2) Küstenfluß in Pommern, entspringt aus dem Wippersee.
mündet nach 150 kmeunterhalb Rügenwaldermünde in die
Ostsee. — 3) L. Rebenfluß der Unstrut in Thüringen, ent⸗—
springt im preuß. Reg.-Bez. Erfurt, mündet nach 75 Km
unterhalb Sachsenburg. — 4) Name des Oberlaufs der
Wupper (s. d.).
Wipperfürth, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Köln, an
der Wupper, (1905) 5742 E., Amtsgericht, Progymnasiumi.
Wippra, Flecken im preuß. Reg.⸗Bez. Merseburg,
un der Wipper, (1905) 1121 E. Amisgericht.
Wippsäge, kleine Säge, die durch die Hand nach
inten und durch Federkraft wieder nach oben gezogen wird.
Wippfchwanz, Wippsterz, s. Bachstelze [Abb. 149)].
Wipptal, das obere Tal des Eisack und der Sill in Tirol.
Wiprecht von Groitzsch, geb. um 1050, aus dem
Hause der Grafen von Arneburg, erwarb Besitzungen im
heutigen Sachsen sowie durch Heirat (1086) die Ober—
iausiß, ward im Kampfe gegen Kaiser Heinrich V. gefangen,
aber von seinen Söhnen 1115 in der Schlacht beim Welfes—
holz befreit; erwarb spüter das Burggraftum Magdeburg
und die Niederlausitz; gest. 1124 als Mönch in dem voñ
hm gestifteten Kloster zu Pegau.
Wirballen (russ. Wershbolowo, poln. Wierzbolöw),
Stadt im russ.⸗poln. Gouv. Suwalki, 3288 E. Bahn⸗
sttation und Grenzzollamt, Eydtkuhnen gegenüber.
Wirbel, die einzelnen Knochen der Wirbelsäule (s. d.);
an Streichinstrumenten die schwarzen Holzstifte, durch die
das Stimmen der Saiten bewirkt wird. — W. heißt auf
Trommeln und Pauken der schnelle Wechsel der beiden
Schlägel, in der Notierung durch tr. bezeichnet.
Wirbelatome, e die Ätherwirbel, aus
denen man die physik. Natur der Atome erklärt.
Wirbelbogen, s. Wirbelsäule.
Wirbelkäfer, der Taumelkäfer (s. d.).
Wirbelkanal, s. Wirbelsäule.
Wirbellose Tiere, niedere Tiere (Evortebrata),
alle Tiere, die kein Rückgrat haben, also die zu den Kreisen
der Urtiere, Pflanzentiere, Stachelhäuter, Würmer, Glie—
derfüßer, Molluskoiden, Weichtiere und Manteltiere ge—
zörigen Tiere.
Veite, s. Chorda und Wirbelsäule.
Wirbelsäule, Rückgrat (Spina doxrsi), beim Men—
chen senkrecht gelagerte, leicht S-förmig gebogene Knochen—
säule, welche die Grundlage des Ruͤnipfes bildet, den
Kopf trägt, sich auf das Becken stützt und aus 24 Wirbeln
(Vertebrae, 7 Hals⸗, 12 Brust⸗, 5 Lendenwirbeln), dem
Kreuz⸗ und Steißbein besteht sTafel: Skelett I, 1,
1-7, 9, 10)]. Die Wirbel bestehen jeder aus einem soliden
wlindrischen Wirbelkörper, einem spangenartigen Knochen—
bogen (Wirbelbogen), den zur Seite gelegenen Querfort—
säßen und den nach hinten zu liegenden Dornfortsützen;
siie umschließen den Wirbelkanal, der das Rückenmark
enthält. Die W. ist in ihrer knorpligen Grundlage (der
Wirbelsaite oder Chorda dorsalis) im Embryo fruͤhzeitig
borhanden. Je nachdem die Tiere eine W. haben oder
nicht, werden sie in Wirbellose Tiere (s. d.) oder Wirbel
tiere (s. d.) eingeteilt. Die Wirbelsäulenverkrümmungen,
meist durch ianse Gewöhnung und übermäßige Anstrengung
der Rückenmuskeln erzeugt, sind: Verkrümmung nach der
Seite (Skoliose), nach vorn (Lordose, Senkrücken), meist
zum Ausgleich einer Kyphose als Kompensationslordose,
und nach hinten Gyphose, Höcker, Buckel), fast stets Folge
karißser Entzündung und Verschwärung der Wirbelknochen
s. Pottsches Ubel). Behandlung (muß frühzeitig beginnen):
Massage, Heilgymnastik, Anlegen von Stützapparaten. —
Bgl. Alexander, „Entwicklung der knöchernen W.“ (1906).
Wirbelstürme, Luftwirbel (s. d.) von zyklonischer
Natur, also mit niedrigem Luftdruck im Zentrum, die
zuf ihrem ganzen Umfang oder einem großen Teil des—
selben stürmische Stärke hüben, kommen bes. in der Nach—
zarschaft der Wendekreise vor. Ihr Zentrum ist von
zinem windstillen Raum eingenomnien, nach dessen Vor—
übergang der Orkan, aus entgegengesetzter Richtung aus—
hricht. Berüchtigt sfind bes. die westind. Orkane, die
Taifune, die Orkane von Mauritius und der Bai von
— Bal. Raye (1880), Schneider (18086).
