Wol

396

Als Unterart betrachtet man den in den Gebirgsländern
Oste und Mittelasiens einheimischen Alpen.We (Canis
alpinus Tafel: Asiatische Tierwelt, 18)) obgleich
er merklich kleiner ist und auch in Farbung und Behaarung
von ihm abweicht.
Wolf, Teufel, Hffner, Maschine zur Lockerung und
Feinigung der Wolle, Lumpen, Hagre von Stauberc.
ourch Auseinanderreißen der Fasern mittels eiserner Zähne
MReiß· W.) oder durch Klopfen mit Stuben (Schlag⸗W.).
Wolf, Wundsein der Haut, s. Hautwolf, kresenver
B., s. Lupus.
Wolf, Adam, österr. Historiker, geb. 12. Juli 1822
n Eger, gest. 28. Okt. 1883 als Prof zu Graß, schrieb:
Geschichtliche Bilder aus Hsterreich“ (2 Bde. 1878 -
80), „Osterreich unter Maria Theresia, Joseph D. und
deopold II.“ (1882) u. a.
Wolf (auch Wolff), Christian, Freiherr von, Philosoph,
geb. 24. Jan. 1679 zu Breslau, 1707 Prof. der Mathe⸗
matit und Naturlehre zu Halle, wegen freisinniger Reden
1728 des Landes verwiesen, 1740 von Friedrich d. Gr.
urückberufen, gest. 8. April 1754 in Halle als Kangler
der Universitͤt. Seine auf Leibniz berudende fystematifche
Philosophie war bis auf Kant die herischende. Selbsi—
biogr. ha. von Wuttke (1841).
Wolf, Ferd. Romanist, geb. 8. Dez. 1796 zu Wien,
zest. das. 18. Febr. 1866 als Beamter der Hofbibliothek;
hrieb: „Studien zur Geschichte der span und portug'
Nationalliteratur“ (1839,I6 Brésil Uttéraire“ (18638)
4. a. „Kleinere — hg. von Stengel (18800.
Wolf, Friedr. Aug., Philolog, geb. 18. Febr. 1759
zu Haynrode hei Nordhausen, 1783 Prof. in Halle, 1807
in Berlin, gest. 8. Aug. 1824 aue einer Reise zu Mar—⸗
eille; einfluͤßreicher akademischer Lehrer, der Begründer
der Altertumswissenschaft als solcher, bes. berühmt durch
eine „Prolegomens ad Homerum“ (1795; 3. Auft
1880.— BVol. Körte (1883).
Wolf, Hugo, Komponist, geb. 13. März 1860 zu
Windischgrüg in Steiermark, bedeutend als Liederkompo⸗
nist („Goethelieder“, „Mörikelieder“), schrieb auch eine
Dper (,Der Corregidot, gest. 22. Febr. 19080 in Wien.
Wolf, Jultus, Nationalökonom, geb. 20. April 1862
gut Brünn, 1888 Prof. in Zürich, 1897 in Breslau;
chrieb; „Die Branntweinsteuer“ (1884), „System der
Sozialpolitit““ (Bd. 1, 1882) u. a. Hexausgeber der
——— für Sozialwissenschaft“ (1808 fg.).
Wolf, Karl Hermann, österr. Parlamentarier, geb.
27. Jan. 1862 in Eger, Journalist, seit 1897 Mitglied
des Abgeordnetenhauses als Vertreter der Alldeutschen.
Wolf, Ludwig, Afrikareisender, geb. 30. Juni 1830
in Hagen,begleiteke 1888 —85 H. von Wiffmann in gentral
afrika, trat Anfang 1888 im Auftrage des deutschen
Auswartigen Amtes eine Forschungsreise nach dem Togo—
Jebiet an, gest. 26. Juni 1888 in Rdali Dahome), schrieb
nit H. von Wissmann, K. von Françcois uud H. Müller
„Im Innern Afrikas“ (1888), ferner .Die Verwertung
inserer üquatorialen Kolonien in Westafrika“ (1889).
Wolfach, Amtsstadt im bad. Kr. Offenburg, an der
inzig, Aoos) 2088 E. Amtsgericht.
Wolfdietrich, Held der deutfchen Sage, Sohn des
Hugdietrich, behandelt in einem Gedicht des 183. Zahrh.
im „Deutschen Heldenbuch“, Bd. 8u. 4, 1871-738).
Wolfe (spr. wulf), James, engl. General, geb. 2. Jan.
726 zu Westerham Kent), zeichnete sich im . Erb⸗
olgekriege aus, focht seit 175658 in Kanada gegen die
Franzosen, beruͤhmt durch den Sieg auf der Ebene von
Abraham bei Quebec, 18 Sept. 17659, wobei er fiel.
Wolfegg, Dorf im württemb. Donaukreis, an der Ach,
1800) 2352 E. fürstl. Waldburg⸗W.⸗Waldseesches Squoß
Woölfel, r. Zufluß der Glaßtzer Neisse im preuß. Reg
Bez. Habelfchwerdi, dildet den Weölfelsfaut md, mun⸗
——
olfenbüttel, Kreisstadt in Braunschweig, an der
Oter o0)g e g Garnison, Sit
des herzoglKonsistoriums, Amtsgericht, Schloß, große
Bibliothet Goo ooo Saͤnde), Preger, Lehrer⸗VLehre⸗
Innenseminar, Gymnafium, heealschule Ehenels Residenz
der Herzöge von Braunfchweig We, iehn ee
den Franzosen eingenommen Vgl. von Heinemann,
„Die herzogl. Bibliothek zu W.“ (2Ans 13

