Zähne. Ursache: Zahnstein, gewisse Disposition oder
allgemeine Erkrankung, wie Rheuͤmatismus, Gicht, Zucker—
trankheit, abnorme Blutmischuug, Syphilis ec. Erreger
aoch unbekannt. — Bei der Zahnneuralgie stammen die
Schmerzanfälle nicht von den Zähnen, her, sondern be—
ruhen auf einer Reizung des fünften Gehirnnerven durch
Erkältung ꝛc. — Die Riffzähne oder Erosionszähne, Zähne
mit quer verlaufenden Streifen und mangelhafter Schmelz⸗
hildung, ebenso überzählige und verwachsene Zähne sind
nur Budungsfehler und Folge von Krankheiten im Kindes⸗
alter, Rhachitis zꝛc. — VBgl. Heider und Wedl, „Atlas zur
Pathologie der Zühne“ (2. Aufl. 1889--93); Ritter, „Zahnund
 Mundleiden“ (2. Aufl. 1901); Wedl, „Pathologie der
Zähne“ (2. Aufl., hg. von Metnitz und Wunschheim, 2Bde.,
900 3) und die Literatur zu Zahnarzneikunst.
Zahnküste, s. v. w. Elfenbeinkuͤste.
Zahnlaute, s. Laut.
ahnlose, s. Zahnarme.
ahnpflaster, Ohrenpflaster, bei Zahnschmerz als Ab⸗
eituͤngsmittel hinter das Ohr geklebtes immerwührendes
Spanischfliegenpflafter (s. Zugpflaster). F
Zahnradbahn, Bergbahn, bei der unter dem Kessel der
dokomotive befindliche Zahnräder senkrecht (System Riggen—
bach, Abt, Strub) oder wagrecht (System Locher) in eine
oder mehtere zwischen den Schienen liegende Zahnstangen
eingreifen. Die gezahnten Schienen wurden 1811 von
Blankensop vorgeschlagen und auf Industrie- und Berg—
werksbahnen angewendet. Die erste europ. Zahnradberg⸗
bahn war die nach Riggenbachschem System gebaute, 1871
rröffnete Z. von Vitzuau auf den Rigi (6,86 xm ITafel:
Sisenbahnwesen 1J, 8).
Zahnräder, verzahnte Räder, Räder, die mittels
der an ihrem Umfang (Zahnkranz) angebrachten Zähne
so ineinander greifen, daß bei der Drehung des einen
auch das andere mit gedreht wird. Die Drehbewegung
vird von einer Welle auf eine zu ihr parallel liegende
durch Stirnräder [Abb. 19792; Stirnrad als Stufenrad
(j. u.) konstruierts), auf eine zu ihr im Winkel liegende
durch Keaelräder Ekanische Räder. Winkelräder sp1)

¶
1979. à Stirnrad. b Kegelräder.

Schnockenrad.

und auf eine sie windschief krenzende durch Hyperbel- oder
Hyperboloidräder übertragen. Um eine gleichmäßige Be—
wegungsübertragung zu exhalten, werden die Zahnflanken
nach Zykloiden (Zykloidenverzahnung) oder Epolventen
(Evolventenverzahnung) gekrümmt. Formt man die Zähne
eines 8. so, daß sie nur mit einem einzigen entsprechend
konstruierten Rad richtig zusammenarbeiten, so nennt man
diese Einzelräder; sind von einer größern Gruppe (Satz)
von 8. die Zähne so gebildet, daß beliebig zwei Räder
richtig miteinander arbeiten können, so heißen sie Satzräder
 (Wechselräder). Beim Vollrad stehen die Zähne
vom Radkranz nach außen (außen verzahnte Z.), beim
Hohlrad stehen sie nach innen (innen verzahnte 8.). Zur
Erreichung eines gleichmäßigen Eingriffs legt man bis—
weilen mehrere schmale Zahnkränze, deren Zähne stufen—
artig gegeneinander versetzt sind, nebeneinander (Stufen⸗,
Staffelrüder s. oben Abb. 19794)). Schnecken⸗, Schrauben⸗
oder Wurmräader haben auf dem Umfang schrüg stehende
Zähne und werden durch eine in diese eingreifeude Schraube
ahne Ende (Schnecke) umgetrieben se; 8 Schraubenrad,
s Schnecke]. Um das Geräusch schnell lanfender Z. zu ver—
mindern, versieht man oft das eine Rad mit eingesetzten
Holzzähnen (Kämmen) und erhält ĩio die Kammräder oder
dolz⸗Eisen⸗Räder.
Zahnrichtung, die Regulierung schief oder an falscher
Stelle stehender Zühne im Kiefer. Beste Zeit 12. bis
14. Lebensjahr. Gewöhnlich wird die Schiefstellung durch
Raummangel verursacht, daher entweder Entfernung ein—
eluer Backzähne oder besser Dehnung des Kiefers durch ent—
prechende Apparate. Die Richtung eines oder mehrexer
chiefstebender Zähne selbst geschieht bei genügendem Platz
rtites. die man unfer Zvermißtf

