschen gebraucht, in Cuge
sand ursprünglich alle kelt. Briten, später insbes. die Be—
vohner von Wales (Welsh, Welshbmen). Die Welfche
Sprache (engl. Welsk) oder das Kymrisfche gehört zu dem
zrit. Zweige der kelt. Sprachen (Grammatik von Sattler,
1886; Wörterbuch von Evans, engl.⸗«welsch, 2 Bde., 185*
—68; welsch⸗engl,, 1887 fg.). Die welfche Literatur ist
eich an Denkmalen der Poesie und Prosa. Seit dem
14. Jahrh. geriet sie allmählich in Verfall (Literaturge—
hichte von Stephens, deutsch 1864).
Welsch⸗Bern, alter Name von Verona.
Welsche Nüsse, s. Nußbaum.
Welscher Belchen, Vogesengipfel, s. Ballon.
Welscher Hahn, der Truthahn; weisches Huhn, das
Truthuhn (s. d.).
Welschinger, Henri, franz. Schriftstelser, geb. 2. Febr.
846 in Müttersholtz, seit 1876 Beamter des franz. Se—
iats; schrieb außer Dichtungen, wie „André Chénier“,
„Charlotte Corday“, „Le Pharo“ (1880): „Lo théatré
le Ia révolution“ (1880), „Da censure sous le promier
mpiro“ (1882), „Le duc d'Epghien“ (1888), ,Le diorce
 de Napoléon“ (1889), „Le maréohal Ney“ (1893),
Le roi de Romo“ (1897) ꝗn. a.
Welschkohl, s. v. w. Wirsing (s. d.).
Welschkorn, s. Mais JAbb. 1119).
Welschland, s. v. w. Italien.
Welsch⸗Livinen, s. Livigno, Valle di.
Welsch⸗Meiz, Markt in Tirol, s. Mezzolombardo.
Welschtirol, das südl. Tirol, in dem die ital. Sprache
Wrge Hauptstadt Trient.
else (Siluridae), artenreiche Familie der Edelfische,
nit nacktem oder mit Panzerplatten bedecktem Körper,
hne Schuppen, die bauchständigen Bauchflossen oft mit
leiner Fettflosse. Kopf meist platt, oft groß, stets mit Barxt—
äden. Gebiß schwach; Swinnhas einfach; namentlich
zZewohner der süßen Gewässer der Tropen. Einzige europ.
Irt der Donau⸗W. (Waller, Schaid, Silürus gianis L.
Tafel: Fische J.6)), 153 mulg., 1-3 Zeutner schwer,
rößter einheimischer Süßwasserfisch, grauschwarz, Bauch
veißlich, Sciten marmoriert, Kopf groß, flach, mit 2 langen
ind 4 kurzen Bartfäden; bes. im Gebiete der Donau. ver
zitter-W. (Malapterurus electricus Lacép.), übet 1Ig.,
rau, schwarz gefleckt, glatt, shleimin mit elektrischem
Irgan unter der Haut, im Nil; die Panzer-⸗W. (Loriarja),
 kleine Arten mit völlig erem Kopfe und
körper, in den Flüssen des trop. Amerika.
Welser, erloschene reiche Augsburger Patrizierfamilie.
— Bartholomäus W., Rat Karls V., nahm 152646
ie Prov. Caracas in Amerika als Pfand für 12 Tonnen
Joldes, die er dem Kaiser vorgeschossen, in Besitz. —
Se ine nb Philippine W., geb. 1527, 1567 mit Erz⸗
erzog Ferdinand, 2. Sohn, des spätern Kaisers Ferdi—
and J., anie vermählt, später vom Kaiser anerkannt,
est. 24. April 1580 in Tirol. — Bgl. Boeheim (1894),
dolliner (1904). — Markus W. Stadtpfleger zu Augs—
urg und Geschichtsforscher, geb. 1558, machte die Tabula
»eutipgeriana(s. Peutinger) bekannt, gest. 13. Juni 1614.
Welsersheimb, Zeno, Graf, österr. Feldzeugmeisier,
eb. 1. Dez. 1885 zu Laibach, 1870 —75 Militaͤrbevoll⸗
aüchtigter in Berlin, 18801905 Landesverteidigungs⸗
ainister, 1880 Feldzeugmeister, seit 1889 lebenslängliches
zerrenhansmitalied.