Wolfenbütteler Fragmente, die von Lessing als
„Fragmente eines Unbekannten“ reree nach⸗
elassenen Schriften des Hamburger Popularphilosophen
steimarus (s. d.).
Wolfenschießen, Dorf im schweiz. Kanton Unter—
valden, (49000) 1096 E.; bekannt durqh Sqgers „Tell“.
Wolff, Albert, Bildhauer, geb. 14. Rop. 1814 in
Neustrelitz, seit 1888 Prof. an der Akademie zu Berlin,
gest. das. 20. Juni 1892; Reiterstandbilder (Friedrich
Bilhelm JIII. in Berlin), Standbilder mecklenb. Groß—
erzöge, Büsten berühmter Männer, dekorative Gruppe
Pallas Athene auf der Schloßbrücke, Löwentöter an der
Museumstreppe).
Wolff, WFien, Freiherr von, s. Wolf.
addens „Elisabeth, hollünd. Schriftstellexin, s. Bekker,
Elisabeth.
Wolff, Emil, Bildhauer, geb. 2, März 1802 zu Ber⸗
in, seit 1828 in Rom, 1871 Direktor der Akadenne von
San Luca das., gest. 29. Sept. 1879; Motiwe aus der
xiech. Mythe (Prometheus, Achilles), religiöfe Figuren
Jephtas Tochter, Judith [1868, Berlin).
Wolff (syr. wulf) Sir Henry, Dtummond, engl.
diplomat, geb. 12. Okt. 1830 auf Malta, 188887
Spezialkommissar in Konstantinopel und Agypten, 1888
Lesandter in Persien, 18801 in Rumänien, 1892 1800
Botschafter in Spanien; verdffentlichte feine Erinnerungen:
„Some Rotes of the past“ (18085) u. a.
Wolff, Julius, Dichter, geb. 16. Sept. 1834 zu
Zuedlinburg, leht in Charlottenburg; schrich die poct.
ẽrzühlungen „Till Eulenspiegel redivivne“ (1874),, Der
Rattenfänger von Hameln“ (1876),, Der wilde Jüger“
1877), „Tannhäufer“ (1880), „Singuf“ (1881), die
Romane,Der Sülfmeister“ (1883),, Das Recht der Hage⸗
tolze“ (I 88) u. a., sämtlich in vielei Auflagen erschienen.
— Kaspar Friedr. Anatom und Physiolog, geb.
733 zu Berlin, 1766 Mitglied der Akademie in uae
zurg, gest. 22. Febr. 1794; Begründer der neuern Ent—
vicklungsgeschichte; schrieb: „Theorie der Genercktionen⸗
1764; deutsch 1896), „De formatione intetinorum“
1768; deutsch 1818).
Wolff, Pins Aler., Schauspieler und dramat. Dichter,
jeb. 3. Mai 1782 zu Augsburg, 1803 16 in Weimar,
ann in Berlin, gest. 28. Aug. 1828 zu Weimar, bes.
sekannt durch „Preciosa“. — Vgl. Martersteig (1879).
- Seine Gattin Amalie, geborene Malcolmi, desgirdeue
Becker, Schauspielerin, geb. 11. Dez. 1788 zu Leipzig
816-44 in Berlin engagiert, gest, 18. Aug. 1851.
Wolff, Wilh., Bildhauer, geb. 6. Apfril 1816 in
Fehrbellin, gest. 30. Mai 1887 in Berlin als Mitglied
der Akademie; bes. Tiergruppen in Erz⸗ und Zinkguß
unter anderm Löwe an der Leiche der Löwin, 18750,
Zexlin), auch Standbilder (Friedrich d. Gr. für Liegnitz).
Wölfflin, Eduard, Philolog, geb. 1. Jan. 1831 Ju
Basel, 1869 Prof. in Zürich, 1878 in Erlangen, 1880
n München, verdient um die histor. Erforschung der lat.
Sprache. Herausgeber des „Archivs fuͤr lat. der kographie
ind Grammatik“ (1884 fg.), Mitglied der Direktion des
Thesaurus Unguae latiunae“. — Sein Sohn Heinrich
W., rrcze geb. 21. Juni 1864 in Winterthur,
1883 Prof. in Basel, 1801 in Berlin; schrieb Fugend⸗
verke des Michelangelo“ (1881), „Klasfische Kuͤnst“
—D (1905) u. a.
Wolff⸗Metiernich zur Gracht, Paul, Graf, deut—
cher Diplomat, geb. 5. Dez. 1838 zu Bonn, 1886 General⸗
onsul in Kairo, 1897 preuß. Gesandter in Hamburg, seit
901 Botschafter in London.
Wolffs Telegraphisches Bureau (abgekürzt wW.
. B), 1849 in Berlin gegründet, seit 1874 im Besitz
er Kontinental⸗Telegraphen⸗Kompanie.
Wolfgang, Fürst zu Anhalt 1508 -66), geb. 1402,
Freund Luthers, Begründer der Reformation in Anhalt,
Mitstifter des Schmalkaldischen Bundes, von gzn V.
5647 geüchtet, erst 1862 wieder im Besitz seines Landes;
jest. 23. März 1566. — Bgl. Krummacher (1820).
Wolfganger Alpen, Voralpenzug der Salzburger
dalkalpen, in Gamsfeld 2024 m hodh.
Wolfgangssee, Sankt, s. Sauͤtt Wolfgang.
Wolfhagen, Kreisstadi im preuß. Reg.⸗Bez. Cassel,
1905) 2559 E., Amäksgericht.