Windig, Windenschwärmer, Bisamschwärmer (Sphinx
20 volvuli A.), grauer Schwärmer, mit an den Seiten
rosenrot und schwarz gebändertem Hinterleib; die braune
»der grünliche, gelbgestreifte Raupe auf der Ackerwinde.
Win disch, Ernst, eeen geb. 4. Sept. 1844
zu Dresden, seit 1877 Prof. des Sanskrit zu Leipzig,
zuch um das Irische verdient. Hauptwerke: „IJrische
Texte“ (1880, 1884 fg.), „Mära und Buddha“ (1895).
Windische Mark, der von Winden bewohnte Land—
trich zwischen Gurk, Knlpa und Savpe in Krain,
Windische Sprache, s. v. w. Slowenische Sprache.
Wiudugegetris Stadt, s. Feistritz.
Windisch⸗Gratz, altes steiermärk. Dynastengeschlecht,
804 iu den Reichsfürstenstand erhoben. — Alfred Can—
»idus Ferdinand, Fürst zu W., österr. Feldmarschall, geb.
11. Mai 1787 zu Brüssel, zeichnete sich 1818 — 14 im
Zriege gegen Napoleon J. aus, unterdrückte den Auf—
tand in Prag Juni 1848, rückte 31. Okt. in Wien ein,
rämpfte 1849 gegen die Ungarn, wurde aber seines Kom—
mandos enthöben; seit 1859 Gouverneur von Mainz,
gest. 21. März 1862. — Sein Enkel Alfred, Fürst zu
W., geb. 31. Okt. 1851, jetziger Chef des Hauses, 1803
—-v95 Ministerprasident, 18907 Präsident des Herrenhauses.
Windifsch⸗Matrei, Markt in Osttirol, Hauptort
des Iseltals, an der Vereinigung des Tanern- und Virgen—
als, (18900) 641 E. Dabei das Kals-Matreier-Thörl,
zroßartiger Aussichtspunkt (2205 m) der Alpen.
Windkessel, Vorrichtung zur Milderung der Wasser—
köße in Pumpen (s. Feuerspritze nebst Abb. 573 W) und
Wassersäulenmaschinen (s. d. nebst Abb. 1947 w).
Windlade, Teil der Orgel, auf die Pfeifen
ehen und durch den daselbst angesammelten Wind zum
Tönen gebracht werden.
Windntesser, s. v. w. Anemometer
. Anemograph IAbb. 73)).
Windmotoren, Windräder, Mo—
roren zur Ausnutzung der Windkraft;
am ältesten das Windrad der Wind—
mühlen. Den besten Wirkungsgrad
zeben die Räder mit gekrümmten
Stahlblechschaufeln IAbb. 1971)].
Windombill, s.
Windpocken, s. Varizellen und
wocken (der Haustiere). stest.
Windprotest, s. Abwesenheitspro⸗ 1971. Windrad.
—A——
Windröschen, Pflanzengattg., s. Anemono.
Windrose, Kompaßrose, die Scheibe auf Schiffs—
'ompassen, welche durch 32 vom Mittelpunkte ausgehen—
der Radien (Striche) die Lage der Himmels- oder Welt—
gegenden angibt.
Windsbach, Stadt im bayr. Neg.-Bez. Mittel—
ranken, an der Fränk. Rezat, (4805) 1577 E.
Windscheid, Bernhard, Zurist, geb. 26. Juni 1817
zu Düsseldorf, 1847 Prof. des röm. Rechts in Basel,
1852 in Greifswald, 1857 in München, 1871 in Heidel—
berg, 1874 in Leipzig, gest. das. 26 Okt. 1892; Haupt-⸗
— —
1906). — Vgl. Eck (1893).
Windschliffe, s. v. w. Sandschliffe (s. d.).
Windschlucker, Windschnapper, s. Aufsetzen.
Windsheim, Stadt im bayr, Neg.-Bez. Mittel⸗
ranken, (1908) 3579 E., Amtsgericht, Progymnasium;
»is 1802 Freie Reichsstadt.
Windsor (spr. winns'r). 1) New W., Stadt in der
engl. Grafsch. Berkshire, an der Themse, 34 km westl. von
London, (1801) 15 958 E., mit königl. Schloß und Park
und Grabgewölben der Königsfamilie; königl. Sommer—
esidenz. — 2) Stadt in der kanad. Prov. Ontario, am
Saint Clair oder Detroitfluß, (1901) 12153 E. — 3) Stadt
n der kanad. Prov. Neuschottland, an der Fundybai, 3398 E.
Windspiel, ital. Windhund, aus dem Süden stam—
nende, empfindliche Hunderasse, Zwergform des alatt⸗
agrigen Windhundes.
Windsftillen, Kalmen, Gegenden, über denen Wind—
tille herrscht, wichtig die Roßbreiten (s. d.) und die Kalmen—
Windsucht, Blähsucht, s. Blähung. lgürtel (s. d.).
Windthorft, Ludwig, Staaismann, geb. 17. Jau.
1812 zu Kaldenhof bei Osnabrück, 1848 Oberappella—

