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Porträtsammlung Lavaters), Stadtbibliothek (65 000
Bände), Bibliothek des Fürsten von Liechtenstein, der
Ministerien 2c., Naturhissor. Hofmuseum, Kunsthistor.
Hofmuseum (Münzen und Medaillen, antike Kunst und
agypt. Altertümer bedeutende, früher in Ambras auf⸗
bewahrte Waffensammlung, Gemäldegalerie mit über
2000 Bildern), kaiserl. —— Kupferstichsa mm⸗
ung „Albertina“, des Erper ogs Friedrich, Osterr.
Archäol. Institut, Galerien des —5* Liechtenstein, der
Brafen Czernin, Harrach, Schönborn, städtisches histor.
Museum. Theater: Burgtheater, Hofopernhaus 2862
Plätze), Theater an der Wien, Carl⸗Theater, Deutsches
VBolkstheater, Raimundtheater; Musikaufführungen im
Saale der Gesellschaft der Musikfreunde ꝛc. Industrie
und Gewerbe: Wichtig bef. die Fabrikation von Maschinen
und Lokomotiven, Waggons, feuerfesten Kassen, wifsenchaftlichen
 Instrumenten, Klavieren, Blasinstrumenten,
Juwelierarbeiten, Gold⸗ und Silberwaren, Bronze⸗ und
Zinnwaren, Parfümerien, Farben, Lacken und Firnissen,
Seiden-, Woll- und Lederwaren, Posamentierwaren; be—
deutende Brauereien (über 2. Miil. nI Produktion)
Wichtigste Handelszweige der Geireides und Viehhandel,
ietzterer durch den Zentralviehmarkt (18790 —84 erbaut)
permittelt. Verwaltung nach Statut von 1890, geführt
durch den Gemeinderat (138 auf 6 J. gewählte Mit⸗
cher aus denen auch der Bürgermeister und die
eiden Vizebürgermeister gewählt werden) und den Stadt⸗
rat (Bürgermeister, 2 Vizebürgermeister, 22 vom Ge—
meinderat gewählte Mitglieden. Einnahmen (1895)
0 2833 936, Ausgaben 41270 028, Schulden 72422 251,
Vermögen 85 441809 Fl. Vergnügungsorte: Zahlreiche
tädtische Anlagen, bes. der Prater, in den Nobel- und
Volks⸗(Wurstl⸗Prater geteilt, 710 ha, mit der Aus—
ttellungsrotunde von 1878 und der Rennbahn, Augarten,
Stadtpark mit Kursalon, Vollsgarten, Park von Schön—
brunn ꝛc. In der Nahe schoͤne Ausflugsorte, bes. Heen⸗
dorf und Larenburg mit kaiserl. Lustschlössern, Dornbach
Neuwaldegg, der Kahlenberg und der Wiener Wald. (S
auch Wiener Becken und Wiener Wald.)
Geschichte. W. ging aus dem rom. Standlager Vindo-2ons
 hervor, wurde 1160 Residenz der Marktgrafen der
Ostmark, erhielt 1221 Stadtrecht, seit 1086 deutsche
aiserstadt. Belagerungen durch die Türken 1529 nud
1683. Einnahme durch“ die Franzosen 1808 und 1800
Im Wiener Frieden vom 18. Rob 1738 ra1 Karl VI.
Sizilien gegen Parma und Piacenza ab, im Frieden (zu
Schönbrunn) vom 14. Ott. 1800 mit Napoleon J. verlor
Osterreich über 110000 qkw mit 3 Will E.; 1814 -15
Wiener Kongreß (s. d.); der Friede vom 30. Okt. 1864
beendete den Deutsch⸗Dänischen Krieg von 1864, der vom
3. Okt. 1866 brachte Venetien an Italien. 1873 fand
in W. eine Weltausstellung statt. — Bgl. Die Osterr.⸗
Ungar. Monarchie in Wort und Bilde (Bd. 1, 1889)
Schimmer, „W. in Wort und Bild⸗ (1800); „Statist.
Jahrbuch“ kseit 1883)5 Geschichte von Zimmermann
1887 fg.), vom Alteriumsberein I897 fg), „W. am
Anfang des 20. Jahrh“ (2 Bde., 1905).
Wienbarg, Ludolf, Schriftsteller, geb. 28. Dez. 1802
zu Altona, gefi. das. 2. Jan 1872, zum Jungen Deutschland
 gehörig; schrieb: „Listhetische Feldzüge“ 1834) u. 4.
Wienen, s. Weinen.
Wiener Becken, ungtertiäre Ablagerungen in der
weitern Umgegend von Wien [Tafel: Gedlogische
Formationeu, 3), zwischen Alpen und Karpathen, be—
tehend aus der Medierranen, Sarmatischen und Pon⸗
rischen Stufe.
Wiener Iritgens srüge s. Wien.
Wiener Gruͤn, Schweinfurter Grün.
Wiener Kalt, Schlämmtreide in Stücken; auch ge⸗
hraunter, toniger, sandfreier Kall zur Metallpolitur.
Wien er Kongreßßz, die rom Sept. 1811 bis Juni
1815 von den am Krieg gegen Napoleon J. beteiligt ge⸗
wesenen Mächten zu Wien abgehaltene Versammlung zur
Xegulierung der polit Verhälinisse Europas; wurde ab—
geschlossen durch die Wiener Schluseteee un 1818,
von den fünf Großmächten sonse ben Portkugal unð
Sqhweden unterzeichnet. inf dem e geeen
Janzen Curop. Verhältnisse neu geordnet, greußen Oster
keich, Rußland und Entland rhielten'be terri⸗

oriale Entschädigungen, der Deutsche Bund (s. d.) wurde
egründet. — Bgl. Flaͤssan (Deutsch, Bde., 18890), A.
