Wenersborg (GVenersborg), Stadt im schwed. Läu W.
»der Elfsborg (f. d,), an der Südspitze des Wenersees
wischeun der Götgelf und dem See, (1900) 6395 E.
Wenerfee (Wenern), größter See Skandinaviens in
Südschweden, durch eine Landzunge in den Dalbosee (im
SW.) und den eigentlichen W. geteilt, 180 kmeIlg., vis
30, xm br., 3568 qkkm (ohne 240 qk1m Inseln), bis 90 m
ief; 80 Zuflüsse, davon größter die Klarelf; Abfluß
um Skagerrak die Götaelf. J
Wengermnalp, berühmter Aussichtspunkt (1888 m)
ini Berner Oberland, der Inngfrau gegenüber, an der
Wengernalpbahn (Zahnradbahn von Lauterbrunnen über
W. uͤnd kleine Scheidegg nach Grindelwald; 18 kmeI9.).
Wenglein, Jos. Landschaftsmaler, geb. 5. Okt. 1845
in München, lebt das,; Molive aus der oberbayr. Land—
chaft, bes. von der Isar. lam Liwez, 9699 E.
Wengromw, Kreisstadt im russ.-poln. Gouv. Sjedlez,
Wenigenjena, Dorf in S.-«Weimar, r. an der Saale,
zena gegeunüber, (1800) 8026 E.
Wenings, Stadt in der hess. Prov. Oberhessen, an
er Bleiche (19000) 777 E. [(1801) 138 866 E.
Wenlock, Stadt in der engl. Grafsch. Shropfhire,
Wennigfen, Dorf im prenß, Reg.⸗Bez. Haunover,
in Deister, (1905) 2400 E. Amtsgericht. [114 E.
Wenningstedt, Dorf auf der Insel Sylt, (1800)
Wen⸗su⸗ichou, Stadt in Turkestan, s. Ak-su
Wen⸗tschou (Weu⸗tschau), Vertragshafen in der chines.
Brov. Tsche-kiang, an der Mündung des Ou-kiang in das
Ostchines. Meer, (1904) 80000 einheimische E.
Wentworth, s. Strafford.
Wenzel, beim LKartenfpiel s. v. w. Bube, Unter.
Wenzel (Wenzeslaus), Heiliger, Herzog von Boöͤhmen
28 035, Enkel Ludmilas (s. d.) verbreitete das Christen⸗
um in Böhmen, 28. Sept. 9835 erschlagen; Gedächtnis—
tag 28. Sept. [Beilage: Heilige ixc.s. Seine Krone
Wenzelskrone) dieute zur Krönung der böhm. Könige,
gilt als Symbol der von den Tschechen erstrebten Un—
abhängigkeit Böhmens.
Wenzel (Wenzeslaus 19. von Böhmen), deutscher
önig 187821400, geb. 1861, Sohn Kaiser Karls IV.
1364 König von Böhmen, 1376 röm. König, folgte seineni
Vater 1378 auf dem deutschen Königsthrone, vernach
ässigte die Regierungsgeschäfte; wegen seiner Gewali—
ätigkeiten 1400 durch4 Kurfuͤrsten abgesetzt, trat er seine
Rechte an seinen; Bruder Sigismund 'ab, gest. 16. Aug.
1418. — Bgl. Lindner (2 Bde., 1875 u. 1880).
Wenzel (Wenzeslaus), Könige von Böhmen — W. 1.
1230-683) focht gegen seinen eigenen Sohn Ottokar. —
Sein, Enkel W, Ji. (1278 -1305) erwarb Oberschlesien
ud Krakau, 1800 König von Polen, verschaffte seinem
Sohne 1301 die Stephanskrone, gest. 21. Jum 1306.
Ddessen Sohn W. III. (1805 — 6) nannte sich König von
hohmen, Polen und Ungarn, fiel durch Meuchelmord
lug. 1306. — W. 1y. s. Wenzel, deutscher König.
Wenzelskrone, s. Wenzel (Heiliger).
Weppur, ind. Schreibung fuͤr Bepur (s. d.).
Wepsen, Zweig der baltischen Finnen (s. 8).
Werbach, Dorf im bad. Kr. Mosbach, am Welzbach,
1900) 874 E.; hier 24. Juli 1866 Gefecht zivischen oldenb.⸗
zanseat. und bad. Truppen.
Werbelliner Kanal, Kanal (21 xmIg.) im preuß.
Neg.s Bez. Potsdam, vom Werbelliner See (11 km Ig.,
nit Pfahlbauresten) zum Finowkanal.
Werben in der Altmark, Stadt im preuß. Reg.
Bez. Magdeburg, unweit der Elbe, (1905) 1602 E.
Werbung, Ersatz des Heers durch Beschaffung von
Freiwilligen mittels eines Handgeldes; das Werbesystem
esteht in Europa als Regel nohh in England.
Werch, Hede, s. Werg
Werchnednjepröwst, Kreisstadt im russ. Gouv.
zekaterinoslaw,er. am Dnjepr, 7133 E.
Werchneudinsk, Bezirksftadt im russ.»sibir. Gebiete
Trausbaikglien, an der Muͤndung der Uda in die Selenga,
3487 E.; Flußhafen, Handel.
Werchnöeuralsk (Werchouralst), Kreisstadt im russ.
Souvb. Orenburg, l. am Uralfluß, 12800 6.
Werchojan fches Gebirge Gebirge im russ.-sibir.
Hebiete Jakutsk, westl. Auslanfer des Stanowoigebirges,
zwischen der Jana und Lena, bis 1420 mm hoch.

970

Wer
Werchojänsk, Bezirksstadt im russ.-sibir. Gebiete
zakutsk, unter 67 84“ nöordl. Br. und 1330 51 östl. V.
