Wes

774

bisherigen Prov. Preußen, 25385 qkxm, 1900: 1563 658,
——
Beilage: Deutschlan d)); see- und flußreiches Huͤgel- und
Flachland, sandig, aber in den Flußniede⸗
rungen (Weichsel mit Nogat und Danziger
Wecchsel) sehr fruchtbar; bedeutender Acker⸗
bau uünd Viehzucht; Induftrie uud Handel
in Danzig uñd Elbing; Oberlandesgericht
in Marienwerder, Landgerichte. Reg *Bez. —
Danzig und Marienwerder, Oberpraͤsidium 1961 West⸗
in Dauzig. Wappen Schwarzer Adler im breußen.
ilbernen Felde mit goldener Krone um den Hals und ge⸗
harnischtem Nechtarm mit Schwert [Abb. 1961]; Pro—
inzialfarben: Schwarz⸗Weiß⸗Echwarz.
Westpunkt, sav.w. Abendpunkt (s. d.). [2200 E
Weftray (spr. re), eine der Orkneyinseln, 683 qxm,
Westrhauderfehn, Fehnkolonie im preuß. Reg.Bez
Aurich, (1800) 2914 E., Navigationsvorschule, See—
mannsamt.
Westrich, Landstrich im bayr. Reg.-Bez. Pfalz, von
Blies, Erbach und Glan bewässert; Hauͤptort Zweibrücken
West Riding (spr. reid), westl. Drittel der engl
Hrafsch. Nork. [Reich)
Weströmisches Reich, s. Nom (und Roͤmisches
Westrumit, wasserlösliches Ol, das, in 324 Tenen
Wasser gelöst, zur Straßensprengung und im Straßenbau
zur Befestigung der Straßendede dient, vom Holländer
han Westrum erfunden.
Westrußland,/ die russ. Gouv. Wilna, Kowno, Grodno,
Minsk, Mogilew, Witebsk, Podolien, Wolhynien uͤnd Kiew
»orwiegend nur, auch offiziell, die ersten
Westslawen, zusammenfassende Bezelchnung der Tsche⸗
hen, Slowaken, Polen, Kaffuben, Wenden oder Sorben
und Polaben.
West Troy (spr. treu), Stadt im nordamerik. Staate
Reuyork, am Hndson, Troy gegenüber, ca. 13000 E.
Westvirg in ia, Staat der Ver. Slaalen von Amerika,
68463 ꝗkm, (1900) 958 800 E., durqh die Alleghanies von
VBirginia getrennt, gebirgig, mit großen Koͤhlenlagern,
Erdols und Salzgewinnung, Mais⸗, Tabak⸗ und Welzen⸗
dau, Eisenindustrie. Hauptstadt Charleston; Staatsunivder—
ität zu Morgantown Früher mit Virginia vereinigt, seit
18683 besonderer Staat. — Vgl. Lews (engl. 1889).
Weteren, belg. Stadt, s. Wetteren.
Wetherell, Elizabeth, s. Warner, Susan.
Wetluga, l. Nebenfluͤß der Wolga, entspringt im ruff
Jouv. Wjatka, mundet au der Grenze der Gouv. Nishni
Nowgorod und Kasan, 789 Km lg., schiffbar bis zur Stadi
Wetluga auch für Dampfer. [Wetluga, 5118 E.
Wetluga,/ Kreisstadt im russ. Gouv Kosirbma, an der
Wettbewerb, unlauterer, s. Unlauterer Wetibewerb.
Wette, Vertrag, wodurch jeder Teil etwas Bestimm⸗
tes zu leisten verspricht, wenn eine streitige Tatsache sich
als wahr oder unwahr ergeben sollte; ist erlaubt, wenn
ihr Gegenstand, nichts Unsittliches enthalt und sie nicht
gum Glücksspiel witd. Nach Deutschem Bürgerl. Gesetzb.
8702 wird durch W. eine Verbindlichkeit nicht begrün⸗
det, aber das auf Grund der W. Geleistete kann nicht
zurückgefordert werden. Uber die W.beim Pferderennen
Buchmacherei und Totalisator.
Wette, de, prot. Theolog, s. De Wette. I[(. d.).
Wetter, im Bergbauͤ, s. Grubenwetter; Schlagende W.
Wetter, r. Nebenfluß der Ridda in Oberhessen; nach
hr die Wetterau(f. d.) benannt.
Wetter. 1) B. in Hefsen Nassan, Stadt im preuß
Neg. Ber. Cassel, Clood) Idon E. Umtsgericht.
W Ir Nuher Industriedorf im preuß. ReqeBez. Arnsberg,
Wetterau, fruchtbarer Landstrich zwischen Lahn, Main
ind Kinzig, etwa vod 4xm, benannt nach dem Flusse
Wetter — d.
Wetterbaume, eine Wolkenform, verzweigte Cirren
Wetterblumen, falschlich auch Barometerblumen ge⸗
nannt, künstliche Blümen, die mit Liner Lösung (z. B. von
Kobaltchlorür) geträntt sind, die ihre Farbe je nach dem
Feuchtigkeitsgehalt der Luft ändert; z. B.bei obiger Lösung!
cosenrot bei ganz feuchter, himmelblau bei ganz trockne
Luft; Zwischenfarben bei dazwischen liegenden Feuchtig
keitsgraden.

