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Wolkenstein, Stadt in der sächs. Kreish. Chemnitz
4805) 2103 E., Amtsgericht; dabei Bad W. nit warme
Quelle (290 0.).
Wolkenstein, Burg im Grödner Tal in Tirol,
Stammsitz des gleichnamigen Geschlechts, dem der Minne—
änger Oswald (. d.) von W.sentstammte.
Wolkownfchti auch Wilkowyschki, poln. Wolkko—
whfzti Wylkowyszki, Kreisstadt im ruͤss.“polu. Goup—
Suwalki, 8463 E.
Wolkowysk, Kreisstadt im russ. Gonv. Grodno, an
der Wolkowyssa (zum Roß), 9398 E.
Wollaffe agothrix), eine fuͤnf Arten umfassende
Battg. das westl. Sudamerita bewohnender Afen“it
veichem, wolligem Haar, von edrungenem Körperbau,
nit rundem Kopf und V en unten nacktem
Schwanz. Hierher der graue W. (Schieferaffe, I. Humoldtii
 Geosr.), grau bis schwärzlich.
Wollafter, Nachtfalter, s. Bekenspinner.
Wollaston (spr. wullts'n), Will. Hyde, engl. Che⸗
niker und Physiker, geb. 6. Auͤg, 1766 n Cast Dereham
Rorfolt), erst Arzi, 1806 Sekretär der Gesellschaft der
Wissenschaften in London, gest. das. 22. Dez. 1828, ent⸗
deckte die Hümmerbarkeit des Platins, die Metalle Palla—
dium und Rhodium, konstruierte das Wollastonsche (gal⸗
»anische) Element u. a.
Wollastonit, Tafelspat, monoklines, weißes oder
chwach gesarbtes, glasglanzendes, durchfcheinendes Mi—
ieral der Pyroxengruppe, in schaligen und stengligen
Aggregaten, aus Klefelsaure und Katt bestehend, kommt
n kontaktmetamorphen, körnigen Kalken, auch als Eiu—
chluß in Laven vor.
Wollaus (Pemphigus), Gattg. der Blattläuse, deren
Arten einen wollartigen UÜberzug haben, an Wurzeln oder
von ihnen erzeugten Blattgallen wohnen, so die Pappel
B.Eꝓbursartus L.), grün, geflügelt schwarz.
Wollbaum, s. Bombax und Friodendron.
Wollblumen, die getrockneten, goldgelben Blumen—
ronen von verbascum phlomosdes T. üund verbascum
hapsiforme Schrad., als reizmilderndes Mittel im Tee—
iufguß verwendet; auch s. v. w. Wundklee 7h. Atnyus).
Bee s. Cirsium.
Wolle, diejenigen tierischen Hagre, die sich stapeln,
d. h. auf dem Körper des Tieres sich kräuseln und so
nig verbinden, daß sie auch nach der Trennung vom
Körper iggrg regelmäßigen Bau und einen mehr oder
weniger festen Zusammenhang behalten: dies gilt bon der
W. mehrerer Säugetiere (Vigogne, Lama, Alpaka, Au⸗
Jora u. a.), vorzugsweise des Schafs (Schaf⸗W.). Die
aus blumenkohlartigen Büscheln (Stapel) bestehende zu—
ammenhängende Wollbedeckung der lehtern heißt Blies,
das jührlich einmal (einschürige W.) oder zweimal (zwei⸗
churige W.) durch Schur (Schur⸗W., die beste) von der
Haut getrennt wird. Andere Sorten?: Rauf⸗ oder Gerber⸗
W., in Gerbereien mittels Kalk von den Fellen abge⸗
ommen; Schlacht oder Blut-W., auch Polade, von ge⸗
hlachteten, Sterblings⸗W., von gestorbenen Schafen; der
Wäsche nach: W. in Schweiß, d. . ungewaschen, und
iatürlich oder künstlich Iwaschene W. (Rückenwäsche, Fa—
zrikwäsche); nach der Guͤte un Gleichmäßigkeit der Haare
m Handel: Superekekta, Elekta, Prima, Sckunda rc.;
n technischer Hinficht: Kamm- oder Zuggarn⸗W., Streich⸗
oder Krempel, (auch Tuch-)W. (s. Wollspinnerei) und
datzen ⸗W. (gröbste Sorte). S. auch Kunstwolle.) Sächs.
W. (engl. Saxon woos), früher die beste, jetzt in Englaud
ede feine W. (. Merinos) Hauptproduktionsländer:
Australien, Argentinien, Nordamerika, Uruguay, Kapland
und Südrußland. Im Wollhandel ist England Mittel⸗
untt des Weltverkehrs in Deutschland wird er durch
Wollmärkte (bes. Breslau, Berlin, VPosen, Thorn, Pader
orn, Angsburg) gefördert. — Vgl. Heyne, „Die technische
Serarbeitung der We (ason), Focle— (chein. Bearbeitung,
2. Aufl. 1901), Seutel Broduktion, 10601).
„„Wollfett, s. v. w. Lanlin (s. d); im weitern Sinne
Betlolin) die organischen Vestandielle des Wollschweißes
J. d.), aus diesem durch Ausziehen mit Ather oder
Schwefelkohlenstoff gewonnen, braune, übelriechende Masse,
jauptsächlich aus Cholesterinen bestehend, zur Darstellung
des Lanolins verwendet.
Wollgras, s. Eriophorum JAbb. 5201.

