Stämme am Kilimandscharo, war 1895/96 Gouverneur von
Deutsch⸗Ostafrika, bereiste 18897 Rußland und Sibirien,
1888 99 Südafrika; gest. 16. Juni 1905 auf seiner Be⸗
itzung Weißenbach bei Liezen in Steiermark infolge eines
Jagdunfalls; schrieb: „Im Innern Afrikas“ (3. Aufl. 1801),
„Unter deutscher guagg quer durch Afrika 1880 — 83
(8. Aufl. 1908; kleinere Ausg. 1892), „Meine zweite Durch—
querung RAquatorial-Afrikas vom Kongo zum Sambesi
1886 87 — eeen und Ratschläge zur
Vorbereitung für den Aufenthalt und den Dienst in den
deutschen Schutzgebieten“ (1893; 2. Aufl. u. d. T.: „Afrika.
Schilderungen c.“ 1908), „In den Wildnissen Afrikas
und Asiens“ (1801). — Bgl. von Perbandt, Richelmann
und Schmidt (1906), E. Wolf (1806).
Wissmannhafen, Hafenplatz am Tanganjika, in der
dandsch. — DeutscheOstafrika).
Wissowa, Georg, Philolog, geb. 17. Juni 1859 in
Breslau, 1886 Prof. in Marburg, 1895 in Halle; uich:
„Religion und Kultus der Römer“ (1902). „Abhandlun—
jen zur röm. Religions- und Stadtgeschichte“ (1904). Her—
dusgeber der Reubearbeitung von Paulhs „Reglenzytlo—
vadie der klassischen Altertumswissenschaft“ (1404 f9).
Wistaria Nutt., Pflanzengattgq. der Leguminosen, klet⸗
zernde Sträucher. W. chänensis DC. (CIycine chinensis
vims.), aus Ostasien, mit wohlriechenden blauen Blüten—
trauben, und W. fratescens DCG., aus Nordamerika, be—
iebte Klettersträucher.
Wistritza, mazedon. Fluß, s. Vistrica.
Wisztyniec (spr. wischtünjet), Flecken, s. Wischtynez.
Wit, Ferd. Johannes, genannt von dörring, polit.
Abenteurer, geb. 1800 zu Altona, Mitglied der Burschen—
schaft in Jena, flüchtete 1819 nach England, 1821 - 26
in verschiedenen Staaten gefangen gehalten, später Gutshesitzer
 in Oberschlesien, gest. 22. Olt. 1863 zu Meran;
chrieb: „Lukubrationen eines Staatsgefangenen“ (1827)
„Fragmente aus meinem Leben“ (4 Bde., 1827 — 80),
„Mein Jugendleben“ (1832).
Witboi, Hendrik, Häuptling der Nama (s. d.) in
Deutsch⸗Südwestafrika.
Witebsk, Gouvernement im nordwestl. Rußland, zu
den west-⸗ und weißruss. Gouvernements gehörig, zumeist
m Gebiete der Düna, 45 168 4km, 1498 246 E. — Die
Hauptstadt W., an der Düng und Witba, 66 148 E.
Witherit, rhombisches Mineral, farblos, graulich
oder gelblich, Baryumkarbonat, auf Bleiglanzlagerstätten,
dient zu Baryumprüparaten.
Withington, Stadt in der engl Grafsch. Lancaster,
üdl. Vorort von Manchester, (18901) 36 202 E.
Witiarchipel, s. v. w. Fidschiinseln.
Witim, r. Nebenfluß der Lena in Ostsibirien, bildet die
Zrenze zwischen den Gebieten Transbaikalien und Jakutsk,
ann wishen diesem und Irkutsk, mündet bei Witimsk,
760 RmeTge. Gss vm schifbary.
Witkowitz, Dorf in Mähren, an der Ostrawitza,
3 49128 E.; Kohlenbergwerke, Eisenwerke.
Witkowo/ Kreisstadt im preuß. Reg.⸗Bez. Bromberg,
5 2269 E., Amtsgericht.
Witold, Großfürst von Litauen, Sohn des Groß—
ürsten Keistut, erlangte erst e langen Kämpfen mit
Jagello 1882 die Herrschaft über Litauen, das unter ihm
ur höchsten Macht gelaugte, gest. 1480 in Troki.
Witoscha (Vitoscha), Gebirgsstock, s. Vitos.
Witt, Jan de, niederländ. Staatsmann, geb. 1628 zu
Dordrecht, Gegner des Hauses Oranien, 1660 -72 als
Ratspensionär Hollands von großem Einfluß, mußte 1672,
als Ludwig XIV. die Republit bedrohte, zurücktreten; mit
einem Bruder Cornelius de W. (geb. 26. Juli 1628,
Bürgermeister von Dordrecht) 20. Aug. 1672 bei einem
Volksauflauf ermordet. — Vgl. Simons Gend 2 Bde.,
832 36), Lefevre⸗Pontalis (franz., 2 Bde., 1884).
Wittdün, Seebad auf Amrum.
Witte, Karl, Rechtslehrer und Danteforscher, geb.
Juli 1800 zu Lochau bet Halle, bezog als frühreifes
Wunderkind schon 1810 die Unipersität und promovierte
1814, 1829 Prof. in Breslau, 1834 in Halle, gest. das.
s. März 1883; gab 1862 die erste kritische Ausgabe der
Divina Commedia“ heraus, dann eine Übersetzung mit
dommentar (2 Bde., 3. Aufl. 1876), schrieb , Dante—
orschungen“ (2 Bde., 1869 79) u. a.