989

Win

iongsrat in Celle, 1331253 und 1862 — 65 hannov.
zustizminister, seit 1867 für Meppen Mitglied des Nord—
eutschen und Deutschen Reichstags fowie des Preuß.
Abgeordnetenhauses, Hauptführer der Zentrumspartei,
Jest. 14. Mürz 189891 in Berlin. — Vgl. Menzenbach
1892), Knopp (1898).
Windungsampere, s. Ampdrewindung.
Windwardinsel, Kleine, s Conception.
Windward Islands (sspr. eiländs), Windward⸗
useln, s. Antillen und Beilage: Nordamerika; auch
Rame der Inseln unter dem Winde, einer Gruppe der
Besellschaftsinseln,
Windward Pafssage (pr. pässedsch), Meerenge in
Pestindien, zwischen Jamaika, Kuba und Haiti.
Winer, Georg Benedikt, prot. Theslog, geb. 13. April
788 zu Leipzig, gest. das. als Prof. is Mai 1858;
ʒauptwerke: Biblisches Realwörterbuch“ (3 Bde.
Aufl. 1847), „Grammatik des neutestamentlichen
Sprachidioms (8. Aufl., von Schmiedel, 1894 fg.), Kom—
arative Darstellung des Lehrbegriffs der verschiedenen
ristl. Kirchenparteien“ (4. Aufl. 1882).
Winfried, Apostel der Deutschen, f. Bonifatius.
Wingolf, in der nordischen Mythologie Saal der
öttinnen, auch Aufenthaltsort der bei Odin versammelen
 Helden; danach beuannt eine deutsche Studentenver—
»indung, (Wingolfiten) mit besonders christl. Richtung.
Winiary, Dorf im preuß. Reg.⸗Bez. Posen, vei
Vosen, (1805) 13717 E.; dazu gehört Fori W.
Winkel, der Unterschied in der Richtung zweier nicht
zaralleler Linien. Der Punkt, wo die Geraden (Schenkel)
ich schneiden, heißt Scheitel. Der rechte W. schneidet auf
eden um den Scheitel beschriebenen Kreis einen Viertel—
reis oder 80* ab, der spitze W. weniger, der stumpfe W.
mehr als 908; der gestreckte W. 1800. Ein körperlicher
W. entsteht, wenn mehrere Ebenen in einem Puukte zus
sammenstoßen.
Winkel, Langenwinkel, W. im Rheingau, Flecken im
prenß. Reg.⸗ Bez. Wiesbaden, Rheingaukreis, r. am
Rhein, (1960) 2506 E.; Weinbau (Winkler Hasensprung).
Winkel, Jan te, niederländ. Sprachforscher und
Literarhistoriker, geb. 16. Nov. 1847 in Winkel, 1877
Bymnafiallehrer in Groningen, 1892 Prof. in Amster⸗
dam; schrieb: „Maerlants Wericen beschouwä ais spiogzel
 van deo 15de senw“ (2. Aufl. 1892), Gegchledeus
 der Mederlandsehe Letterkunde“ (GBb. 1, 1887),
Geschichte der niederländ. Literatur bis zum 17 Jahrh.“
2 Aufl. 1801) u. a.
Winkeladvokatur, s. Winkelschriftstellerei.
Binkeleisen, s. Walzeisen.
Binkelfunktionen, s. Goniometrie.
Winkelhaken, in der Buchdruckerei Instrument aus
Metall oder Hartgummi, worin der Seter die Buchstaben
n Zeilen reiht (Abb.19731;
n der Schriftgießerei höl⸗
erne Schienen, auf der die
dettern aneinander gereiht
uufgesetzt werden.
Winkelkreuz, s. v. w. Scharkreuz (s. d.).
Winkelmann, Adolf, Physiter, geb. 17. Okt. 1848
u Dorsten (Westfalen), seit 1880 Prof. und Direktor
des Physik. Instituts in Jena.
Winkelmann, Eduard, Historiker, geb. 26. Juni
838 zu Danzig, seit 1873 Prof. in Heidelberg, gest. das.
O. Febr. 18867 schrieb: „Geschichte Kaiser Friedrichs T.“
2 Bde., 1863 65),, Geschtchte der Angelsachsen“ (1883),
Ingemeine Verfassungsgeschichte“ (hg. von seinem I
1901). 708).
Win kelmesser, s. Astrolabium und Goniometer —9*—
Winkelrecht, J. v. w. lotrecht ¶ . Lot).
Winkelried, Arnold, ein Schweizer aus Stans in
Nidwalden, entschied nach der Sage 9. guli 1386 durch
odesmutige Aufopferung den Sieg der Schweizer übet
eopold von Osterreich bei Sempach (s. d.). BVgt. Liebe
iau 1862), Kleißner (1873), Bürkli (1886).
Winkelschriftstellerei, die Anferligung von Schrif⸗
en, deren Abfassung Rechtskenntnisse erfordern, für andere,
ur Einreichung bei Behörden, ie Anwaltsbefugnisse zu
esitzen (Reichoͤstrafgesegb. ßK.182). Der Winkelaßvotatur
ritt die Deutsche Zivilprozeßordnung in F 157 entgegen.