Wis

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Wische, nordöstl. Teil der Altmark, zwischen Elbe und
Wischehrad, .Wyschehrad. [Uchte, sehr fruchtbar.
Wischer, zylindrische Bürste mit Stange zum Reinigen
der Geschützrohre; auch ein Zeichengeraͤt s. Estompe).
Wischerä. 1) L. Rebenfluß der Kama im russ. Gouv.
Perm Soo zm lg. — 2) R. Hebenflnß des Wolchon im
cuss. Gouv. Nowgorod, 110 Km Ig., bildet im Unterlauf
inen Teil des Wischerfchen Kanals, zwischen Wolchow und
Wischnu, s. Vishnu. [Msta.
Wischtyneʒ (poln. Wiszthniec, deutsch Wischtyten),
Flecken im russ,-poln. Gouv Suwalki, am Ser Wi durch
den die preuß. Grenze geht, 4130 E.
Wischwill, Flecken im preuß Reg.-Bez. Gumbinnen,
»ei Memel, (1905) 1100 E., Amtsgericht.
Wisconsin, einer der nordwestl. Staaten der Ver.
Staaten von Ämerika sKarte: Vereinigte Staaten
on Amezrika II, benaunt, hach dem 980 x langen
Fluß W. (Hebenflüß des Mississippi), 144845 Ik, (1000)
2068042 E.eich bewässert (Saäint Louis, Montreal,
Nilwaukee, Mississippi mit seinen Nebenflüssen, zahlreiche
Seen, von denen der Winnebago der größte), gesundes
Klima; Haupterwerbszweig der Ackerbau, ferner Viehzucht
und Bergban, bes. auf Eisen; bedeutende Induftrie (Saͤge⸗
mühlprodutte, Mehl, Bier, Leder). Hauptstadt MNadifson
W. ist seit 1888 felbstaͤndiges Territorium, feit 1840
Unionsstaat. — VBgl. Thwaites, „Story of W.“ (1890).
Wiseman spr. weisinünn) Nicolas, engl. kath. Thes—
log, geb. 2. Aug, 1802 zu Sevilla von itischen' Eltern,
seit 18385 in England für die Wiederbelebung des Ka⸗
tholizismus und Wiedererrichtung der kath. Hierarchit
wirkend, welche 1850 mit seiner Ernennung zum Kardinal,
Erzbischof von Westminster und Vrimas der kath. Kirche
Englands ins Werk gesetzt
wurde; gest. 15. Febr.
1865 zu London. — Vgl.
Ward (engl., 2 Bde,
8897. billige Ausg. 1900).
Wisent (Bison ourô
paeus Ou. [Abb. 19783)),
europ. Anerochs, das
zrößte Landtier Anenas
setzt nur noch in Litanen
in der Bjelowjesher Heide, Hid Wisent.
venige Stück auch in den Mezerzitzer Forsten (Schlesien)
Jehegt, wild im Kaukasus. Amerik. W., s. Bison.
Wisent, Fluß, s. Wiesent.
Wishaw (pr. wischah), Stadt in der schott. Grafsch.
angrk, (1801) 20869 E, Kohlen- und Eisenerzbergbau.
Wisin, russ. Dichter, s. Von⸗Wisin.
Wisingsö, Insel im Wettersee (s. d.).
Wislicenus, Herm. Historienmaler, geb. 20. Sept.
1825 zu Eisenach, seit 1868 Prof. an der Akademie in
Düsseldorf, gest. 26. April 1899 in Goslar; Wandgemälde
für das sog. Röm. Haus in Leipzig, Fresken im Kaiser—
haus zu Goslar (1879-07), Vier Jahreszeiten (1816—
T7, Berlin). — Sein Sohn Georg W., Marineschriftsteller,
 geb. 16. Nov. 1858 in Weimar, 1877 89 Marineoffizier,
 dann Beamter der en Seewarte in Ham—
burg; schrieb: „Unsre Kriegsflotte(2. Aufl. 1896), Prinz
admiral Adalbert“ (1888) u. a.
Wislicenus, Johannes, Chemiker, geb. 24. Juni 1835
in Klein-Eichstüdt bei Querfurt, 1861 Prof. in Zürich,
1872 in Würzburg, seit 1885 in Leipzig, gest daf. d. Deg
14902; Mitbegründer der Stereochemie; shgrieb: „Theorie
der gemischten Typen“ (1889), Reubearbeitungen von
Negnault⸗ Streckers Lehrdnch der Chemie“ (2 Bde., 9. und
— — Vgl. Beckmann (1905).
Wistoka, r. Rebenfluß der Weichsel in Galigien, ent—
pringt in den Waldkarpathen, mundet nach“ 1435 k
unterhalb Mielec.
Wismar, See- und Handelsstadt im Großhzgt
Mecklenburg⸗ Schwerin, an der Ostsee (Wismarsche Bucht),
—DV ⏑——— Amtsgericht, Reben⸗
pllamt; got. Marienkirche, Georgen⸗, Nikolaikirche (smt⸗
lich aus dem 14. Jahrh), Fürstenhof (Nenaissance, 1554
begonnen. Is87 7 Is estcursert jebe Amtogerichth Gyn
nasinm mit Realschnle, Gewerbeschnle W.alte Sause
stadt, wurde 1803 von Schweden nebst der Herrschaft W. für
1268000 Taler an Mecklenburg⸗Schwein auf 100 Jahr—