1013

Zal

urch Druck oder Zug mittels Klavierfederdrahts, Schrauben,
dickoryholz, Gummi ec. — Bgl. Pfaff, Lehrbuch der Ortho—
ontie“ (1906).
Zahnschmerz, s. Zahnkrankheiten.
Zahnschnäbler (Dentirostres), Gruppe der Sing⸗
ögel mit an der Spitze ausgeschnittenem Schnabel: Wuͤrger,
Fliegenschnäpper ꝛc.
ee s. Grabfüßer.
ahntaube, Manumea (Dianculus
 strigirostris Gould [Abb.
980]), einziger Vertreter einer
igenen Familie (Didunoulidae)
on Tauben, plump gebaut, Kopf
ind Unterseite glänzend dunkelgrün
Iberseite rotbraun, Schwingen dun⸗
elgrau, Schnabel hoch, mit scharf
ibergebogenem Oberschnabel uud
»orn dreizähnig eingeschnittenem
Interschnabel. Bewohnt nur die Samoainseln, brütet auf
»em Boden und ist der Ausrottung nahe.
Zahntechniker, s. Zahnarzneikunst.
Zahnvögel, s. Jchthyornithen.
ahnwale, s. Waltiere.
Zahnwechfel, s. Zähne. Die Wurzeln der Milch-—
ähne werden durch den Druck der darunter sich entwickeln⸗
en bleibenden Zähne resorbiert, die Milchzahnkrone fällt
ius. Frühzeitiges Ausziehen der Milchzähne nicht vor—
eilhaft wegen Schiefstellung der folgenden bleibenden
zühne; daher Füllung kranker Milchzähne durchaus emp—⸗
ehlenswert, weil dadurch zugleich die Ansteckungsgefahr
ür die durchbrechenden bleibenden Zähne vermieden wird.
Zähpolen, Naffinieren des Kupfers durch Behand—
ung mit Kohle zur Umwandlung beigemengten Kupfer—
xyds in metallisches Kupfer.
Zähringen, Ruine der Burg der Herzöge von 83.,
»on denen das Haus Baden abstammt, im Stadtteil 8.
»on Freiburg i. Br. — Vgl. Heyck, „Geschichte der Her—
öge von 8.“ (1891).
Zähringer Löwenorden, s. Löwenorden.
Zährte (aͤrte), s. Brachsen.
Zaimis, Alexander, neugricch. Politiker, geb. 9. Nop.
1885 in Athen, 18900-92 Zustizminister, 1883 Präsident
der Kammer, 1887—-99 und 1901 -2 Ministerpräsident.
Zain, dünner, für weitere Verarbeitung beftimmter
Metallstab (s. Münzen); Zaineisen (Krauseisen, Knopper⸗
eisen), dünne Stäbe von Quadrat- oder Flacheisen, die
zu Nägeln oder Draht verarbeitet werden; zainen, Me⸗
alle zu dünnen Stäben verarbeiten.
Zaire, afrik. Flüsse, s. Kongo und Kuango.
Zajedar (Saitschar), Hauptstadt des serb. Kr. Timok,
im Timok, 8364 E.; hier 7. Aug. 1876 Sieg
Ibman Paschas über die Serben.
Zajzon (Epr. sajson), Großgemeinde und Badeort in
Siebenbürgen, Komitat Kronstadt, eines der sog. Sieben—
rfer, (1900) 1298 E.; Kochsalzquellen, Eifensäuerling.
Zak (Sack), niederländ. Getreidemaß — 1 RL
Zakazik, ägypt. Stadt, s. v. w. Sagasik.
Zakopane (Epr. sa), Dorf in Galizien, am Weißen
Dunajec, am Nordhang der Hohen Tatra, (1900) 6298 G.;
Palzwerke, Eisenhümmer, Holzschleifereiü: Sommerfrische.
Zakuska, s. Sakuska.
zakynthos, griech. Name der Insel Zante.
Zala (spr. sal, Szalad), Komitat in Ungarn, 5974 qkm,
1900) 437 116 E.; sehr fruchtbar; Hauptstadt Zalaeger⸗
zeg, am Fluß Z., 9782 E.
Zalamea. 9) 3. 1a Real, Bergstadt in der span.
Prov. Huelva (Andalusien), (1900) 7836 E. — 2) 3. la
ZSerena, Stadt in der span. Prov. Bajadoz, 58667 (G
Zalat, Fisch, s. v. w. Rapfen.
Zalatna (spr. fäc), ungar. Nagyszalatna, deutsch Großchlatten,
 Großgemeinde iũñ Siebenbuͤrgen, Komitat Unter—
veißenburg, (1800) 2501 E., Oberbergamt; Bergbau auf
gold, Silber, Quecksilber. Is. vx w. Bildsqhnitzerei.
Zaͤlatur (lat.), halberhabene getriebene Arbeit; auch
Zalegh (Salegh), Archipel, s. v. w. Dahlak.
Falenze, Dorf im preuß. Reg.⸗Bez. Oppeln, (1005)
4986 E.; Steinkohlenbergbau.
Zaleszezyki (spr. saleschtschüki), Bezirksstadt in Gali—
ien, l. am Dujestr, (1900) 3916 E.
sind unter FGund Qaufzusuchen