Brockhaus' Kleines Konversations-Vexikon. 5. Aufl. M

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Wit

Witte, Pieter de, aug Peter Candid genannt, fläm.
Maler und Bildhauer, geb. 15048 in Brügge, lebte lange
in Italien, gest. 1628 in München; Haupiwerk: Wittels
hacher Brunken in München. — Bidgr. von Rte (1885).
Witte, Sergej Juljewitsch, Graf, russ. Staatsmann,
zeb. 28. Juli 1849 in Tiflis, Organisator im rufsf. Eisen⸗
dahnwesen, 4892 Minister der Verkehrswege, 18881908
Finanzminister, stellte das Gleichgewicht im russ. Staats—
saushalt her, führte die Goldwährung durch; darauf
bräsident des Ministerkomitees, schloß als russ. Bevoll⸗
nächtigter 35. Sept. 1905 mit Japan den Frieden von
Portsmouth ab, wofür er in den Grafenstand erhoben
wurde. Im November zum ersten russ. Ministerpräsidenten
ernannt, brachte er die neue ausländische Anleihe unter, er—
veiterte das Wahlrecht für die Reichsduma, legte aber
urz vor deren Eröffnung (Mai 1806) fein Anmt nieder
Bgl. Sibiriaseff (1904).
Wittekind, Solbad, zu Halle a. S. ehörig.
Vittelind, Heerführer der Sachsen, de Mund.
Wittekindsberg, s. Westfälische Pforte.
Wittelsbach, deutsches Fürstengeschlecht, benannt nach
hrem (1209 zerstörten) Stammhaus W. bei Aichach in
Iberbayern. Der erste bekannte Wittelsbacher war Mark⸗
raf Liutpold, ein Verwandter Ludwig des Kindes, der
en Herzogstitel von Bayern annahm und 907 gegen
die Magyaren fiel. Fesen Nachkommen nannten sich
vrafen vön Scheyern (s. d.) und, nachdem sie ihren Siß
115 nach W. verlegt hatten, Grafen von W. Otto von
V. erhielt 1180 das Hzgt. Bayern zurück und wurde
er Stammpater des jetzigen bayr. Königshauses. — Vgl.
deigel (1880), Leitschuh (2. Aufl. 1894).
Witten, Wittenpfennig („weißer Pfennig“), alte nord⸗
»eutsche Silbermünze zu 45, zuerst 1328 in Hamburg
und Lübeck geprägt; im 17. Jahrh. Eandwitt) Kupfer
nünze in Braunschweig-Lüneburg und Dänemark, im 18.
n Mecklenburg.
Witten, Stadtkreis im preuß. NReg.⸗Bez. Arnsberg, an
»er Ruhr, (4900) 33517 (18005: 35 836) E., Amtsgericht,
stealgymnasium; Eisengießereien, Maschinenfabrikation
Wittenau, bis 1805 Dalldorf, Dorf im preuß. Reg.—
Bez. Potsdam- nordwestl. von Berlin sKarte: Deutsches
Reich J, 3), (1900) mit der Berliner Irren- und Idioten—
eilanstalt Dalldorf (1400 Insassen) 54883 E.
Wittenberg, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Merse—
urg, r. an der Elbe, (18900) 18345 (19005: 20 260) E.,
Sarnison, Amtsgericht, (1892 neu geweiht,
nit den Gräbern Luthers, Melanchthons, Friedrichs des
Veisen und Johanns des Beständigen), Augustinerkloster
mit Lutherstube), Lutherhaus, Predigerfeminar, Gym⸗
zasium, Hebammenlehranstalt, landw. Winter⸗, Gäͤrtner⸗
chule. W. war 1266 - 1547 Residenz der Herzöge und,
durfürsten von Sachsen, 1802 — 1815 Sitz einer Underftat
seitdem mit der zu Halle vereinigt); 12. bis 138. Jau. 1814
urch General von Tauenzien erstürmt; bis 1873 Festung.
Wittenberge, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Potsdam,
in der Elbe — Eisenbahnbrücke), (1800) 16 258
1905: I E., Amisgericht. [garte: Mittleres
Bestdeutschland'1, 1 bei Rheinprovinz.)
Wittenburg, Stadt im GroßhzgrMecklenburg—
chwerin, (19086) 3267 E., Amtsgericht.
Wittenpfennig, s. Witten.
Wittenfteen, russ. Stadt, s. v. w. Weißenstein.
Witterungskarten, s. v. w. Wetterkarten.
Witterungskunde, s. Meteorologie.
Wittgensdorf, Dorf in der süchs. Kreish. Chemnitz,
im Chemnitzfluß, (1905) 5727 E.; Strumpfwarenfabrika⸗
ion, Baumwoüspinnerei.
Wittgenstein, reg Adolf Peter, Fürst von Sayn—
V.Ludwigsburg, russ. Feldmarschall, geb. 17. Jan. 17868,
ampfte 1812 gegen Napoleon L, führte 1818 den Ober⸗
efehl über die Hauptarmee der Verhündeten bis nach dem
inglücklichen Ausgang der Schlacht bei Bautzen, 1828 den
Iberbefehl über die russ, Armee am Pruth, mußte ihn aber
iach der Niederlage hei Schumla 1829 an Diebitsch ab—
reten; gest. 11. Funi 1848 zu Lembexg.
Wittichenau, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez Liegnitz,
in dex Schwarzen Elster, (1905) 2087 E.
Wittig, Aug., Bildhauer, geb. 28. März 1823 zu
Neißen, 1880 —ã63 in Rom, 1864 Prof. an der Bilb—