Schmidt (1890).
Wiener Konkordat, s. Konkordat.
Wiener Lack, Karminlack (f. Karmin).
Wiener Leinwand, s. v. w. Gingham n(s. d.).
Wiener⸗Neustadt, Bezirkssiadt in Niederösterreich,
in der Fischa, (1000) 28 700 E., Theresianische Militär⸗
akademie. — Val. Boeheim (Ehronit, 1863 64).
Wiener Rot, Karminlack if. Karmin)
Wiener Sandstein, Maciguo, eisenschüssiger, kalkiger
Zandstein, Vertreter der Kreideformation in den Ost⸗
alpen und Karpathen.
Wiener Schlußakte, s. Wiener Kongreß.
Wiener Trank, Wiener Wasser, Wiener Tränkchen,
brauner Aufguß von Sennesblättern, worin weinsaures
alinatron ünd Manna gelöst sind, Abführmittel.
Wiener Wald, von den nordofil. Voralpen ausgehendes
 bewaldetes Mittelgebirge in Niederösterreich, endet bei
Bien mit dem Kahlenberg, im Schöpfl so3m hoch. Karle:
Sfterreichisch-üngarische Monmarchie i, 1.)]
Wiener Wasser, s. Wiener Traͤnk.
Wiener Weiß, Schlümmtreide.
Wieng⸗tschan (Bientianseh. Stadt am Me⸗kong,
eit 1901 Sit des Oberresidenten von Laos
Wieniawftki (spr. wie. Heinrich Violinvirtuos,
geb. 10. Zuli 1885 in Lublin, meist auf Kunstreisen,
gest. 31. Mürz 1880 zu Moskau. — Sein Bruder Jofeph
B., Klaviervirtuos, geb. 28. Mai 1837 Prof. am Brüs⸗
eler Konservatorium, schrieb viele brillante Salonstücke.
Wieprecht, Wilhelm Friedrich, Organisator der
Militürmusik, geb. 10. Aug. 1802 in Aschersleben, gest.
in Berlin 4. Aug. 1872 als Direktor der Gardemusik⸗
höre; Erfinder der Baßtuba und des Bathyphons.
Wieprz (spr. wjeprschy, r. Nebenfinß vber Weichsel,
nündet oberhalb Iwangorod, 255 kᷣm 1g. (173 xm schiffbar).
Wier, Pflanzenart, s. Zostora.
Wieringen, niederländ. Infel des Zuidersees, zu
dordholland gehörig, 235 9Km, (1899) 2818 E.
Wiertz, Anlon, belg. Historienmaler, geb. 22. Febr.
806 zu Dinant, gest. 18. Juni 1868 in Brüssel; seine
-„chöpfungen (u. a. Kolossalbild: Kampf um die Leiche
eß daiad gesammelt im Musce W. das. — Biogr.
»on Labarre (franz., 1866).
Wiesau, Dorf im bayr. Reg.-Bez. Oberpfalz, am Fich⸗
elgebirge, (1900) 1487 E.; dabei König⸗Otto-Bad (f. da.
Wiesbachhorn, Großes, Gipfel der Glocknergruppe
in den Hohen Tauern im Hzgt. Salzburg, 3570 n.
Wiesbaͤden, Hauptstadt des preuß. Reg.Bez. W.
,00 Sä3ι, 2, Staͤt 16 Landtreiseß,
Stadtkreis und Kreisstadt, am Taunus, 5 kKmevom Rhein
W 88 111, 1805. 100 955) 6, Garni⸗
on, Land-, Amtsgericht, Reichsbankstelle, —
Handelsz, Landwirtschaftskammer; königl. F3
Residenzschloß, bis 1866 Residenz der Her⸗ —
öge von Nassau, Hoftheater, Kurhaus mit —
dolonnaden und Part, Museum, Gymna⸗ ——
ium, Realgymnasium, Oberrealschule, zwei 1967.
zöhere Mädchen⸗ und Musikschulen Gewerbe⸗, Wiesbaden.
audwirtschafts⸗, Blindenschule beruͤhmter
Badeort mit 30 alkalischen Kochsalzthermen (49 —690 0.)
jegen Gicht, Rheumatismus, Skrofeln, Nerven-, Frauen⸗
eiden ꝛc. Wilhelmsheilanstalt für verwundete und er—
krankte Krieger. In der Rahe der Neroberg (245 m) mit
russ. Kapelle. — W., das Mattigoum der“ Rönmer (röm.
Befestigungsreste die sog. Heidenmauer), kam 1150 an die
Brafen von Nassau, war 180666 Hauptstadt des Hzgt.
Rassau, seitdem preußisch. — Bgl. Geschichte von Otto
— ——
5. Aufl. 1800). (1806) 10 338 E.
Wiesdorf, Dorf im preuß. Reg.Bez. Düsseldorf,
Wiese, Fluß im bad. Schwarzwald, mündet nach
3237 unterhalb Baseler. in den Rhein.
Wiese, Luͤdw., Pädagog, geb. 30. Dez. 1806 zu Her⸗
sord (Westfalen), 1862 76 Referent für das evang.
Bymnasial⸗ und Realschulwesen im preuß. Unterrichtoͤ⸗
ninisterium, gest. 26. Febr. 1800 in Potbdam; schrieb:
Das höhere Schulwesen in Preußen“ (4 Tle., 1864
902), „Uber den Mißbrauch der Sprache“2. Aufl. 1884).