Wollhaare (Lanugo), der zarte Flaum, der den Kör—
er an den nicht behaarten Stellen bedeckt, bei Pflanzen,
Wollhühner, s. Seidenhühner. [s. Haare.
Wollin, zum preuß. Reg-⸗Bez. Stettin gehörige Insel
245 qkm Karte: Ostpreußen zc. I, 2h, vom Fest⸗
ande durch die Dievenow getrennt, etwa 14000 E. schließt
nit der durch die Swine von ihr getrennten Infel Use dom
»as Stettiner Haff von der Ostsee ab. Darauf die Stadt W..
in der Südostecke der Insel, durch Brücken mit dem Fefi—
ande verbunden, (1905) 4561 E., Amtsgericht, Realpro⸗
zymnasium; Schiffswerfte. Die Stadt ist das alte Juͤlin
s. Bineta). Auch das Seebad Misdroy liegt auf W.
Wollkaãfer (agris hirta L), schwarzer
ottig behaarter, heteromerer, auf Gestrüuchen
ebender Käfer mit braungelben, weichen
Flügeldecken [Abb. 1978).
Wollkrabbe, s. Krabben [Abb. 970).
Wollkraut, s. Verbasoum. 18 *
Wollmaus, s. Hasenmäufe [Abb. 767). ——
Wollmesser, Eriometer, Eiroͤmeter, In—
trument zur Messung der Sturke der Wollhaare.
Woll musselin, musselinartiger Stoff aus Kamm—
volle oder mit baumwollener Ketie und wollenem Schuß.
S. Fy Chaly.)
Wöllner, Joh, Christoph von, preuß. Minister, geb.
9. Mai 1732 zu Döberitz bei Spandau, erst Pfarrer zu
Benitz, 1788— 08 Geh. Staatsminister, bes. bekaunt durch
has intolerante Religionsedikt (. d.) vom 9. Juli 1788
Jest. 10. Sept. 1800 auf Großrietz bei Beeskow.
Wollruhrkraut, s. GRaphaluum.
Wollsad (engl. Koolsack), Sitz des Lordkanzlers im
ngl. Oberhause, bestehend aus einem großen, mit Wolle
iusgestopften Kissen ohne Rück- und Seitenlehnen.
Wollschweber, s. Hummelfliegen.
Wollschweiß, das von den Wollhaaren der Schafe
Wgesonderte Fett, 60— 70 Proz. der Wolle bildend, aus
daliumsulfat, Kaliumkarbonat, Chlorkalium und organi⸗
Hen Stoffen (Wollfett, s. d.) bestehend, auf Leuchtgas,
daliumsalze (Pottasche) und Lanolin verarbeitet.
Wollspinnerei, die Verarbeitung der Wolle (s. d.)
zu Gespinsten; geschieht entweder unter hauptsächlicher Be⸗
utzung der Krempel zu Streichgarnen oder unter Beuutzung
es Kämmens zu Kammgarnen. Immer wird die Woll⸗
unächst gewaschen. In der Streichgarnspinnerei folgt dem
Volfen Ind Eindlen das Krempeln, endlich Feinfpinnen
zuf der Mulemaschine (Selfaktor), feltener auf der Ning⸗
vinnmaschine. Die Streichgarnfpinnerei hate in neuert
eit für fast alle Faserstoffẽ Verwendung gefunden. In
»er Kammgarnspinnerei solgt dem Reinigen und ein—
achen Krempeln das Kämmen (Ausscheiden kurzer Fa—
ern), hierauf Eutkräuseln auf der Plättmaschine (Lisseuse)
ind die sog. Vorbereitung oder Präparation (Vorfpinn⸗
erfahren); hierauf Feinspinnen auf der Mule⸗, Flügel⸗
der Ringspinnmaschine. Bei dem Kammgarn-Vorspinn⸗
nerfahren unterscheidet man das engl., deutsche und franz.
Spinnverfahren. Das engl. Verfahren wendet bei dem
berfeinern des Vorgespinstes Maschinen mit Flügelspin—
eln ohne selbständige Spulendrehuug an (Waterprinzip),
as deutsche gebraucht Spindelbünke (Flyer), das franz.
in Deutschland vornehmlich benuht) Streckmafchinen (Paf⸗
agen). Halbkammgarne Sagelten- oder Sayettgarne,
Ztrick⸗, Stick- oder Tapisserie- und Strumpfwirkergarne)
derden aus mittellangen Wollen meist ähnlich wie Kamm—
arn, mit Hinweglassung der das Spinnen verteueruden
dämmaschine, oder ähnlich wie Streichgarn, jedoch mit
zinweglassung des gekreuzten Auflegens, erzeugt. — In
ꝛer industriellen Verwertung der Wolle steht Großbritan⸗
ien in erster Reihe, dann folgen Deutschland, Ver.
Stgaten von Amerika, Frankreich, Belgien, Osterreich.
Wollstein, Kreisstadt im preuß. Reg.⸗Bez. Posen,
m der Doyca, zwischen Wollfleiner und Nelter See,
1805) 3680 E. Amtsgericht.
Wollstein, Flecken in der hess. Prov. Rheinhessen, am
Uppelbach, (1805) 1883 E. Amtsgericht.
Wollstonecraft (spr. wüllst'nkräffts, Mary, Schrift⸗
tellerin, Gattin W. Godwins (s. dy). [Aa, 5112 E.
Wolmar, Kreisstadt im ruͤss. Gouv. Livland, an der
Wolmirftedt, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez.
Nagdeburg, an der Ohre, (1905) 1315 E. Amtsgericht.