Zah
itzen entweder nur im Zahnfleisch oder verwachsen mit
dem Knochen, oder stecken in diefem in besondern Ver—
tiefungen (Alveolen) oder nebeneinander in Furchen
BZahufurchen). Die Z. der Säugetiere sitzen stets in Al—
»eblen des Kiefers. Krone heißt der hervorragende, Wurze
der in der Alveole steckende, Hals der vom Zahnfleisch
umgebene Teil zwischen beiden. Sind Krone und Wurzel
im Bau Zicht wesentlich verschieden, so heißt der 3. wurzel⸗
os (z. B. bei vielen Nagetieren). Hauptbestandteil des
3. ist das Zahnbein Dentin), eine Modifikation des
nochen gewebes; die Krone ist vom Echmeiz (Emain,
iner porzellanartigen, harten, glatten Masse, die Wurzel
om Zement Wurzelrinde, HZahnkitt), einer knochenartigen
Substanz, überzogen. Zahnhoͤhle ist die vom Zahnkeim
Pulpa), einer gefäß- und nervenreichen Bindegewebs⸗
nasse, ausgefüllte Höhlung im Innern des 8. Einteilung
der B. (nach Gestalt, Fumtion und Stellung im Kiefer)?
Sgneide⸗Z.. 8, mit meißelförmiger KLrone und einfacher
Burzel, vorn in der Mitte der Kiefer (Zwischenkiefer);
Eck⸗ Z. (Spitz Hunds8. im Oberkiefer Augen⸗8. ge⸗
gannt), zu beiden Seiten der vorigen stehend, mit längerer,
spitzer Krone und einfacher Wurzel; Bac oder Backen⸗Z.
die übrigen Z. auf beiden Seiten. Diefe 3 Arten der 3
stehen eñtweder in ununterbrochener Reihe nebeneinander
der sind durch zahnlose Stellen voneinander getrennt.
Die hintern Baͤck-8., init mehrhöckeriger, breiter Krone
ind 278 Wurzeln, fehlen dem Milchgebiß und heißen
vahre Back-⸗Z. (Molaren, Mahl- oder Stock-8.) im Gegen—
atz zu den dem Zahnwechsel unterworfenen vordern dder
alschen Back⸗3. (Prämolaren oder Bikuspidaten), mit
uur einer oder zwei Wurzeln. Besondere Zahnformen: die
als Waffe dienenden Stoßß-Z., hervorgegangen aus Ece-g
Schwein, Walroß 2c.) vder Schneider8. (Elefaut), und
die durch scharfzackige Krone ausgezeichneten Reiß-8. (ge⸗
visse Back⸗3.) der Raubtiere. Zusammensetzung des Ge—
aisses für die Systematik wichtig, deshalb bedient man
ich dafür der Zahnformeln (s. Gebiß). Der erwachsene
Mensch hat 32 85 jederseits vben und unten 2 Schneide⸗,
Eck⸗, 3 Back-⸗3. (2 Prämolaren, 8 Molaren). Dem
om 7. Monat bis gegen Ende des 3. Lebensjahres (erste
dentition, s. Zahnen der Kinder) zum Vorschein kommen—
den Milchgebiß fehlen die Molaren; es hat nur 2038
Auf die inm 7. bis 8. Jahre ausfallenden Milch⸗Z. folgen in
der bis zum 183. oder 14. Jahre dauernden zweiten Zahn⸗
ausbruchßperiode (zweite Dentition) die definitiven 3. bis
zuf den hintersten Back-8.; diese 4 Bad-8. (Weisheits⸗8.)
rechen erst zwischen dem 20. und 80. Jahre oder auch gar
nicht durch. Über Zahnkrankheiten s. d. Bgl. Bodecer
deutsch 1896), Juug (1898), Kronfeld (1008), Werten⸗
hin (58. Aufl. 1905). Günther (1806).