irbeltiere, Kuochentiere (Vertebrata), oberster
Tierkreis, umfassend Tiere mit bilateral-symmetrischem,
iußerlich ungegliedertem Körder, innerm, knöchernem oder

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Wis

norpligem Skelett, dessen Achsenteil die in der Regel
ꝛus Wirbeln zusammengesetzte Wirbelfäule (s. d.) darstellt
ind das zentrale Nervensystem (Hirn und Rückenmark)
unschließt, mit höchstens 4 gegliederten Ertremitäten, stets
nit Mund und After und Jheschloffenem Blutgefäßsystem,
Blut fast ausnahmslos mit roten Blutkorperchen 88 lassen:
Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische. —
3g1. Rathke, „Entwicklungsgeschichte der W.“ (1861);
Narshall, Vertebrate embry oicgy“ (1808); Anatomie:
IRwen (engl., 3 Bde. 1866 68), Wiedersheim (Grundriß,
. Aufl. 1803; Lehrbuch, 6. Aufl. 1806), Schmiedeknecht
Die W. Europas“, 1906).
Wirkmaschine, Wirkstuhl, Strumpfwirkerstuhl, ma—
hinelle Einrichtung zur Herstellung von Wirkware (. d.).
Man unterscheidet Kulierstuhl und Kettenstuhl, ferner
reite oder ache und Rund- oder Zirkularstühle; die W.
irbeiten mit Haken- oder Spitzennadeln, seltener mit
zungennadeln. Den ersten Haudkulierstuhl konstruierte
588 William Lee (s. d.). Bei der Strickmaschine erfolgt
»ie Maschenbildung wie beim Handstricken, und zwaͤr
nittels beweglicher Hakennadeln, die einzeln durch die
eweilige fertige Masche hindurchgezogen werden.
Wirkungsgrad, Güteverhältnis, das Verhältnis der
»on einer Masqgjine geleisteten Arbeit zur indizierten Ar—
eit j. Indikator).
Wirkware, auf der Wirkmaschine (s. d.) hergestelltes
Fadengebilde, ist entweder Kettenwirkware (s. d. und
Abb. 3 oder Strickware (s. d. und Abb. 1828), erstere
auf dem Kettenstuhl, letztere auf dem Kulierstuhl hergestellt.
Wirland, s. Wierland.
Wirnt von Grafenberg, Dichter, verfaßte um 1210
as Rittergedicht „Wigalois“ (hg. von Pfeiffer, 1847;
ibersetzt von Baudissin, 1848). — Bgl. Bethge (1881).
Wirsing, Welschkohl, Herzkohzl, Mailänder oder Sa—
noyer Kohl, Kohlart mit stark gerunzelten Blättern aus
Züdeuropa (s. Brassica).
Wirsitz, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Bromberg,
605) 2007 E., Amtsgericht.
Wirt (eines Schmarotzers), s. Schmarotzertum.
Wirtel, Blattstellung, gekennzeichnet durch Anfügung
gehrerer Blätter in gleicher Höhe am Stengel. — Ju der
Technologie Wiht W. (Würtel) s. v. w. Schnurrolle.
Wirth, Joh. Georg Aug., polit. Schriftsteller, geb.
O. Nop. 1798 zu Hof (GBayern), Advokat zu Bayreuth,
vegen Beteiligung, am Hambacher Fest zu zweijähriger
— verurteilt, fluͤchtete I1836 nach Frankreich, lebte dann
sis 1847 in der Schweiz, gest. 26. Juli 1848 in Frank—
urt a. M.; schrieb: „Die Geschichte der Deutschen“ (4 Bde.,
843-45) u. a. — Sein Sohu Max W., Nationalöͤkonom,
jeb. 27. Jan. 1822 in Breslan, 186473 Dircktor des
chweiz. Statist. Bureaus in Bern, lebte seit 1874 in Wien,
est. das. 18. Juli 1900; schrieb: „Grundzüge der Nationalkonomie“
 (4 Bde. 1855 — 78 n. v.), Geschichte der
dandelskrisen“ (4. Aufl. 1890) u. a. — Seine Gattin
zettina W., geborene Greiner, geb. 7. Febr. 1849 in
München, schrieb Novellen und Romane („Künstler und
Fürstentind“, 1877; „Hohe Lose“, 3 Bde 1883).
Wirtschaftsgenosfenschaften, s. Erwerbs- und
Wirtschaftsgenosfenschaften.
Wirtschaftsgeographie, Zweig der Anthropogeo—
raphie, beschäftigt sich mit der Wirtschaft des Menschen
Produktion, Ae und Konsumtion), zerfällt in Pro—
ultions⸗ und Handels- und Verkehrsgeographie. — Vgl.
Söt (1891), Friedrich (1001 u. 1004)5 Kraus (1908)
Bruber 1365), Eckert (1905), Scobel (Atlas, 1802)
Dtxaasia weeme⸗ s. Landwirtschaftliche Betriebs—
ysteme.
Wirzjärw, See im,russ. Gouv. Livland, 276 qkm,
ließt durch den untern Embach in den Peipussee ab.
Wisbeach (spr. Pitsch, Wisbech), Stadt in der engl.
Vrafsch. Cambridge, am Nen, (18901) 98316.
Wisby, einzige Stadt der Insel Gottland und des
chwed. Läns W. vder Gottland (s. d.), an der Ostfee,
1900) 8376 E., zahlreiche mittelalterliche Ruinen (Stadt⸗
nauern, Kirchen); einst mächtige Handelsstadt, 1361 von
en Dänen zerstört.
Wiso., offizielle Abkürzung für Wisconsin.
Wischau, Bezirksstadt in Mähren, in der Hanna,
1900) 5988 E. Schloß des Fürst-Erzbischoss von Olmütz.