ind Kanzelredner zu Wien 17. Jan. 1823; bekannteste
Dramen: „Martin Luther oder die Weihe der Kraft“
1807; neu hg. von Julian Schmidt, 1876) und „Der
24. Februar“ derste Schicksalstragödie, 1816). — Biogr
»on Hitzig (1823), Düntzer (1875).
Wernerit, s. Skapolith.
Werneuchen, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Potsdam,
1905) 1828 E.
Wernher der Gartenäre (Gärtner), Dichter, ans
dem Innviertel, verfaßte um 1240 das treffliche erzählende
Gedicht aus dem Dorfleben „Meier Helmbrecht“ in
dambels „Erzählungen und Schwänke“, 1888, und von
deinz, 2. Aufi. 1887), neuhochdeutsch von Fulda (1889).
Wernicke (Wernike), Christian, satir. Dichter, geb
Jau. 1661 in Elbing, gest. 5. Sept. 1728 in Kopenhagen;
„Epigramme“ (1697). — Vgl. Elias (1888).
Wernigerode, Kreisstadt im preuß. Reg.⸗Bez. Magde⸗
hurg, an der Holzemme, am Nordfuße des Harzes, (1800)
11567 E., Amtsgericht, Gymnasium; Hauptort der standes—
jerrlichen Grafsch. Stolberg-W., fürstl. Residenzschloß auf
inem Berge; die Grafschaft bildet seit 1876 den preuß
Wernike, s. Wernicke. IKr. W
Wernyj, russ. Stadt, s. Wjernyj.
Werra, r. Hauptquellstrom der Weser, entspringt auf
der Südwestseite des Thüringer Waldes, 797 w ü. d. M.
erhält 6 kwa südl. die Saar als Zufluß, vereinigt sich nach
292 kmebei Münden mit der Fulda zur Weser; 539 Km
schiffbar. — Westfäl. oder Lippische W., s. Werre.
Werragebirge, nördlichsier Teil des Hess. Berg- und
hügellandes, zwischen der untern Werra und Fulda, durch—
ichnittlich 480-620 m, im Meißner 749 m hoch.
Werre, s. Grillen [Abb. 726bp].
Werre, Westfäl. oder Lippische Werra, J. Nebenfluß der
Weser, entsteht östl. vom Teutoburger Walde im Fürstent.
rippe, mündet nach 96 Km bei Rehme.
Werria, Stadt in Mazedonien, s. v. w. Veria.
Werro, estn. Wörro⸗lin, Kreisstadt im russ. Gouv.
vpland, am Woo, 4154 E.
Werschetz, Stadt in Ungarn, s. Versecz.
Werschök, russ. Lüngenmaß zu Uirs Arschin 4,40 om.
Werst (spr. wierst), eigentlich Wersta, die russ. Meile
in 500 Saschen — 1066718606 m; 1KXm — 0, os214 W.;
Quadrat-W. — 1,188 ꝗKm; 14km 0, srs Quadrat-W.
Wert frz. valour; engl. — die Bedentung, die
man einem Gegenstande auf Grund einer Schätzung bei—
legt, ist bestimmt durch den Bedürfniskreis und den Ver—
nögensstand des Schätzenden; einer der grundlegenden
Begriffe der Volkswirktschaftslehre, die bes. den Gebrauchs⸗
vert (s. d.) und Tausch-⸗W. unterscheidet. Letzterer ist die
Fähigkeit eines Gutes, gegen andere vertauscht zu werden,
daher auch als Kaufkraft bezeichnet. — Vgl. Ehrenfels
2 Bde., 1897 88), Heyn (1898), Eisler (1902), Kreibig
1902). lunterhalb Augsburg.
Wertach, J. Nebenfluß des Lech, mündet nach 135 k150
Werth (Werdt), Joh. von, auch Jean de Weert, Gene⸗
ral im ae Kriege, geb. 1582 oder 1602 zn Büttgen
im Jülichschen, focht im bahr.⸗ligistischen Heere 1635 —38
aim Rhein, 1643 als kurbayr. Reitergeneral bei Tuttlingen,
zing 1647 zum Kaiser über, gest. 16. Sept. 1652 auf
Bengtek (Bohmen). — Biogr. von Teicher (1876).
Wertheim, Amtsstadt im bad. Kr. Mosbach, am Ein—
Iuß der Tauber in den Main, (1905) 3833 E., Amts-—
gericht, 2 Schlösser des Fürsten von Löwenstein—
W.⸗Freudenberg, Gymnasium, Gewerbeschule.
Werther, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Min⸗
»en am Teutoburger Wald, (18905) 2148 E.
Werther, JZulius, Dramatiker, geb.
20. Mai 1838 zu Roßla, 1867 -73 artisti⸗
cher Direktor des Hoftheaters zu Mannheim,
dann bis 1875 in Darmstadt und seit 1877
vieder in Mannheim, 1884-90 General⸗
utendant des ——— in Stuttgart;
Dramen: „Mazarin“ (1871), ,Die Medici
1874) u. a. 1958. Wer—
Werthertracht, eine seit etwa 1770 auf⸗ Meortrucht
ekommene Männertracht: gelbe lederne Hosen, gelbe
Weste, Frack, Stulpstiefel und Zylinderhut Abb. 1858).
Wertigkeit, Valenz, Atomigkeit, Atomizität, das
Vermögen der Atome, eine bestimmie Anzahl anderer

