Wes

Wesir (arab.), Vezier, im mohamnied. Orient Tite
hoher Stagtsbeamter, in der Tuͤrkel bes. der ersten Minister
Wesirat. Amt des W.; Groß⸗W., der Ministerpräsident.
Wesley pr. It), John Stifter der Mechodisten,
geb. 47. Juns 17083 gu Epworth (Lincoln), gründete 1728
mit seinem Bruder Eharles W. (geb. 18. Okt. 1708, gest.
29. März 1788) zu Orford einen religiösen, spotiweise
Methodisten G. d.) genannten Bund, wtte l7unhe
Amerika, stiftete 17380 in England Methodistengemeinden,
eit 1740 von den Herrnhutern, feit 171 von seinem der
Prädestinationslehre treu bleibenden Genossen Whitefield
(s. d.) getrennt; gest. 2. März 1791 als Haupt seiner zahl⸗
ceichen Anhänger Wesleyaner). — Engl. Biogr.“ von
Operton (1881), Rigg (1881), Ellis (1891), Kenyon (1891).
Wespen, s.saubwespen, Schlupfwespen und Pflauzen⸗
vespen; W. im engern Sinne: die
Faltenwespen (s. d. nebst Abb. 550).
Wespenbiene, Schmudbiene (Nomada),
 artenreiche Gattg. der schma⸗
rohenden Bienen, durch schlanken Bau
o —5 Zeichnung den
espen ähnli 1959)].
WespenbaigardWwelpenfatt, Wes- 192.107rnige
vengeier), s. Milane.
Wespenschwärmer, der Bienenschwärmer (s. d.).
Wefsfel, Johannes, auch Gansfort genanut, Vor⸗
üufer der Reformation, geb. 1120 zu Groningen, den
„Brüdern des gemeinsamen Lebens“ angehörig, lehrte
zu Köln, Löwen, Heidelberg, Paris, gest. 4. Okt. 1480
zu Groningen; er dertrat an rein biblisches Christen—
tum und bekämpfte deshalb den Katholizismus als Ver—
ãußerlichung. Ausg. seiner Werke von Lydius (1617).
A Bal, Sriedrich 711862); Ulmann, „Reformakoren“,
Bd. . Aufl. 186).
Wesselburen, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Schles⸗
wig, 805 2658 E., Amtsgericht; Geburtsort Friedr.
Hebbels; dabei Kirchspiel W. (3710 E.). srissow.
Wesselowo fichune Weselowo), russ. Dorf, s. Bo—
Weffelöwskij, Alexander Nikolajewitsch, russ. Lite—
caturhistoriker, geb. 1838 in Moskau, 1872 Prof. in
Petersburg; schrieb (in russ. Sprache): „Die slaw. Er—
zählungen von Salomo und Kitowras und die westl. Le⸗
Jenden von Morolf und Merlin“ (1872), über das russ
Volkslied und Volksepos, zur Geschichte der ital. Rengif⸗
ance, „Aus der Geschichte des Romans und der Rovelle⸗
2 Bde. 1886 u. 1888)., Boccacciv⸗ (2 Bde. 1893 94).
Wefssely, Joseph, Forstmann, geb6. März 1814 in
Wien, Lehrer an der von ihm 1832 eingerichteten Forst⸗
schule in Aussee (jetzt in Eulenburg), 1855 Direktor der Be—
sißungen der Ofserr.⸗Ungar. Staatsbahngesellschaft, 1808
—6 Generalinspeltor fuͤr deren Domanen und Montan—
werke, 1867-76 Direktor der k. k. ofterr. Forstakademie
in Mariabrunn; verdient um die Kultivierung des Kar—
stes; schrieb: „Die österr, Alpenländer und ihre Forste“
2. Bde., 1885), „Die Einrichtung des Forstdienftes in
Osterreich“ (1866), „Verrechnung der Urproduttion“
(1870), „Die Bodenkültur Osterreichs“ (3 Tle., 1873)
„Das Larstgebiet“ (1876) u. a.
Wesseln, Josephine, Schauspielerin, geb. 18. März
860 zu Wien, 1878—79 in Leipzig, seitdem am Burg⸗
chegter in Wien, gest. 12. Aug, 1887 in Karlsbad,
Wessenverg/ Ignaz Heinrich Farl, Freiherr von, kath.
Theolog, geb. 4. Nov 1774 zu Dresden, 1801 durch Dalberg
Generalbitar des Bistums Konstanz, bemühte sich auf dem
Wiener Kongreß um die Herstellung einer deutsch-kath. Na—
ionalkirche uͤuter deutschem Primad; infolgedessen verfagte
der Papst sowohl seiner Wahl zum Koadjutor 1814 wie zuͤm
Bistumsverwefer 1817 die Bestätigung. Bis zur Auf
lösung des Bistums Konstanz 1827 schüttte ihn die bad
Regierung. in der Ausübung dind Amtes; seitdem lebt⸗
in Koustanz als Privatmann, gesi das. 9. Aug. 1860.
Hauptschriften „Die deutsche Kirche, ein Vorschlag zu
ihrer neuen Begründung und Einrichtung“ (1818),Die
großen Kirchenversammlungen des 15. uͤnd 16. Fahrh.“
a Bde., 1840); .Sumtliche Dichtungen“ (7Bde. 1834
4). F Biogr. von Bec (2. Aufl. 1874) und in den
Bad. Biographien“, Bd. 2Csry. Eein Senben
Johann Philipp, Freiherr von W.-Ampringen, geb.
28. Nov. 1773,. 1808 österr. Gesandter in Berlin, 1811