Kuͤnstliche 8. als Ersatzmittel der verloren gegangenen
ratürlichen Z. wurden früher aus Elfenbein und Menschen⸗
3. hergestellt, jetzt werden sie aus Mineralien Gieselerde,
Feldspat und Porzellanton) durch Brennen und UÜberziehen
derselben mit Glasur (Email- oder Mineral-⸗F.) in Amerika
und England, in Deutschland in Pforzheim fabriziert. Bei
goch gesunden Wurzeln der Vorderzähne werden sie mit
Hilfe von Zement durch Stift und Wurzelkappe aus Metall
Gold, Platin, Zinn, Viktoriametall) oder Kautschuk in
diesen Wurzeln befesligt (Stiftg.). oder sie werden an
Gaumenplalten aus Goͤld, Alummnum, Kautschuk, seltener
aus Zelluloid, angebracht. Diese Gaumenplatten besen
im Munde entweder durch Goldklammern, bei kleiner
Platte, oder durch den Luftoͤruck (Adhäsions- oder Sauge⸗
gebisse), und dann ist große Platte notig. Die Gaumen—
olatten müssen täglich aus dem Runde genommen und ge⸗
einigt werden. In neuerer Zeit werden als festsitzender
Ersaß auch Kronen (Goldkronen) und Brucken (Gahn⸗
rucken) ohne Gaumenplatte (58. vhne Platte) verwendet.
Srstere sind Goldkappen über noch vorhandene sabite
Wurzeln der Backen g., letztere Mineral-Z. oder ganz
aus Gold, geformte 8.. die gschen Kronen- dver Stifteg
Jeldtet sind eine Hungebruͤcke zwischen zwei siabilen gfeilech.
BVgal. Riegner Kronen⸗ uͤnd Bruͤtenarbeiten“ 4895);
barreidt, Zahnersahtunde“ 8. Auft 1908); Detzner,
Praktis he Darstellung der dahnerfatztunde (3. Aufl. 1905).
Zahnen der Kinder, Dentition, die Entwicklung
der Milch- wie auch der bleibenden Zahne (f. d.), erfolgt bei
zesunden Kindern meist ohne erhebliche Störungen nur
Artikel, die man unter 8 vermißt,

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2s Zahnfleisch ist gerötet, geschwollen und schmerzhaft.
Bei schwächlichen, bef. rhahitischen und ftrofuldsen Kin
dern treten nicht selten Kongestionen nach dem Gehirn
zuf, die zu allgemeiner Unruhe, Schreckhaftigkeit, sogar
drümpfen (Zahnkrämpfen) führen, desgleichen tritt oft
Fieber (Zahnfieber) auf, verschiedenartige Hautausschläge
Zahnfriesei, f. Schültnoͤtchen), Erbrechem Durchfall (Zahn⸗
iarrhöe) und kolikartige Schmerzen.
Zahnfäule, Zahnfistel, s Zahnkrankheiten.
Zahnfleisch Giniye), sestes, sehr gefäßreiches Ge⸗
vebe, das die Zahnfächer der Kiefer überzieht und zur
Befestigung der Zähne dient. Lockert sich das Z., wie bei
Skorbut, Speichelfluß und Alveolarpyorrhoe, Jo wackeln
Re Zähne und fallen selbst aus. Entzuͤndung des 8.
Gingi vitis), meist Teilerscheinung allgemeinen Mund—
atarrhs oder des Skorbuts, wird mit“ schwach adsirin—
ierenden Mundwässern und vollständiger, erakter Eut—
ernung des Zahnsteins behandelt.
Zahnfleischfistel, s. Zahnkrankheiten.
zahnfrais, das Zahnen der Kinder mit Krämpfen.
ahnfriesel, Hautausschlag, s. Schälknötchen.