»on Greenwich, an der Jana, 866 E., gilt für den Kälte—
rordpol, der Erde. Die Temperatilr schwankt zwischen
8ound 38,82, im Jahresmittel — 17,29.
Werchourälst, ruff. Stadt, s. Werchneuͤralsk.
Werdau, Stadt in der sächs. Kreish. Zwickau, au der
Lleiße, in 193558 (1806: 19476) E Amtsgericht,
sealz, Handels-, Webschule; bedeuteunde Textilindustrie.
— SBsl. Stichard (Chronik, 2. Aufl. 1865).
Werden, Stadt' im preuß, Neg.⸗Bez. Düsseldorf,
an der Ruhr, Bahnknotenpunkt, (1900) 10704 (1905
*032) E., Aintsgericht, Strafanstalt. Iu der ehemal.
ichsfreien Benediktinerabtei (778 - 1803) wurde im
6. Jahrh. Ulfilas' Bibelübersegung (Oodex argoentoeus)
iufgefunden. — VBgl. Jacobs (1587)
—— Wärder, Wörth), eigentlich Flußinsel, daun
ruchtbarer Landstrich zwischen Flussen und stehenden Ge—
wässern, wie: der Dauziger W.e zwischen Weichfsel und
Mottlau, der Marienburger W., an der Nogat, der
Elbinger W., zwischen Nogat und Weichsel.
Werder, Stadi im preuß. Reg.⸗Bez. Potsdam, auf
iner Havelinsel, (1905) 6939 E., Amtsgericht; Obstban.
Werder, V preuß. General, geb. 12. Sept.
808 zu Schloßberg (Ostpreußen), nahm 1812 43 4m
ss. Feldzuge iin Kauktasus teil, zeichnete sich als Geueral—
eutuant 1866 bei Jidin und Königgrätz aus, befehligte
m Deutsch-Franz. Kriege 1870771 das Belagerungskorps
»or Straßburg, leistete mit dem 14. Armeckorpe Gari—
daldi, dann 168. bis 17. Jan. 1871 Bourbaki heldeumütigen
Widerstand vor Belfort; nach dem Kriege Kommandeur
»es 14. Armeekorps in Karlskuhe, 1879 unter Erhebung
n den Grafenstand zur Dispositidn gestolt, gest. 12. Sept.
887 auf dem Gute Grüssow (Pommern); feinen Ramen
ührt das 4. rhein. Infanterieregiment Rr. 30. Biogr.
on Höcker (1874), Conrady (1880).
Werder, Bernh. Franz Wilh. von, preuß. General,
—
Jarde-Füsilierregiments, 1860 86 Militärbevollmäch⸗
igter in Petersbürg, 1884 Geueral der Infanterie, 1886
souverneur pon Berlin, 1892 — 95 Botschafter in Peters⸗
nirg, 1801 Chef des reitenden Feldjägerkorps.
Werder, Karl, Philosoph, geb. 18. Dez 1806 zu Ber—
in, seit 1838 Prof, das., gest. 10. April 1893; Schüler
ʒegels, bekaunt durch ästhetische Vorlesungen über „Ham—
et 875), „Macbeth“ (1883),, Wallenstein⸗ (1889).
Werder, Ludw., Juͤgenieur und Gewehrtechniker, geb.
I. Mai 1808 in Küßnächt, gest. 4. Aug. Tssb in Nuruerg,
 Erfinder des Werdergewehrs, eines Hinterladungswehrs,
 das 1860 -77 in der bayr. Armee im Gebrauch war.
Werdohl, Dorf im preuß Req.Bez. Arnsberg, an
Lenue, (18005) 8394 E.; Eisenwerke, Britanniawaren—
Werdt, Joh. von, s. Werth. ffabrikation.
Were, s. v. w. Gewere.
Werenfkiold, Erit Theodor, norweg. Genremaler,
eb. 11. Febr. 1866 zu Viuger, in München vorgebildet;
nter auderm: Bauernbegruübnis (18880 sTafel: Genre
unst J, Bildnisse [Tafel: Porträtmalerei
L.IIJ, Illuͤsttrationen zu Asbjörnsens Volksmärchen.
Wereschtichägin, Wasilij cuss. Maler, geb. 26 Ott.
1842 zu Tscherepowez (Gouv. Faaende erst Offizier,
machte 1867 die Erpedition gegen die Turkmenen, 1877/78
Jen Russ.-Türk. Krieg mit, giug 13. April 1004 vor Pori
Arthur mit dem Linenschiff Petropawlowsk unter, malte
neist reglistische Kriegsbilder Napoleon 1812) und eth—
iogr. Bilder (imter anderm aus Indien); schrieb: „Skiz⸗
en und Erinnerungen“ (dentsch 1885), Kriegsfahrteu
u Asien und Europa“ (dentsch 1895), „Lebenser unctun
en“ Geutsch, 1896). — Biogr. pon Zabel (1800).
Werfer, s. v. w. Tümmlertauhen.
Werff, Adrigen van der, niederländ. Maler, geb.
1. Jan. 16s9 zu Kralingen bei Notterdam, gest. 12. Rob.
722. — Sein Bruder Pieter van der W. ebenfalls
Maler, geb. 1668, gest. 1721 in Notterdam.
Werft (Werste), Schiffs-W., Schiffbauplatz an einem
hafen oder Fluß, hat Hellinge zuni Ban'neuer Schiffe,
rocken? oder Schwimmdocks oder Aufschlepphellinge zut
lusbesserung von Schiffen, Werkstüätten zur Bearbeitung
von Holz, Eisen, Stahl, Zurichtung für den Finbauig