erpfündet; 1900 wurde vom schwed. Landtage die Rück—
rwerbung abgelehnt. — Bgl. Willgeroth (Gefchichte; T. 1,
887) Hermes, „W., ein Stadtbild (1898), Witte (1908).
Wismut (Iat. Bismutum, chem Zeichen B), »
Aschblei, ziemlich seltenes Meiall, findet sich hauptsuͤchlich
———
zängen, ferner äls Wismutocker, Wismutglanz, Kiefel⸗-W.
bei Schneeberg in Sachsen, in Chile, Perunae. wird durch
Iusschmelzen aus den Erzen gewonnen, ein Teil wird
als Nebenprodukt bei der Verhüttung von Nickel- und Ko—
dalterzen erhalten. W. ist ein rötlichweißes, glänzendes,
iemlich hartes und sprödes Metall, kriftallifiert in Rhom⸗
hoedern, hat das spez. Gewicht 9,8 Atomgewicht 208,5 und
chmilzt bei 2640, ist bei Rotglut destillierbar, an der Luft
beständig; der schlechteste Wärmeleiter unter den Metallen.
Es dehnt sich beim Erstarren aus, ist in verdünnter Salz⸗
säure uünd Schwefelsäure unlöslich, wird von heißer kon⸗
entrierter Schwefelsäure und von Salpeterfäure zu den
hetreffen den Salzen gelöst. Wismutlegierungen (Rosesches,
Woodsches Metall) sind meist leicht schmelzbar, eine Le—
zierung von 6 Teilen W., 8 Zinn, 13 Blei dient zum Ab⸗
zießen von Münzen, eine von 5 W., 2 Zinn und 3 Blei
Lichtenbergs Metall) zum Klischieren von Holzschnitten;
Wismutbronze (52 Hupfer, 80 Rickel, 12 Zinn 8 Blei,
W.) wird zu Spiegeln und Lampenreflektören ver—
arbeitet. In seinen Verbindungen ist W. gewöhnlich drei⸗
wertig; die praktisch verwendeten leiten sich meist von dem
einwertigen Radikal Bismutyl ab; Wismutoxyd (Wismut⸗
rioxnd) ensteht beim Verbrennen von W. oder beim Gluͤhen
des Nitrats als gelbes Pulver, dient zur Darstellung stark
sichtbrechender, schwerer Gläser (verwendet als Flintglas
und Straß), in der Glasmalerei und zu Porzellanlüfter—
jarben; Wismutoxydhydrat (Bismuiylhydrat) fällt aus der
Lösung von Wismutsalzen durch Alkalien als weißes
Pulver; Wismutchlorid (Chlor⸗W.), aus W. und Chlor
oder gonigewaser gewonnen, dickflüssige, destillierbare,
sarblose, beim Erkalten kristallinisch erstarrende Masse
Wismutbutter); löst sich in wenig Wasser klar auf; durch
»iel Wasser wird Wismutoxychlorid (Bismuthlchtoriv) ge⸗
üllt als weißes, unlösliches Pulver, dient als Schminke
Wismutweiß, Perlweiß, Blano d'Rspagno), ist aber giftig
ind färbt sich in schwefelwasserstoffhaltiger Luft braun; Wis
nutoxyjodid GBismutyljodid) fullt als rotes, unlösliches
Bulver ans Wismutlösungen durch Jodkalium, Antifepti—
um; neutrales salpetersaures W. (Wismutnitrat) wird
ius W. durch Salpetersäure beim Eindampfen kristallinisch
erhalten; liefert mit Wasser vasisches Wismutnitrat (Bis
ntutylnitrat. Magisterium Bismuti), ein blendend weißes
Pulver, in Wasser unlöslich, dient als Schminke (Wismutweißz)
 und als Arzneimittel; medizinisch werden auch viele
organische Wismutverbindungen benutzt, von denen das
aasische Wismutgallat und das basische Wismutsalizylat
ffizinell sind; Wismutsulfid (Schwefel-We) findet sich in
der Natur als Wismutglanz und fällt aus Wismut—
vsungen durch Schwefelwasserstoff als schwarzbrauner, in
Salzsaure unlöslicher Niederschlag.
Wismutlegierungen, . Wismut.
Wispel, fruüheres Getreidemaß, in Preußen gewöhn⸗
lich 20 Scheffel S 18,10 Rl, in Hamburg 10 Sdeffel —
10,00 hl (bei Gerste und Hafer 30 Faß [15 Scheffel), in
Sachsen 24 Scheffel — 24 2 bl, in Braunschweig 40 Him-—

Wisper, r. Nebenfluß des Rheins im preuß. Reg.Bez.
Biesbaden, entspringt am Taunus, mündet bei Lorch.
Wiß (Biß), Gewicht in Birma — I, ets kg.
Wissek, Stadt im preuß. Req.⸗Bez. Bromberg,
2 1487 E.
Wissen, Flecken im preuß. Reg.-Bez. Koblenz, an
der Sieg, (1800) 4869 E., Amtsgericht, landw. Schule.
Wissende, die Glieder der Femgerichte (s. d.)
Wissmann, Hermann von, Äfrikareisender, geb.
4. Sept. 18883 zu Frankfurt a. O., seit 1874 preuß. Offi⸗
zier, ging 1880 mit Pogge nach Westafrika, durchquerte
on Loanda aus den Kontinent, erforschte 188186 das
Kongogebiet, durchquerte 1886—87 Afrika vom Kongo—
gehiete bis nach Nijangwe und dem Tanganjika, unter⸗
iahm dann Nop. 1888 als Reichskommissar die Unter—
verfung des Aufstandes in Deutsch-Ostafrika, besiegte, 1880
geadelt und zum Maior befördert, 1891 die aufstundischen