Rahnfüllung, Plombe, Ersatz der verloren gegangenen
Bestandteile der harten Zahnsubstanz durch Zement, Gutta—
ercha, besser durch Amalgame, wie Kuͤpfer Nickel-, Silber-,
blatine und Goldamalgam, wegen der Verfärbung meist
iur in Backzähnen verwenbbar. Am besten sind Gold⸗
üllung und Porzellanfüllung, letztere nach der Form des
u füllenden Hohlraums gebrannte In neuester Zeit wer⸗
»en auch dem natürlichen Zahnschmelz durchaus ähnliche
lastische Zahnschmelzfüllungen verwendet, deren Hali—
arkeit jedoch noch nicht erprobt ist.
Zahngeschwür, Zahnkrankheiten.
zahnheiltunde, s. Zahnarzneikunst.
Zahnkaries, s. Zahntrankheiten.
Zahnkarpfen (Cyprinodontidao), Familie karpfen—
hulicher Edelfische, unt beschupptem Kopfe und Körper,
Rähnen in beiden Kinnladen und den obern und untern
?chlundknochen. Meist lebendiggebärende Bewohner des
Süß⸗, — und Salzwassers der heißen Zone und der
varmen Teile der gemaͤßigken, auch in Suͤdeuropa ver—
reten, am zahlreichsten in Nord⸗ und Suüdamerika. Haupt⸗
zattung: Gyprinodon, mit 7 Arten im Mittelmeere und
en angrenzenden Gebieten.
Zahnkrämpfe, s. Zahnen der Kinder.
Zahntranukheiten, Erkrankungen der Zähne und der
nit ihnen zusammenhängenden Teile. Die verbreitetste 3.
ist die Zahufäule oder Zahnkaries, das Stocken und Hohl⸗
verden der Zähne, woran mehr als 90 Proz, aller Nen—
chen leiden. Am Zahn werden erst die anorganischen
Zestandteile durch Säuren (meist durch Gärung der Speise—
este entstehend) zerstört, der Zahn wird entkalkt, und erst
ann werden die organischen Bestandteile infolge Ein—
ringens niederer Organismen vernichtet. Gelangt die
Fäulnis bis in die Nuhe der Nervkammer Gulpahöhle),
o entsteht Zahunerventzundung Paipitis), was heftige
Schmerzen (Zahnreißen) verursacht. Behandlung? Ab—
ragen des erkrankten Teils und Plombieren. Nach
ẽröffnung der Nervkammer Abtöten des Nerven durch
Ursen ꝛc., Eutfernung der Zahnnerven und antiseptische
Füllung der Wurzelkanäle mit darauffolgender Zahnfül⸗
ung. Hört die Entzündung des Nerven 7* sachgemäße
Zehandlung auf, so entsteht nach einiger Zeit durch In—
Etion der Wurzelhaut von dem verfaͤulten Nerven her
burzelhautentzuudung, die beim Beißen heftige Schmer⸗
en verursacht, dann zur Schwellung von Zahufleisch und
Besicht führt (Zahngeschwür oder Zahnabfzeß) und nicht
elten das Ausziehen des Zahns erfordert. Oft entsteht
in Eitergang von der Zahnwurzel nach außen, meist 7
Zahnfleisch und Gesicht Gahnfistel)y, als Zahnfleifchfiste
eilbar, in andern Fällen ist Ausziehen des Zahns notig.
zahnstein (oft unrichtig Weinstein genannt) ist ein Nieder⸗
hlag von Kalksalzen, aus dem Speichel. Er führt zu
Zahnfleischentzündung (s. Zahnfleischs und ist daher jährlsch
venigstens einmal durch den Zahnarzt zu entfernen Die
Alveolarpyorrhöe ist eine Erkrankung der Weichteile, des
dnochens und der Zahnwurzelaut tritt meist im Alter
on 4050 Jahren auf und besteht in Entleerung von
üiter aus der Zahnfleischtasche, Lockerung und Laͤnger⸗
verden und schließlich Ausfalleu der fonst ganz gesunden
sind unter C und Keaufzusuchen.