74

n München, 1880—831 im Haag, Juni bis Nov. 1848
Minister des üußern, gest. 1. Aug 1888 in Freiburg i. Br.
Briefe““ (2 Bde 1877). Bliogr. von Arneth (2Bde.,
Wessenbrunm, Kloster, s. Wissobrung. [1887).
Wesser (Westsachsen), eins der sieben Reiche der
Angelsachsen (f. d.) in England, unterwarf 828 829 die
andern Reiche der brit. Insel.
Wessobrunn (Wessenbrunu), ehemal. Benediktiner⸗
loster im bayr, Reg.⸗Bez. Oberbayern, 753 gestiftet, 1803
aufgehoben; das hier gefundene Wessobrunner Gebet, aus
dem Anfaug des 9. Jahrh., wichtiges althochdeuisches
Sprachdenkmal, jetzt in Muͤnchen.
Weßprim, uͤngar. Komitet, s. Veszprim.
West, Benjamin, engl. Historienmaler, geb. 10. Okt.
1738 zu Springfield (Pennsylvanien), begründete 1768
die Künstakademie in London, gest. das. 11. März 1820;
hauptbild: Tod des Generals Wolfe bei Quebec.
West, Thomas oder Karl August, Pseudonhm von
Jos. Schreyvogel (s. d.).
West Africa Setilements, in Gesamtname der
rit. Besitzungen an der Westküsie Afrikas.
Westalpen, s. Alpen.
Westaustralten, brit. Kolonie und seit 1901 Staat
des Commonwealth of Australia, westlichster Teil Austra⸗
iens, 2627 680 qkkm, (1908) 226 964 E., zum Teil ge—
zirgig, im Innern imecist wasserarme Salzsteppen; von
den Flüssen bedeutend nur der Schwanenfluß; Hlima im
oewohnten SW. gesund. Wichtig ist, die Biehzucht und
sie Weizenkultur;, Bergbau bes. auf Gold sKarte: Au⸗
tralien und OzeansenJ, 31] und Eisen, Perlenfischerei,
Zeidenzucht. Händel s. Beilage: Australnen ng
Dzeanien; Eisenbahnen f. Beilage: Eisenbahnen;
Telegraphenlinien, (1903) 8783 410 Hauptstadt Perth.
W. ist seit 1826 besiedelt, anfänglich (bis 1868) Sträflings⸗
kolonie. — Vgl. „Rangabooß ofe Westetu ru
1900); Maitland, Mineral wenlth“ (1900); Vipvienne,
„Travels“ (1801); Frasers „Vearbook“.
West Bay Cliy (spr. beh hitth)y, Stadt im nord—
amerik. Staate Michigan, an der Mündung des Sagi⸗
naw River in den Huͤronsee, (1900) 13 118 E.
Westbeskiden, Karpathen.
Eest Bromwich (spr brommltsch), Stadt in der
ngl, Grafsch. Stafford, (1905) 67 82376.
West Chester (spr. ischeßlr), Ort im nordamerik.
Stgate, Pennsylvanten, (1900) 66205 6.
West Derby, Stadt in der engl. Grafsch. Lancaster,
Voxrort, von Liverpool, (1901) 130842 E.
Westenland, s. Nordfriebland.
Westen rieder, Lorenz von, Geograph und Historiker,
eb. 4. Aug. 1748 zu München, gest. daf 15. März 1820
ils Prof. und Domkapitular; schrieb zahlreiche histoͤr. und
eogr. (Beiträge zur baterländifchen Historie, Geographie,
Statistik und Landwirtschaft“, 10 Bde. 1788 1818, u. a.),
auch poet. Werke. — Vgl. Kluckhohn (1890).
Westeraͤs (Vesteraͤs), Hauptstadt des schwed. Län W.
oder Westmanland (s. d.ed, an der Mündung der Svarta
in den Mälarsee, (18504) 14 230 E., Dom (1271), Schloß.
Westerboiten (Besterbotten), Provinz im nöordl.
Schweden, am Bottnischen Meerbusen, jetzt zu den Luns
W. (im S.) und Norrbotten (im N.) gehörig. Das Län
S. oder Umeñ umfaßt 889098 akm (—— εν
Zanptstadt Umeä.
Westerburg, Kreisstadt im preuß. Reg.⸗Bez. Wies⸗
zaden, auf dem Westerwald, (1908) 8000 E-landw. Schule;
hauptort der standesherrlichen —5 Leiningen-W.
Westergaard (spr. gohr), Riels udw., dän. Orien⸗
alist, geb, 27. Olt. 1815 zu Kopenhagen, gest. das.
. Sept. 1878 als Prof. der ind. Philologie; schrieb
Radices Ungnae Sanscritao“ (1841).
Westergölland, Provinz des südwestl. Schwedens,
wischen Wener⸗ und Wetterfee, unter die Lüns Göteborg,
elfsborg und Skaraborg verteilt.
Westerkappeln, Flecken im preuß. Reg.⸗Bez. Münster,
1905) 5008 [(1900) 1906 E.; Seebad.
Westerland, Stadtgemeinde auͤf der Insel Sylt,
Westermann, George, Buchhändler, geb. 23. Febr.
810 in Leipzig, gest. 7. Sept. 1879 in Wiesbaden, er⸗
cichtete 1838 eine Verlagsbuchhandlung in Braunschweig,
die in den Besitz seines Soͤhnes Friedrich W. (geb.