Betterbüsche, Zweigbildung, s. Herenbesen.
Wetterdisteln, f. Carlina.
Wetterdynamit, zu den Nobeliten gehöriges Dyna—
nit, dient zur Spreugarbeit in Gruben, die schlagende
Wetter funren zeigt bei der Explosion keine Flamme
oder die Flamme wird durch mitentfstehenden Wasser⸗
dampf sofort erstickt; die gebräuchlichste Sorte besteht aus
)rei Teilen Kiefelgurdynamit und zwei Teilen Eoda.
Wetteren, Stadt in der belg. Prov. Ostflandern,
in Ler Schelde, (1904) 15560 E., Weberei.
Wetterfisch, der Schlammbeißer (s. d. nebst Abb. 1686).
Wetterführung, s. Bergbau— Baroskop (s. d.).
Wetterglas, Bezeichnung für Barometer (s d.) und
Wetterhorn, Bergstock der Finsteraarhoxngruppe in
en Berner, Alpen, 8708 m IKarte: Schweiz ĩ, 4).
Wetterkanone, Apparat zum Wetterschießen (s. d.).
Wetterkarten, Synoptische Karten, Karten, auf denen
»er gleichzeitige Wektterzustand, meist derjen ige vom Morgen
eines jeden Tages, von einem größern Raume dargestellt ist.
Wetterkunde, s. v. w. Meieorologie.
Setterlampe, s. Grubenlampe.
SVetterlosung, s. v. w. Wetterführung (s. Bergbau).
Settermaschinen, s. Bergbau
Wettern, s. v. w. Binnenuef und Wettersee.
Wetternburg, höchster Gipfel (164 m) der Hainleite.
Wetterofen, f. Bergbau.
Wetterproguose, Wettervorhersage, Vorherbestim⸗
nung der Witterung. Abgesehen von' der W. auf wenige
Stunden oder eine Nacht hinaus, die von praktisch erfahrenen
Personen nach örtlicher Beobächtung, bes. des Wolken—
himmels, gemächt wird, ist bis jeht nur die W. auf Grund
»er telegr. Wetterberichte einigermaßen zuverlässig; die
ahlreichen, auf den porausgesehten Einfluß des Mondes,
der Planeten ec. gegründeten We auf Wochen und Monate
inaus beruhen durchweg auf (bewußter vder unbewußter)
Täuschung. Seit 15. Juni 1806 besteht im ganzen Deutschen
Reiche ein einheitlicher Wetternachrichtendienst. Die Weller
»orhersagen für die nächsten 25 Stunden müssen von den
Postünttern öffentlich angeschlagen werden. Die Versuche,
auf wissenschaftlicher Gruudlage aus den Beobachtungen
W. auf größere — zu gewinnen, haben noch zu
einen sichern, praktisch verwendbaren Ergebnissen geführt.
(S. auch Meteorologie.)
Wettersaule, Windhose, Trombe, heftiger Luftwirbel
im eine annherud senkrechte Achse, meist 10—20 w Durch⸗
messer und bis zu 1000 m
Zöhe. Die Luft sͤrömt unter
der W. von allen Seiten zu,
umkreist in Spiralwindungen
das Zentrum, steigt in ihm in
die Höhe und sirömt oben
nach gllen Seiten aus. Durch
Nebelbildung in ihrem Innern
vird der obere, durch die em—
borgehobenen Objekte (Wasser⸗
zischt auf dem Wasser, Staub
ind Trümmer anf dem Lande)
der untere Teil der W. sicht
bar; man unterscheidet an ihr daher den Trichter, nn
und Fuß. W. bewirken öfters schwere Zerstörungen au
einer schmalen, aber zuweilen langen Spur. W. auf dem
Wasser werden als Wasserhosen Abb. 1962], W. auf dem
Zande als Land⸗, Sand⸗ oder Staubhofen bezeichnet. —
B. heißen, auch die auf Straßen und Plützen errichteten
Säulen mit meist elektr. regulierter Uhr, meteorolog. In⸗
rumenten, Wetterkarten, Sberichten, ⸗prognosen ꝛc.
Wetterschießen, die Beeinssuffuͤng der Bildung von
Niederschlägen Abbrennen von Erplosipsioffen In
den trocknen Gegenden Nordamerikas versuchte man durch
Schießgen mit Kanonen und Böllern, Äbbrennen von
Erplosivstoffen in großer Höhe mittels Drachen, Anzün—
den von mit Knallgas gefüllten Luftballons Regen zu
rzeugen (Hauptversuche von Dyrenforth in Texas 1891).
Durch dieselben Mittel versuchle man schon seit langem,
Zagelschüden zu verhüten, bis dieses Verfahren zu An⸗
ang des 19. Jahrh verboten wurde. Der Bürgermeister
Albert Stiger in Windisch-Feiftriß in Steiermark uahm
i896 das Eiehen aus Böllern, auf deren Mundung ein
Am langes Robr aufgesetzt inn, bei drobendem Hagel⸗

1962. Wasserhose.