9738

Wes

Itome oder Atomgruppen zu binden; man unterscheidet
inwertige oder univalente (z. B. Wasserstoff, Chlor, Na⸗
rium) und mehrwertige oder multivalente Elemente, von
enen z. B. der Sauerstoff zweiwertig, Stickstoff dreie oder
ünfwertig, Kohlenstoff vierwertig, Schwefel zwei⸗, vier⸗
der sechswertig ist; ein einwertiges Elcment kaun nur
in Atom eines andern einwertigen Elements binden, ein
weiwertiges zwei Atome eines einwerligen vder ein Atom
zines zweiwertigen Elements ꝛc. Verbindungen, in denen
nicht alle Valenzen eines Elements gesattigt sind, heißen
angesättigte Verbindungen.
Wertingen, Bezirlaͤstadt im bayr. Reg.-Bez. Schwa—
zen, an der Zusam, (1805) 2026 E., Anitsgericht; hier
3. Okt. 1805 Sieg der Franzosen über die Osterreicher.
Wertpapiere, Urkunden, welche zur Erhebung eines
veldbetrags herechtigen, z. B. Schuldscheine, Staatsobli—
gationen, Aktien, Depositenscheine, Pfandbriefe, Wechsel ꝛc.
Wertversicherung, jede Versicherung, die dem Ver—
icherten Anspruch auf vollen oder keilweisen Erfatz ge—
vährt, falls er dur eine bestimmte Art von Wertzer—
törung geschädigt wird, hierher die Feuer⸗, Hagels, Vieh—
ind Transportversicherung (s. d.), bes. als Valorenver—
icherung einen Zweig der Tranusportverficherung bildend.
Wertzölle, Zölle ad valorem, Zölle, die in Prozen—
en des Wertes des zollpflichtigen Gegeustandes erhoben
verden, im Gegensatz zu Gewichts⸗, Maß- und Stückzöllen.
Werule, ind. Vorf, s. v. w. Elura.
Werunfky, Emil, Historiker, geb, 6. April 1851 zu
Nies in Böhmen, seit 1882 Prof. in Prag; schrieb:
Geschichte Kgiser Karls IV. (3 Bde, 1880 92), „Sfterr.
seichs⸗ und Rechtsgeschichte“ (1894 fg.) u. a.
Werwick Wervicq), Stadt in der belg. Prov. West⸗
landern, an der Lys, (1904) 9412 E.
Werwolf (Wehrwoif, Wärwolf. Mannwolf“), nach
iraltem Volksglauben ein Mensch, der Delsegetene an⸗
iehmen kann, nach german. Vorstellung durch überwerfen
ines Wolfshemds oder ⸗»gürtels. — Vgl. Herß 1862).
—A——
orf, am Einfluß der Lippe in den Rhein, (18000) 22 848
1905: 23 238) E. Garnison, Landralsamt, Amisgericht,
handelskammer, Willibrordikixche (12. Jahrh.; 188866
rneuert), got. Rathaus 98 Jahrh.), Gymnasium; die
jestung ist bis auf, die Zitadelle und Außenforts auf—
classen; im Mittelalter Hansestadt. Dabei Truppen—
bungsplatz Friedrichsfeld. Hier 16. Sept. 1809 elf Offiiere
 des Schillschen Korps erschossen. — Vgl. Gantes—
veiler (Chronik, 1881).
Wesel, Johänn von, s. Johann (von Wesel).
Wesen, schweiz. Städt, s. Weefen.
Wesenberg, Stadt in Mecklenburg-Strelitz, am Aus—
luß der Havel aus dem Groß⸗-Woblitz⸗ See, (1905) 1504 E.
Wesenberg, estn. Ralwerelin, Kreissiadt im vuss.
Souv. Estland, 3621 E.
Wefer (lai. Visurgis, en Visuraha), einer der
Hauptflüsse Deutschlands, entsteht durch die Vereinigung
er Fulda und Werra bei Mänden, durchflicht das
Besergebirge und, durchbricht defsen nordl. Kand in der
Bestfal. Pforte (Tafel: Mittleres Wesdeutsch—
and II, 6, bei Rheinprovinz—] oberhalb Minden und
nündet Karte: Nordwestdeutschland Ls, bei Han—
rover] unterhalb Bremerhaven in die Nordsee; Lünge
482 Xm, Flußgebiet 45 348 qkm; Breite bis zur Aller⸗
mündung 4270m, bei Bremen 220 mm, an der Mündung
üher 1148m. An der von Inseln und Sandbänken durch
setzten Mündung der Rote-Sand-Leuchtturm und der
Hohe⸗Weg⸗Leuchtturm; Schiffbarkeit im Oberlaufe durch
geringe Tiefe behindert, auf der Mündungssftrecke durch die
Korrektion der Ünterweser (1887 —95) gefördert. Reben—
flüsse r.: Aller, Lefum, Lune und Geeste, .“ Diemel, Werre,
Hunte und Ollen. — Bgl. Keller (6 Bde., 1901).
Wefsergebirge, Weserbergland, Weserterrasse gemein—
schaftlicher Rame der Bergzüge an der Wefer von Ründen
is Minden; Sollinger Wald (Solling), Hils, Ith,
Süntel, Bückeberge, Wiehengebirge, die Triaslandschaften
er Warburger Börde und des Lippischen Landes; im
ngern Sinne die Gebirge des Wesertials von Oldendorf
zis zur Westfäl. Pforte Tafel: Mittlexes Westdeutsche
and II, 6, bei Rheinprovinz]); im Moosberg (Solling)
94 m hoch.